Die neue euro-skeptische Partei Alternative für Deutschland (AfD) verfügt nach einer aktuellen Studie über ein erhebliches Wählerpotenzial. 24 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, bei der Bundestagswahl die neue Partei zu wählen. Das ermittelte das Institut Infratest dimap im Auftrag der Zeitung Welt am Sonntag in einer Umfrage.

Dort antworteten auf eine entsprechende Frage 7 Prozent mit "Ja, sicher" und 17 Prozent mit "Ja, vielleicht". 59 Prozent schlossen aus, für die AfD zu stimmen.

Die repräsentative Studie wurde am 3. und 4. April mit 1.000 Befragten erstellt. Die Umfrage ermittelte in Ostdeutschland (27 Prozent) ein größeres Wählerpotenzial als in Westdeutschland (23) und bei Frauen (27 Prozent) ein größeres als bei Männern (21). Ein Potenzial von 29 Prozent hat die AfD unter Anhängern der Linkspartei, in der SPD-Wählerschaft können sich 21 Prozent vorstellen, die neue Gruppierung zu wählen. Bei CDU und CSU sind es 19 Prozent, bei den Grünen 14 Prozent.

Bewegung könnte FDP Stimmen kosten

Unter den Anhängern sonstiger Parteien, zu denen Infratest dimap auch die FDP zählt, liegt das Potenzial bei 46 Prozent. Der Berliner Parteienforscher Oskar Niedermayer glaubt zwar nicht, dass die AfD bei der Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wird. Doch könne sie vor allem die FDP entscheidende Stimmen kosten. Damit könnte sie eine Wiederauflage der bürgerlichen Regierung verhindern, sagte Niedermayer der Zeitung.

"Wenn sich die Krise weiterhin so bewegt, dann kann sich die AfD jedenfalls einer großen Aufmerksamkeit sicher sein", sagte Infratest-Geschäftsführer Richard Hilmer. Entscheidend für ihr Abschneiden bei der Bundestagswahl werde sein, "ob die Bürger weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble vertrauen oder ob irgendwann Zweifel an ihrem Krisenmanagement aufkommen". Weil Euro-Skeptiker vor allem in den Regierungsparteien sichtbar seien, könnten diese besonders viele Stimmen an die neue Kraft verlieren.