Vor der Bundestagsabstimmung zur Frauenquote versucht die Union, Abweichler umzustimmen. Laut Bild am Sonntag suchte deshalb auch Bundeskanzlerin Angela Merkel das Gespräch mit ihrer CDU-Parteifreundin Ursula von der Leyen. Allerdings habe es kein Ergebnis gegeben. 

Die Bundesarbeitsministerin gilt – abweichend von der Parteilinie – als Befürworterin einer Quote. Von der Leyen wolle sich Anfang der Woche zu ihrem Abstimmungsverhalten erklären.

Der Bundestag wird am Donnerstag über einen von der Opposition eingebrachten Gesetzentwurf für die Frauenquote in Unternehmen abstimmen. Die Regierungsmehrheit von Union und FDP will das verhindern. Bei mindestens 21 Abweichlern aus der Koalition hätte der Oppositionsantrag eine Mehrheit.

Die Frauen – und auch ein paar Männer – in der Unionsfraktion, die eine Quote befürworten, stehen deshalb unter starkem Druck. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mahnte die Abweichlerinnen in der Welt am Sonntag: "Ich setze auf die Klugheit unserer Frauen, sich nicht auf durchsichtige Manöver der Opposition einzulassen."

"Wir lassen uns als Koalition nicht auseinanderdividieren"

Führende Unionspolitiker forderten von der Leyen auf, sich der Fraktionsdisziplin zu unterwerfen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, warnte die Ministerin: "Ein Regierungsmitglied kann nicht für einen Antrag der Opposition stimmen." Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte: "Wir lassen uns als Koalition nicht auseinanderdividieren."

Die Unionsfraktion befürwortet mehrheitlich das Modell der Flexiquote von Frauenministerin Kristina Schröder. Es sieht vor, dass die Unternehmen verpflichtet werden, selbst eine Frauenquote festzulegen.