Alternative für Deutschland : Koalitionspolitiker attackieren Anti-Euro-Partei

"Gefährliche Nostalgie", "Leute von gestern", "ein Sprung zurück": Die etablierten Parteien verurteilen die Pläne der neuen Alternative für Deutschland als Populismus.

Die neu gegründete Partei Alternative für Deutschland (AfD) sorgt für Furor in der Szene der Euro-Gegner – und für Nervosität in den Reihen der etablierten Parteien. Insbesondere konservative Politiker geben sich Mühe, die Wahlversprechen der AfD als Populismus  abzustempeln.

"Die Forderung nach einem Zurück zur D-Mark ist gefährliche Nostalgie", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer. Trotz aller Schwierigkeiten könne Deutschland sein Potenzial nur in einem geeinten Europa voll entfalten. "Dies werden wir im Wahlkampf den Bürgern deutlich machen", versprach der CDU-Politiker.

Sein Unionskollege Joachim Herrmann von der CSU bescheinigte den Euro-Kritikern mangelnde Kompetenz. Die AfDler hätten "keine echten Lösungsvorschläge" und würden "nur Rundumschläge gegen Europa austeilen, ohne zu sagen, wie man es besser machen soll". Der hessische CDU-Fraktionschef Christean Wagner nannte die Parteianhänger "Leute von gestern". Der Ausstieg aus dem Euro "wäre ein Sprung zurück ins vergangene Jahrtausend".

Die Alternative für Deutschland hatte sich am Sonntag in Berlin gegründet. Sie will im Herbst zur Bundestagswahl antreten und setzt dabei vor allem auf anti-europäische Ressentiments. So fordert sie in ihrem Wahlprogramm eine "geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes" und die Wiedereinführung der alten deutschen Währung. "Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen", fordert die AfD.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring nannte es "beunruhigend", dass die neue Partei den Eindruck erwecke, Deutschland könne "mal so eben seine Währung wechseln". Die Sache sei "ein bisschen komplexer". Bei einfachen Antworten auf komplexe Sachverhalte sei generell Vorsicht geboten, mahnte Döring.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil setzt auf die Einsichtigkeit der Wähler. Die meisten Menschen wüssten, "was sie an Europa und der Europäischen Union haben".  Der SPD-Politiker gibt der neuen Partei deshalb keine großen Chancen. "Ich glaube nicht, dass eine solche Verweigerungshaltung vielversprechend ist."

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Kommentare

254 Kommentare Seite 1 von 30 Kommentieren

Spaß an "Zur Auflockerung",

und nicht so ganz ernst gemeint
Ihr Diplomvater war/ist aber nicht Dr. Norbert Leineweber
Zitat
196. Welche Bildung haben Sie?
Ich habe Prof. Starbatty die Hand geschüttelt, und der kannte meine Bücher. Kennt der Ihre Bücher? Und er war hoch erfreut als er erfuhr, dass mein Doktorvater der war, der fast den Nobelpreis bekommen hätte.
Und mich finden Sie unter IIIPF member Leineweber.
Wo sind sie zu finden?
unter
http://www.zeit.de/politi...
und weil er sich immer noch versteckt hat, so ganz uneigennützig ein bisschen Werbung für Herrn Dr. Leineweber
http://www.fortunanetz.de/
von mir. Es wird Ihnen gefallen.
Spaß aus
Ich werde so ganz ohne Wahrscheinlichkeit die AfD nicht wählen, gönne dem
Kommentator die Redaktionsempfehlung, halte so etwas aber mit Sicherheit nicht für ein Qualitätsmerkmal.

@184 - Sauerrahm: Wie kommen Sie auf diese Idee ???

"Da gründet sich eine Partei, die als eines ihrer Hauptziele den Abschied vom Euro definiert - also letztlich die kapitalistischen Auswüchse der letzten Jahre und Jahrzehnte bekämpfen will."

Können Sie einmal erläutern, wieso der Euro Ursache oder ähnliches für die kapitalistischen Auswüchse sein soll ???

Die AfD als linke Partei - das ist wohl ziemlich lächerlich - schauen Sie sich die Herrschaften doch einmal genau an.
Herr Henkel, immerhin Mitinitiator, einst von Herrn Lafontaine zusammen mit zwei anderen als "Trio Assoziale" bezeichnet als Bollwerk gegen den Kapitalismus ???

Netiquette als Herausforderung

Cicero sah die Gefahr für einen Staat nicht in seinen Idioten sondern seinen Verrätern, aber klassische Riesen wie er werden uns im Schulsystem vorenthalten damit Kommentatoren und Politker wie Sie weiterhin freie Fahrt haben.

Cicereo den Schülern vorenthalten? Diese Anordnung zum "Vorenthalten" muss den heutigen Lateinlehrern aber entgangen sein. Ebenso der dahinterstehende Masterplan von Wem-auch-immer, dass damit ich, oder "Politiker wie ich" (?), "freie Fahrt haben". Bitte, häääh?

[...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

@83 - V.Uljanov: Das traurige ist, das Menschen dem Papagei ...

... auf den Leim gehen und glauben, was der Papagei (Film mit Harald Juhnke) erzählt ...

Denn was Sie schreiben ist auch mir nicht anders bekannt:
" ... kann kein Land aus dem EUR wieder ausgeschlossen werden, also das ist dann wirklich Traeumerei von Herrn Lucke."

Wie gesagt: das Schlimmste ist, dass es Menschen gibt, die das glauben.
Herr Lucke meint da wohl etwas Schadensbegrenzung betreiben zu müssen, nachdem Umfragen nun meinen, dass die Bürger mittlerweile "Ihren" Euro doch nicht so hassen, wie angenommen.

Wie nannte man so etwas doch gleich ... ?

Wie kommen sie denn auf diese Idee??

Große Auslandsvermögen deutscher Bürger würden doch nicht in eine Währung gewechselt werden, die inflationär ist.

Wer würde denn so etwas idiotisches machen?

Außerdem, wie kommen sie denn auf die komische Idee, das unsere Schulden weniger werden würden, wenn ein deutscher Staatsbürger mit Auslandskonten Währungsverluste erleiden würden??

Kein Cent würden die Schulden weniger werden.