US-Kolumne: Deutschland, werd' erwachsen
Das Gerangel um den NSU-Prozess schadet Deutschlands Image. Kolumnist Eric T. Hansen findet: Den türkischen Medien sollte man unbedingt Plätze anbieten – und heißen Tee.
© Peter Kneffel/dpa

Eingang zu Saal 101 im Oberlandesgericht München, wo der Prozess gegen Mitglieder der rechten Terrorzelle NSU stattfinden wird
Manchmal ist meine amerikanische Verwandtschaft einfach peinlich. Sie stellt die dämlichsten Fragen. Letztens wollte ein Cousin am abendlichen Esstisch wissen: "Gibt es noch Nazis in Deutschland?"
"Lest Ihr denn überhaupt keine Zeitung?", fragte ich zurück. "Natürlich gibt es Nazis in Deutschland. Sie laufen frei durch die Straßen, ermorden Ausländer unter der Nase des Verfassungsschutzes und sitzen sogar in zwei Landtagen. Hallo?"
Der kleine Seitenhieb mit dem Zeitunglesen war vielleicht ein wenig unfair. Die Wahrheit ist: Die Presse im Ausland nimmt die Probleme Deutschlands mit seinen Neonazis nur begrenzt wahr. In der New York Times zum Beispiel gab es anfangs ein oder zwei bescheidene Artikel über den NSU und Beate Zschäpe, und dieses Jahr noch gar nichts. So spannend ist sie für uns einfach nicht. Bisher jedenfalls.
Denn seit Kurzem ist es nicht mehr nur eine Story über rechte Mörder, sondern eine Geschichte darüber, wie sich Deutschland auf der internationalen Bühne verhält. Bisher hat sich das plötzlich zur Weltmacht gewordene Land dort eher tapsig angestellt.

Genau genommen hat Deutschland bereits seit dem Zweiten Weltkrieg ein Image-Problem. Faktisch gehört es zu den vorbildlichsten Ländern der Welt. Es ist eine stabile und faire Demokratie, verbindet erfolgreichen Kapitalismus mit großzügigen Sozialprogrammen und erhebt international immer wieder die Stimme der Vernunft. Im Ausland weiß man das übrigens. Doch all diese Errungenschaften verpuffen, sobald irgendjemand nur einmal das N-Wort flüstert.
Deshalb ist der NSU-Prozess so gefährlich für die Deutschen – und eine große Chance. Bis jetzt nahm ihn die Weltöffentlichkeit kaum wahr. Doch dann wurde türkischen Journalisten ein fester Sitzplatz im Gericht verweigert und auch eine Videoübertragung oder andere Lösungen kategorisch als unmöglich abgestempelt. Die türkische Zeitung Sabah will nun sogar eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einlegen, Hürriyet denkt ebenfalls darüber nach.
Und schon rückt das Bild der Deutschen in ein neues Licht: sture, selbstgerechte, verbohrte Beamte, die bellen: "Ich führe nur Befehle aus!" Woran erinnert uns das bloß?





kaum, dass unsere Qualitätsmedien Termine versäumen und sich dann darüber
beklagen.
darüber informiert hätten, daß die türkischen Medien (übrigens sind fast alle internationalen Medien nicht vertreten) nicht etwa geschlafen haben, sondern daß kein Startzeitpunkt ebenso wie keine Vorlaufzeit für das Windhundrennen vorlag, dann sollte solch ein Kommentar gar nicht mehr kommen dürfen.
Informieren Sie sich bitte über alle Einzelheiten, bevor Sie posten - man kann hier auf ZO in anderen Beiträgen genau nachlesen, wie das Rennen abgelaufen ist und wieso eigentlich diese erregten Diskussionen nötig sind.
darüber informiert hätten, daß die türkischen Medien (übrigens sind fast alle internationalen Medien nicht vertreten) nicht etwa geschlafen haben, sondern daß kein Startzeitpunkt ebenso wie keine Vorlaufzeit für das Windhundrennen vorlag, dann sollte solch ein Kommentar gar nicht mehr kommen dürfen.
Informieren Sie sich bitte über alle Einzelheiten, bevor Sie posten - man kann hier auf ZO in anderen Beiträgen genau nachlesen, wie das Rennen abgelaufen ist und wieso eigentlich diese erregten Diskussionen nötig sind.
Ich habe hin und wieder in der New York Times nachgesehen, ob tatsächlich darüber berichtet wurde. Mir ist nichts aufgefallen.
Ich glaube, daß das vorgehen der Türkischen Presse, bei vielen Amerikanern sogar unverständnis hervorrufen würde. Vor allem sind US Behörden, was Procedure anbelangt sehr streng. Die ausschreibung fand statt und die Journalisten der türkischen Presse haben sich einfach zu spät angemeldet. Wichtig für mich ist das die Angehörigen der Opfer einen Platz im Gerichtssaal haben, die Presse ist mir egal. Im übrigen gibt es auch in Amerika Aussschreibungen und wer den termin verpasst, kommt halt nicht rein. Ich glaube auch nicht das die Amerikaner die Nazi-Keule schwingen, warum sollten sie auch, die wissen das die BRD ein Rechtsstaat ist.
In Amerikanischen U-Bahnen lese ich auch immer...Thats the Law.
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/sam
ich habe in der NYT nachgesehen und bisher gibt es keinen Artikel darüber gefunden. Auch werden die Deutschen von den Amerikanern überhaupt nicht angegriffen.
ich habe in der NYT nachgesehen und bisher gibt es keinen Artikel darüber gefunden. Auch werden die Deutschen von den Amerikanern überhaupt nicht angegriffen.
Ich habe hin und wieder in der New York Times nachgesehen, ob tatsächlich darüber berichtet wurde. Mir ist nichts aufgefallen.
Ich glaube, daß das vorgehen der Türkischen Presse, bei vielen Amerikanern sogar unverständnis hervorrufen würde. Vor allem sind US Behörden, was Procedure anbelangt sehr streng. Die Ausschreibung fand statt und die Journalisten der türkischen Presse haben sich einfach zu spät angemeldet. Wichtig für mich ist das die Angehörigen der Opfer einen Platz im Gerichtssaal haben, die Presse ist mir egal. Im übrigen gibt es auch in Amerika Aussschreibungen und wer den termin verpasst, kommt halt nicht rein. Ich glaube auch nicht das die Amerikaner die Nazi-Keule schwingen, warum sollten sie auch, die wissen das die BRD ein Rechtsstaat ist.
In Amerikanischen U-Bahnen lese ich auch immer...Thats the Law.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/sam
ich habe in der NYT nachgesehen und bisher gibt es keinen Artikel darüber gefunden. Auch werden die Deutschen von den Amerikanern überhaupt nicht angegriffen.
wegen der Zeitverschiebung ehr Grund hätte, das anewendete Verfahren zu kritisieren.
wegen der Zeitverschiebung ehr Grund hätte, das anewendete Verfahren zu kritisieren.
ob das eine das andere unbedingt ausschließen muss, bzw. hier das eine gegen das andere als Rechtfertigung angeführt werden darf.
Der geleistete Amtseid verhindert von Berufs wegen sicher nicht eine besonders umsichtige Vorgehensweise in besonders sensiblen Fällen, wie hier sicherlich einer vorliegt.
Ich finde schon, daß hier eine klare Handlungsmaxime für einen Richter vorgegeben wird.
Wenn er nach seinem besten Wissen und Gewissen zu einer Rechtsaufassung gelangt ist, darf er nicht - so wie Artikel gefordert - anderen Erwägungen, die nicht auf klaren und relevanten Rechtsnormen beruhen, die aber nichts mit der Wahrheits- und Rechtsfindung zu tun haben einen Vorrang einräumen.
Wenn er mit deiner Rechtsauffassung falsch liegt, so kann er nur von einer übergeordneten Gerichtsinstanz aufgehoben werden.
Wenn es dagegen erst mal einreißt, daß Gerichte auf Druck von Politikern und Presse reagieren, dann fängt das Rechtssystem zu schwimmen an.
Ich halte den Tenor dieses Artikels daher für flapsig, verfehlt und gefährlich. Sowas kann gerne ein Drehbuchautor für "Boston Legal" bringen.
Ich finde schon, daß hier eine klare Handlungsmaxime für einen Richter vorgegeben wird.
Wenn er nach seinem besten Wissen und Gewissen zu einer Rechtsaufassung gelangt ist, darf er nicht - so wie Artikel gefordert - anderen Erwägungen, die nicht auf klaren und relevanten Rechtsnormen beruhen, die aber nichts mit der Wahrheits- und Rechtsfindung zu tun haben einen Vorrang einräumen.
Wenn er mit deiner Rechtsauffassung falsch liegt, so kann er nur von einer übergeordneten Gerichtsinstanz aufgehoben werden.
Wenn es dagegen erst mal einreißt, daß Gerichte auf Druck von Politikern und Presse reagieren, dann fängt das Rechtssystem zu schwimmen an.
Ich halte den Tenor dieses Artikels daher für flapsig, verfehlt und gefährlich. Sowas kann gerne ein Drehbuchautor für "Boston Legal" bringen.
Ich verstehe nicht so recht, wieso sich einige darüber aufregen, dass Politiker sich für ihre Staatsbürger im Ausland einsetzen. Das ist nichts neues, auch nicht für Deutschland. Man denke an den Fall Marco Weiss, der 2007 wegen Vergewaltigungsvorwürfen in türkischer Haft war. Der damalige Außenminister Steinmeier rief bei seinem türkischen Amtskollegen an und bat um die Freilassung. Sämtliche andere deutsche Politiker haben diesbezüglich einen riesen Rummel veranstaltet und sich eingemischt.
handelt es sich bei den Ermordeten um deutsche Staatsbürger. Auch türkischstämmige Deutsche sieht die türkische Regierung aber als ihre eigenen Staatsbürger an.
hört hört ! Das ist richtig...wobei zu Ehrenmord Prozessen kommt auch keine Hürriyet
handelt es sich bei den Ermordeten um deutsche Staatsbürger. Auch türkischstämmige Deutsche sieht die türkische Regierung aber als ihre eigenen Staatsbürger an.
hört hört ! Das ist richtig...wobei zu Ehrenmord Prozessen kommt auch keine Hürriyet
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren