BundeswehrUSA wollen Kampfdrohnen an Deutschland liefern

Die Bundeswehr will den USA bewaffnete Drohnen vom Typ Reaper abkaufen. Eine Voranfrage soll bereits Anfang Mai bewilligt werden.

Nach monatelanger Prüfung wollen die USA einen Export von Kampfdrohnen nach Deutschland billigen. Schon Anfang Mai solle eine deutsche Voranfrage für einen Kauf von drei Drohnen des Typs Reaper und vier Bodenstationen positiv beantwortet werden, berichtet Spiegel Online. Das habe ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in einer vertraulichen Runde des Verteidigungsausschusses gesagt. Der US-Kongress soll den Kauf bereits am 10. April genehmigt haben.

Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass die Bundeswehr die USA wegen des möglichen Erwerbs von Kampfdrohnen anfragte. Im Laufe des Mai werde dazu ein Angebot der US-Luftwaffe für den Typ Predator B erwartet, ein sogenannter "letter of acceptance".

Anzeige

In dem Bericht von Spiegel Online war von Drohnen des Typs Reaper (Sensenmann) die Rede, eine andere Bezeichnung der US-Streitkräfte für eine Weiterentwicklung des auf dem System Predator (Raubtier) aufbauenden Fluggeräts. Predator B ist der ursprüngliche Name des Herstellers General Atomics für denselben Drohnentyp.

Ein möglicher Drohnen-Kauf könnte auch am heutigen Dienstag Thema sein, wenn Verteidigungsminister Thomas de Maizière sich in den USA mit seinem Amtskollegen Chuck Hagel trifft. De Maizière sagte am Montagabend lediglich, dass eine Antwort bisher nicht vorliege.

Die Voranfrage für den Kauf war bereits Anfang 2012 gestellt worden. Die Bundeswehr fordert seit Längerem die Anschaffung von Kampfdrohnen, derzeit nutzt sie unter anderem in Afghanistan Heron-Aufklärungsdrohnen, die aber nicht bewaffnet sind.

Die unbemannten und ferngesteuerten Kampfdrohnen sind als Waffen umstritten. Von den USA werden sie in Afghanistan, Pakistan oder im Jemen zur gezielten Tötung mutmaßlicher Rebellen genutzt – immer wieder werden bei diesen Einsätzen auch Zivilisten getötet. Auch die Drohne Reaper setzt das US-Militär für Angriffe auf Aufständische im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan ein.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ... nach den geplanten Steuererhöhungen kein Problem sein. Die Frage nur, gegen wen sollen sie eingesetzt werden?

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Herrschenden müssen sich doch gegen das Volk schützen. Ich glaube schon, dass unsere herrschende Klasse genau weiß, was 1793 in Paris passiert ist.
    Ich bin allerdings beindruckt, wie lange sich ein Volk ausbeuten läßt, ohne sich zu wehren. Und ich glaube, dieser Zeitpunkt, der Gegenwehr nämlich, fürchtet das organisierte Verbr...... ähm, die Reichen und Mächtigen in diesem Lande, immer näher rücken! Und da will man gewappnet sein.
    Wobei ich glaube, dass die wenigste Gefahr für die Herrschenden von den Deutschen ausgeht. Die Deutschen kennen nur nach oben kriechen und nach unten treten. Viel Größer wird die Gefahr durch unsere Mitbürger aus anderen Ländern, deren Hemmschwelle zur Gewalt viel niedriger liegt, als bei den Deutschen.
    Tatsache ist, dass unsere Politiker und Wirtschaftsbosse sich so weit vom Volk entfernt haben, wie der Adel vor der französischen Revolution von seinem Volk - also sind solche Präventivmaßnahmen schon gerechtfertigt.
    Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe...

    • aapple
    • 30. April 2013 13:05 Uhr

    das werden die "ehrenwerten" Amerikaner uns dann sagen...

    Zustimmen,so aehnlich sieht es Leider aus

  2. Die Bundeswehr wurde gegründet - durfte überhaupt nur gegründet werden, um das "VATERLAND" zu verteidigen. Das steht jedenfalls so im Grundgesetz

    Schrittchen für Schrittchen werden aus den Verteidigern wieder Angreifer.
    Machen sich Soldaten eigentlich strafbar, wenn sie irgendwo in Asien oder Afrika auf den Kopf drücken, damit diese Drohnen unser geliebtes "VATERLAND" "verteidigen" und dabei Zivilisten als Kollaterschäden billigend in Kauf nehmen?
    Als Soldat sollte man weiter denken als nur bis morgen.
    Die DDR Soldaten verteidigten auch "nur" GESETZESKONFORM ihr VATERLAND und mußten sich später rechtfertigen, warum sie auf wehrlose Zivilisten geschossen haben. Es gibt ein höheres Gut als die Natoverträge.
    Menschenreichte und Grudngesetz.

    Es wird wieder so weit kommen, daß deutsche Freiheitskämpfer andere Länder befreien - egal von was und wenn es nur von deren Roshstoffen ist.

    28 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dirty Wars: Terror Begets Terror | Jeremy Scahill Breaks the Set

    http://www.youtube.com/watch?v=Y_fq-20h5Sw

  3. ...das Deutschland die nicht selber bauen kann.
    Da gehen Arbeitsplätze und Geld verloren...
    Am deutschen Wesen....

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Schande ist - Waffen überhaupt für den Export herzustellen.

  4. Ein schicker Name für ein Instrument zum Morden. Passend gewählt.

    Allerdings machte der Sensenmann, wie ich ihn aus der Literatur kenne, keine Kollateralschäden und keinen Lärm beim Töten.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Werden wir mal etwas sachlicher:

    Die Statistiken über Drohneneinsätze besagen, dass bei einem unbemannten Flugeinsatz (sprich: Drohneneinsatz) exakt genauso viele "Kollateralschäden" und Opferzahlen entstehen, wie bei einem bemannten Flugeinsatz.

    Von der Schadensseite beim Ziel her gibt es nichts, was für eine Drohne gegenüber einem bemannten Kampfflugzeug oder umgekehrt spricht. Das wissen alle Militärexperten.

    Der Schaden auf Seiten des Angreifenden jedoch kann auf Materialschäden reduziert werden, kein Pilot muss sterben.

    Wie furchtbar schlimm das doch alles ist erklären Sie mal am besten den Familienangehörigen und dem gesamten Land, wenn wieder ein toter Soldat nach Hause überführt wird.

    Und diese Pseudo-psychologische Hypothese, Krieg verkäme zu einem Videospiel und die Distanz führe zu moralischer Abgestumpftheit und zu einem "zuckendem Finger am Abzug", der hat zwar viel Phantasie, aber wenig Ahnung von der alltäglichen Realität:
    1. Sind Kampfpiloten über sehr lange Zeiträume so geschult und ausgebildet, dass "der Auftrag" in der Regel keine emotionalere Reaktion hervorruft als die, die beim "Bodenpiloten" ausgelöst wird, der auf den Videobildschirm schaut.
    2. gelten für den Einsatz von Drohnen die gleichen juristischen Vorgaben und Regeln, die bei bemannten Einsätzen gelten.

    Ich kann ja verstehen, dass es sich falsch "anfühlt". Aber das ist kein rationales, ethisches Argument. Das haben wir 50 Jahren über Homosexualität auch gedacht.

  5. Mir ist aus diesem Artikel der Sinn dieser Drohnen noch nicht ganz ersichtlich. Dienen die Reaper als Präventivwaffe oder zur Aufklärung (Frage, wo denn etwas aufgeklärt werden soll)?
    Also wenn wir schon solche Waffen kaufen, dann bitte auch die Zwecke aufdecken.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der sinn dieser Drohnen steht im offen im Text:

    " zur gezielten Tötung mutmaßlicher Rebellen"

    Das Dingens dient also zur Vorsorge falls jemand in Deutschland auf die Idee kommen sollte seine Rechte im Grundgesetz anzuwenden. Artikel 20 Absatz 4.

    sind die nicht. aber sie koennen einem deutschen general doch nicht ein solches "spielzeug" vorenthalten wenn sein amerikanischer oder britischer kollege ein sollches hat.

  6. Der sinn dieser Drohnen steht im offen im Text:

    " zur gezielten Tötung mutmaßlicher Rebellen"

    Das Dingens dient also zur Vorsorge falls jemand in Deutschland auf die Idee kommen sollte seine Rechte im Grundgesetz anzuwenden. Artikel 20 Absatz 4.

    15 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sinn dieser Drohnen?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dann bitte komplett:
    "Von den USA werden sie in Afghanistan, Pakistan oder im Jemen zur gezielten Tötung mutmaßlicher Rebellen genutzt"

    Die USA nutzen Drohnen zur Exekution von Verdächtigen. Das die Bundeswehr dies ebenfalls zu tun gedenkt entspringt alleine ihrer Phantasie. Die bewaffnete Drohne ist die logische Weiterentwicklung des Kampfjets um die Piloten zu schützen.
    Der Unterschied zwischen Kampfjet und bewaffneter Drohne ist die Position des Piloten, nicht für welche Aufgaben das Ding benutzt werden kann.

  7. Über den Sinn oder Unsinn von Drohnen wurde hier nun schon oft trefflich gestritten.

    Ich kriege vor allem mal wieder einen dicken Hals, wenn ich lesen muss,
    dass diese Drohnen mal wieder unbedingt von den USA gekauft werden müssen !

    So wird sich Europa niemals verteidigungspolitisch emanzipieren !!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ursprünglich war ja angedacht die Drohnen aus Israel zu kaufen (nicht dass das besser wäre). Das hätte im Gegensatz aber den Vorteil gebracht, dass wir diese Drohnen mit eigener Technik hätten aufrüsten dürfen, was die Amerikaner streng untersagen.
    Beim Kauf von Israel hätten wir also an eigenem Know-How werkeln können. Mit diesem deal sind wir nichtmal echter Eigentümer trotz der Unsummen, die wir den Amerikanern an Steuergeldern hinterher schmeissen.

  8. 8. Frage

    Wofür braucht Deutschland diese Drohnen ? Der Artikel gibt darauf keine Antwort.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wozu Drohnen, das wurde eigentlich in anderen Artikeln schon durchgekaut.

    Die Ausbildung der Piloten ist kürzer und billiger.
    Es werden keinen eigenen Piloten gefährdet
    (Tod oder Gefangenschaft=Geisel).
    Die Betreibstkosten sind niedriger.
    Die Verweildauer über dem Einsatzgebiet ist größer
    (wo kein Pilot ist muss auch niemand pinkeln usw.)

    Alle diese Argumente ziehen natürlich gar nicht wenn man die Notwendigkeit von Auslandseinsätzen negiert.
    Insofern ist die Drohnendiskussion eigentlich nur ein Ableger dieser
    Grundsatzdiskussion.

    Was kosten den Steuerzahlern Deutschlands diese Drohnen? Der Artikel gibt auch darauf keine Antwort.

    Unsere Schulen und Universitäten verrotten, aber für feiges Kriegsspielzeug ist komischerweiser immer genug Geld da.

    Zitat #8: "Wofür braucht Deutschland diese Drohnen?"

    Das wurde auf dem letzten NATO-Gipfel glasklar formuliert - sogar unsere Stromlinien-Medien (mit eingebauter Sitzplatzgarantie) haben beiläufig darüber berichtet.

    Unter dem Raketenschirm sollen die Ostgrenzen der NATO-Länder flächendeckend mit Drohnenstützpunkten befestigt werden, bis runter in die Türkei. Zu diesem Zweck hat die USA mehr Einsatzbereitschaft ihrer europäischen NATO-Partner eingefordert, da man sich gerne den Rücken freihalten möchte für ein stärkeres "Engagement" im pazifischen Raum.

    In diesem Zusammenhang wurde auch moniert, dass die Parlarmente in einigen europäischen Staaten (insbesondere in Deutschland) immer wieder diese geforderte, bedingungslose Einsatzbereitschaft durch unnötige, kontraproduktive Beschlüsse behindern bzw. verzögern.

    Was nicht thematisiert wurde: Gegen wen sollen die Euro-NATO-Länder ihre Ostgrenzen befestigen? Momentan ist dort ja nirgends eine Bedrohung auszumachen. Was steht also jetzt schon auf der Agenda, dass man befürchtet, dies könnte sich in nächster Zeit drastisch ändern?

    Kurz: Die Entscheidung darüber, dass Drohnen angeschafft werden, ist längst getroffen. Der Eiertanz, der jetzt medial veranstaltet wird, also völlig überflüssig ...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ff
  • Schlagworte USA | Bundeswehr | Verteidigungsministerium | Drohne | US-Militär | Verteidigungsminister
Service