Gleichstellung : Bundestag stimmt gegen Frauenquote in Aufsichtsräten

Der Aufstand in der Union ist ausgeblieben: Schwarz-Gelb hat den Gesetzentwurf zur Frauenquote abgelehnt. Auch auf ein Angebot der Grünen gingen die CDU-Frauen nicht ein.
Familienministerin Kristina Schröder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (r., beide CDU) im Bundestag © Wolfgang Kumm/dpa

Die schwarz-gelbe Koalition hat im Parlament gegen die gesetzliche Einführung einer Frauenquote in deutschen Unternehmen gestimmt. 320 Abgeordnete von Union und FDP votierten gegen einen Gesetzentwurf des rot-grün dominierten Bundesrats. Schwarz-Gelb verfügt im Bundestag über 330 der insgesamt 620 Stimmen.

Der Plan sah vor, in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen eine Frauenquote einzuführen und diese stufenweise auf 40 Prozent zu erhöhen. Mit einer solchen Regelung hatte auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sympathisiert. Damit löste sie in ihrer CDU eine Debatte daüber aus – und erzwang schließlich eine kurzfristige Äußerung des CDU-Vorstands dazu. Als Folge plädieren die Christdemokraten nun in ihrem Wahlprogramm für eine 30-Prozent-Quote ab 2020 – und verhinderten damit, dass ausgerechnet ein Mitglied des schwarz-gelben Kabinetts sowie weitere Koalitionspolitiker für den Antrag der Opposition stimmen.

Den Streit über die Quote wollten die Grünen noch kurz vor der Abstimmung für sich entscheiden. Dazu reichten sie einen Änderungsantrag in den Bundestag ein, der inhaltlich exakt dem CDU-Kompromiss zur Frauenquote entsprach. "Mit einer Zustimmung zu diesem Antrag könnte die Unionsfraktion zumindest belegen, dass es ihr nicht nur um eine Vertagung der Frage auf den Sankt-Nimmerleins-Tag geht", hieß es in dem Antrag.

Das Papier kam aber nicht durch. "Auch bei einem geplanten Änderungsantrag ändert sich nichts an unserem Abstimmungsverhalten", hieß es seitens der Unionsfraktion vor der Abstimmung.

Mit dem Votum ihrer Abgeordneten ist die Diskussion für die Union aber noch nicht beendet. Vom Wirtschaftsflügel der CDU gibt es Kritik am Beschluss des Vorstands, die Quote ins Wahlprogramm aufzunehmen. Er wolle nicht, "dass wir in die Rechte von Aktionären, also in die Rechte von Eigentümern eingreifen", sagte der mittelstandspolitische Sprecher Michael Fuchs. "Das, meine ich, müssten die Hauptversammlungen machen, und nicht irgendeine politische Vorgabe." Zeitgleich hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Schwenk ihrer Partei verteidigt. Die CDU befasse sich als Volkspartei schon lange mit der Frage, mehr Frauen in Spitzenpositionen zu bringen, sagte sie der Bild-Zeitung. Vielen Frauen in der Union, nicht nur Ursula von der Leyen, sei die Gestaltung der Quotenfrage ein großes Anliegen. "Fragen von Gleichstellung, Familienpolitik, auch das Betreuungsgeld – so etwas wird bei uns in der CDU immer mit sehr viel Herzblut diskutiert", sagte die Kanzlerin. "Und man lernt: Nicht alle Frauen denken gleich."

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Kommentare

201 Kommentare Seite 1 von 17 Kommentieren

Und die Verelendung der Massen im Sinne der ...

Lehren von karl Marx nehmen Sie als Kollateralschaden eben so hin. Wenn Sie den Staat handlungsunfähgig machen, dann trifft diese die wirtschaftliche Schwachen, die öffentliche Krankenhäuser und Schulen brauchen, um sich und ihre Kinder auszubilden und für eine ordentliche Gesundheitsversorgung.

Wenn Sie wieder Neid und Missgunst in Europa haben wollen, dann ist es wohl auch nicht mehr weit, bis wieder die Gedanken vom Erbfeind und vom reinigenden "Stahlgewitter" sich Bahn brechen. Ferner schwächt die Krise dort auch die heimische Wirtschaft. Aber immer schön den Neid schüren, das ist ja so einfach.

CHILLY

tja Marx ist tot und mit ihm sein Denken

also diese Verelednung gibt es nur in den Büchern einer Wahlkampfmanagerin Nahles.
Womöglich hat ein Man mit 20 K Redehonorar pro Stunde daran dann auch seine MItschuld. Sowas ist natürlich asozial.
Aber wissen SIe:
Es gibt einfach ein Potenzial für eine klar konservative Partei mit liberalen bzw. libertären Vorstellungen.
Einen hypertrophierten Beamtenstaat (, wie ihn die Grünen fordern) , wollen natürlich die , die von ihm bezahlt werden ( eii sunt BEamte) und dafür bringen sie auch schon mal die (nicht wissenscahftlich validierte ) Moralkeuel ,wie sie auch die Zeit und alle ihre Bildungsbürger benutzen.

Natürlich gibt es einen Sozialstaat mit Krankenhäsuern etc..die übrigens auch der "Reiche " (nach grüner Definition) braucht, allerdings kann man ja dann die Ärzte nach dem offziell geltenden TV-Ärzte bezahlen anstaat sie alle zu beamten und sie in staatsabhängiges "Stimmvieh" zu verwandeln

Meine Hoffnung

Ich hoffe ja darauf, dass die Vertreter und Befuerworter von Politikerkorruption wie Herr van Essen (FDP) jetzt zu Gericht zieht, da er ja seine Haltung zur Korruption damit rechtfertigt, ansonsten waere ja das freie Mandat eingeschraenkt. Durch Koalitionszwang ist es geradezu ausgehebelt und er als alter Staatsanwalt wird ja hoffentlich jetzt taetig werden, ansonsten bin ich echt betruebt.

@ 10. Ist sie

Zitat: "Die gegenwärtigen Formulierungen sind verfassungskonform, weil sie nur bei gleicher Eignung greifen. Einfach mal in einschlägigen Grundgesetzkommentaren nachschlagen.

Eine feste Quote wäre demnach grundgesetzwidrig." (Zitat Ende)

Das Gleichheitsgebot wird in allen Stellenangeboten mit teils skurrilen Wortschöpfungen per Gesetz gefordert. Was "im täglichen Leben" gilt, muss grundgestzkonform auch für die Bekleidung von Positionen in Vorstand und Aufsichtsrat gelten.

Oder wollen Sie ernsthaft glauben machen, dass Frauen für Spitzenpositionen der Wirtschaft zu 97% weniger geeignet sind als Männer? Allein schon die Fülle von Kanzlerin und Ministerinnen sprechen eine andere Sprache..

Grundgesetzwidrig ist allein der Umstand, dass vernetzte, chauvinistische Männerbünde die Karrierechancen von Frauen blockieren. Eine Quote würde zumindest diesen Zustand lockern.

Im übrigen sage ich als Mann:

THE BEST MAN ON A TOP-JOB
IS A WO-MAN.

Lenin? Wer - wen?

Das nur am Rande.

Es diskriminieren Personen, die über Karrieren, d.h. über Jobs, Beförderungen, Arbeitsplatzwechsel entscheiden, nach bestimmten Merkmalen, zu denen prominent das Geschlecht gehört. Bevorzugt wird, nicht nur, nicht immer und nicht überall, aber mit signifikanter Häufigkeit, der karriereorientierte männliche Vollzeitmitarbeiter ohne störende Familienorientierung, benachteiligt werden, ebenfalls: nicht nur, nicht immer und nicht überall, aber mit signifikanter Häufigkeit, Frauen. Um beim Thema zu bleiben. Denn es gibt ja noch jede Menge andere Gruppen, die diskriminiert werden.

Falsch, ganz falsch.

Sie schrieben u. a.:

"Oder wollen Sie ernsthaft glauben machen, dass Frauen für Spitzenpositionen der Wirtschaft zu 97% weniger geeignet sind als Männer? Allein schon die Fülle von Kanzlerin und Ministerinnen sprechen eine andere Sprache.."

Die Kabinettsfrauen, ausgenommen die BuKaIn, sind eben die besten (oder schlechtesten) Beispiele, warum Frauen für solche Jobs nur in Ausnahmefällen geeignet sind - weil diese Ministerinnen eben nicht diese Ausnahmen darstellen:

Von Der Leyen? Forget her.
Schröder? Dito.
Leutheusser-Schnarri? Dito.
Aigner? Dito.
Westerwelle? Dito.
Wanka? Zu früh.

"Man"

[Na jetzt wissen wir's: Die Diskriminierung der Frauen habe ICH erfunden. Ob Sie von meiner Erfindung profitieren, weiß ich natürlich nicht. Aber ein bisschen stolz auf mein Erfindergenie bin ich jetzt schon. Danke, Herr Wilke, auch dafür, dass Sie einfach die Existenz von Argumenten behaupten, ohne auch nur eins zu nennen.]

Ich muss Sie enttäuschen. Ich sprach von "man". Sie sind nur einer von vielen, die ich unter "man" zusammengefasst habe. Ihr Erfindungsgenie hält sich also in Grenzen. Ihr Nachplappergenie ist allerdings in vollem Schwung. Argumente finden Sie in dieser Diskussion reichlich. Sie finden sogar welche in der Box im Artikel, auch wenn ZO sicher gestellt hat, dass die Argumente gegen die Quote nicht zu Geltung kommen. Aber Argumente gegen die Quote gibt es reichlich. Man muss sie nur zur Kenntnis nehmen wollen. Dass Sie an einer inhaltlichen Diskussion nicht interessiert sind, haben Sie klar gemacht.

Das wichtigste Eignungsmerkmal für einen Aufsichtsrat

ist Vertrauen. Das Vertrauen, das er bei seiner Wählerschaft hat.
Einem Aufsichtsrat werden Dinge anvertraut.

Eiskalte Karrieristen mit hervorragenden Kenntnissen und Fähigkeiten, fachlich bestens geeignet, aber mit der Ausstrahlung eines Menschen, dem man noch nicht mal einen Neuwagen abkaufen würde, gewinnen keine Wahlen.

Würden Sie anonyme Kandidaten und Parteien wählen?
Oder Ihren Lebenspartner?

kuestenwache

Inwiefern folgern Sie aus Unterrepräsentanz

einen Nachteil?

Ist für Sie jede Unterrepräsentanz (bezogen auf welche Grundgesamtheit und warum gerade diese?) gleichzusetzen mit einem Nachteil?

Bitte erläutern Sie weiterhin, warum ein Nachteil, den ein Individuum hat, zwingend ausgeglichen werden muss. Oder verwechseln bzw. setzen Sie die Begriffe 'Nachteil' und 'Benachteiligung' gleich?

Oft oder sogar ganz überwiegend ergeben sich 'Nachteile' eines Individuums aus dessen eigenen freien Entscheidungen. Wenn wir die Möglichkeit der freien Entfaltung abschüfen, fielen diese 'Nachteile' weg.

Plädieren Sie letztlich gar für Gleichheit in Unfreiheit und eine totalitäre Gesellschaft, in der es allen gleich schlecht geht? Mit Ausnahme derjenigen natürlich, die gleicher sind.

kuestenwache

Stereotyp

Lesen Sie den OECD-Bericht einfach mal, und reiten Sie nicht einfach nur auf den in Ihrem Kopf spukenden Geschlechter-Stereotypen rum, sondern schenken den Unterschieden zwischen den untersuchten LÄNDERN und den dafür identifizierten Ursachen ein bisschen Aufmerksamkeit und zwei, drei Gedanken.

Aber dann halten Sie vielleicht die naturgegebenen, angeborenen Unterschiede z.B. zwischen Belgiern und Deutschen für die Ursachen ....

Dieser Bericht

http://www.oecd.org/gende...

Stereotyp sind Ihre Bemerkungen über die angebliche Natur von Frauen und Männer allemal - Sie haben das doch geschrieben, dass Männer nun mal nichts dafür können ... und Frauen eben so sind? Und sorry, dass es keine Ihren Bedürfnissen angepasste übersichtliche Tabelle gibt, die den Unsinn in Ihrem Kopf bestätigt. Vielleicht können Sie auch eine kurze Mitteilung, auf die ich verlinkt hatte, von einem Forschungsbericht unterscheiden. Viel Freude bei der Lektüre.

wieder einer der es nicht begreift....

§ 4 Unterschiedliche Behandlung wegen mehrerer Gründe
Erfolgt eine unterschiedliche Behandlung wegen mehrerer der in § 1 genannten Gründe, so kann diese unterschiedliche Behandlung nach den §§ 8 bis 10 und 20 nur gerechtfertigt werden, wenn sich die Rechtfertigung auf alle diese Gründe erstreckt, derentwegen die unterschiedliche Behandlung erfolgt.

Aber- das begreifen solche Männer nicht- weil sie es nicht wollen. Wäre ja auch noch schöner wenn Frauen plötzlich gleichberechtigte Menschen wären.....

Verfehltes Staatsziel "Gleichbererechtigung"

Der Begriff der Gleichstellung grenzt sich ab gegen denjenigen der Gleichberechtigung. Während die Gleichberechtigung die juristische Gleichbehandlung zum Ziel hat, geht die Diskussion um Gleichstellung davon aus, dass die juristische Gleichbehandlung nicht automatisch zu einer faktischen Gleichbehandlung führt. Die Gleichberechtigung wurde in Deutschland 1994 zum Staatsziel erklärt durch den Zusatz zu Art. 3 Abs. 2

Satz 2 GG: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Dabei bestand im Gesetzgebungsverfahren Einigkeit, dass das Staatsziel „an alle Träger öffentlicher Gewalt gerichtet sein soll, keinen Individualanspruch auf ein bestimmtes staatliches Handeln einräumt und der Einwirkungsbereich nicht auf den Binnenbereich des Staates, namentlich den öffentlichen Dienst beschränkt ist, sondern der verbindliche Förderauftrag sich auf alle Bereiche der Gesellschaft erstreckt.“ (wikipedia)

Sinnhaftigkeit

> Ich frage mich, inwiefern es Sinn macht, Schülern Berufe mit
> geringeren Aufstiegschancen schmackhaft zu machen?

Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass es nach meinem Weltbild wirklich Wichtigeres gibt, auch beruflich, als die Frage nach den größten Aufstiegschancen. Aber das mag jeder anders sehen.

Unabhängig davon ist es natürlich ein Unding, dass im Jahre 2013 immer noch bestimmte Berufsfelder, darunter so gesamtgesellschaftlich wichtige wie etwa erzieherische oder pflegerische Tätigkeiten, derart wenig Anerkennung genießen und so vergleichsweise schlecht entlohnt werden.

Das muss ganz unabhängig von einer (durchaus m.E. in diesen Bereichen nötigen) Jungenforderung dringend anders werden. Damit würden dann auch automatisch Ihre (ja nicht ganz von der Hand zu weisenden) Zweifel gegenstandslos.

Allerdings: Auch zum jetzigen Zeitpunkt dürfte es für manch einen Knaben sehr viel sinnvoller sein, bspw statt Ingenieur eben Erzieher zu werden - einfach, weil letzteres beser zu ihm passt und er damit auf Dauer glücklicher wird.

Ob Sie mit Ihrer Annahme, den Mädchen würde am girl's day "eingeimpft", dass sie "zu Höherem" (ist Ingenieur denn höher als Pfleger? Finde ich jetzt ja nicht, aber egal) berufen seien, richtig liegen... ich weiß es nicht. Allerdings würde ich darauf spekulieren, dass das zwar im Einzelfall so sein mag... in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle aber den Mädchen eben nur das betreffende Berufsfeld mal vorgestellt wird.

@Alternativlos Re: 46. Maßnahme

Vergleichen Sie bitte die Anzahl der zuir Verfügung stehenden Teilnehmerplätze. Diese finden Sie in der rechten oberen Ecke der jeweiligen Homepages. Dann werden Sie feststellen, daß es um den Faktor 4 (!!!) mehr Plätze beim Girls-Day gibt.
Zum Boys-Day ist die Aktion "Mehr Männer in Kitas" geplant, da gebe ich Ihnen Recht. Als Zeichen zur Zustimmung zu dieser Aussage sollen an jeder Kita am 27.4. (??) Luftballons aufsteigen.

Ich werde an diesem Tag ganz genau die Kindertagesstätten in meiner Wohn- bzw. Arbeitsumgebung beobachten. Tun Sie das bitte auch und teilen Sie mir Ihre Eindrücke mit.

MfG
FT

Der Aktionstag

war bereits im März, wenn Sie den gleichen meinen, den mir google grad sagt
http://www.tagesspiegel.d...

zu den Teilnehmerplätzen würde ich mal vermuten, dass beim Boys Day noch nicht so viele Einrichtungen mitmachen (bundesweit erst sein 2010), der Girls Day ist da etablierter (etwa seit 2001?).
Oder man könnte jetzt auch noch spekulieren, dass die Girls Day-Gastgeber flexibler sind, da zB bei mir in einer wissenschaftlichen Einrichtung (kein Tagesablauf gleihct dem anderen) es kein Problem darstellt, mal eben 40 Mädchen ein paar Experimente machen zu lassen und sie für Physik zu begeistern. Wenn man sich da einen Kindergarten vorstellt (1 Erzieherin für 15 Kinder oder so), dann hat die vielleicht nicht so viel Luft und daher können die vllt nur 3 Jungs annehmen oder viele Kindergärten machen gar nicht mit. Das ist jetzt aber wie gesagt bloße Vermutung für die unterschiedlichen Teilnehmerplätze.