Münchner Oberlandesgericht : CDU-Politiker Polenz mahnt Türkei zur Mäßigung im NSU-Streit

Der Streit um die Platzvergabe im NSU-Prozess "schießt weit übers Ziel hinaus", sagt Ruprecht Polenz. Er verteidigt die Justiz – und warnt die Türkei vor weiterer Kritik.
Die Pressetribüne des Oberlandesgerichts München, wo der NSU-Prozess stattfinden wird © Christof Stache/AFP/Getty Images

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, hat die Türkei zur Mäßigung im Streit über die Vergabe von Journalistenplätzen im NSU-Prozess aufgefordert. Das Münchener Oberlandesgericht habe es zwar am nötigen Fingerspitzengefühl fehlen lassen, sagte der CDU-Politiker der Berliner Zeitung. "Aber ich möchte die türkische Politik dringend warnen, das Rad der Kritik nun noch eine Umdrehung weiter zu drehen." Es bestehe keinerlei Anlass, an der Fähigkeit des Gerichts zu zweifeln, das Verfahren in der Sache "vernünftig, fair und zielgerichtet" zu bewältigen.

Im ZDF ergänzte er, die Türkei habe allen Grund, Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat zu setzen, vor allen Dingen in die deutsche Justiz." Aus der ungeschickten Vergabe der Plätze zu folgern, dass der ganze Prozess nicht fair verlaufen werde, "schießt weit über das Ziel hinaus".

Im Streit über die Vergabe von Beobachterplätzen beim NSU-Prozess hatte die türkische Regierung am Wochenende den Druck auf Deutschland erhöht. Außenminister Ahmet Davutoğlu forderte in einem Telefonat mit seinem Kollegen Guido Westerwelle ungehinderten Zugang zu dem Verfahren um die Neonazi-Mordserie – nicht nur für türkische Journalisten, sondern auch für Vertreter der türkischen Regierung und des türkischen Staates. Westerwelle äußerte Verständnis, verwies aber zugleich auf die Unabhängigkeit der Justiz.

Gericht setzt auf Plätzetausch

Kein einziges türkisches Medium hat einen festen Beobachterplatz für den Prozess um die rechtsextremistische Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erhalten. Dies war auch von der Bundesregierung kritisiert worden ist. Der Prozess stößt in der Türkei auf besonders Interesse, weil acht der zehn Mordopfer Türken waren.

Das Oberlandesgericht München rechtfertigt seine Entscheidung mit dem Argument, die Journalistenplätze seien nach Reihenfolge der Anfragen vergeben worden. Eine Verlegung der Verhandlung in einen größeren Saal lehnt das Gericht ab, weil dies gegen das Gerichtsverfassungsgesetz verstoße. Stattdessen verwies das Gericht auf die Möglichkeit, dass akkreditierte Journalisten ihre festen Plätze für türkische Kollegen freimachen könnten.

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Kommentare

655 Kommentare Seite 1 von 30
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RE59 erst lesen, dann posten

Es spricht gar nichts dagegen, dass Herr Polenz sich als Mitglied der Legislative in Belange der Judikative einmischt. Die Kritik an die Einmischung richtete sich gegen einen anderen Mitdiskutanten, der den türkischen Politikern das Recht, sich einzumischen, absprach, weil in Deutschland schließlich Gewaltenteilung herrsche.
Bevör Sie also oberlehrerhaft bitten, erst lesen.

Die Quelle ist aber nun auch kein Fundus an Objektivität.

Über den Mord in Neukölln wurde übrigens bei XY berichtet. Weiterhin kam ein Russe aus der Gruppe zu Tode. Für islam.de genausowenig erwähnenswert wie der Grieche und die deutsche Polizistin unter den NSU-Opfern.

Übrigens war das eine Zufallstat in Neukölln, wurde auch bei XY berichtet, daß die Gruppe der Jungs rein zufällig dort stand und das kein angestammter Treffpunkt war.

Und das nur türkische Wohnhäuser brennen ist der Gipfel. Aber da sieht man mal, das für diese Seite ausschließlich ein Interesse gilt.

Zu dem Fall in Coburg: Gibt es da schon gesicherte Erkenntnisse? Einen Beweis? Eine Stippmeldung und Sie hinterfragen das nicht? Es ist ebenso ein Leichtes, aufgrund der besonderen Situation mit Unterstellungen zu agieren. Wäre nicht das erste Mal. Und ist auch eine Form des Mißbrauchs.

Also viell. mal für BEIDE Seiten die Augen offen halten :o)

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