UmfrageAnti-Euro-Partei hat gute Chancen bei Bundestagswahl

24 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, im Herbst die neue euro-skeptische Partei Alternative für Deutschland zu wählen. Das könnte vor allem der FDP schaden.

Die neue euro-skeptische Partei Alternative für Deutschland (AfD) verfügt nach einer aktuellen Studie über ein erhebliches Wählerpotenzial. 24 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, bei der Bundestagswahl die neue Partei zu wählen. Das ermittelte das Institut Infratest dimap im Auftrag der Zeitung Welt am Sonntag in einer Umfrage.

Dort antworteten auf eine entsprechende Frage 7 Prozent mit "Ja, sicher" und 17 Prozent mit "Ja, vielleicht". 59 Prozent schlossen aus, für die AfD zu stimmen.

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Die repräsentative Studie wurde am 3. und 4. April mit 1.000 Befragten erstellt. Die Umfrage ermittelte in Ostdeutschland (27 Prozent) ein größeres Wählerpotenzial als in Westdeutschland (23) und bei Frauen (27 Prozent) ein größeres als bei Männern (21). Ein Potenzial von 29 Prozent hat die AfD unter Anhängern der Linkspartei, in der SPD-Wählerschaft können sich 21 Prozent vorstellen, die neue Gruppierung zu wählen. Bei CDU und CSU sind es 19 Prozent, bei den Grünen 14 Prozent.

Bewegung könnte FDP Stimmen kosten

Unter den Anhängern sonstiger Parteien, zu denen Infratest dimap auch die FDP zählt, liegt das Potenzial bei 46 Prozent. Der Berliner Parteienforscher Oskar Niedermayer glaubt zwar nicht, dass die AfD bei der Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wird. Doch könne sie vor allem die FDP entscheidende Stimmen kosten. Damit könnte sie eine Wiederauflage der bürgerlichen Regierung verhindern, sagte Niedermayer der Zeitung.

"Wenn sich die Krise weiterhin so bewegt, dann kann sich die AfD jedenfalls einer großen Aufmerksamkeit sicher sein", sagte Infratest-Geschäftsführer Richard Hilmer. Entscheidend für ihr Abschneiden bei der Bundestagswahl werde sein, "ob die Bürger weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble vertrauen oder ob irgendwann Zweifel an ihrem Krisenmanagement aufkommen". Weil Euro-Skeptiker vor allem in den Regierungsparteien sichtbar seien, könnten diese besonders viele Stimmen an die neue Kraft verlieren.

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Leserkommentare
    • dp80
    • 06. April 2013 17:47 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

    18 Leserempfehlungen
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    Ich will diesen Rückzug in national-egoische Wirtschaftsstrukturen nicht. Wer macht mit dagegen?

    warum dann also noch abwählen??

    Es ist jetzt das Hauen und Stechen im Gang, wer für die Schulden blechen soll. Allerdings ist den meisten noch nicht klar, dass die Rechnung aus einer jahrzehntelangen Überkonsumption sammt. Mehr auf meiner website.

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

    • dp80
    • 07. April 2013 0:54 Uhr

    Nachdem die etwas satirisch formulierte Ein-Satz-Form meines Postings scheinbar nicht geduldet wurde, hier dieselbe Aussage als konstruktiver Essay.

    Meine Aussage ging dahingehend, dass mich die im Artikel berichteten Umfragewerte nicht weiter wundern und dass diese mit den zu erwartenden Kommentaren im Kommentarbereich positiv korrelieren werden. Tatsächlich ist zum jetzigen Zeitpunkt der Artikel der am meisten Kommentierte. Die Kommentarzahl erhöht wiederum die Sichtbarkeit, was in Folge die Umfragewerte erhöht etc. Es ist quasi ein Selbstläufer, der mit den Inhalten der Partei gar nichts mehr zu tun hat. Es ist in Online-Foren derzeit einfach "en vogue", für diese Partei zu sein.

    Bei jedem ZEIT Online Artikel, in dem auch nur annäherungsweise ein Keyword "Euro", "Griechenland", "Zypern" o.ä. fällt, finden sich derzeit eine Reihe von Postings, die Wahlwerbung für die neue Partei betreiben. Auch wenn die Partei keine Online-Partei (wie die Piraten) ist, betreibt sie offensichtlich ein hervorragendes Online-Marketing.

    Ich möchte zur Vorsicht mahnen, denn ein Hype und eine hohe Internetsichtbarkeit sagen noch nichts über die Qualität der Inhalte aus.

    P.S. Falls dies wieder "nicht konstruktiv" sein sollte, möchte ich doch um eine Begründung bitten, denn die reine Anzahl an Klicks auf "bedenklich melden" sollte nicht ausreichend für eine Zensur sein. Sonst wäre es sehr einfach, andere Meinungen nieder zu klicken. Vielen Dank.

    • Lefty
    • 06. April 2013 17:55 Uhr

    Ich brauche keinen Strich mehr durch den Wahlzettel machen.Dieses Mal werde ich die "Anti-Euro-Partei"(bitte unterlassen Sie dieses) wählen.

    Zum "Orakel":fast 10 Minuten und ausser Ihnen nur ich !

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    das sie mit ihrem Strich durch den Wahlzettel, die jetzige Regierung mitgewählt haben.

    Ich bin zwar nicht begeistert von ihrer Wahl, aber allemal besser als ihr vorheriges Wahlverhalten.

    • dp80
    • 06. April 2013 19:44 Uhr

    "Zum "Orakel":fast 10 Minuten und ausser Ihnen nur ich !"

    Ja, vermutlich war der durchschnittliche Euro-Gegner-und-Foren-mit-immer-gleichen-Parolen-Überfluter noch am Fußballschauen.

    • Nizze
    • 06. April 2013 17:56 Uhr

    Die (wieder eingeführte) D-Mark würde so teuer sein dass die Exporte drastisch sinken würden, die Arbeitslosigkeit steigen würde, die deutsche Industrie ins Ausland ziehen würde.
    Dann würden alle (endlich) einsehen dass kein Land eine Insel ist, sondern dass alles in Europa eng mit einander verknüpft und verbunden ist.

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    Alle Länder der Welt sind eng miteinander verknüpft, vor allem durch Unabhängigkeit und nationaler Souveränität. Der EURO beendet genau das. Der Euro ist ein Instrument um Europa von der Welt abzuschneiden und unter direkte Kontrolle der US-Banken zu stellen. Deshalb ist die Alternative für Deutschland langfristig völlig ohne Alternative. Meione Stimme haben sie - über die nächsten 20 Jahre hinweg!

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    aus versehen habe ich ihren beitrag "geliked"/läßt sich leider nicht rückgängig machen.

    eine supranationale währung kann nicht funktionieren-das ist nunmal eine ökonomische binsenweisheit.
    viele verschiedene volkswirtschaften , viele verschiedene sozialsysteme , viele unterschiedliche währungstraditionen,
    viele unterschiedliche sprachen etc.... es geht schlicht nicht, das alles unter eine einheitswährung zu pressen.
    wenn man es doch versucht, passiert eben das was wir seit ein paar jahren sehen.
    und zu den fakten, die sie gerne unterschlagen: eine DM würde aufwerten, ja sicher - damit würden auch die importepreise für rohstofffe und vorprodukte (die später exportiert werden) drastisch sinken.
    eine starke DM gabs es zu allen zeiten und D war immer eine exportnation. warum funktionieren hartwährungen in norwegen , australien , kanada so wunderbar oder in der schweiz? der lebensstandard ist dort hoch , eben weil die wirtschaft brummt und die länder hartwährungen haben. und wenn die DM zu schnell aufwerten sollte, gibt es problemlos die möglichkeit das die bundesbank eingreift, analog der schweiz. - das sind dann luxusprobleme, nicht anderes.

    ich zitiere prof milbradt zu den angeblichen nutzen des euros:
    " Die entscheidenden Fragen sind doch: Reden wir nur über die kurzfristigen Verluste oder reden wir auch über die langfristigen? Reden wir über die Einbußen, die schon da sind, deren öffentlichen Ausweis aber die Politik scheut wie der Teufel das Weihwasser, oder über künftige Verluste? In der Wirtschaft gilt: Ein offensichtlich verlustreiches Geschäft sollte man beenden, die aufgelaufenen Verluste sich eingestehen und tragen und dem schlechten Geld nicht gutes hinterherwerfen. Im Übrigen ist Deutschland auch nicht der Gewinner des Euro. Das ist ein politisches Märchen zur Beruhigung der Bevölkerung. Unser Exportmodell beruht in der Peripherie auf Krediten, die unsere Volkswirtschaft langfristig größtenteils abschreiben muss. Für die Exportwirtschaft positiv, für die Gesamtwirtschaft fatal, da wir Geschenke ohne Gegenwert produzieren.

    Ohne eine baldige Teilabwicklung der Währungsunion, anstatt weiterer Insolvenzverschleppung, wächst unsere Fallhöhe jetzt immer weiter.
    Eigentlich müsste unsere Politik Schadensbegrenzung betreiben, aber das Projekt Euro soll gerettet werden, koste es was es wolle.
    Sie haben Recht, die Arbeitslosigkeit würde, bei einem Rückzug aus dem Euro, steigen. Aber nach dem ersten Schock würde die Rate wieder sinken, da in Deutschland die strukturellen Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum gegeben sind und Kapital dafür zur Verfügung stünde. Deutsche Unternehmen sind in vielen Bereichen Technologieführer, mit der Konsequenz, dass sie ihre Preise auf dem Weltmarkt durchsetzen können, so wie das zu DM-Zeiten auch der Fall war. Auch wurde in den letzten Jahren der Export ins Nicht-‐Euro-Ausland gegenüber dem Export in die Eurozone immer bedeutender.  Unsere Schulden würden durch eine aufwertende Währung verringert und Importe würden sich verbilligen.
     
    Zur Rettung des politischen Projekts Euro werden a l l e n EU-Bürgern immer gigantischere Lasten aufgebürdet, ohne dass der eingeschlagene Weg sichtbar die Chance bietet, die Krise zu lösen. Im Gegenteil die Kosten der Krise erhöhen sich für uns dramatisch, wirtschaftlich und politisch. 

    Ein Ende mit Schrecken ist, zumindest für mein Verständnis, einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen. Lassen Sie uns doch das Projekt Euro in 50 Jahren noch mal wagen, jetzt treibt es die Völker Europas auseinander.

    • ribera
    • 06. April 2013 20:19 Uhr

    Solange wir einen großen Teil unserer Exporte in die Eurozone selber über Target Salden finanzieren, zeugen derartige, oft gehörte Behauptungen von einer Unkenntnis der Lage oder sollen bewußt desinformieren.

    2012 betrugen deutsche Exporte in die Eurozone ca. 411 Milliarden.
    In die EU-Nichteurozone 214 Milliarden.
    In Drittländer 471 Milliarden.
    Das heißt, das nur 37% aller deutschen Exporte in die Eurozone gehen. Mit sinkender Tendenz.

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/...

    Dem gegenüber standen Ende 2012 Target2 Salden von etwa 700 Milliarden €.
    Das heißt, dass die Exporte der letzten 1,5 Jahre in die Eurozone schlichtweg nicht bezahlt worden sind. Der daraus erzielte Zinsgewinn beträgt unter 1%. Angesichts der aktuellen Inflation bedeutet das einen jährlichen Realverlust von über 6 Milliarden.

    • ribera
    • 06. April 2013 20:20 Uhr

    Zum Verständnis:
    "The basic mechanism of this system is simple enough: let's assume a Spanish company orders 50 state-of-the-art diesel engines from a German manufacturer. Once the German exporter has delivered the engines, the Spanish importer will advise his bank to transfer the agreed purchase price. The Spanish bank will initiate the transfer through the Spanish central bank, which will credit, ie enter a liability on its accounts in favour of, the German Bundesbank, which in turn credits the sum to the bank of the German exporter. The Spanish importer gets his machines, the German exporter receives his money, but – and here's the twist – the money never leaves Spain and it never enters Germany. Instead, the Bundesbank receives a Target2 claim against the Bank of Spain.

    On 30 November 2012 the Target2 claims by the Bundesbank against other eurozone central banks stood at €715bn (£581bn).Through its Target2 credits, the Bundesbank is financing German export and current account surpluses within the eurozone because southern Europe has never had the money to import German goods on such a scale. The Bundesbank's Target2 credits amount to about two thirds of its entire balance sheet. They are entirely unsecured."

    http://m.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jan/07/germany-not-profiting-...

    • ribera
    • 06. April 2013 20:21 Uhr

    Kein normal denkender Mensch käme auf die Idee, bei einem Verlust im Wert von kompletten 1 1/2 Jahresexporten weiterhin zu behaupten, Deutschland profitiere vom Euro.
    Aber wie hoch schätzt wohl ein normal denkender Mensch die Wahrscheinlichkeit ein, dass beispielsweise Spanien jemals die aktuelle Schuld von fast 440 Milliarden im Target2 System bezahlen wird?

    • bayert
    • 06. April 2013 21:04 Uhr

    eine starke Mark würde die in Euro notierten Staatsschulden dramatisch abschmelzen. Die Exporte in die Euro-Zone sind im Sinkflug (42%).

    weil alles, was die exporte senkt, schließlich mit aller kraft verhindert werden muss. sind doch die exporte das allerwichtigste in diesem land!
    und erst die tausende und abertausende von firmen, die fluchtartig ihre zelte abreißen und in die infrastrukturell so viel besser aufgestellten osteuropäischen länder abwandern!
    nicht auszudenken! die welt würde untergehen!

    Das haben Sie wohl nicht ganz zu Ende gedacht.Nehmen wir einmal an, der unwahrscheinliche Fall, dass Frau Merkel mit ihren Rettungsbemühungen Erfog hat.
    Was heisst das? Genau! Die Produktivität der Krisenländer müsste wieder Nährungsweise auf dem Niveau D's sein. Und was heisst das? Dass dann der Kurs des Euro den Kurs annimmt, den auch die neue DM hätte. Nur das die Krisenländer so durch eine Jahre Lange Depression müssen und D viel Geld verliert. Und das war nur der unwahrscheinliche Fall, dass Frau Merkel "Erfolg" hat...

    der denkt : Hauptsächlich mir geht es gut und das auf Kosten anderer.
    Nur zur Erinnerung: Deutschland ging es auch vor dem Euro gut. Der Euro hat nichts mit einem vereinten Europa zu tun. Der Beweis ist doch, daß die Zerstrittenheit innerhalb europa´s nie so groß war.
    Wem nützt denn der Euro? Nur den Groß- Unternehmen und Banken. Geld -Umtausch im Urlaub ist nur eine Frage der Bequemlichkeit.
    Für die anderen Länder war die eigene Währung ein Schutzmechanismus gegen Billig- Importe, denn nicht alle Länder haben Hartz 4, Billig- Löhne, Zeitarbeit, Niedrig- Lohn etc.
    Die EU ist eine willkürlich gestaltete Gemeinschaft, denn die Länder in denen es Volksabstimmungen gab wurde keine Mehrheit für die EU erreicht.
    Vereintes Europa ja- aber nicht auf Kosten von Millionen Menschen die in Armut und Elend versinken und die Banken und Konzerne nie erreichte Boni erhalten.
    Volks und Finanzwirtschaft haben Ihre eigenen Gesetze und lassen sich durch Politik nicht verändern außer die Politik handelt nicht im Interesse des Volkes sondern des Kapitals.
    Alle gesetzten Ziele der Politik sind gescheitert und werden weiter scheitern, denn außer Deutschland gibt es noch 26 Länder die einen gewissen Nationalstolz haben.
    Ich hoffe nur das der Plan die Nationalstaaten zu entmachten scheitert.und die Individualität der Nationen erhalten bleibt.

    Und wir müßten wieder auf die Bäume klettern, wie vor der Euro-Einführung.
    Katastrophe, die ganzen Wachstumslokomotiven, mit denen wir als €-Zone gegen den Weltmarkt antreten wollen, würden ausscheiden.
    Wie viel importierte Halbzeuge sind eigentlich in den in D produzierten Fertigprodukten?
    Wäre dieser Anteil dann teurer?
    Die Rohstoffpreise würden auch höher werden-oder?

    "miteinander verknüpft" und aneinander gekettet sein. Der Euro verbindet nicht, er kettet regelrecht aneinander. Und zwar Wirtschaftsräume, die so nicht zueinander gehören - und nicht passen. Da liegt das Problem.

    Dafür würden die Importe billiger, die Kaufkraft würde steigen und wir könnten mehr Produkte aus den EU "Krisenländern" importieren. Das würde den dortigen Wirtschaften helfen und das Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd würde ohne Transfermilliarden ausgeglichen werden.

    Wer hat den vom Exportboom in D profitiert ? Einige große Konzerne und Besitzer von Unternehmen. An die normale Bevölkerung wurde von dem Exportgeld so gut wie nichts weitergegeben. Stattdessen wurden die Gewinne in spanische Immobilienblasen und Lehmann Zertifikate investiert. Was hat das Ganze gebracht ? Unfrieden und Streit in Europa, Dumpinglöhne, das Hervorbrechen nationaler Vorurteile... Soll das alles so weitergehen oder soll man sich alternative Lösungen überlegen ?

    die es keinerlei Belege gibt.
    Oder verkaufen Staaten mit starken eigenen Währungen (Norwegen, Schweiz, Schweden) etwa nichts auf dem Weltmarkt?

    Das Gegenteil ist richtig, denn derzeit werden deutsche Waren auf Grund des weichen Euros deutlich unter Wert verkauft, die Importe dagegen sind immens teuer (Energie, Rohstoffe) und die Zeche bezahlt der deutsche Beschäftigte und Steuerzahler, der miserabel entlohnt wird und dennoch horrende Energierechnungen bezahlen muß. Sowohl nach den Statistiken der EZB als auch nach denen der Bundesbank sind deutsche Haushalte die ärmsten in Westeuropa (51000 EUR Vermögen durchschnittlich, gegen fast 200.000 in Italien und Spanien). Das war zu DM-Zeiten deutlich anders.

  1. Ich will diesen Rückzug in national-egoische Wirtschaftsstrukturen nicht. Wer macht mit dagegen?

    52 Leserempfehlungen
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    • Innok
    • 06. April 2013 19:05 Uhr

    in die national-egoistischen Wirtschaftsstrukturen!

    Aber die Partner in Europa brechen selber vorrangig aus national-egoistischen Gründen alle Verträge, welche die Grundlage für den EURO sind.
    Darüberhinaus wird mit der Kombination EZB / ESM praktisch eine zentrale Wirtschaftsdiktatur etabliert, um diesen Vertragsbruch durchdrücken zu können.
    Das ganze wird uns von unseren eigenen Politikern ohne Diskussion und Abstimmung als alternativlos dargestellt.
    Wir haben Bundestagsabgeordnete die in die Kamera zugeben, dass sie keine Ahnung haben, worüber sie abstimmen.

    Dazu kommt, wenn Deutschland nicht bereit ist, bedingungslos 3-stellige Milliardenbeträge bereitzustellen, um völlig korrupte Wirtschaftsstrukturen zu retten, dann werden wir als Nazis beschimpft.

    Unsere und auch die europäischen Politiker brauchen sich nicht zu wundern, dass der Ruf nach einer Alternative laut wird. Und wir können froh sein, dass die wirklich Nationalen sich des Themas nicht längst bemächtigt haben.

    Und grade dieser Artikel macht klar, es geht hier nicht um eine rechtsnationale oder sogar -radikale Strömung.

    Deutschland braucht eine Alternative!

    • Repec
    • 06. April 2013 19:30 Uhr

    Was verbinden sie mit einer "national-egoische Wirtschaftsstrukturen"?

    Diese Währungsgemeinschaft kann nur bestehen, wenn Europa zur Transferunion umgebaut wird, denn Südeuropa wird und kann nicht innerhalb weniger Jahre auf das wirtschaftliche Niveau der nordeuropäischen Staaten gehoben werden.

    Wer dies möchte, kann sich zwischen CDU/CSU, FDP, SPD und die Grünen entscheiden. Je nach Schattierung, wird diese Transferunion anders präsentiert (Euro-Bonds, Wettbewerbspakt, ESM usw.), letztendlich unterscheiden sich die Konzepte nicht.

    Ob die AfD eine bessere Lösung anbietet, wird sich im Wahlkampf zeigen. Ich bin sehr gespannt auf hitzige Diskussion. Zunächst bin ich dieser neuen Partei schon alleine deswegen dankbar, sich dieser Thematik angenommen zu haben. Über dieses Währungsgemeinschaft muss endlich offen diskutiert werden!

    wenn sich die Länder an die Verträge halten (Schuldengrenzen, no-bail-out etc.)

    Wenn Staaten pleite gehen die über ihre Verhältnisse leben.

    Wenn Banken pleite gehen, die diesen Staaten trotzdem Geld geben.

    Wenn unsere Handelspartner unsere Waren mit EURO's bezahlen statt mit ungesicherten Target-2-Salden.

    Solch einen EURO gibt es aber nicht!

    Den EURO, den wir momentan haben brauche ich so nötig wie einen zweiten Darmausgang!

    Interessant wäre mal eine Analyse, wem der Euro überhaupt nutzt. Griechenland verschuldete sich mit Rüstungseinkäufen, dort ist heute die höchste Selbstmordrate in Europa. Ungarn wird fundamentaliatisch. Rumänien und Bulgarien sind noch korrupter, nur gehen die Euros der Diebe wandern und die Armut wandert aus. Italiens Norden finanziert den Süden, wo die Mafia sich gut mit Euros eindeckt und Geldwäsche in Deutschland betreibt. Spaniens Oberschicht beklaut auch das Volk, während junge arbeitslose Akademiker hoffnungslos sind. Der Euro nutzt den Marktführern und Wettbewerbsfähigen, der Rest fällt durchs Sieb.

    Ich mache mit dagegen und hoffentlich alle anderen die schon kapiert haben das der Euro nur eine Währung und somit weder Ursache noch Auslöser des Problems ist.

    Der Euro ist lediglich der Spiegel für das eigentliche Problem.
    Die Tatsache dass der Euro eine Währung ohne Staat ist.
    Die Tatsache dass die nationalen Regierungen die immer nur Befugnisse für Kleinkram nach Brüssel abgeben.

    Die dürfen jetzt über Milchquoten entscheiden oder darüber ob irgendwo in Europa ein Radweg die korrekte Kronenbreite hat.
    Ganz wichtige Dinge die früher mal ganz souverän vom zuständigen Landradsamt erledigt wurden.

    Entscheidungen von kontinentaler Bedeutung darf das Europäische Parlament aber nicht treffen, da müssen die von uns gewählten Europa Parlamentarier schön artig sein und immer zuerst mal die nationalen Regierungen fragen.
    So viel Macht wollen die nationalen Parlamente ja doch nicht an Europa abgeben.

    Die Konstruktionsfehler des europäischen Parlamentarismus lassen sich nur in nationalen Gremien beheben, so ist vermutlich die Annahme der Euro Skeptiker.

    Wenn heute einer glaubt das er die Probleme die wir haben auf nationaler Ebene lösen kann, der glaubt anscheinenden wirklich das die neuen Wirtschaftsmächte und die sind wirklich groß mit jeder europäischen Nation einzeln verhandeln wollen.
    Irrtum das tun die nicht auch nicht mit Deutschland „Da sind wir zu klein für“.
    Wie überheblich kann man sein das zu glauben.

    ... das wir genau diesen Rückzug gerade AUFGRUND des Euros erleben?

    Ein Ende des Euros würde wieder Raum für ein friendliches kooperatives Europa schaffen!

    Ich merke dass man uns seit Jahren die Unwahrheit erzählt.

    Nehmen wir das Thema Staatsverschuldung.
    Staatsverschuldung
    EU 81 % des BIP „im Durchschnitt aber Wohlgemerkt selbst der schlimmste Sünder der EU hat es nicht geschafft Japan zu übertreffen“
    USA 107 % des BIP
    Japan 237 % des BIP
    Merkwürdig Japan kann sich im Gegensatz zu Griechenland immer noch Geld am Markt ausleihen.
    Könnte es doch daran liegen das der Euro am Markt nicht als die Währung einer starken Nation Europa wahrgenommen wird.

    Nehmen wir das Thema Wirtschaftskraft.
    Die Europäische Union hat ein BIP von 17.070.011 US $ in 2012
    Die Vereinigten Staaten ein BIP von 15.609.697 US $ in 2012
    Wer ist nun die größte Volkswirtschaft der Welt?
    Aha es ist die Europäische Union.

    Und dennoch eine Europäische Wirtschaftsgemeinschaft mit vielen Nationen hilft uns wenig, denn in wenigen Jahren wird keine dieser Nationen noch Mitglied der G8 sein.
    Ein Europa als Ganzes wäre in jeder Hinsicht sogar die G1.

    Wenn man sich nur trauen würde.
    Dann kann man auch mal über die vermeintlichen Utopien wie „Soziale Markwirtschaft“ philosophieren.

    Sie sind ja lustig. Wer profitiert denn am meisten vom Euro? Die deutsche Exportindustrie, mit einer unterbewerteten Währung gegenüber dem Nicht-Euroraum. Wer leidet darunter? Die Exportindustrie der Krisenländer, mit einem überbewerteten Euro. Was glauben Sie eigentlich, was hinter dem Gejammer steckt, wie sehr "Deutschland" (lies: die Exportindustrie) unter einer DM-Aufwertungl leiden würde, wenn nicht "national-egoistische Wirtschaftsstrukturen"?

    Mich überrascht immer wieder, wie Leute nicht imstande sind, eins und eins zusammenzuzählen. Exportüberschüsse sind immer ein Nullsummenspiel. Was die Exportindustrie eines Landes begünstigt, schadet der eines anderen. Wenn etwas "national-egoistisch" ist, dann ist es Deutschlands merkantilistische Handelspolitik. Man nennt das auch "beggar thy neighbour policy". Aber man sieht ja, wie gut die Propaganda bei Leuten, denen selbst die grundlegendsten volkswirtschaftlichen Zusammenhänge ein Buch mit sieben Siegeln sind, verfängt.

    Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass gerade wegen der mit dem Euro verbundenen Spardebatten wieder viele nationalistische Cliches und Egoismen offen gezeigt werden ? Was denken Sie über die Nazi Vergleiche griechischer Demonstranten oder spanischer Professoren ? Ich denke der Euro könnte nur Frieden in Europa sichern, wenn Deutschland, die Niederlande, Finnland, Frankreich und andere wirtschaftlich stärkere Euro Länder jährlich dauerhaft große Milliardenbeträge in den Club Med transferieren ohne dafür eine Art von Gegenleistung zu verlangen. Der Euro weckte die Erwartung es gäbe in jedem Land die gleichen Zinsen, den gleichen Lebensstandard usw. ohne dass sich die Produktivität angleichen muss. Das bedeutet, dass die produktiven Staaten noch härter sparen und arbeiten müssen, um Milliarden für die Sicherung des Lebensstandards in weniger produktiven Ländern zu erwirtschaften. Ansonsten gibt es Streit und Nazi Vergleiche....

  2. schon den Parteienstatus erhalten?

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    ... da bedarf es keines Anerkennungsaktes.

  3. 3 Leserempfehlungen
  4. die vor ein paar Wochen festgestellt hat, dass 70% der Grünen-Wähler Merkel gut finden?

    10 Leserempfehlungen
  5. Na das wird lustig... ein paar Leute die glauben ohne Euro wäre irgendetwas besser....

    Es wurden Fehler gemacht - vor allem auf der nationalen Ebene und diese müssen korrigiert werden um das System als ganzes zu stabilisieren, indem man es nun auseinanderreißt wird es nicht besser. (Abgesehen von der ökonomischen Katastrophe die so etwas verursachen würde...)
    Es wurden und werden auch Fehler auf der EU Ebene gemacht (massive Privatisierung ist keine Lösung), aber wieder, die EU ist am Ende zu wertvoll für alle um Sie durch nationalistischen Blödsinn zu zerstören.

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    • Marula
    • 06. April 2013 19:02 Uhr

    Nun ja, nach allem was man liest, wimmelt es in der Partei von Volkswirtschafts-Professoren. Also an fachlicher Kompetenz sollte es gerade nicht mangeln. Im übrigen soll der Euro gar nicht abgeschafft werden, sondern auf den Nord-Euro beschränkt werden.
    Was der Partei fehlt, sind erfahrene Politiker. Professoren kennt man ja nicht so in der Öffentlichkeit und man sagt ihnen nach, ihre Theorien im Elfenbeinturm zu verfassen. Man weiß nicht, ob die politischen Auswirkungen, die eine Spaltung der Eurozone hätte, überhaupt in die Überlegungen der Wirtschaftswissenschaftler mit einflossen. Allerdings ist ja schon jetzt Porzellan zerschlagen worden und die Euroländer sind in vielem schon jetzt gespalten in Nord-Süd.

    Tatsächlich waren es ja gerade die Irrungen und Wirrungen um den Euro und die Schuldenkrise, die zu einem ansteigenden Nationalismus führten. Eine Rückkehr zu nationaler Verantwortung, gemeinsam mit anderen in der Region, würde vielleicht sogar zu einer Entspannung beim Verhältnis zwischen den Ländern und ihren Bürgern führen.

    Das Ganze ist nichts anderes als die britische Position auf Deutsch. Bei uns schon genug Anlass, "Nationalismus" zu schreien.

    • Innok
    • 06. April 2013 19:11 Uhr

    Es geht nicht um die Auflösung der EU !!

    Es geht darum, endlich aufzuzeigen, dass es zum gemeinsamen Absturz MIT dem EURO eine Alternative gibt.

    Eigentlich gibt es sogar zwei Alternativen:
    1. Raus aus dem Euro. Dann kann jeder soviel Schulden machen und wirtschaften wie er will.
    oder
    2. Zurück zu den Verträgen von Maastricht. Das ist die Grundlage für ein Europa mit dem EURO.

    eine supranationale währung kann nicht funktionieren-das ist nunmal eine ökonomische binsenweisheit.
    viele verschiedene volkswirtschaften , viele verschiedene sozialsysteme , viele unterschiedliche währungstraditionen,
    viele unterschiedliche sprachen etc.... es geht schlicht nicht, das alles unter eine einheitswährung zu pressen.
    wenn man es doch versucht, passiert eben das was wir seit ein paar jahren sehen. jetzt kann man einen staat europa bauen um aus der supranationalen währung eine eu-nationale zu machen-
    ich bin da völlig wertfrei -aber wie soll das politisch gehen? dafür gibt es keine mehrheiten in den bevölkerungen
    -schlagen sie das zum beispiel in Frankreich vor, dann kommt es dort zum sturm der entrüstung. also realitäten anerkennen und den euro geordnet abwickeln und ein zurück zu einer EG, die 100mal besser funktioniert hat als dieser eurozonen-irrsinn.
    ein weiter so durchwurschteln, führt jedenfalls zu nichts, außer das am ende der schaden noch viel viel größer sein wird.
    politisch und ökonomisch !!!
    gerade weil ich europa in seiner vielfalt liebe, setze ich mich dafür ein, den euro einigermaßen geordnet wiederabzuwickeln.

    Solange die Hälfte der Wähler nichtmal unterscheiden kann zwischen einer Partei die die Gemeinstraftswährung EURO kritisiert und einer Partei, die Europa als ganzes kritisiert, kommen wir eh nicht weiter.

    Die Gemeinschaftswährung Euro war ein Fehler. Das bestätigen inzwischen sogar Politiker, die das damals beschlossen haben. Diese Währung begünstigt die starken Volkswirtschaften und schadet den schwachen.

    Dieser Fehler ist systemimmanent. Wenn wir diese Währung behalten weollen, müssen wir Kernkompotenzen der Wirtschaftspolitik in die Hände Brüssels legen. Dafür gibt es keien Mehrheiten. In keinem Land der Gemeinschaft.

    Es ist gut, dass es diese Partei gibt die die Fehler der Währung offenlegt.

    Europa aber als Freihandelszone, mit offenen Grenzen und freiem Güten- und Personenverkehr hat damit garnichts zu tun.

    Der Euro ist Murks. Nun müssen wir überlegen, wie wir da am besten und schmerzlosesten wieder herauskommen.

    Fragt sich nur, wieso der Blödsinn so gut funktioniert? Mehr auf meiner website! Auch bei den Dänen. Und Dänen lügen nicht!

    Sie reden von "Stammtischkompetenz" bei einer Partei, die im Pro-Kopf-Verhältnis eine Professorenschaft aufweist, die alle anderen Parteien alt aussehen lässt!

    Wenn es nur um Kompetenz ginge, wäre die Wahl der Alternative im Herbst wirklich alternativlos.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, jt
  • Schlagworte FDP | Bundestagswahl | Umfrage | Angela Merkel | CDU | CSU
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