CDUAltmaiers schrille Rechtfertigung

Hat Peter Altmaier nach CSU-General Dobrindt Homosexuelle als "schrille Einzelgruppe" herabgewürdigt? Nein, sagt der Umweltminister und twittert Rechtfertigungen.

Umweltminister Peter Altmaier liest auf seinem Smartphone im Bundestag.

Umweltminister Peter Altmaier liest auf seinem Smartphone im Bundestag.

Umweltminister Peter Altmaier hat mit einer Interviewäußerung für Wirbel gesorgt. Auf die Frage, an welche Wählergruppen sich die Union im Wahlkampf vor allem richten sollte, sagte Altmaier der Zeitung Die Welt, dass ein Lager- oder Stammwählerwahlkampf vermieden werden sollte. "Man sollte aber auch nicht schrillen Einzelgruppen hinterherlaufen", sagte der CDU-Politiker weiter.

Diese Aussage stieß auf große Empörung, weil sie an eine umstrittene Aussage von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt erinnerte. Dieser hatte die Befürworter der Homo-Ehe als "schrille Minderheit" bezeichnet und sich zugleich für konservative Positionen im Wahlkampf stark gemacht.

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Altmaier wurde deshalb vorgeworfen, Dobrindts vorurteilsbeladene Einschätzung homosexueller Menschen zu teilen und sich gegen mehr Rechte für gleichgeschlechtliche Paare einzusetzen. Zumal im Interview Dobrindt direkt angesprochen wurde.

Der Umweltminister war wegen der lautstarken Kritik, insbesondere auf Twitter, darum bemüht, seine Aussage klarzustellen. Für ihn sei die CDU die "große Volkspartei der Bürgerlichen Moderne", twitterte er. Dazu gehörten auch in der Vergangenheit diskriminierte Gruppen. "Wer mir unterstellt, ich hätte mit 'schrillen Einzelinteressen' z.B. gleichgeschlechtliche Partnerschaften gemeint, liegt voll daneben", so der Umweltminister.

Nach Altmaiers Darstellung war die Wortwahl unbedacht. Ihm sei der Zusammenhang mit Dobrindts Äußerung nicht bekannt gewesen. Mit "schrillen Einzelinteressen" habe er Gruppen gemeint, die Politik nur unter dem Gesichtspunkt persönlicher Betroffenheit und eigener Interessen sehen würden, schrieb Altmaier weiter. Man könnte bei Volksparteien nicht als Wähler erwarten, dass "man oben eine Stimme einwirft und unten eine bestimmte Maßnahme rauskommt", schrieb er.

Für seine Klarstellung bekam Altmaier umgehend Lob, auch aus seiner eigenen Partei. Für Kritik sorgte danach eigentlich nur noch die Form der Kommunikation – in so vielen Tweets. Das sei zu unübersichtlich, beschwerten sich Nutzer. Altmaier solle lieber einen Blogeintrag dazu schreiben. Ob er das tun wird, ließ der Umweltminister offen.

 
Leser-Kommentare
  1. »Ihm sei der Zusammenhang mit Dobrindts Äußerung nicht bekannt gewesen.«
    Ha ha ha ha … unglaubwürdiger geht’s nicht mehr.
    Ein Dauertwitterer im Glashaus, der nichts mitbekommt? Dann soll er sonstwo arbeiten – aber nicht als Minister im Parlament.

    10 Leser-Empfehlungen
  2. nur weil er ansatzweise dieselbe Formulierung ohne Spezifikation gebraucht, wird abgeleitet er meine dasselbe wie Dobrindt?
    interessante Logik.
    Der moralisierende Zeigefinger- vorallem im sozialpolitischen Bereich- grenzt wirklich an eine Art modernen Fachismus.
    http://www.wiwo.de/politi...

    In diesem Zusammenhang sollte , wer sich mal ein bisschen tiefer einlesen will, den Röhl-Artikel überfliegen. Eine kritische Analyse der gegenwärtigen Entwicklungen von Gesellschaft und Politik

    9 Leser-Empfehlungen
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    bitte nicht so gedankenlos mit faschismus-vergleichen hantieren!
    und, wenn's geht, nicht immer wieder diesen schrecklich unbeholfen formulierten b.röhl-artikel verlinken.

    • Demo4
    • 02.04.2013 um 22:44 Uhr

    es ist hier Offtopic aber über diesen Artikel kann sich wirklich überall nur aufregen,
    wo ist ein richtiger Fakt?
    die Grünen werden oft als Verbots-Partei diffamiert, aber was wirkt wohl stärker, Verbot von Glühlampen oder 'schrillen Randgruppen' (waren bei Konservativen früher auch noch mehr bis hin zu allen Frauen, alle Nicht-Reichen) die Ehe/ allgemein die Gleichstellung zu verbieten (doch wieder Ontopic), früher auch das Wahlrecht usw.

    ---

    "Nur so konnte die Naturkatastrophe in Fukushima vor zwei Jahren zu einer undurchdachten und wirren Energiewende in Deutschland führen, die allerdings von den Konservativen administriert wird."

    schreibt der Artikel im Link,
    das muss man erstmal schaffen, selber an der Regierung sein, aber die eigene Entscheidung, so spät sie auch nach 30 und mehr Jahren endlich kommt, als von mickriger Opposition gedrängt verkaufen, die eigene schlechte Umsetzung der Opposition in die Schuhe schieben,
    was will CDU denn mehr als Kanzlerschaft? sie haben die Verantwortung,
    wie wäre wohl erst die Mecker wenn Grün an der Macht..

    Grüne mögen überheblich wirken, haben aber eben nach Fakten immer Recht,
    wie Atom seit Tag 1, wie bei allen Themen,
    CDU macht Stimmungsartikel wie den verlinkten ("es droht blah blah"), ehrliche Parteien immer mit Fakten ("es droht ... unendlich Gutachten")

    wie bei Stuttgart 21, Ramsauer 'basta', alle Gegner von Anfang an im Recht, Unmengen Expertisen, alles als richtig erwiesen, Bahnvorstand würde heute nicht mehr bauen!

    • EHR19
    • 02.04.2013 um 23:25 Uhr

    "Die demokratische Katastrophe dieser Zeit besteht darin, dass die Diskurshoheit der Grünen auch die Hoheit der Bewertung ihrer selbst einschließt. Die Grünen diktieren, was die Gesellschaft von ihnen zu halten hat, was die Gesellschaft ihnen verdankte. Und da die vierte Gewalt in Gestalt der Medien mehrheitlich grün fühlt, ist der gesamte öffentliche Diskurs zu einem gewissen Grad eine grüne Gespensterveranstaltung. Der intellektuelle Horizont dieser Gesellschaft ist grün verengt. Das ist der "grüne Star" dieser Gesellschaft." - so Bettina Röhl.

    Und ich danke Ihnen dafür, dass Sie mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht haben. Ich will die Aussage von Bettina Röhl nicht mit meinen Worten verwässern. Was gut gesagt worden ist, muss nicht als eine schwache Kopie wiederholt werden.

    Das Problem besteht für mich schon lange darin, dass man die Grünen, obwohl man weiß, dass sie eine negative Rolle gespielt haben und es vorhaben, weiter zu tun, fast unmöglich kritisieren kann, weil dann sofort eine brutal selbstgerechte , sich als die einzige humanistisch agierende Instanz der Naturverbundenheit und der Volkspädagogik aufführende Walze der ideologischen Intoleranz einem die Luft abschneidet. Man darf ja nicht anders denken! Tugendwahn! Wer rettet uns davor?

    Wer Fragen zu mir hat, lese dann den im Kommentar 1 verlinkten Artikel. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    bitte nicht so gedankenlos mit faschismus-vergleichen hantieren!
    und, wenn's geht, nicht immer wieder diesen schrecklich unbeholfen formulierten b.röhl-artikel verlinken.

    • Demo4
    • 02.04.2013 um 22:44 Uhr

    es ist hier Offtopic aber über diesen Artikel kann sich wirklich überall nur aufregen,
    wo ist ein richtiger Fakt?
    die Grünen werden oft als Verbots-Partei diffamiert, aber was wirkt wohl stärker, Verbot von Glühlampen oder 'schrillen Randgruppen' (waren bei Konservativen früher auch noch mehr bis hin zu allen Frauen, alle Nicht-Reichen) die Ehe/ allgemein die Gleichstellung zu verbieten (doch wieder Ontopic), früher auch das Wahlrecht usw.

    ---

    "Nur so konnte die Naturkatastrophe in Fukushima vor zwei Jahren zu einer undurchdachten und wirren Energiewende in Deutschland führen, die allerdings von den Konservativen administriert wird."

    schreibt der Artikel im Link,
    das muss man erstmal schaffen, selber an der Regierung sein, aber die eigene Entscheidung, so spät sie auch nach 30 und mehr Jahren endlich kommt, als von mickriger Opposition gedrängt verkaufen, die eigene schlechte Umsetzung der Opposition in die Schuhe schieben,
    was will CDU denn mehr als Kanzlerschaft? sie haben die Verantwortung,
    wie wäre wohl erst die Mecker wenn Grün an der Macht..

    Grüne mögen überheblich wirken, haben aber eben nach Fakten immer Recht,
    wie Atom seit Tag 1, wie bei allen Themen,
    CDU macht Stimmungsartikel wie den verlinkten ("es droht blah blah"), ehrliche Parteien immer mit Fakten ("es droht ... unendlich Gutachten")

    wie bei Stuttgart 21, Ramsauer 'basta', alle Gegner von Anfang an im Recht, Unmengen Expertisen, alles als richtig erwiesen, Bahnvorstand würde heute nicht mehr bauen!

    • EHR19
    • 02.04.2013 um 23:25 Uhr

    "Die demokratische Katastrophe dieser Zeit besteht darin, dass die Diskurshoheit der Grünen auch die Hoheit der Bewertung ihrer selbst einschließt. Die Grünen diktieren, was die Gesellschaft von ihnen zu halten hat, was die Gesellschaft ihnen verdankte. Und da die vierte Gewalt in Gestalt der Medien mehrheitlich grün fühlt, ist der gesamte öffentliche Diskurs zu einem gewissen Grad eine grüne Gespensterveranstaltung. Der intellektuelle Horizont dieser Gesellschaft ist grün verengt. Das ist der "grüne Star" dieser Gesellschaft." - so Bettina Röhl.

    Und ich danke Ihnen dafür, dass Sie mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht haben. Ich will die Aussage von Bettina Röhl nicht mit meinen Worten verwässern. Was gut gesagt worden ist, muss nicht als eine schwache Kopie wiederholt werden.

    Das Problem besteht für mich schon lange darin, dass man die Grünen, obwohl man weiß, dass sie eine negative Rolle gespielt haben und es vorhaben, weiter zu tun, fast unmöglich kritisieren kann, weil dann sofort eine brutal selbstgerechte , sich als die einzige humanistisch agierende Instanz der Naturverbundenheit und der Volkspädagogik aufführende Walze der ideologischen Intoleranz einem die Luft abschneidet. Man darf ja nicht anders denken! Tugendwahn! Wer rettet uns davor?

    Wer Fragen zu mir hat, lese dann den im Kommentar 1 verlinkten Artikel. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

  3. wen wundert es eigentlich noch, dass die CDU in permanent wähler en masse verliert?!

    => schrill ist für die doch alles, was nicht für 'sitte, glaube, heimat' steht.

    willkommen in der neuzeit sieht aber anders aus und neuzeitmenschen denken auch anders.

    der CDU/CSU-block bedarf -genau wie der vatikan- dringend eines updates!

    8 Leser-Empfehlungen
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    "wen wundert es eigentlich noch, dass die CDU in permanent wähler en masse verliert"

    dafür stehen sie in den Umfragen ja recht gut da.

    "schrill ist für die doch alles, was nicht für 'sitte, glaube, heimat' steht"

    das ist eine typische Reaktion des Diktats der SChweigespirale.
    FAZ schrieb mal der Hipster mit Ringelshirt und Blech in der Nase ist der eigentliche SPießer.
    Ihre Äußerung geht in dieselbe Richtung. Sie könne ja mal drüber nachdenken.
    Inaltich: Sitte und Glaube spielen da eher keine Bedeutung mehr.
    Es ist wirklich schade, dass so Leute ,die in schwarz-weiß heute-show Logik denken aktiv die Politik in diesem Land bestimmen können

    "wen wundert es eigentlich noch, dass die CDU in permanent wähler en masse verliert"

    dafür stehen sie in den Umfragen ja recht gut da.

    "schrill ist für die doch alles, was nicht für 'sitte, glaube, heimat' steht"

    das ist eine typische Reaktion des Diktats der SChweigespirale.
    FAZ schrieb mal der Hipster mit Ringelshirt und Blech in der Nase ist der eigentliche SPießer.
    Ihre Äußerung geht in dieselbe Richtung. Sie könne ja mal drüber nachdenken.
    Inaltich: Sitte und Glaube spielen da eher keine Bedeutung mehr.
    Es ist wirklich schade, dass so Leute ,die in schwarz-weiß heute-show Logik denken aktiv die Politik in diesem Land bestimmen können

  4. Hier geht es ja doch um eine falsche ,überspitzte Interpretation eines statements.
    Nur wenn man zufällig das gleiche Wort in einem andern Zusammenhang benutzt- und sich vermutlich nix dabei denkt, kann man ja nicht sofort auf den anderen Zusammenhang schließen.
    Sonst müsste ja jeder der einmal bei Regen den Regenschirm verweigert gleich als böser Feind der Eurorettung hingestellt werden.
    Die Menschen die heute Journalisten werden, sind dem öffentlichen Diskurs in diesem Land sicher nicht zuträglich.

    Altmaier ist per se lobenswert, weil er ruhig die unnütze Energiewende steuert , sodass nicht gleich alle ARbeitsplätze draufgehen, nur weil ein paar Ideologen ohne Bezug zur freien Wirtschaft ihre Meinung unbedingt durchsetzten müssen

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    Antwort auf "Wieviele"
  5. 5. hallo

    bitte nicht so gedankenlos mit faschismus-vergleichen hantieren!
    und, wenn's geht, nicht immer wieder diesen schrecklich unbeholfen formulierten b.röhl-artikel verlinken.

    5 Leser-Empfehlungen
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    das merken Sie vermutlich noch nicht mal?
    erstmal moralisierend dem Anderen das Wort verbieten und sich dann noch über den Duktus einer Journalistin echauffieren.
    schönes Fazit: die bildungsaffine ,grüne Mittelschicht glaubt wirklich sie hätte die Weisheit für sich gepachtet

    das merken Sie vermutlich noch nicht mal?
    erstmal moralisierend dem Anderen das Wort verbieten und sich dann noch über den Duktus einer Journalistin echauffieren.
    schönes Fazit: die bildungsaffine ,grüne Mittelschicht glaubt wirklich sie hätte die Weisheit für sich gepachtet

  6. "habe er Gruppen gemeint, die Politik nur unter dem Gesichtspunkt persönlicher Betroffenheit und eigener Interessen sehen würden, schrieb Altmaier weiter."

    Wenn ich also persönlich von Arbeitslosigkeit betroffen bin, sollte ich nicht so schrill sein, von meiner gewählten Partei die Schaffung von Arbeitsplätzen zu erwarten. Jetzt habe ich das endlich verstanden. Danke, Herr Altmaier.

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  7. 7. na na

    erstens war mein kleiner appell als bitte formuliert. zweitens kann ich an der zurückweisung faschismus-verharmlosender reden nichts moralistisches ausmachen. drittens ist die massierte häufung von unfreiwillig komischen rhetorischen und grammatischen missgriffen in dem artikel mit "duktus einer journalistin" doch arg beschönigend umschrieben. und viertens liegen Sie mit der "grünen mittelschicht" um ca. 1-2 scheunentore daneben.
    wie wär's mit einem satz frischer deutungskategorien? die aktuellen ('linksgrüner mainstream', 'moral-keule', 'redeverbote' etc.blabla) scheinen mir ein bisschen abgenudelt.

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  8. [...]

    Was heutzutage allenfalls dann noch bedenklich stimmt, ist, dass gerade in den Medien das Thema immer wieder so hochgekocht wird. Und, ganz daneben scheint doch auch, dass jegliche Einwände/Argumente/Fakten gegen Homosexualität sogleich tabuisiert werden.

    Trivial zu sagen, dass nicht die grössten Schreihälse immer recht haben. Und ganz gewiss auch nicht die ganzen Exovertierten. Sondern eher die sog. "Normalen" dann, Introvertierte oft, haben unsere Geschichte und Kultur aufgebaut.

    Und, die Medien sind längst tabuisiert bei dem Thema; Schockstarre: Wehe, es gibt da irgendwelche negative Worte/Sätze über Homosexualität: Dann ist der Teufel ganz gewiss los. Und für Politiker ist heutzutage grundsätzlich eher anzuraten, ganz nichts zu Gender etwas zu sagen; ein falsches falsches Wort, gar ein falscher Buchstabe, und schon ist man erledigt. Manchmal reibt man sich Augen, und denkt, manche Diktaturen sind dagegen ein Ponyhof.

    Tja, soweit sind wir heute schon leider gekommen: Eine verschwindend kleine Minderheit bestimmt, was die Mehrheit sagen darf beim Thema.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

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