UmfrageViele AfD-Anhänger wählten früher Linke und FDP

Die Anti-Euro-Partei ist für die Union weniger gefährlich als für andere Parteien. Ihrem Argument, man könne sich nicht frei äußern, stimmt ein Drittel der Deutschen zu. von 

Die neu gegründete eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ihr größtes Wählerpotenzial bei früheren FDP- und Linkspartei-Wählern. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE. 35 Prozent derjenigen, die bei der Bundestagswahl 2009 die Linkspartei gewählt haben und 33 Prozent derjenigen, die 2009 FDP wählten, könnten sich vorstellen, ihre Stimme der AfD zu geben. Eine Stimme für die AfD zogen hingegen nur 18 Prozent derjenigen in Betracht, die 2009 SPD oder Union gewählt hatten. Von den früheren Grünen-Wählern könnten sich 16 Prozent vorstellen, die AfD zu wählen.

Insgesamt sympathisieren 27 Prozent der Deutschen mit der eurokritischen Gruppierung. Sie gaben in der Umfrage an, dass sie sich vorstellen könnten, die neue Partei zu wählen.

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© ZEIT ONLINE

50 Prozent der Befragten ab 18 Jahren wiederum schließen das für sich aus. 23 Prozent zeigten sich unentschieden. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden drei Prozent der Befragten der AfD sicher ihre Stimme geben.

Jeder Dritte zweifelt an Meinungsfreiheit

Deutlich mehr Männer als Frauen sympathisieren mit der AfD. 31 Prozent der wahlberechtigten Männer könnten sich vorstellen, sie zu wählen, aber nur 23 Prozent der befragten Frauen. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant.

Viele Anhänger der AfD beklagen, dass die Bundesregierung fälschlicherweise eine "alternativlose Politik" verfolge und dass es in Deutschland ein vorgefertigtes Meinungsklima gibt. Dieser Ansicht stimmt ein Drittel aller Deutschen zu: 33 Prozent glauben, dass man hierzulande nicht zu allen Themen seine Meinung äußern darf. Eine Mehrheit von 56 Prozent dagegen ist von der Meinungsfreiheit überzeugt, 11 Prozent zeigten sich unentschieden.

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Vor allem in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen zweifeln viele, dass man in Deutschland seine Meinung bei allen Themen offen sagen darf. 43 Prozent der Befragten verneinten dies, nur 41 Prozent glaubten an eine vollkommene Meinungsfreiheit.

Leserkommentare
  1. "33 Prozent glauben, dass man hierzulande nicht zu allen Themen seine Meinung äußern darf. Eine Mehrheit von 56 Prozent dagegen ist von der Meinungsfreiheit überzeugt, 11 Prozent zeigten sich unentschieden."

    Wen interessiert so etwas? Wenn ich eine Befragung unter 100 Rentnern mache, dann werden mir auch 60% Bestätigen, dass man einem Polizisten immer Rede und Antwort stehen muss. Richtig macht es das trotzdem nicht. [...]

    Gekürzt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/ls

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    die AFDler wählen Rotgrün an die REgierung, wenn es schlimm kommt.
    Das kann doch nicht deren Ernst sein.
    Diese Parteien stehen in ihrem (relativ noch stärkeren )Eurowahn zur CDU als genaues Gegenteil zur AfD im Raum.
    Trittin, Exkommunist, will Eurobonds, Umverteilung zum Staat für seine Klientel( verbeamtete Profs und Lehrer)..das wäre der UNtergang und die Afd begünstigt diesen.
    Jeder der AFd wählt sollte darauf achten, dass dann die FDP vllt nur 4 Prozent hat und die AFD auch nur 4, sodass es RotGrün gibt und Trittin daraus ableitet ,die Mehrheit wolle seine Chaospolitik, was definitv nicht stimmt.
    IN diesem Fall kommt es vermutlihc zu Leihstimmen der CDU zur FDP..dass rotgrün verhindert wird

    • ekbül
    • 17. April 2013 15:14 Uhr

    Die Idee "meine Meinung wird unterdrückt, es muss endlich einer kommen, der sich mal traut und das sagt, was eigentlich alle denken" ist eine typisch rechte.
    Wenn 33 % in einer repräsentativen Umfrage sich dazu kompatibel äußern, ist das schon interessant.

    wenn man die Zahlen umrechnet ergibt sich ein anderes Bild, dann stammen von den 27% AfD-Sympathisanten ca. jeweils 6,1% aus dem Unions-Lager als auch aus dem Nichtwähler- oder Splitterparteienlager. 4,8% kommen aus dem FDP-Lager, was sicher nicht überraschend ist; 4,2% würden aus dem Linken-Lager kommen und 4,1% von den früheren SPD-Wählern. Den geringsten Anteil an den AfD/WAD-Sympathisanten kämen mit ca. 1,7% aus dem Lager der Grünen.

    Ich denke, bei den CDU-Wählern ist die AfD noch nicht so bekannt, wenn aber die Berichterstattung weiter so intensiv über diese Alternative berichtet, wird sich das Sympathie-Lager unter den früheren CDU-Wählern noch deutlich ausbauen lassen!

  2. Vor allem in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen zweifeln viele, dass man in Deutschland seine Meinung bei allen Themen offen sagen darf.

    Aber eben auch Ältere dürfen erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man z.B. hier bei ZEIT-online eine Meinung äußert, die nicht opportun ist...

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    Darf ich Ihnen mal einen guten Ratschlag geben? Vielleicht kommt es auch einfach darauf an was man schreibt und in welcher Art und Weise. ;)

    Ich finde es schon lustig, wenn Leute sich darüber aufregen, dass die ZEIT Redaktion ihren Kommentar löscht. Denn in den meisten Fällen sind es nicht differenzierte und sachliche Meinungsäußerungen, sondern pure Hetze gegen Minderheiten (Schwule, Ausländer, etc.), Verschwörungstheorien und rechtsextremes Gedankengut.
    Wenn Ihre Kommentare immer wieder gelöscht werden, sollten Sie einfach mal Ihre Ausdrucksweise und Ihre eigene Meinung selbstkritisch reflektieren anstatt sich über eine vermeintlich fehlende Meinungsfreiheit zu beklagen.

    Und noch ein letzter Hinweis: Jede Website hat das Recht ihnen unangenehme Kommentare (vor allem hetzerischer oder beleidigender Natur) zu löschen.
    Genauso gut haben Sie als Hauseigentümer das Recht Menschen, die Ihnen nicht passen, von Ihrem privaten Grundstück zu entfernen.
    Das bedeutet aber lange noch nicht, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland eingeschränkt wird oder man sich nicht frei äußern darf. Das ist einfach absoluter Quatsch.

    Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich mich neu registrieren mußte. Und das nicht, weil ich hier Nazi-Parolen oder Ähnliches verbreitet hätte. O nein. Dafür reicht schon die abweichende Meinung.

    Meinungsfreiheit heisst eben nicht beleidigen, Lügen verbreiten oder andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft zu diskriminieren. Außerdem halte ich Political Correctness bei öffentlichen Amtsträgern für wichtig und notwendig. Wir können als Einwohner dieses Landes aber trefflich über die Inhalte von Political Correctness streiten. Das auch öffentlich.

    Für die alte DM schwärmen, über die Bedeutung des Wortes Neger in seinen sozio-historischen Kontexten philosophieren oder die Kanzlerin kritisieren darf hier und in Deutschland immer noch jeder.

    Ansonsten gelten die Gesetze. Und dort fällt eben nicht jede Äußerungen unter Meinungsäußerung.

    Wenn meine Kommentare gelöscht wurden, dann nicht, weil ich meine Meinung frei zu einem Thema geäußert habe, sondern meist, weil ich mich im Ton vergriffen habe. Meist weiß ich dies schon vorher, aber manchmal gehen mir einfach die Gäule durch.

    In Deutschland darf man sehr wohl seine Meinung frei äußern. Ich kann weder in den Printmedien, im Radio noch im Fernsehen und schon gar nicht im Internet erkennen, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern darf. Ich beobachte sehr wohl, dass es sehr differenzierte Meinungen zu den unterschiedlichsten Themen gibt. Egal ob Print, Radio, Fernsehen oder Internet, wer unterschiedliche Meinungen hören will, bekommt diese auch. Man muss halt nur die richtigen Quellen anzapfen und dazu gehört auch die ZEIT. Ich bin sogar der Meinung, gerade bei der ZEIT darf man dies mehr als in anderen Print-Medien. Wo bekommt man sonst auch Artikel von anderen Medien gratis, wie u.a. Tagesspiegel, New York Times und diverse andere?

    Ich erinnere mich noch gut, als von zu Guttenberg in die Schlagzeilen kam. Giovanni di Lorenzo hatte seine Meinung (eher pro Guttenberg), der Rest des Verlages eine andere (eher contra Guttenberg). Und beides wurde abgedruckt. Und Beispiele zu anderen Themen gibt es hierüber genug (z.Zt. die Diskussion um Wachstum, wo unterschiedliche Autoren ihre Sicht der Dinge veröffentlichen dürfen). Wenn dass keine Meinungsfreiheit ist, was dann? Wenn Sie allerdings dumpf rumblöken, müssen Sie mit Löschung rechnen. Gut so!

    Meinungsfreiheit hängt auch mit dem Recht zusammen, etwas zu Thematisieren. Was nützt es wenn ich mich auf die Strasse stellen kann und einfach irgendwas erzähle ohne Folgen. Die Thematisierung ist wichtig.

    Und hier sind wir nun mal von sehr vielen Tabus eingeschränkt. Wir dürfen nicht thematisieren, warum Diabetiker ca. 30% der gesamten Ausgaben der Gesetzlichen ausmachen. Warum so viel ausgegeben wird, wenn kein Heilungserfolg in Aussicht ist. Diabetiker machen unter 10% der Versicherten aus.
    Wir dürfen auch nicht Thematisieren, warum 50% der Arzbesuche auf 16% der Vrsicherten gehen, und ob das nötig ist. Oder warum Rentner im Schnitt ca. 40 mal im Jahr zum Arzt gehen. Das ist ja fat einmal die Woche pro Person. In einem der gesündesten Länder der Welt.

    Da wo Meinung wichtig ist, haben wir es mit lauter Tabus zu tun.

    .. über die USA/den Westen/deutsche Politiker kann man hier eigentlich schreiben was man will, sei es noch so hetzerisch, verworren oder beleidigend.

    Beim Thema Islam z.B. wurden mir hingegen so so manche Kommentare gelöscht, obwohl ich mich bemüht hatte die Kritik sachlich zu formulieren, teilweise sogar abgemildert und relativiert hatte.

    dies ist ein Meinungsforum.
    Wenn es für sie schwer zu ertragen ist das nicht alle im Forum ihre Meinung teilen und alles als "Wahrheit" nehmen nur weil es von ihnen kommt, dann haben sie Meinungsfreiheit einfach falsch verstanden.

    • ZH1006
    • 17. April 2013 13:53 Uhr

    die sich beklagen, für sie gäbe es in Deutschland keine Meinungsfreiheit - weil sie Hetze gegen und Beleidigung von Minderheiten mit Meinungsäußerung verwechseln.

    Kritik und Lob an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/jk

  3. Für mich gibt es nur noch zwei alternativen, die Linke Wählen weil sie die einzige Opposition ist die die Wahrheit sagt und für und mit den Bürger die Probleme anspricht. Und jetzt die AfD grund weil sie das zum gegensatz der Alt Parteien nicht alles Alternativlos den Bürger Verkaufen und dafür haften lassen. Noch besser weg mit der Repräsentativen Politik zu einer Volksnahmen Demokratischen Politik.

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    Es ist eben entgegen der Behauptung keine Graswurzel sondern wird sie sehr wohl von monetären Interessen gestüzt. Aus meiner Sicht ist das der Versuch in Deutschland eine Art Tea Party ins Leben zu Rufen (die ja in den USA auch durch Millardäre finanziert wird Stichwort Koch Brothers) um die Gegenstimmen zur Regierung abzuspalten. Die CDU ist doch weich gebetet. Wenn die FDP nicht in den Bundestag einzieht aber die CDU mit knapp 40% wird sie immer an der Regierung beteiligt werden. Man kennt doch Konservative. In der Niederlage zeigen sie dann ihr wahres Gesicht. Dann wird es eben auf eine große Koalition raus laufen oder schwarz-grün, bevor die CDU mit 40% plus in der Opposition sitzen würde wenn die SPD bei unter 30 liegt.
    Kurz um ist die AfD eine Hilfe für die CDU, da durch ihren Einzug in den Bundestag eine Regierungbeteiligung der Union fast unumgänglich wäre.

    Hier ist ein Link zu den Hintergründen der AfD. Urteilen sie selbst, aber für mich ist eine von monetären Interessen finanziertes Sammelsurium an frustrierten, neokonservativ angehauchten Ex-FDPlern und CDUlern keine Alternative sondern ein weiter Schritt in die falsche Richtung. Man sollte sich mal den Rest des Programmes angucken. Eins ist doch klar. Egal wie die Wahl ausgeht. Deutschland wird nicht aus dem Euro austreten. Auch wenn der AfD 20% holen sollte. Was bleibt dann noch übrig im AfD Programm? Bildungsabbau und neokonservatives Gedankengut von Menschen die nie arm waren.

    Zusatz zu meinem Beitrag von eben :
    http://www.nachdenkseiten...
    sehr lesenwert um sich ein besseres Bild über die Hintergründe und die Schlüsselpersonen und Ideen dieser Bewegung.

    Volksnahen Demokratischen Republik. Dann stimmt, was Sie sagen.

    "die Linke Wählen weil sie die einzige Opposition ist die die Wahrheit sagt und für und mit den Bürger die Probleme anspricht."

    Selten so gelacht! Tut mir leid für Sie, aber Sie sind ein Opfer von sozialistischer Propaganda geworden. Die Linke sagt nicht die Wahrheit sondern macht den Menschen was vor und die größten aller leeren Versprechungen.

    Die sind wirklich die unseriösesten und weltfremdesten von allen im Parlament.

    "Noch besser weg mit der Repräsentativen Politik zu einer Volksnahmen Demokratischen Politik."
    -----------------------------------
    ... so wie bis 1989 im Osten der Republik?

  4. Man darf hier seine Meinung nicht sagen. Selbstverständlich darf man seine Meinung sagen, solange diese nicht andere diskriminiert oder unterdrückt.
    Die Freiheit hört da auf wo sie die eines anderen einschränkt.
    Wenn man also nicht gerade den Holocaust leugnen möchte, kann man alles sagen was man will. Die Frage ist nur, ob es jemanden interessiert.

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    Sie haben zwar völlig recht.

    Allerdings geht es ja darum, daß viele sich ohnmächtig zu fühlen scheinen. Das ist aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung nachvollziehbar und außerdem eine grundlegende menschliche Schwäche.

    Für sie ist die neue Partei leider das ersehnte Sprachrohr. Leider, weil sie tatsächlich gefährlich ist, auch wenn einiges erstmal verlockend einfach klingt.

    Einer ihrer Mitgründer ist z.B. gegen das Wahlrecht aller, die kein eigenes Vermögen haben; siehe hier:

    http://www.welt.de/print-...

    Sehr heftig!

    Auch die aus dem "linken Lager" stammenden Anhänger sollten das wissen, wem sie da nachrennen.

    Kann "Die Zeit" das bitte mal groß bringen?

    @Paul SR: Als Arbeitnehmer bzw. Angestellter sagt man z.B. am Arbeitsplatz seine kritische Meinung in der Regel nur einmal, und das Kürzel Paul SR spricht auch für sich . . . Außerdem denke man an den Fall Phillip Jenninger und auch Horst Köhler, beides Personen, die für ihre öffentlichen Äußerungen gewaltig unter Druck gerieten!

    • Marula
    • 17. April 2013 13:33 Uhr

    Ich glaube, es geht bei dieser Frage nicht darum, dass einige befürchten verhaftet zu werden für ihre Meinung. Es ist schon klar, dass hier eine Demokratie herrscht. Was aber der AfD Auftrieb verschafft, ist diese unglückliche Verschweigenstaktik der vier Parteien CDU, SPD, FDP und Grüne: Man will nicht über Kosten der Euro-Rettung reden, obwohl jeder weiß, dass es sie geben wird. Man will nicht über Alternativen und die Abwägung von Risiken reden, obwohl dazu sicher Analysen vorliegen. Es gibt Tabu-Themen unter diesen Politikern. Das mündet in der Aussage, dass der Euro eine Frage von Krieg und Frieden sei (womit im Umkehrschluss behauptet wird, dass Euro-Gegner einen Krieg in Kauf nähmen!).
    All das führt zu diesem Unwohlsein bei vielen Bürgern. Man spürt, dass die Politiker den Bürgern nicht trauen. Sie wollen ihnen nicht die volle Wahrheit sagen, sie wollen sie auch nicht in einem Volksentscheid befragen. Dahinter steht die Angst, dass die "einfachen Menschen" ein so komplexes Thema nicht durchschauten.
    Wenn die Bürger aber als so minderbemittelt angesehen werden, dass sie sich nicht die eigene Meinung bilden dürfen, müssen sich die Politiker nicht wundern, wenn ihnen auch nicht mehr vertraut wird. Wer nicht offen und ehrlich über das Thema redet, dem traut man nicht.

    es gibt da naemlich ein Thema zu dem man eben in Deutschland als Deutscher nicht seine Meinung zum Besten geben darf. Jene ist dann direkt politisch unkorrekt und hochgradig rassistisch! Das war damals als ich noch aufs Gymnasium ging schon so und daran hat sich in 15 Jahren exakt NICHTS geändert. Der Vollständigkeit halber: ich bin übrigens kein Sympatisant der rechten Sparte...

    • P_S
    • 17. April 2013 15:56 Uhr

    Es ist doch so, dass einer die Meinungsfreiheit anzweifelt, wenn seine Meinung nicht umgesetzt wird. Das gilt in allen Bereichen, im privaten akzeptiert man es bedingt, wenn die Sachzwänge es fordern.
    In der Politik ist es ein Versagen der Politiker, zu einer echten Meinungsbildung gehört dass man:
    a) sich auch die Gegenseit ansieht (hier fehlt es den meisten an Akzeptanz, dass es überhaupt eine gegenseite gibt!
    b) sich selber nicht so wichtig nimmt, man ist als deutscher Staatsbürger einer von 80 Mllionen sprich die eigene Meinung macht deutschland weit nur ein 80-Millonstel aus, in Europ ist es noch weniger!
    c) seine Meinung nicht einfach platt raushaut sondern, mit Argumenten untermauert. D.h. mit Argumenten und nicht Phrasen der Art: Das Haus ist grün, weil es grün ist!

    Klar wird man entlassen wenn man seinem Chef sagt er hat keine Ahnung, aber wer seinem Chef ruhig in einem Vieraugengespräch fragt, wer für die Entscheidung (jeder weis es der Chef) verantwortlich ist, denn diese ruiniere aus der Aktuellen Situation heraus das Unternehmen wird i.d.R. maximal eine Abmahnung kassieren. Weil der Chef Angst vor Respektverlust hat. Aber wenn der Ton stimmt, und man sich im Nachhineien Fair verhält wird, am Ende erfolgreich sein!
    Naja und die euroskeptischen Nationisten (Linke sind mitunter auch ziemlich rechts) die wollen sowieso ein Deutschland vor Napoleon! Denn wenn es eine AfD gibt, dann sollte es eine für Bayern, für Berlin, für .... geben, oder nicht?

    ihre Aussage stimmt eben nicht , Kommentare, welche einem "Kommentator" also einem Zensor nicht passt, wird gelöscht oder erst gar nicht pupliziert.
    Vor allem bei Spiegel-Online, Focus-Online und mehrerer anderen Meinungsbildnern.
    Grundsätzlich lautet der Satz:
    Meinungsfreiheit beinhaltet, das alle Meinungen veröffentlicht werden.Auch die, die der Zensor für falsch hält.
    Wenn also Meinungsfreiheit in der BRD statt finden würde, würden viele Kommentare und Meinungen nicht einfach verschwinden.

    Normalerweise muss auch alles gesagt werden dürfen, was Andersdenkende in helle Wut bringt - solange es nicht strafbar ist.
    Bei uns herrscht jedoch mittlerweile eine Art politisch korrekter Gesinnungsdiktatur. Ein dumpfes Gemenge, verwurzelt in Politk, Medien und allgemeinem Bemühen, krampfhaft ja nichts politisch inkorrektes zu äußern. Wobei viele schon gar nicht mehr genau wissen, WARUM man bestimmte Dinge zu sagen vermeidet. Es ist eher ein dumpfer Versuch geworden, ja nichts falsches zu tun. Man reflektiert nicht mehr, sondern orientiert sich am Verhalten des Nebenmanns in der Gutmenschenreihe. Politisch korrekte Gesinnungsdiktatur maßt sich mittlerweile an, besser als der Gesetzgeber zu wissen, was eigentlich verboten sein müsste. Und wehe dem, der sich nicht daran hält! Der wird gnadenlos gebasht. Denn inzwischen bestimmen diese Leute, was wen diskrimniert. Nicht mehr das Strafgesetz. Diese Leute wissen es besser. Denn sie halten sich für politisch korrekt.
    Früher nannte man das die Diktatur der Straße. Und diejenigen, welche da marschierten waren SA oder Spartakus.
    Diejenigen, die da heute marschieren, begreifen nicht, dass sie auch nichts grundlegend anderes als jene damals tun: Minderheiten mundtot machen.
    Politisch inkorrekte Meinungen in D zu äußern, kann gesellschaftliche Ächtung bedeuten. Man muß schon viel Mut haben, um so zu leben. Demokratische Meinungsfreiheit aber gilt sogar für Rechte, solange die nicht gegen Strafgesetze verstossen.

    • juvadi
    • 17. April 2013 10:33 Uhr

    Gibt es in Bezug auf die Umfrage Informationen darüber, WAS genau angeblich nicht gesagt werden darf? Wie würde ein Zitat aussehen, das man in Deutschland nicht äußern darf?

    8 Leserempfehlungen
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    Man z.B. nicht öffentlich die Meinung äußern, dass "US-Großbanken und Medien sich überwiegend in der Hand von Juden" befinden.

    Diese Meinung ist nicht opportun, und zwar unabhängig davon, ob ihr objektive Fakten zugrunde liegen oder nicht.

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    Nicht gesagt werden darf was in offiziellen Gutachten abgeändert werden muss um dem Anspruch der Regierungsparteien zu genügen.

    Nicht gesagt werden darf was in Akten des Verfassungsschutzes stand die “versehentlich“ vernichtet wurden.

    Nicht gesagt werden darf was einigen Steuerfahndern in Hessen ihren Arbeitsplatz und psychiatrische gutachten einbrachte.

    Meinungsfreiheit relativiert sich durch ihrer Stellung und ihren Einflusses in der Gesellschaft.
    Heißt sie dürfen da sich dadurch nichts ändert zu fast allem ihre Meinung sagen sie können dazu wahlweise ihre vier Wände einen Stammtisch oder auch den Wald wählen.
    Wird ihre Meinung jedoch in größerem Kreis vertreten könnte es sein das sie unter Zuhilfenahme von Pfefferspray Wasserwerfern und Gummiknüppeln zum überdenken ihrer Meinung angeregt werden.

    Ich möchte sie aber nicht weiter beunruhigen also noch ein angenehmes leben in ihrer schönen heilen Welt.

    Das Misstrauen der Obrigkeit gegenüber der Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit in Deutschland war schon immer gelinde gesagt vorhanden und ist auch heutzutage zumindest deutlich größer als in anderen demokratischen Staaten. Dahinter stand und steht mehr oder weniger immer der Versuch, Haltungen, die von der herrschenden Meinung als sozialschädlich identifiziert wurden, in der Öffentlichkeit zu unterbinden. Manche Position wird dann zwar wegen einer nicht mehr regierbaren Mehrheitsmeinung nicht mehr unterdrückt, dafür kommen dann jedoch andere Tabus neu hinzu. So ist es heute zwar kaum noch möglich wegen Blasphemie verurteilt zu werden, aber offensiver Protest gegen das Wesen des Islam werden dafür in die Nähe der verbotenen „Volksverhetzung“ gerückt und zumindest politisch aktiv bekämpft. Meinungslenkung der dominierenden Medien im Sinne einer „politischen Korrektheit“ bereiten dabei die Akzeptanz für Sanktionsmechanismen vor, die als Maßnahme gegen sogenannte Propagandadelikte oder im Rahmen des Jugendschutzes juristisch möglich sind.

    Und hier noch einige Beispiele in Stichworten:
    Hitlers "Mein Kampf"
    Pono
    Mohammed Karrikaturen

    das ist naiv. Die Frage ist nicht, ob man etwas sagen darf oder nicht. Ich darf tatsächlich in D vieles sagen.

    Die Frage ist, kann ich in D etwas sagen und erwarten, dass man sich mit meinem Gesagten argumentativ auseinandersetzt. Und eben dies ist in D nicht mehr der Fall. Auch die Forschungsliteratur ist durchzogen von Denkverboten, das merkt man aber erst, wenn man sich intensiver mit bestimmten Themen beschäftigt. Ein Bsp - in der Erziehungswissenschaft ist es mittlerweile akzeptiert, dass Bürger einer bestimmten Schicht in den Schulen diskriminiert werden. Die mangelnden Erfolge schwacher Schüler erklären sich 1. durch die mangelnden Mittel der Eltern, den Kindern Bildung zu vermitteln. 2. durch die schlechteren Bildungsentscheidungen dieser Schicht. Und nun: kommen Sie mir nicht mit eigener Anstrengung und schon gar nicht mit Veranlagung. Wenn Sie das als Denkanstoß anführen, werden Sie nicht mehr ernst genommen. Gern werden dann Begriffe wie "elitär", "rechts" "rechtsradikal" verwendet. Argumente? Fehlanzeige. Dass hier bestimmte Ansätze nicht mehr durchdacht werden, nur weil sie nicht der political correctness entsprechen ist manchmal schwer erträglich. Dass eine ganze Schicht eine mangelndere Veranlagung hat, ist natürlich absurd. Aber selbst in Einzelfällen wird Anstrengung und Veranlagung nicht mehr in Betracht gezogen.

    Es handelt sich hier um eine neue Form der Beschneidung der freien Äußerung. Und hier geht es noch nicht mal um "Meinung"!

  5. ...dann sind das ja offiziell mehr, als mit der SPD sympathisieren, denn dort sind es laut forsa zur Zeit nur 22 %:

    "Bittere Umfragewerte für SPD. CDU nicht mehr in Sichtweite
    Schlechte Nachrichten für die Sozialdemokraten: Weitere Wähler wenden sich von ihnen ab, CDU und CSU liegen im aktuellen "Stern"/RTL-Wahltrend weit vorne und können den Vorsprung im Vergleich zur Vorwoche noch einmal ausbauen. Auch die Beliebtheitswerte für Kandidat Steinbrück sinken noch weiter." n-tv.de

    Da passt eigentlich alles zusammen, dennn 16 % Sympathisanten von 26 -27 % abgezogen, macht ziemlich genau 22 %.

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    "Da passt eigentlich alles zusammen, dennn 16 % Sympathisanten von 26 -27 % abgezogen, macht ziemlich genau 22 %."

    Bei mir sieht das anders aus, oder habe ich irgendwo Ihren Ironie-Button nicht gesehen?

  6. 48 Prozent von ihnen verneinten, dass es hierzulande eine vollkommene Meinungsfreiheit gibt

    Wie wir in Die Zeit jeden Tag aufs Neue sehen dürfen: Wer oder was nicht auf Linie ist, wird gnadenlos wegmoderiert. Ich gehöre auch zu den 48%.

    Und das nur, weil ich die fröhlichen Multi-Kulti-Nachrichten der Zeit nicht mit der Regionalzeitung in Einklang bringen kann, die täglich von neuen Überfällen, Raub ect. der einschlägigen Klientel berichtet. Inzwischen hat sich bei mir die Meinung verfestigt: Wenn Die Zeit gegen etwas wie die AfD ist, dann wird es für unser Land gut sein. Daher: Gute Wahlwerbung, die Sie hier machen.

    Wahrscheinlich bekommen die 48% bestätigt, indem das hier zensiert wird.

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    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/kvk

    Sie verfallen der Logik der selbsterfüllenden Prophenzeihung und wundern sich über Kritik?

    (1. Benachteiligen sie eine Gruppe.)

    2. Behaupten sie diese Gruppe sei krimineller, böser - was auch immer.

    3. Nehmen sie die Symptome der Benachteiligung als Grund sie noch mehr zu benachteiligen.

    4. Berichten sie dann einfach wieder über die "immer schlimmer werdenden Handlungen" der Gruppe.

    usw.

    Ihre "Logik" funktioniert nur dann, wenn sie Punkt 1 einfach weglassen und so tun als gäbe es keine Grundbenachteiligung einer beliebigen Gruppe.

    Und jetzt schauen sie sich mal z. B. die Jubelschreie über den Tod Thatchers an. Fällt ihnen was auf?

    • Burts
    • 17. April 2013 13:25 Uhr

    Es wurde zwar weiter oben schon darauf hingewiesen aber eben nochmal:

    Sie verwechseln hier fehlende Meinungsfreiheit mit Hausrecht. Die Zeit hat auf ihrer Homepage das Hausrecht, eine Nettiquette und damit Verhaltensregeln. Das hat nichts mit fehlender Meinungsfreiheit zu tun, das läge vor wenn der Staat Meionungsäusserungen untersagt, was im Falle von Holocaustläugnern auch tatsächlich der Fall ist, aber doch sehr eingeschränkt.

  7. ...wenn es um Themen mit z.B. nationalem Inhalt, um Ausländerintegration und Einwanderung, um Juden oder um Schwule geht...

    Das pfeifen nicht nur rechte Spatzen von deutschen Dächern.

    39 Leserempfehlungen
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    Sie haben aber schon verstanden, dass Meinungsfreiheit nicht bedeutet, dass alle Beifall klatschen,wenn sie etwas sagen,oder?
    Wenn jemand findet,dass sie Schwachsinn erzählen,darf er das schon auch sagen.
    Oder sind sie schonmal inhaftiert worden, weil sie eines ihrer offensichtlichen Kernthemen angesprochen haben?!

    Zur Zeit erlebe ich in meiner Kleinstadt, daß das Thema "Stolpersteine" der Firma Demnig und Co. von einer sogenannten Bürgerinitiative eine rigorose Minderheit in der Stadt voran getrieben wird. Ich habe mich öffentlich gegen die Verlegung ausgesprochen. Reaktionen: Mensch, Sie haben Mut! - Sie Antisemit! - Wie kann nur! usw.
    Glücklicherweise weiß ich mich durch viele jüdische Gemeinden in meiner Auffassung und Argumentation bestärkt. Es bleibt aber trotzdem der Eindruck, man darf nicht alles sagen.

    Durchaus, aber viel perfider: solche Leute werden gnadenlos reputativ missbraucht, siehe Sarrazin, siehe Buschkowsky

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  • Schlagworte FDP | SPD | Umfrage | Bundesregierung | Grüne | Die Linke
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