WahlprogrammCDU will in sieben Jahren für die Frauenquote eintreten

Die CDU will nun doch eine gesetzliche Frauenquote einführen, aber nicht vor 2020. Mit dem Kompromiss soll der Erfolg der Opposition im Bundestag verhindert werden.

Die CDU hat im Streit um eine gesetzliche Frauenquote einen Kompromiss gefunden. Bei der Bundestagsabstimmung am Donnerstag sollen die Unionsabgeordneten zunächst gegen die Einführung einer Quote für die Aufsichtsräte von Dax-Unternehmen stimmen.

Bis 2020 solle die Forderung aber ins Wahlprogramm der Partei aufgenommen werden, sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner nach einer Sitzung des Bundesvorstands.

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Bislang hatte sich die CDU nur für die sogenannte Flexiquote ausgesprochen, die eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen vorsah. Eine verbindliche Frauenquote lehnte die Parteiführung dagegen ab.

Zuletzt hatte sich eine wachsende Zahl von Politikern aus CDU und FDP für eine gesetzliche Quote ausgesprochen, unter anderem auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Einige der Befürworter in der schwarz-gelben Koalition wollen am Donnerstag für den Quoten-Antrag der Opposition stimmen und ihm so womöglich zu einer Mehrheit zu verhelfen. Es ist bisher unklar, ob der CDU-Beschluss die Abgeordneten davon abhalten wird.

Dem Entwurf des Oppositionsantrages hatte der rot-rot-grün dominierte Bundesrat bereits im September vergangenen Jahres zugestimmt. Dafür waren auch zwei CDU-geführte Länder. Demnach soll in zwei Stufen bis Januar 2023 eine Mindestquote für Frauen von 40 Prozent in den Aufsichts- und Verwaltungsräten großer Unternehmen eingeführt werden.

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Leserkommentare
  1. ... finden Sie nicht auch, daß man sich bei Aussagen wie

    "Die CDU will nun doch eine gesetzliche Frauenquote einführen, aber nicht vor 2020."

    so ein klitzeklein wenig verar... na Sie wissen schon ... vorkommen könnte?
    Und zwar völlig unabhängig von der Frage, ob man für oder gegen eine Frauenquote ist.

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    .. vom Feinsten, in der Tat.

    Vielleicht ist es aber auch nur der Kniefall vor "realpolitischen Zwängen".

    Achtung, Zynismus voraus:
    Irgendjemand wird ausgerechnet haben, daß 2020 so viele CDU-Mitglieder weggestorben sind, daß ein solch radikaler politischer Schwenk dann auch im Bereich des Möglichen sein könnte.

    Mal völlig unabhängig von meiner Meinung zu einer Frauenquote an sich:
    Wenn nur die gleichen Leute, die hier einmal mehr so stramm und überzeugt an "konservativen Werten" festhalten, nicht ständig so weit vorne mit dabei wären, Traditionen und Werte anderer Kulturkreise und Religionen zu verurteilen, müsste man auch nicht laufend vor triefender Doppelmoral gegen einen Würgereiz ankämpfen ...

    da geht es doch überhaupt nicht mehr um die Quote oder was auch immer.

    Hier geht es darum das sich unsere Regierung windet wie ein Aal nur um nicht, wenigstens ein einziges mal eine eigene Meinung zu präsentieren.

    Wer lässt sich so etwas gefallen??

    Ob der Wähler verarscht wird ist der Regierung und vor allem der Merkel doch völlig egal, Hauptsache dem politischen Gegnern werden die Themen weggenommen und deren Wähler bleiben zu Hause.
    Dafür gib es einen Begriff: Asymmetrische Demobilisierung.

    >> Und zwar völlig unabhängig von der Frage, ob man für oder gegen eine Frauenquote ist. <<

    ... Frauenquote haben jetzt jedenfalls drei neue, gute Argumente:

    1. Merkel
    2. von der Leyen
    3. Schröder

  2. ... wäre es nicht effektiver, die Männerquote einfach sukzessiv abzusenken?

    4 Leserempfehlungen
    • WeLi
    • 15. April 2013 15:02 Uhr
    3. Toll!

    Was, in sieben Jahren schon? So früh? Ja ist denn die CDU von Sinnen? Frühestens 2030 könnte man in den Prozess einsteigen, sonst wird am Ende noch der (weibliche) Wähler nervös.Alles andere kommt einer spontanen Entscheidung im Affekt gleich....

    Vielleicht könnte man dieses Thema ja auch an die Endlagersuche für den Atommüll koppeln; eine Paketlösung also. Oder: man verbindet weitere Schritte mit dem europäischen Einigungsprozess; auch dann wird die Umsetzung garantiert kaum noch ein heutiger Zeitgenosse erleben.
    Und dann muss ja wohl auch erst mal eine Kommission dafür gegründet werden - allein die braucht schon ca. 5 Jahre für ein Ergebnis.

    Vertagen, verschieben, abwiegeln, wegdrücken - so kennen wir die CDu unter Merkel. Selten ist der Unterschied so drastisch deutlich geworden.

    16 Leserempfehlungen
  3. Warum ist die Quote jetzt falsch in 7 Jahren aber richtig?

    Die Abwesenheit jeder inneren Logik, der komplette Mangel an Realitätsbezug und das zynische, machtpolitische Taktieren nur oberflächlich bedeckt durchs Merkels Mutti-Mäntelchen ist das Markenzeichen von Schwarz-Gelb.

    Warum lassen wir uns nur so verarschen?

    21 Leserempfehlungen
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    nichts als Wischiwaschi.

    Aber klar "Nein" sagen geht nun doch nicht , sind ja bald Wahlen ..........

    Und, was heißt das jetzt im Klartext? Ist von der Leyen und ihr Anhang umgefallen? Ach ja, dass nennt man ja Fraktionsdisziplin..................

  4. Köstlich > 2020, wäre es nicht so himmelschreiend, müsste ich sehr lachen!

    Alles was Merkel & CDU wollen: dieses Thema vom Tisch! Könnte ja im Wahlkampf unbequem werden.
    2020 heißt übersetzt: Chancengleichheit, du kannst mich mal!

    12 Leserempfehlungen
  5. .. vom Feinsten, in der Tat.

    Vielleicht ist es aber auch nur der Kniefall vor "realpolitischen Zwängen".

    Achtung, Zynismus voraus:
    Irgendjemand wird ausgerechnet haben, daß 2020 so viele CDU-Mitglieder weggestorben sind, daß ein solch radikaler politischer Schwenk dann auch im Bereich des Möglichen sein könnte.

    Mal völlig unabhängig von meiner Meinung zu einer Frauenquote an sich:
    Wenn nur die gleichen Leute, die hier einmal mehr so stramm und überzeugt an "konservativen Werten" festhalten, nicht ständig so weit vorne mit dabei wären, Traditionen und Werte anderer Kulturkreise und Religionen zu verurteilen, müsste man auch nicht laufend vor triefender Doppelmoral gegen einen Würgereiz ankämpfen ...

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sagen Sie mal,"
  6. wahrscheinlich ist in den nächsten 7 Jahren ein evolutionärer Quantensprung beim weiblichen Geschlecht zu erwarten, von dem nur bestimmte CDU Mitglieder wissen...
    oder man will in 7 Jahren die Unternehmensstruktur neu ordnen, und die Aufsichtsräte abschaffen.
    Man muss Alles verändern, damit es so bleibt, wie es war.

    2 Leserempfehlungen
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    Die Probleme liegen doch beim männlichen Geschlecht, da müsste doch die evolutionäre Veränderung passieren. Der Sinn der Quote ist es ja gerade, männliches Fehlverhalten aufzubrechen (also vor allem die menschliche, aber nicht nur in Hinsicht auf das Geschlecht katastrophale Tendenz, sich selbst möglichst ähnliche Bewerber zu bevorzugen), nicht, Frauen zu fördern.

  7. "Bis 2020 solle die Forderung aber ins Wahlprogramm.."

    Mal schauen, welche der Blockparteien bis 2020 als wählbare Partei überhaupt noch zur Debatte steht.....
    Zumindest hat man sich damit schonmal die weiblichen Wählerstimmen "gesichert"....

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, tis
  • Schlagworte CDU | FDP | Ursula von der Leyen | Bundestag | Dax-Unternehmen | Frauenquote
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