KorruptionsffäreWulff-Freund lehnt Deal mit Staatsanwaltschaft ab

Die Affäre um Exbundespräsident Wulff kommt wohl doch vor Gericht: Der zweite Beschuldigte Groenewold verzichtet auf einen Deal mit der Staatsanwaltschaft. Seine Anwälte rechnen mit Freispruch.

Filmunternehmer David Groenewold in Berlin (Archiv)

Filmunternehmer David Groenewold in Berlin (Archiv)

Die Korruptionsaffäre um Exbundespräsident Christian Wulff kommt aller Voraussicht nach vor Gericht. Nach Informationen von Bild am Sonntag lehnt der zweite Beschuldigte, Wulffs Freund David Groenewold, einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ab.

Der Filmproduzent soll eine Hotelübernachtung von Wulff zum Teil übernommen haben. Im Gegenzug soll sich der Politiker für ein Filmprojekt des Produzenten eingesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat ihm angeboten, gegen Zahlung von 30.000 Euro sein Verfahren einzustellen. Ansonsten will sie Anklage erheben. Wulff soll 20.000 Euro zahlen.

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Laut Bild am Sonntag rechnen sich Groenewolds Anwälte bei einem Prozess gute Chancen aus, weil die Beweislage der Strafverfolger eher dünn ist. Groenwold, so heißt es aus seinem Umfeld, sei von seiner Unschuld überzeugt und wolle vor Gericht um einen Freispruch kämpfen. Freunden sagte er laut Bild am Sonntag: "Meine Ehre ist nicht käuflich."

Wulff selbst hat sich noch nicht entschieden, ob er das Angebot der Staatsanwaltschaft annimmt und damit die Einstellung seines Verfahrens erwirkt. Durch Groenewolds Entscheidung müsste er allerdings als Zeuge im Prozess gegen seinen langjährigen Freund vor Gericht erscheinen.

 
Leser-Kommentare
    • orell
    • 31.03.2013 um 12:48 Uhr

    Völlig losgelöst davon, was Wulff, Groenewold getan haben bzw. was Ihnen nachgewiesen werden kann: Die Ablehnung des Deals finde ich gut.

    Die Ansicht der Staatsanwaltschaft, durch eine Einstellung gegen Auflage (§153a StPO) könne das "öffentliche Interesse" an der Strafverfolgung beseitigt werden ist mir als Jurist genauso unverständlich wie dem Großteil der nichtjuristischen Öffentlichkeit.

    Wenn bereits soviel Arbeit in diese Ermittlungen gesteckt wurden, wenn sie derart weitreichende politische und persönliche Auswirkungen hatte - dann soll es gefälligst auch eine klare gerichtliche Entscheidung am Ende geben. Egal wie diese inhaltlich aussehen wird.

    7 Leser-Empfehlungen
  1. das finde ich gut.
    Der Filmproduzent hat jahrelang an MP Wulff gearbeitet und viel Geld eingesetzt. Er hat letzendlich das erreicht was er wollte, eine 5 Millionen Garantie des Landes NS für seine Filmproduktionsfirmen. er hat damit dann auch schnell Werbung gemacht, bei der Akquisition neuer Gelder für die Filmproduktion.
    Der Fall muss im Zusammenhang gesehen werden, es geht nicht nur um eine Hotelrechnung.

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    Wollen Sie die "Zusammenhangsfindung" nicht dem Gericht überlasse ?

    Wollen Sie die "Zusammenhangsfindung" nicht dem Gericht überlasse ?

  2. auf die Schadenersatzansprüche. Hoffe nur, dass die Staatsanwälte und die Journalisten persönlich haften.

    Beide Wulff und Groenewald haben Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

    Übrigens fand ich den Film Raabe hervorragend und verständlich daß Wulff sich dafür eingesetzt hat.

    3 Leser-Empfehlungen
    • bonner
    • 31.03.2013 um 12:22 Uhr

    Wenn ich es mit Politikern und Prominenten zu tun habe, mach ich öfters den Waschfrauen Test: Würde ich von diesem Menschen ein Auto kaufen wollen?.........

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  3. Ich wusste nicht, das ich hier auf der Gerichtsseite bin...
    Das ist mein Kommentar gegen die vielen unzähligen Behauptungen eine Hotelrechnung sei das nicht mehr wert. Wie die Staatsanwälte inzwischen richtig darstellen geht es um eine Bestechungsfall.

    2 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Zusammenhang"
  4. Ich fühle mich wie in der Dreigroschoper: Mackie Merkel und Johnny Wulff auf Beuteteour. In Berlin erdolcht ward gefunden Johnny Wulff und am Kudamm geht Macky Merkel, die von allem nichts gewusst...

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  5. "Wulff-Freund lehnt Deal mit Staatsanwaltschaft ab"

    Was denn sonst? Wieso sollte er die besonders eifrigen Medien so billig da herauskommen lassen.

    "Berichterstattung" - Die Staatsanwaltschaft mußte tätig werden - Ermittlungsverfahren - Präsident tritt zurück - ESM

    Da liegt der Hund (vermutlich nicht allzutief) begraben.

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  6. Wollen Sie die "Zusammenhangsfindung" nicht dem Gericht überlasse ?

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    Ich wusste nicht, das ich hier auf der Gerichtsseite bin...
    Das ist mein Kommentar gegen die vielen unzähligen Behauptungen eine Hotelrechnung sei das nicht mehr wert. Wie die Staatsanwälte inzwischen richtig darstellen geht es um eine Bestechungsfall.

    Ich wusste nicht, das ich hier auf der Gerichtsseite bin...
    Das ist mein Kommentar gegen die vielen unzähligen Behauptungen eine Hotelrechnung sei das nicht mehr wert. Wie die Staatsanwälte inzwischen richtig darstellen geht es um eine Bestechungsfall.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, jam
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