RechtsextremismusApfel als Bundesvorsitzender der NPD bestätigt

Die rechtsextreme Partei hat Holger Apfel erneut zu ihrem Chef gewählt. Der Parteitag in Weinheim wurde von Protesten begleitet, Hunderte demonstrierten.

Der NPD-Vorsitzende Holger Apfel

Der NPD-Vorsitzende Holger Apfel  |  © Jens Büttner/dpa

Der Bundesparteitag der rechtsextremen NPD hat Holger Apfel als Bundesvorsitzenden bestätigt. Der sächsische Landtagsabgeordnete ist seit 2011 NPD-Chef. Er versucht, die Partei nach außen gemäßigter wirken zu lassen. Zu seinen Stellvertretern wurden laut einer Mitteilung der Partei Udo Pastörs, Karl Richter und Frank Schwerdt gewählt.

Der zweitägige Bundesparteitag der Rechtsextremisten in Weinheim bei Mannheim wurde von Protesten begleitet. Ein Bündnis aus Parteien und Vereinen versammelte sich am Sonntagmorgen erneut zu einer Kundgebung: Laut Polizei waren 400 Gegendemonstranten vor Ort, die Lage war friedlich. Schon am Samstag hatten etwa 250 Menschen demonstriert. Die Polizei sperrte den Versammlungsort in einer Kneipe im Ortsteil Sulzbach mit einem Großaufgebot ab.

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Lange hatte die NPD geheim gehalten, wo sie ihren Parteitag abhalten wird. Ursprünglich sollte die Tagung im Landkreis Coburg stattfinden, dort musste sie aber wegen Straßenbauarbeiten am Veranstaltungsort abgesagt werden. Das Landratsamt hatte eine Verschiebung der Arbeiten abgelehnt, auch das Verwaltungsgericht Bayreuth wollte sie nicht stoppen lassen.

Derzeit ist die NPD in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern in den Landtagen vertreten. Bei der Bundestagswahl 2009 kam die Partei auf 1,5 Prozent. 2011 hatte sie bundesweit rund 6.300 registrierte Mitglieder, 300 weniger als im Vorjahr. Der Bundesrat hat beim Bundesverfassungsgericht ein Verbot der NPD beantragt.

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Leserkommentare
  1. Das Gute an dieser Meldung: Sie wird auf kein allzu großes Interesse stoßen, auch wenn sie am Ge­burtstag des Namensgebers der „Hitler-Bewegung“ zustande kam. Apfel bleibt also Gröpaz (größter Parteivorsitzender aller Zeiten). Mit dessen „Erfindung“, der „seriösen Radikalität“, sollte der große Sprung gelingen. Nach dem Einzug in zwei Landtage war verbale Zurückhaltung angesagt, um viel­leicht moderatere Wähler hinzuzugewinnen. Eine zu erwartende Strategie, äfft die Apfel-Bewe­gung doch penetrant ihr Vorbild, die "Hitler-Bewegung", nach. Auch der Namensgeber dieser Bewe­gung fraß nach dem ersten großen Wahlerfolg 1930 kräftig Kreide, um potentielle Wähler aus bürgerli­chen Schichten nicht zu verprel­len. Dies gelang leider. Heute gelingt dies nicht mehr. Berlin ist nicht Weimar. Und Berlin ist auch nicht Weinheim. Es hat sich ausge­spukt. Bald wird sich im säch­sischen Landtag niemand mehr weigern, der Ausch­witz-Opfer zu gedenken. So wie es der Gröpaz Ap­fel 2005 tat.

    4 Leserempfehlungen
  2. Mit Beileid der Stadt Weinheim, die dieses mal das ätzende Theater NPD für ein Wochenende ertragen musste.
    Es ist schon ein Jammer, dass auch über ein Jahr nach dem Auffliegen der NSU der Verfassungsschutz (Schützt Nazis vor der Verfassung?) unser Steuergeld überzeugten Rechtsextremen schenkt und das ganze dann V-Männer nennt. Mir konnte immer noch niemand überzeugend darlegen, wofür diese jetzt eigentlich genau gut sein sollen.

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    Die Stadt muss einem nicht leid tun. Über 40.000 Menschen hätten ein Zeichen setzen können. Die gesamte Region hat versagt. Aus Heidelberg hätten Studenten kommen können, aus Mannheim die Arbeiter. Aber nein, in der achso stolzen Rhein-Neckar-Region interessiert es kaum jemanden, wenn die NPD dem Führer gedenkt.

    Weinheim ist Partnerstadt von Ramat Gan. Die Israelis dort werden sich ob des minimalen Widerstandes schämen.

  3. .. haben sie, wo sie sich treffen wollen - das hat schon was.

    Mein Vorschlag: macht doch das nächste Mal euren Parteitag über Skype-Videokonferenz. So viele seid ihr ja nicht, das geht schon. Und dann gibt's auch keinen Stress mit Straßenbaulärm oder voll aufgedrehten Heizungen.

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    Ist ziemlicher Unfug, weil es ja ein relativ kurzfristig nötiger Ausweichtermin war.
    Aus NPD wär es ja im Zweifel auch nachvollziehbar, man wollte halt nicht wieder vor Gegendemo und Baustelle stehen.

  4. Die Stadt muss einem nicht leid tun. Über 40.000 Menschen hätten ein Zeichen setzen können. Die gesamte Region hat versagt. Aus Heidelberg hätten Studenten kommen können, aus Mannheim die Arbeiter. Aber nein, in der achso stolzen Rhein-Neckar-Region interessiert es kaum jemanden, wenn die NPD dem Führer gedenkt.

    Weinheim ist Partnerstadt von Ramat Gan. Die Israelis dort werden sich ob des minimalen Widerstandes schämen.

    3 Leserempfehlungen
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    Die Veranstaltung zu ignorieren erscheint mir sinnvoller als sie durch eine massive Gegendemonstration aufzuwerten. Völlig absurd ist es, zu behaupten, dass sich die Israelis in Ramat Gam ob des minimalen Widerstandes in Weinheim schämen müssten. Die Bewohner von Ramatr Gan sind hier wirklich unbeteiligt, sie brauchen sich für nichts zu schämen.

    Entfernt. Bitte beachten Sie das Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/jk

    . . . warum ich dort nicht aufgekreuzt bin. Diese braune Brut ist den Dreck unter meinen Schuhen nicht wert und ich werde einen Teufel tun und denen meine Aufmerksamkeit schenken. Dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade. Ich weiß leider nicht mehr wo und wann es war, aber eine kleine Stadt hat vor Jahren genau das Richtige getan, als dort eine Nazidemonstration stattfinden sollte: Die Geschäfte waren geschlossen, die Gardinen zugezogen, die Straßen leer. [...]

    Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl - auch und gerade bei berechtigter Kritik. Danke, die Redaktion/fk.

  5. Das große Ziel die heimischen Früchte vor eingewanderten Südfrüchten zu schützen und einen arischen Obstbestand zu wahren ist bald erfüllt!

    Den Haufen kann man nur mit Humor nehmen ;)

    3 Leserempfehlungen
  6. 6. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

  7. 7. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/jk

  8. 8. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ff
  • Schlagworte NPD | Holger Apfel | Arbeit | Bundesrat | Bundestagswahl | Bundesverfassungsgericht
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