FamilienministeriumSchröder will nach der Wahl nicht mehr Ministerin sein

Kristina Schröder steht in der nächsten Legislaturperiode offenbar nicht mehr für einen Kabinettsposten zur Verfügung. Stattdessen wolle sie sich um ihre Familie kümmern.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) wird einem Zeitungsbericht zufolge dem Kabinett der nächsten Bundesregierung nicht angehören – unabhängig vom Wahlausgang. Wie die Bild am Sonntag unter Berufung auf Informationen aus der hessischen CDU-Führung berichtete, will sich Schröder nach der Wahl verstärkt um ihre Familie kümmern.

Schröder ist die erste Ministerin, die im Amt Mutter wurde, ihre Tochter Lotte kam 2011 zur Welt. Ein politischer Freund sagte der Zeitung, der Spagat zwischen Ministerium und Muttersein sei "sehr hart", mit einem weiteren Kind würde es noch komplizierter. Schröder aber sei "Muttersein wichtiger als ihr Ministeramt". Ein Sprecher des Ministeriums wollte dazu bisher keine Stellung nehmen.

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Laut einer Emnid-Umfrage würde eine Mehrheit der Deutschen Kristina Schröder als Ministerin nicht vermissen. 56 Prozent der Bundesbürger halten Schröder demnach für keine erfolgreiche Ministerin, für 27 Prozent ist sie erfolgreich. Bei den Frauen sind sogar nur 22 Prozent von ihr überzeugt, 55 Prozent nicht. Bei den Unionsanhängern halten 36 Prozent Schröder für erfolgreich, 49 Prozent nicht. Lediglich 36 Prozent der Deutschen wollen Schröder laut der Umfrage nach der Wahl als Familienministerin behalten, 53 Prozent wollen das nicht.

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Leserkommentare
  1. ...schon weihnachten?

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    Sehr sozial von Frau Schröder!

    Wer einmal Bundesminister war, hat sicherlich finanziell ausgesorgt für den Rest des Lebens, zumindest nach den Maßstäben des Normalbürgers an den Lebensstandard.

    Statt nun reicher und reicher werden zu wollen und “Karriere” als verpflichtendes Lebensziel über alles Andere zu stellen, macht sie den Platz frei für das nächste unbeschriebende Blatt auf dem Ministerthron und rettet so vielleicht einen weiteren Menschen aus der Misere, der Frustration und den Zumutungen des Arbeitslebens :-)

    Das ist wie mit den Lottogewinnen: Warum muß ein Einzelner einen Jackpot von € 389 Millionen gewinnen, wenn man doch mit dem gleichen Geld 389 Menschen zu einfachen Millionären machen könnte?

  2. Einfach am Montag um seine Entlassung bitten, weil Frau keinen Bock mehr hat auf geteilten Stress. Das Kind gewönne 1/2 halbes Jahr ungeteilte Aufmerksamkeit.

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    "Das Kind gewönne 1/2 halbes Jahr ungeteilte Aufmerksamkeit."
    ------------------
    Anderen wird diese dann aber fehlen, weil das Familienministerium wg. Neu-Einarbeitung lange Zeit gelähmt wäre.
    Ich nehme aber an, das ist Ihnen egal

  3. Besser läßt sich die "Vereinbarkeit von Famile und Beruf" nicht konterkarieren.

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    Bundesministerin für X ist auch nicht gerade ein nine-to-five job. Von daher verständlich.

    Können die anderen Minister bitte auch zu der Einsicht gelangen, dass es da gerade dringendere Dinge zu tun gibt, um die man sich kümmern muss?

  4. 4. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  5. wenn sich der Rest dieser Regierung auch verabschieden würde.

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    • Lefty
    • 21. April 2013 13:52 Uhr

    Es wäre schön,wenn sich der Rest dieser Regierung auch verabschieden würde.
    Wahrlich eine frommer Wunsch,aber eben nur ein Wunschgedanke.

  6. Funktioniert ja ganz hervorragend...

    12 Leserempfehlungen
  7. Obendrein ist es auch ein Beispiel dafür, warum es wenig Frauen in den Vorständen gibt.
    Und das ist auch völlig in Ordnung.
    Lasst die Menschen wie sie sind und versucht sie nicht nach einer neuen Ideologie umzuformen.

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    Sie hat nicht aufgegeben, weil sie nicht mehr wollte oder sie nach einer Ideologie geformt wurde. Sie hat aufgegeben, weil ihre Politik versagt hat und beides ganz offensichtlich noch nicht geht.

    Frau Schröder kann man kaum als begründendes Beispiel angeben, warum so viele Frauen nicht in Vorständen sind. Wer ihren Lebenslauf und ihre konservative Einstellung alter Prägung betrachtet, kommt eher zu dem Schluss, dass SOLCHE Frauen nicht für diese Posten geeignet sind. Aber wieviele Frauen haben denn bitte die Einstellung von Frau Schröder? Man darf da nicht verallgemeinern. Die Gesellschaft hat sich nun mal gewandelt, wandelt sich ständig weiter und die Richtung ist gerade eindeutig die, dass einerseits ein bereits sehr gewachsener Teil von Frauen Karriere nach ganz oben machen wollen und eben nicht mehr der Ideologie "Mann Arbeit - Frau Familie" folgen. Andererseits gibt es eine steigende Zahl von Männern, die dies ebenfalls nicht mehr wollen, die für sich Vereinbarkeit von Beruf und Familie wollen oder sogar das alte Modell umkehren. Es gibt immer mehr Pluralismus der (auch gemeinsamen) Lebensentwürfe, wichtig wäre es von Seiten der Politik diese durch entsprechende Rahmenbedingungen (z. B. ausreichender Ausbau Kinderbetreuung) zu flankieren. Und der Teil der Frauen/Männer, die das traditionelle Modell leben wollen, haben ebenso die Möglichkeit dazu. Im Einzelfall liegt es aber letztlich an beiden Partnern, sich auf einen Entwurf zu einigen und diesen dann zu leben. Wenn der dann hieße, Frau macht Karriere, Mann eher Teilzeit/Familie/Haushalt, dann sollte dies nicht durch die sog. "gläserne Decke" verhindert werden.

    die wenigsten personen in den vorständen sind in einem alter, in dem familien gegründet und aufgezogen werden.
    ein erfahreneres alter in politik und wirtschaft ist schon angemessen.
    dieser wettlauf um "jüngste/r"wasweißichwas im amt bringt doch nicht wirklich was.
    es wäre viel wert, wenn in diese pöstchen damen wie herren kämen, die den erfahrungsschatz und die wertschätzung für die familie mitbringen und wissen wovon sie reden, wenn sie von familienfreundlich reden und nicht nur die nase in die luft strecken und jedem unter die nase reiben, dass sie s unter den widrigen bedingungen ja auch geschafft hätten.

  8. Jetzt ist Frau Schröder ist ihr eigenes Argument gegen die Quote geworden:

    Entweder sie ist eine Frau, die gern Karriere macht, bis ihr die Liebe zu ihrer Familie dazwischen kommt, so dass sie jetzt freiwillig aus dem Rennen ganz nach oben ausscheidet. Das ist nun nicht die Schuld "der Männer" im Politikbetrieb, die sie nicht teilhaben lassen, es ist ihre Entscheidung. Da ist sie nicht die einzige. Frau Schröders Ansichten zur gleichgeschlechtlichen Ehe und zur Religion (ihr berühmtes "das Gott"-Zitat) zeigen auch, dass sie diesen Schritt nicht tut, weil sie betonharten konservativen Wertvorstellungen anhängt.

    Oder gibt sie ihr Ministeramt auf, weil sie fühlt, dass sie dort nicht erfolgreich war? Die Umfragen könnten dies Version stützen. Wären daran "die Mäner" schuld? Die im Berliner Politikbetrieb dominanten Frauen sind aus einer älteren Generation und eher vom Typ "beinhart" als Frau Schröder. Ihre Erfolglosigkeit in Berlin könnte auch daran liegen, dass ihr diese Frauen das Leben schwer machen. Richtig ist aber auch, dass sie eine "Quotenfrau" ist in dem Sinne, dass sie ihren Ministerposten dem Regional- und Geschlechterproporz in der CDU verdankt. Dann wäre sie in einem anderen Sinne ein Argument gegen die Quote.

    Oder ist sie ein Symptom dafür, dass "unserer gesamte Gesellschaft" nicht auf Frauenkarrieren ausgerichtet ist. Das ist sie nicht. Aber glaubt man wirklich, dass sich dies durch Quoten ändert?

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    Das ist ein Argument FÜR die Quote. Mit Müttern könnte man Arbeitszeiten durchsetzen, die auch der Familie zugute kommen.

    Mit den Männern an sich hat das nicht direkt zu tun, nein- wenn, dann mit Fr. Schröders Mann.
    Sie musste aufgeben, weil beides offensichtlich nicht umsetzbar ist. Sie war ja sicherlich gerne Politikerin. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie jetzt gerne aussteigt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, ff
  • Schlagworte Kristina Schröder | Bundesregierung | CDU | Familie | Information | Kabinett
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