GleichstellungBundestag stimmt gegen Frauenquote in Aufsichtsräten

Der Aufstand in der Union ist ausgeblieben: Schwarz-Gelb hat den Gesetzentwurf zur Frauenquote abgelehnt. Auch auf ein Angebot der Grünen gingen die CDU-Frauen nicht ein.

Familienministerin Kristina Schröder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (r., beide CDU) im Bundestag

Familienministerin Kristina Schröder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (r., beide CDU) im Bundestag  |  © Wolfgang Kumm/dpa

Die schwarz-gelbe Koalition hat im Parlament gegen die gesetzliche Einführung einer Frauenquote in deutschen Unternehmen gestimmt. 320 Abgeordnete von Union und FDP votierten gegen einen Gesetzentwurf des rot-grün dominierten Bundesrats. Schwarz-Gelb verfügt im Bundestag über 330 der insgesamt 620 Stimmen.

Der Plan sah vor, in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen eine Frauenquote einzuführen und diese stufenweise auf 40 Prozent zu erhöhen. Mit einer solchen Regelung hatte auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sympathisiert. Damit löste sie in ihrer CDU eine Debatte daüber aus – und erzwang schließlich eine kurzfristige Äußerung des CDU-Vorstands dazu. Als Folge plädieren die Christdemokraten nun in ihrem Wahlprogramm für eine 30-Prozent-Quote ab 2020 – und verhinderten damit, dass ausgerechnet ein Mitglied des schwarz-gelben Kabinetts sowie weitere Koalitionspolitiker für den Antrag der Opposition stimmen.

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Den Streit über die Quote wollten die Grünen noch kurz vor der Abstimmung für sich entscheiden. Dazu reichten sie einen Änderungsantrag in den Bundestag ein, der inhaltlich exakt dem CDU-Kompromiss zur Frauenquote entsprach. "Mit einer Zustimmung zu diesem Antrag könnte die Unionsfraktion zumindest belegen, dass es ihr nicht nur um eine Vertagung der Frage auf den Sankt-Nimmerleins-Tag geht", hieß es in dem Antrag.

Das Papier kam aber nicht durch. "Auch bei einem geplanten Änderungsantrag ändert sich nichts an unserem Abstimmungsverhalten", hieß es seitens der Unionsfraktion vor der Abstimmung.

Für eine Frauenquote
  • Es geht um Chancengleichheit und Gleichberechtigung: Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung und sie sind genauso gut ausgebildet wie Männer.
  • Unternehmen, deren Führungsspitze aus Männern und Frauen besteht, erzielen bessere Ergebnisse.
  • Ein Großteil der Kaufentscheidungen wird von Frauen getroffen. 
  • Durch einen höheren Frauenanteil verbessert sich das Betriebsklima, die von Männern geprägten Spielregeln in Kommunikation und Karriereverhalten ändern sich mit mehr Frauen an der Spitze. 
  • Männer fördern eher Männer – und weil die Führungspositionen überwiegend mit Männern besetzt sind, rücken Frauen bei der Besetzung der Spitzenposten weniger ins Blickfeld. Es handelt sich um ein sich selbst erhaltendes System.
  • Frauen sind aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisierung oft nicht so stark darin, ihre Stärken und Erfolge zu kommunizieren. Sie machen weniger stark auf sich aufmerksam.
  • Es gibt viele Karrierenetzwerke und Eliteklubs, zu denen nur Männer Zutritt haben. Hier findet informelles Mentoring statt und hier werden die entscheidenden Karrierekontakte gemacht. Weil Frauen keinen oder nur schwer Zugang zu den Männernetzwerken haben, können sie von den Netzwerken kaum profitieren.

Fehlt ein Argument? Kontaktieren Sie uns: @zeitonline_kar

Gegen eine Frauenquote
  • Eine Frauenquote diskriminiert Männer.
  • Eine gesetzliche Quote greift in die unternehmerische Freiheit ein.
  • Durch die Quote wird Geschlecht zum Kriterium für die Besetzung einer Spitzenposition. Dabei sollte die Leistung und die Qualifizierung entscheidend sein.
  • Frauen werden als Quotenfrau in Unternehmen stigmatisiert.
  • In einigen Branchen und Unternehmen gibt es nicht ausreichend qualifizierte Frauen, um eine Quote einzuführen und einzuhalten.
  • Mädchen und junge Frauen wählen immer noch traditionelle Frauenberufe, aus denen heraus eine Karriere in eine Führungsposition unwahrscheinlich ist.
  • Viele Frauen wollen gar keine Karriere machen, sondern entscheiden sich bewusst für Familie.

Fehlt ein Argument? Kontaktieren Sie uns: @zeitonline_kar

Mit dem Votum ihrer Abgeordneten ist die Diskussion für die Union aber noch nicht beendet. Vom Wirtschaftsflügel der CDU gibt es Kritik am Beschluss des Vorstands, die Quote ins Wahlprogramm aufzunehmen. Er wolle nicht, "dass wir in die Rechte von Aktionären, also in die Rechte von Eigentümern eingreifen", sagte der mittelstandspolitische Sprecher Michael Fuchs. "Das, meine ich, müssten die Hauptversammlungen machen, und nicht irgendeine politische Vorgabe." Zeitgleich hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Schwenk ihrer Partei verteidigt. Die CDU befasse sich als Volkspartei schon lange mit der Frage, mehr Frauen in Spitzenpositionen zu bringen, sagte sie der Bild-Zeitung. Vielen Frauen in der Union, nicht nur Ursula von der Leyen, sei die Gestaltung der Quotenfrage ein großes Anliegen. "Fragen von Gleichstellung, Familienpolitik, auch das Betreuungsgeld – so etwas wird bei uns in der CDU immer mit sehr viel Herzblut diskutiert", sagte die Kanzlerin. "Und man lernt: Nicht alle Frauen denken gleich."

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Leserkommentare
  1. Eine Frauenquote wäre eine gesetzliche Form von Diskriminierung aufgrund des Merkmals des Geschlechts!

    Siehe Art. 3 Abs. 3 GG

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    Aber die gegenwärtige Form der Diskriminierung ist okay?

    immer wieder schön wie Menschen es schaffen ein Gesetz so zu lesen, das es ihnen gefällt.
    Darf ich auf folgendes Hinweisen:

    "(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

    Eine Frauenqoute wiederspricht nicht dem Grundgesetz!

    Was mich viel mehr Umtreibt ist die Zahnlosigkeit unserer Parlamente. Fraktionstreue (zwang) mag für den Kanzler praktisch sein und erleichtert das regieren, aber wirklich demokratisch ist sie kaum.
    Unabhängig davon ob nun CDU oder SPD, den MdB´s wird regelmäßig von der jeweiligen Regierung der Zahn bei wichtigen Themen gezogen.

    MfG

    die konservative Basis exisitert also noch.
    Natürlich versucht eine Ursel LEyen sich überall anzubiedern.
    Aber sie hat ja schon intern gemerkrt, dass man ihr die Aktion mit der qUote gut übelnahm.
    Würde die Union sich endlich mal wieder konservativer aufstellen, dann hätte sie sehr großes Potential..
    -wenig politisch korretes getue
    -keine Vergemeinschaftung, im Sinne von P€€r und Bilderberger Trittin, sondern strikte Kürzung des staates im club med
    -gegen Etatismus daheim, gegen Umverteilung zum Staat für eigenes Klientel( BEamte) im sinne der Grünen
    -klar geringere STeuerbelastung und keine Substanzbesteuerng..Familie als Kernstück der Gesellschaft mit intrafamiliärem Vermögenstransfer.

    Würde sie das so verfolgen, wär sie bald bei 45 % und hat immer noch Leihstimmen für die FDP

    • Newo
    • 18. April 2013 14:48 Uhr

    ist der jetzige Zustand nicht in Ordnung, aber ein Gesetz, welches einen Mindestprozentsatz von 40% Frauenanteil fördert ist absurd.
    Vielmehr sollten die Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden und beweisen müssen, dass sie nicht auf Grund von Geschlechts wegen die Frauen benachteiligen. Dann müsste man dieses Verhalten sanktionieren und das auf jeder Stellenebene.
    Quoten generell sind für mich nur ein Mittel der jeweiligen Lobby um die persönlichen Interessen einzelner unter dem Deckmantel des Allgemeinwohls durchzusetzen.

    • Chilly
    • 18. April 2013 14:54 Uhr

    Art. 3 Abs. 2 GG. Dort ist in Satz 2 ausdrücklich vorgesehen, dass der Staat die tatsächliche Gleichsetzung förden und bestehenden Nachteile beseitigen soll. Damit dürfte die verfassungsrechtliche Zulässigkeit von Quotenregelungen recht klar sein, zumal genau dies der Hintergrund dieser GG-Ergänzung war.

    Aber, wenn es nicht ins Weltbild passt, wird halt selektiv zitiert.

    CHILLY

    § 4 Unterschiedliche Behandlung wegen mehrerer Gründe
    Erfolgt eine unterschiedliche Behandlung wegen mehrerer der in § 1 genannten Gründe, so kann diese unterschiedliche Behandlung nach den §§ 8 bis 10 und 20 nur gerechtfertigt werden, wenn sich die Rechtfertigung auf alle diese Gründe erstreckt, derentwegen die unterschiedliche Behandlung erfolgt.

    Aber- das begreifen solche Männer nicht- weil sie es nicht wollen. Wäre ja auch noch schöner wenn Frauen plötzlich gleichberechtigte Menschen wären.....

    • TottiZ
    • 18. April 2013 14:24 Uhr

    In Deutschland bleibt weibliche Kompetenz ausgesperrt.

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    "In Deutschland bleibt weibliche Kompetenz ausgesperrt"

    Und daran würde eine Quote für Aufsichtsratsmitglieder in Dax-Konzernen auch nichts ändern. Wieviele sind denn davon überhaupt betroffen?

    Der wirkliche Mißstand besteht im unteren und mittleren Management.
    Auch dort bleiben Männer am liebsten noch unter sich, denn gleich (be-)fördert gerne gleich. Häufig sogar unbewußt, denn Gruppen (hier Entscheider) neigen dazu, homogen bleiben zu wollen.
    Wenn dort Frauen öfter die Chance bekämen, sich in Führungspositionen zu beweisen, hätten wir mehr Frauen mit Leitungskompetenz in der Breite der Arbeitnehmerschaft.
    Dann stellt sich die Qualifikationsfrage auch nicht mehr.
    Anonyme Bewerbungen und Frauenfördermaßnahmen auf betrieblicher Ebene würden hier Abhilfe schaffen.
    Ab einem gewissen Frauenanteil entfiele das Homogenitätskriterium Mann bei der Auswahl von Kandidaten dann.

  2. Mit dieser Abstimmung zeigt sich, welche Parteien für Männer und gerade für Väter junger Söhne nicht mehr wählbar sind.
    Staatlich verordnete Menschenquoten haben etwas faschistoides.

    Ich wäre sogar für eine Frauenquote, wenn sie über ALLE Bereiche gehen würde. Oder wenn es Maßnahmen geben würde, die Männer in Kitas und Grundschulen mehr fördern. Aber das entspricht nicht dem feministischen Weltbild der Blockparteien. Eine schlimme Politik ist das in diesem Land.

    MfG
    FT

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    für Männer in erzieherischen und pflegerischen Berufen
    http://www.boys-day.de/Bo...

    gibts.

    Der Begriff der Gleichstellung grenzt sich ab gegen denjenigen der Gleichberechtigung. Während die Gleichberechtigung die juristische Gleichbehandlung zum Ziel hat, geht die Diskussion um Gleichstellung davon aus, dass die juristische Gleichbehandlung nicht automatisch zu einer faktischen Gleichbehandlung führt. Die Gleichberechtigung wurde in Deutschland 1994 zum Staatsziel erklärt durch den Zusatz zu Art. 3 Abs. 2

    Satz 2 GG: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

    Dabei bestand im Gesetzgebungsverfahren Einigkeit, dass das Staatsziel „an alle Träger öffentlicher Gewalt gerichtet sein soll, keinen Individualanspruch auf ein bestimmtes staatliches Handeln einräumt und der Einwirkungsbereich nicht auf den Binnenbereich des Staates, namentlich den öffentlichen Dienst beschränkt ist, sondern der verbindliche Förderauftrag sich auf alle Bereiche der Gesellschaft erstreckt.“ (wikipedia)

    • WeLi
    • 20. April 2013 7:26 Uhr

    Entfernt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Ton. Danke, die Redaktion/sam

    • TDU
    • 18. April 2013 14:26 Uhr

    Millionen hart arbeitender Frauen, egal welcher Herkunft sind somit jeglicher Aufstiegsschancen beraubt.

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    Bitte werden Sie konkret. Wieviele Frauen in welchen Gebieten? Wieviele Bewerbungen liegen vor und wieviele wurden aus welchen Gründen abgelehnt?

    MfG
    FT

    Sorry es geht hier um vielleicht 100(!) Frauen in Aufsichtsräten.
    Wollen Sie aber mal wesen wo Millionen Menschen in D diskriminiert werden?
    DIe Faz hat dazu zufälligerweise heute einen Artikel (Titel "Geschlechterrollen in der Schule Faul, fahrig, Junge ") veröffentlich. Es geht um die systematische(!!!!nicht gläserne sondern systematische) Diskriminierung von Jungen in Schulen.
    Hier der Link

    http://www.faz.net/aktuel...

    Zitate aus dem Artikel:

    "Mädchen erhalten demnach im Schnitt bessere Schulnoten als Jungs (2,58 versus 2,67) - obwohl sie in standardisierten Leistungstests sogar schlechter abschneiden. Und auch Helbig weiß, dass Mädchen bessere Noten bekommen - „selbst in den Fächern, in denen sie im Durchschnitt geringere Kompetenzen haben als Jungen, zum Beispiel in Mathematik“."

    "Eine Motivation zur Jungenförderung sei in den Schulen gar nicht vorhanden, viele zeigten sich in dieser Frage ignorant. Diversity Management in Kitas und Schulen sei nicht gewollt, ,männlich’ assoziierte Verhaltensweisen würden abgelehnt."

    "Die in früheren Jahrzehnten zu beklagende Bildungsbenachteiligung der katholischen Arbeitermädchen vom Land sei heute abgelöst worden durch die Jungen als neue Bildungsverlierer."

    Wann berichtet die Zeit endlich mal über die Benachteiligungen von Jungen? Die FAZ traut es sich bereits. Wäre doch ein SChritt für mehr Gleichberechtigung oder?

  3. 1.) Eine Frauenquote im Aufsichtsrat verstößt gegen Eigentumsrechte. Der Aufsichtsrat ist keine Postenverteilungsmaschine.
    2.) Außerdem verkennt die Quote, dass vor 25 Jahren auch nicht mehr als 5-10% der jungen Frauen eine Managementkarriere anstrebten. Der Pool ist sehr klein, das wäre ein Gesetz, dass ca. 50 Frauen zu Gute käme, die dann in allen Aufsichtsräten säßen.
    3.) Die selbe Quote für L'OREAL wie für Daimler, sorry, aber das ist doch Quatsch; selbst von der Uni kommen in vielen Fällen nur knapp 10% weibliche Ingenieure.
    4.) Die Frauenquote im Aufsichtsrat verkennt die praktischen Probleme, befristete Verträge für junge Frauen, fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Normalbürger kommt nie in den Genuss eines AR-Mandats in einer Aktiengesellschaft.

    32 Leserempfehlungen
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    • Chilly
    • 18. April 2013 14:58 Uhr

    ausgestalten. So sind bei bestimmten Betriebsgrößen auch Arbeitnehmervertreter in Ausichtsräten vorgesehen, obwohl diese kein "Eigentum" am Unternehmen haben. Dies wurde vor vielen Jahren vom Bundesverfassungsgericht im sog. Mitbestimmungsurteil geprüft und für grundsätzlich zulässig gehalten, solange der Kapitalseite die Mehrheit bleibt (vom Sonderfall der sog. Montanmitbestimmung abgesehen). Ferner lässt das Gesetz den Anteilseignern ja die Auswahl der konkreten Frau völlig offen. Auch das blenden Sie in Ihrem hochdifferenzierten Beitrag völlig aus.

    CHILLY

  4. Aber die gegenwärtige Form der Diskriminierung ist okay?

    14 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zum Glück!"
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    Die gegenwärtigen Formulierungen sind verfassungskonform, weil sie nur bei gleicher Eignung greifen. Einfach mal in einschlägigen Grundgesetzkommentaren nachschlagen.

    Eine feste Quote wäre demnach grundgesetzwidrig.

    [Aber die gegenwärtige Form der Diskriminierung ist okay?]

    Von welcher gegenwärtigen Form der Diskriminierung sprechen Sie und wer hat gesagt, das wäre okay? Männer und Frauen könnten gemeinsam gegen Diskriminierung von Frauen UND Männern vorgehen. Oder man Geschlechterkämpfe führen?

    Männer und Frauen sollte beide das Interesse haben, dass diejenigen Führungskräfte werden, die am besten dafür geeignet sind - unabhängig vom Geschlecht. Eine Frauenquote ist dafür sicher nicht geeignet.

    "Aber die gegenwärtige Form der Diskriminierung ist okay?"
    ----------------------------
    Konkret WER diskriminiert denn WEN gegenwärtig?

    ... sehr o.k.

    • Socke9
    • 18. April 2013 18:39 Uhr

    Es gibt im Gesetz keine Diskriminierung von Frauen

  5. Bitte werden Sie konkret. Wieviele Frauen in welchen Gebieten? Wieviele Bewerbungen liegen vor und wieviele wurden aus welchen Gründen abgelehnt?

    MfG
    FT

    12 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Millionen Frauen "
  6. immer wieder schön wie Menschen es schaffen ein Gesetz so zu lesen, das es ihnen gefällt.
    Darf ich auf folgendes Hinweisen:

    "(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

    Eine Frauenqoute wiederspricht nicht dem Grundgesetz!

    Was mich viel mehr Umtreibt ist die Zahnlosigkeit unserer Parlamente. Fraktionstreue (zwang) mag für den Kanzler praktisch sein und erleichtert das regieren, aber wirklich demokratisch ist sie kaum.
    Unabhängig davon ob nun CDU oder SPD, den MdB´s wird regelmäßig von der jeweiligen Regierung der Zahn bei wichtigen Themen gezogen.

    MfG

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zum Glück!"
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    Und vor allem ist es unglaublich, wie viele Leute das Gesetzt überhaupt nicht verstehen!
    Natürlich verstößt die Quote gegen das Gesetzt, denn der Staat fördert die GleichBERECHTIGUNG, nicht die GleichSTELLUNG, wie es die Feministinnen gerne hätten.
    Übersetzt heißt das, der Staat fördert, dass jeder die gleichen Vorraussetzungen bekommt. Wenn ich nun einer bestimmten Gruppe auf grund angeborener Merkmale aber Vorzüge einrichte, so verhindere ich damit, dass alle die gleichen Bedingungen bekommen und dies verstößt damit natürlich gegen das Gesetz!

    Der Artikel 3 ist etwas länger, als sie ihn hier zitieren. Ich reiche mal den fehlenden Absatz 3 nach.

    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Das bezieht sich übrigens ausschließlich auf Gesetze, nicht auf vermeintlich oder tatsächlich diskriminierende Umstände.

    >>Unabhängig davon ob nun CDU oder SPD, den MdB´s wird regelmäßig von der jeweiligen Regierung der Zahn bei wichtigen Themen gezogen.<<

    Ich habe nie in einem Parlament gesessen, daher kenne ich die Umstände dort nicht, aber ich frage mich trotzdem, welche Art von Druck dort eigentlich gegenüber Menschen aufgebaut wird, so dass diese entgegen ihrer Überzeugung abstimmen (aber vielleicht werden ja auch Belohnungen versprochen, ein Aufsichtsratsposten hier, ein Vorstandsposten nach der Legislaturperiode dort usw.).

    Irgendwie kann ich es nicht nachvollziehen, wie man sich so verhalten kann. Vor allem, wie man sich dann auch noch hinstellen kann und dem Bürger einen stinkenden faulen Kompromiss, der das Papier nicht wert ist, auf dem der niedergeschrieben wurde, als "Sieg", als Erreichung des ursprünglich angestrebten Zieles zu verkaufen.

    Da wundern sich eben diese Politiker, denen gerade vor aller Augen das Rückrat gebrochen wurde, noch darüber, dass im Lande die Politikerverdrossenheit um sich greift.

    Das Raumschiff Berlin befindet sich offensichtlich schon längst jenseits des Mars.

    > immer wieder schön wie Menschen es schaffen ein Gesetz
    > so zu lesen, das es ihnen gefällt.

    Das kann ich, rein abstrakt betrachtet, unterschreiben... allerdings erlaube ich mir, auf diese Ihre Aussage...

    > Eine Frauenqoute wiederspricht nicht dem Grundgesetz!

    ...anzumerken, dass diese Frage in der Rechtswissenschaft seit längerem und auch aktuell noch intensiv diskutiert wurde und wird
    (und, ich denke das darf man behaupten: einigermaßen abseits der z.B. in Tageszeitungen oder deren Onlineforen stattfindenen ideologisch-emotional aufgeladenen Atmosphäre) .

    Mit Ihrer Annahme der Grundgesetzkonformität stehen Sie also zwar keineswegs alleine... aber dass das so ohne Weiteres fest stünde, kann man keinesfalls behaupten.

    Ich hoffe ja darauf, dass die Vertreter und Befuerworter von Politikerkorruption wie Herr van Essen (FDP) jetzt zu Gericht zieht, da er ja seine Haltung zur Korruption damit rechtfertigt, ansonsten waere ja das freie Mandat eingeschraenkt. Durch Koalitionszwang ist es geradezu ausgehebelt und er als alter Staatsanwalt wird ja hoffentlich jetzt taetig werden, ansonsten bin ich echt betruebt.

    "(2)....Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

    Dieser Punkt ist eine Grundgesetzänderung von 1994! Eine Alteration unseres Grundgesetzes.
    Doch zur Sache, eine Frauenquote währe die gesetzliche Festschreibung einer Benachteiligung der Männer, da selbst bei geringerer Qualifizierung eine Frau vorgezogen werden müsste, widerspricht also diesem Punkt.
    Weiterhin gibt es in Deutschland ein Anti-Diskriminierungsgesetz, mann kann also Rechtsmittel einlegen, wenn mann aufgrund seines Gechlechtes benachteiligt wird. Weiterhin Frauenbeauftragte, die sich speziell nur um diese Art der Diskriminierung kümmern, das sollte doch nun ausreichen. Der Skandal liegt doch eher in den Bereichen, in denen Frauen bei gleicher Leistung weniger Lohn bekommen oder einfach wg. der Gefahr einer zukünftigen Schwangerschaft nicht für die vakante Stelle genommen werden. Worin lieget dort das Problem? Einfach nur daran, das der Arbeitgeber an den Kosten einer Schwangerschaft beteiligt wird, und dadurch eine Frau tendenziell höhere Kosten verursacht. Wenn der Staat für diesen Fall komplett einspringen würde hätte kein Arbeitgeber mehr die Notwendigkeit einen Mann vorzuziehen, und das ganze Problem würde sich in Luft auflösen. Warum gibt es keine derartige Lösung? Warum wird darüber nicht diskutiert, anstatt sich um Pöstchen für vielleicht 100 Frauen in D zu kümmern?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, kg/tst
  • Schlagworte CDU | Ursula von der Leyen | Grüne | Angela Merkel | FDP | Unionsfraktion
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