BundestagswahlSteinbrücks Beliebtheitswerte sacken ab

Noch 32 Prozent sind mit der Arbeit von Steinbrück zufrieden – der schlechteste Wert seit acht Jahren. Äußerungen zum Sportunterricht für Muslime sorgen für neue Kritik.

Im Rennen um das Kanzleramt verliert SPD-Kandidat Peer Steinbrück den Rückhalt in der Bevölkerung – und sorgt mit Äußerungen erneut für Diskussionen: Der SPD-Politiker, mit dessen Arbeit laut ARD-Deutschlandtrend nur noch 32 Prozent der Deutschen zufrieden sind, hat sich für getrennten Sportunterricht von muslimischen Mädchen und Jungen ausgesprochen.

"Wenn die Schulen es einrichten können, sollten sie da Rücksicht auf die religiösen Gefühle nehmen und getrennten Sportunterricht anbieten", zitiert die Bild-Zeitung Steinbrück, der sich dermaßen auf einer Veranstaltung in Berlin geäußert haben soll. Anlass war die Frage eines Schülers, wie weit Toleranz gehen soll. Wie das Blatt weiter berichtet, habe der Junge von einem muslimischen Vater erzählt, der sich gegen gemeinsamen Sportunterricht seiner Tochter mit Jungen gewehrt hatte. Steinbrück habe daraufhin von einem "schwierigen Thema" gesprochen, zu dem alle "eine andere Meinung" hätten.

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Berlins langjährige CDU-Ausländerbeauftragten Barbara John nannte Steinbrücks Äußerungen rückwärtsgewandt. "Die Diskussion über eine Trennung ist von gestern", sagte sie. "Kinder und Eltern müssen sich daran gewöhnen, dass die Geschlechter bei uns gemeinsam aufwachsen und gleichberechtigt leben." Getrennter Unterricht sei "der falsche Weg". Der FDP-Innenpolitiker Serkan Tören sprach von einem ganz falschen "Signal für die Integration von Muslimen in Deutschland".

Deutsche unzufrieden mit Steinbrück

Der SPD-Kanzlerkandidat rühmt sich selbst für seine unverblümte Sprache und seine Direktheit und betonte immer wieder, dass er sich nicht verbiegen lassen will – und stand in der Vergangenheit wegen diverser Äußerungen mehrmals in der Kritik. Unlängst irritierte er mit seiner Wortwahl zum Thema Demokratie und Menschenrechten in Russland, die er in einem Interview mit ZEIT ONLINE verwandt hatte.

Den Wähler kann Steinbrück damit offenbar nicht überzeugen. In der Umfrage der ARD verliert er an Zustimmung und kommt in der Bewertung der wichtigsten Spitzenpolitiker auf den niedrigsten Wert seit seinem Wechsel in die Bundespolitik vor acht Jahren. Noch unzufriedener als mit seiner Arbeit sind die Deutschen nur noch mit der Leistung von Linken-Fraktionschef Gregor Gysi, FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und dem FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kam dabei auf eine Zustimmung von 68 Prozent und blieb damit an der Spitze der Liste. Auch im Fall einer Direktwahl fällt der Abstand zwischen Merkel und Steinbrück so groß aus wie nie: Könnten die Deutschen den Kanzler direkt wählen, würden sich 60 Prozent für Merkel entscheiden (plus zwei im Vergleich zum Vormonat). Nur 25 Prozent würden Steinbrück wählen (minus eins).

48 Prozent wollen CDU-geführte Regierung

In der Sonntagsfrage legte die Union gegenüber der Vorwoche um zwei Punkte zu und erreichte 41 Prozent. Die SPD sank um einen Punkt auf 27 Prozent. Die FDP erreichte wie in der Vorwoche vier Prozent. Die Grünen verloren einen Punkt und kamen auf 14 Prozent. Unverändert blieben die Linke mit acht und die Piraten mit drei Prozent.

48 Prozent der Deutschen waren der Ansicht, die nächste Bundesregierung sollte wieder von der Union geführt sein – dies entspricht einem Punkt mehr als im Vormonat. Die Präferenz für eine SPD-geführte Regierung nahm deutlich ab und erreichte 37 Prozent – nach 45 Prozent im Vormonat.

Merkel vor Schäuble und Kraft

Die Pläne der SPD, nach der Wahl die Steuern für höhere Einkommen anzuheben, fand bei der Mehrheit der Befragten Anklang: 58 Prozent fanden diese Pläne richtig. 37 Prozent hielten sie für falsch.

Auf der Liste der beliebtesten Politiker landete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hinter Merkel auf Platz zwei. Den dritten Platz teilten sich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, die beide auf eine Zustimmung von 54 Prozent kommen. Schlusslicht der abgefragten Parteipolitiker bleibt FDP-Chef Philipp Rösler.
 

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Leserkommentare
  1. gibt es bei jeder Umfrage eine Nachricht?
    Bei Forsa war die FDP gestern bei 5 Prozent, wie bei allen anderen Instituten auch.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/sam

  2. Wäre interessant zu wissen, woran dieser plötzliche neue Absturz liegen könnte. Oder dass der Artikel wenigstens versuchte, dieser Frage nachzugehen.

    11 Leserempfehlungen
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    Es ist einfach die logische Konsequenz der Berichterstattung durch die Medien.

    Während Merkel in schier maßloser Überschätzung gehuldigt wird, stellt man Steinbrück eigentlich nur noch a) als lustigen Fettnäpfchen-Tölpel oder b) als geldgeilen Vortragshalter dar. Mehr Niveau ist offenbar nicht drin...

    Aber wieviele Leute, die sich darüber empören, DASS Steinbrück Vorträge hält, haben sich überhaupt mal damit beschäftigt, WAS er dort eigentlich gesagt hatte?

    (Wer sich informieren möchte: hier ein Beispiel: https://www.youtube.com/w... )

    In die Verlegenheit, Vorträge zu halten, wird Merkel nie kommen. Was hätte die schon zu sagen? OK, vielleicht ist sie in Physik eine Korriphäe, aber über Politik und Wirtschaft?

    Merkels Politikstil beschreibt eigentlich dieses Zitat ziemlich gut: "Die Zeit zu handeln jedes Mal verpassen, stattdessen die Dinge sich entwickeln lassen."
    (Nein, ich sage jetzt nicht, wer das gesagt hat. Der ist nämlich vom selben CDU-hörigen Leittenor der Massenmedien, die Merkel permanent hochschreiben, zur Unperson geschrieben worden.)

  3. ...solange das die Wähler noch geglaubt haben, sah es für den obersten Deregulierer der Nation - binnen einer Wahlnacht vom Brandstifter zum Feuermann mutiert (...auch dank A. Merkel) - wesentlich besser aus.

    Frau Merkel ist beim Volk klar im Vorteil: Sie schûttet sämtliche Baustellen mit Geld zu - ob das Fass nun einen Boden hat oder nicht. So ist das eben: Wer Kanzler ist, hat freien Griff in die Kassen. Doch ob dem Wahlbürger nicht doch noch ein Licht aufgeht, steht noch nicht fest:

    Helmut Schmidt resümierte bereits im Januar: "Frau Merkel gibt sich alle Mühe, die große Abschreibung griechischer Schulden auf die Zeit nach der Bundestagswahl zu verschieben. Vielleicht gelingt ihr das – sicher ist es nicht." (siehe: http://tinyurl.com/crcy3am)

    10 Leserempfehlungen
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    Ich stimme Ihnen zu. Man sollte aber auch dazu sagen, dass es mit Rot-Grün noch deutlich schlimmer käme (->Euro-Bonds).

    Ich hoffe auf die Alternative (AfD) und ein friedliches und auf Rechtsstaatlichkeit beruhendes Europa, in dem auch Risko und Haftung wieder in ein und der selben Hand liegen!

    Den Geldregen den europäische Politiker ausschütten ist mit Sicherheit der falsche Weg.
    Die Eurozone braucht Veränderung und das schnell, aber das wird nicht umsetzbar sein. Vor allem fehlt Deutschland der Mut mit harter Hand in der Eurozone durchzugreifen, es wird allzu oft nachgegeben und der Geldbeutel geöffnet. leider.

    Aber es ist wohl eine Traumwelt zu glauben, dass die SPD das anders machen würde, das Gegenteil wäre wohl der Fall. Rot- Grün würde alle Schleusen für das Geld öffnen und Deutschland noch schneller verkaufen. ( Beweis: z.B. Eurobonds)
    Verheimlicht wird, dass es Rot-Grün waren, die während der letzten Regierungszeit die Deregulierung der Finanzwelt Tür und Tor geöffnet hat. Nebenbei war es auch die gleiche Regierung, die den Spitzensteuersatz gesenkt hat, als erstes gegen die Eurokriterien verstoßen hat, Griechenland mit aufgenommen hat.
    Das hat aber sicher auch Herr Schmidt vergessen zu erwähnen. Als alter SPDler.

    Das sich jetzt Zeit gekauft wird ist auch logisch, würde jeder machen, da die da oben alle Machtgeil sind, würde es auch hier keine Unterschiede geben
    Das große Problem für die Wähler wird dieser Jahr die Alternativlosigkeit bei der Wahl sein. Links hat zwar den ein oder anderen guten Ansatz, aber mindestens genauso viel Müll. Rechts würde die Hardlinerlinie fahren, die auch nicht tragbar ist. Die Piraten träumen von anderen Dingen. Die restlichen 4 fahren in etwa das gleiche, nur das bei rot/Grün der Untergang beschleunigt wird. Bleibt Merkel

  4. Ich stimme Ihnen zu. Man sollte aber auch dazu sagen, dass es mit Rot-Grün noch deutlich schlimmer käme (->Euro-Bonds).

    Ich hoffe auf die Alternative (AfD) und ein friedliches und auf Rechtsstaatlichkeit beruhendes Europa, in dem auch Risko und Haftung wieder in ein und der selben Hand liegen!

    20 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Vom Saulus zum Paulus"
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    Ich empfehle ihnen die Weltrisikogesellschaft zu lesen. Meiner Meinung nach ist die von ihnen gewünschte übereinstimmung von Risiko und Haftung in unserer modernen Welt nicht mehr zu erreichen. Zu verflochten ist die Welt. Ich nenne nur Klimaerwärmung Ozonloch Finanzmärkte. Ohne EUro würde Deutschland an den Wirtschaftskrisen im Süden stark leiden (die Krise wurde von der Bankenkrise ausgelöst nicht vom Euro)

    auf eine radikale partei
    https://www.alternativefu...

    die den euro abschaffen will?

    also erst macht sich deutschland zum größten nutznießer der eurokrise, sorgt für kaputte wirtschaften in ganz europa, und zum schluß kehren wir zum euro zurück und überlassen europa sich selbst.

    gut durchdachte these. sie ist gerade gefüllt mit solidarität. und wird natürlich dafür sorgen, das unsere europäischen nachbar noch viel besser über deutschland denken.

    Absolut!
    Wenn man sich ansieht, was die Politiker der "Etablierten" derzeit so loslassen, dann droht der Abgrund für ganz Europa.
    Europa kamm einst ohne gemeinschaftliche Währung aus - insofern sind Erfahrungswerte vorhanden.
    Und ob ein Zusammenrücken der Kulturen stattfindet oder nicht, liegt ganz bestimmt nicht an den Politikern allein, auch nicht an einem gemeinsamen Wirtschaftsraum, sondern an den Menschen, an der Bevölkerung.

    War es denn nicht so, dass Ende des 19. Jhds das Königreich Bayern und Preussen Krieg führten und keiner im "Land" des anderen gern gesehen war? Hat sich dieser Zustand denn nicht eklatant geändert?
    Dies konnte nur geschehen, weil Menschen aufeinander zugegangen sind.

    Wenn Steinbrück jetzt für eine Geschlechtertrennung im Sportunterricht aus "religiösen" Gründen wirbt, so frage ich mich, was als nächstes kommt:

    Getrennte Schulen für Moslems und Ungläubige?
    Oder gar getrennte Busse, getrennte Parkbänke, getrennte Geschäfte usw?

    Vorsicht - das hatten wir schon in den USA, damals allerdings für Schwarze und Weiße!

    Wer sich mit dem Parteiprogramm der AfD ernsthaft (!) beschäftigt, wird merken, dass die Ideen dort vom Grundsatz sehr gut sind und auch die Meinungen widerspiegeln, die hier in den Foren verlautbar werden bzw. man im persönlichen Umfeld hört.
    Was soll daran dann auf einma rechtsradikal sein? Sein Land, seine Kultur, seine Werte wertzuschätzen?

  5. Steinbrücks Unbeliebtheitswerte steigen an.
    Seinen Auftrag Nicht-Kanzler zu werden scheint dieser Mensch ohne große Anstrengung zu erfüllen...

    16 Leserempfehlungen
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    wohl selber nicht: "Ich hoffe auf die Alternative (AfD) und ein friedliches und auf Rechtsstaatlichkeit beruhendes Europa". Es sei denn, sie gehören zu den 10% der Glücklichen die haben und eigentlich nicht mehr brauchen!!!

    vorgesehen. In der Zeile verrutscht!

  6. Los ihr Deutschen, wählt lieber die langweilige, nichtssagende, ständig ihre Meinung ändernde und profillose Merkel, anstatt einen Mann mit klarer Position, Kante und starker Meinung! Sie ist ja soooo beliebt.

    Ich kapier die Wähler echt nicht...

    27 Leserempfehlungen
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    Die Eigenschaften, die sie sich wünschen sind sicher klasse, aber es gehört mehr dazu. Z.B. Taktgefühl und das hat der Peer mit Sicherheit nicht, wie er in den letzten Wochen eindrucksvoll gezeigt hat.
    Frau Merkel ist mit Sicherheit auch nicht fehlerfrei, wer das aber von sich behauptet, darf den ersten Stein werfen, aber Demokratie ist sicher nicht so einfach.
    Langeweile ist mit Sicherheit auch keine schlechte Eigenschaft für einen Politiker, bespaßen kann ich mich an anderer Stelle lassen. Außerdem ist Frau Merkel nicht so profillos wie oft behauptet wird. Ich kann mich an einige klare Positionierungen erinnern, auch wenn diese nicht immer positiv für sie waren.

    • Bashu
    • 05. April 2013 0:58 Uhr

    wie ein Cowboy sein Ross, und solange die deutsche Wirtschaft nicht einbricht, wird sie weiter mit der merkel'schen Nicht-Politik siegen.

    Unsere neue Rolle als Führungsmacht in Europa wird mit Merkel in Verbindung gebracht, ebenso die Wirtschaftsstärke (auch wenn Hartz IV und Zeitarbeitsgeschädigte das wohl anders sehen), beides schmeichelt der deutschen Seele und viele wollen mehr davon (ich im Übrigen nicht).

    Da unsere Wirtschaft mittelfristig wohl vor einer Talfahrt steht gilt: Merkel wird diese Wahl gewinnen, die nächste in 4 Jahren wird sie verlieren. Die Wechselwähler wählen eben nach Konjunkturzyklus...

    starken Meinungen.
    Da macht zwar beliebt (Mario Barth ist das bei manchen auch auch) es ist auf Dauer etwas wenig.

    Und damit meine ich nicht nur Bild-Zeitung und Unterschichtsfernsehen (deren politischer Horizont reicht sowieso nur bis Merkel=Supermmutti, Steinbrück=Tolpatsch), sondern vor allem all die lokalen Tageszeitungen, die für den größten Teil der Bevölkerung – die Rentner – Hauptinformationsquelle sind. Und die sind in der Regel massiv CDU-hörig und neigen zu Vereinfachungen.

    Ein Freund von mir hatte es auf den Punkt gebracht: “Wenn die Lokalzeitungen alle so schreiben würden wie die taz, dann würden Deutschlands Omis geschlossen kommunistisch wählen.”

    ...daß Merkel nach zwei Legislaturperioden überhaupt noch zur Wiederwahl stehen DARF!

    In richtigen Demokratien (Frankreich, USA) ist das mächtigste Amt im Staat auf zwei Legislaturperioden begrenzt, damit sich keine quasidiktatorischen Machtstrukturen bilden.

    Das Trauma der Kohl-Ära sollte uns Deutschen eigentlich eine Lehre gewesen sein. In meiner Kindheit und Jugend ging das so weit, daß Kohl schlicht und einfach DER Kanzler war und man sich niemand anderes in dieser Position (sprich: Demokratie) wirklich vorstellen konnte.
    Merkel wird an Amtszeit noch Mubarak überholen...

    Steinbrück meint er sei authentisch, überzeugt aber die Bürger nicht!

    Steinbrück reagiert auf Nachrichten, aber er hat früher nicht agiert, sondern nur Geld mit Vorträgen gewcheffelt und sein politisches Mandat wie ein Ehrenamt behandelt!

    Steinbrück ist Mitglied einer Organisation, die keine Ausstrahlung mehr bei den Bürgern hat!

    Steinbrück ist Kandidat, weil die anderen Kandidaten nicht wollten, konnten oder durften, aber hat nicht mal eine Mehrheit in seiner politischen Community.

    und und und ... aber Merkel ist auch nicht besser, ... Deutschland braucht mal eine Regierung ohne SPD oder CDU

    Steinbrück meint er sei authentisch, überzeugt aber die Bürger nicht!

    Steinbrück reagiert auf Nachrichten, aber er hat früher nicht agiert, sondern nur Geld mit Vorträgen gescheffelt und sein politisches Mandat wie ein Ehrenamt behandelt!

    Steinbrück ist Mitglied einer Organisation, die keine Ausstrahlung mehr bei den Bürgern hat!

    Steinbrück ist Kandidat, weil die anderen Kandidaten nicht wollten, konnten oder durften, aber hat nicht mal eine Mehrheit in seiner politischen Community.

    und und und ... aber Merkel ist auch nicht besser, ... Deutschland braucht mal eine Regierung ohne SPD oder CDU

    Vor ein paar Monaten hätte ich Ihrem Kommentar noch zugestimmt. Aber dann hat man ihm eine Art von "rot-grün-kompatibler Gehirnwäsche" verpaßt. Seitdem redet er Frauenquoten und getrenntem Schwimmunterricht das Wort und versucht "grüner als grün" und "röter als rot" zu sein.
    Das nimmt ihm niemand mehr ab. Kein Wunder, daß er noch immer weiter an Zustimmung verliert!

    "...einen Mann mit klarer Position, Kante und starker Meinung! ...
    Ich kapier die Wähler echt nicht..."

    Wäre Steinbrück "unverbraucht" und "unbeschrieben", könnte ich ihm und seinem Auftreten durchaus ein erfrischendes Moment abgewinnen.

    Er war aber schon mal von 2002–2005 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und von 2005-2009 Bundesfinanzminister. Dabei hat er nicht nur in erschreckendem Ausmaß bewiesen, dass er es nicht kann.

    Außerdem hat er durch sein Wirken entscheidend Mithilfe bei der Entfesselung der Finanzmärkte geleistet. Neben seiner Teilnahme bei der Bilderberg Konferenz (2011) ist sein Eintreten für die Finanzlobby schon legendär:

    "Insbesondere die Aktivitäten Steinbrücks rund um die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) verdeutlichen die Vorwürfe. Der Zusammenschlusses bestand, zwischen 2003 bishin zu seiner Auflösung 2011, größtenteils aus Vertretern der Finanzbranche. Mitglieder waren unter anderem die Deutsche Bank, Goldman Sachs die Commerzbank und die Citigroup. Während ihres Bestehens setzte sich die IFD für eine Deregulierung der Finanzmärkte ein und warnte noch 2008, im Zuge der Finanzkrise, vor einer Überregulierung des Finanzsektors seitens der Politik.[23] Auch das Bundesfinanzministerium war unter der Leitung Steinbrücks Mitglied der Initiative."
    https://lobbypedia.de/wik...

    Kurzum-ich glaube dem "Kanzlerkandidaten" P€€r Steinbrück kein Wort.

  7. wenn man liest "48 Prozent der Deutschen waren der Ansicht, die nächste Bundesregierung sollte wieder von der Union geführt sein" dann fragt man sich wo diese Umfragen herstammen.

    Wenn die Protestparteien weiter Zulauf gewinnen und die Eurokrise weiter in dem Maße Europas Demokratie schwächt.

    Wird es auch für die große schwarze Hoffnung schwer werden.

    Aber ob sich die Politiker aufrütteln werden ist eine andere Frage. (Endlich an die Arbeit zu gehen)

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  8. Den Geldregen den europäische Politiker ausschütten ist mit Sicherheit der falsche Weg.
    Die Eurozone braucht Veränderung und das schnell, aber das wird nicht umsetzbar sein. Vor allem fehlt Deutschland der Mut mit harter Hand in der Eurozone durchzugreifen, es wird allzu oft nachgegeben und der Geldbeutel geöffnet. leider.

    Aber es ist wohl eine Traumwelt zu glauben, dass die SPD das anders machen würde, das Gegenteil wäre wohl der Fall. Rot- Grün würde alle Schleusen für das Geld öffnen und Deutschland noch schneller verkaufen. ( Beweis: z.B. Eurobonds)
    Verheimlicht wird, dass es Rot-Grün waren, die während der letzten Regierungszeit die Deregulierung der Finanzwelt Tür und Tor geöffnet hat. Nebenbei war es auch die gleiche Regierung, die den Spitzensteuersatz gesenkt hat, als erstes gegen die Eurokriterien verstoßen hat, Griechenland mit aufgenommen hat.
    Das hat aber sicher auch Herr Schmidt vergessen zu erwähnen. Als alter SPDler.

    Das sich jetzt Zeit gekauft wird ist auch logisch, würde jeder machen, da die da oben alle Machtgeil sind, würde es auch hier keine Unterschiede geben
    Das große Problem für die Wähler wird dieser Jahr die Alternativlosigkeit bei der Wahl sein. Links hat zwar den ein oder anderen guten Ansatz, aber mindestens genauso viel Müll. Rechts würde die Hardlinerlinie fahren, die auch nicht tragbar ist. Die Piraten träumen von anderen Dingen. Die restlichen 4 fahren in etwa das gleiche, nur das bei rot/Grün der Untergang beschleunigt wird. Bleibt Merkel

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    Antwort auf "Vom Saulus zum Paulus"
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    Sie erzählen hier etwas von harter Hand, aber verstehen dabei nicht, das dies überhaupt nichts nützt, weil die Staaten schon seit geraumer Zeit den großen Wirtschaftsunternehmen hinterherschleichen, sich aber in der Gesamtmenge der Arbeitsplätze nichts tut, außer das es weniger werden, weil mal wieder die Automatisierung und die Globalisierung dahinter steckt.

    Dann beschweren sie sich über die Eurobonds, obwohl der ESM noch viel schlimmer ist, denn der begünstigt nicht nur Staaten sondern auch noch die Banken.

    Dann der Nonsens mit der Deregulierung des Finanzmarktes. Das hat Kohl schon lange vor Schröder erledigt, die Kleinigkeit die noch von Schröder kam, können sie unter dem vierten Finanzmarktförderungsgesetz nachlesen.

    Das die SPD die Mastrichkriterien gerissen hat, hat ja wohl mit dem platzen der Dotcom Blase und den Verwerfungen von 9/11 zu tun und wäre jedem anderen auch so gegangen.

    Im übrigen sollte es doch irgendwann mal klar sein, das die SPD mit noch nicht einmal 30 Stimmen von über 750 im Europaparlament, niemand in den Euro lotzen konnte.

    Aber all das spielt keine Rolle, denn was am wichtigsten ist, ist Merkels Politik und die ist absolut zerstörerisch, weil sie die Großindustrie und die Finanzwelt weiter schalten und walten lässt, als gäbe es kein Morgen mehr.

    Das ist der größtmögliche Fehler den man machen kann aber dummerweise werden die Folgen erst nach der Wahl ans Tageslicht kommen.
    Typische Scharz/Gelbe Aussitzerpolitik!

    Die Alternative gibt es schon und sie nennt sich ja auch "Alternative für Deutschland". Davon abgesehen halte ich den Bereich der "anderen Parteien" in der Umfrage für am fragwürdigsten: bei dem sehr großen Zulauf für die AfD kann die Prozentzahl dieser "anderen" unmöglich konstant bei 3% liegen. Fragwürdig sind diese Umfragen auch durch den folgenden Umstand: bei Wahlen in Bund und Land liegt der Nichtwähleranteil teilweise bei über 40 %, sind also die bei weitem größte Partei. Die Umfragen allerdings scheinen diesen Faktor komplett zu vernachlässigen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, sk, kg
  • Schlagworte Angela Merkel | Wolfgang Schäuble | Bundestagswahl | Philipp Rösler | SPD | ARD
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