Leopard 2-Lieferung : Panzer-Deal mit Katar erzürnt die Opposition

Die Rüstungsschmiede Krauss-Maffei liefert 86 Kampfpanzer nach Katar, ein Land mit problematischer Menschenrechtslage. Für Linke und Grüne ist das ein Unding.

Linke und Grüne haben die Lieferung von Panzern nach Katar scharf kritisiert. Vertreter beider Parteien machten die Bundesregierung dafür mitverantwortlich, dass der Rüstungshersteller Krauss-Maffei 86 Panzer in ein Land liefern darf, das Menschenrechten und Meinungsfreiheit nur geringen Stellenwert einräumt.

Die Bundeskanzlerin mache Deutschland "zum Hoflieferanten des Nahen Ostens", sagte der Außenexperte der Linksfraktion, Jan van Aken. Mit Katar erhalte "ein Land, in dem Zwangsarbeit und Zensur an der Tagesordnung sind, den begehrten Kampfpanzer Leopard 2".

Auch Grünen-Fraktionsgeschäftsführerin Katja Keul kritisierte die Entscheidung scharf. "Die Bundesregierung setzt ihre Politik fort, die Spannungsregion am Persischen Golf hochzurüsten", sagte sie. Die Menschenrechtslage in dem Emirat bezeichnete sie als problematisch. 1,6 Millionen Gastarbeiter arbeiteten dort unter teils unwürdigen Bedingungen für das Wohl von gerade mal 200.000 Kataris, sagte sie. "Menschenrechte spielen offensichtlich keine Rolle mehr bei den Exportentscheidungen unter Schwarz-Gelb."

Auch Saudi-Arabien hat Interesse

Der Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hatte bekannt gegeben, dass er einen Vertrag mit Katar unterzeichnet habe. Darin seien die Lieferung von 62 Leopard-2-Panzern und 24 Panzerhaubitzen 2000 in das Emirat vereinbart. KMW soll dafür 1,89 Milliarden Euro erhalten.

Katar gilt als eins der reichsten und mächtigsten Länder der Region. Das Emirat will seine 8.500 Mann umfassenden Landstreitkräfte modernisieren. Laut KMW sind die Bestände an Kampfpanzern und Artillerie teils älter als 40 Jahre.

Der Leopard 2 ist einer der modernsten Kampfpanzer. Auch Saudi-Arabien hat Interesse an 270 Exemplaren, wie die ZEIT berichtet hatte. Die Panzerhaubitze 2000, die wie ein großer Kampfpanzer aussieht, ist eines der modernsten Artilleriesysteme der Welt. Mit ihrer 155-Millimeter-Kanone kann sie 40 Kilometer weit schießen und selbst auf diese Entfernung auf 30 Meter genau treffen. Die Bundeswehr setzte die Haubitze mehrere Jahre in Afghanistan ein, es läuft allerdings bereits der Rücktransport nach Deutschland.

Rüstungsgeschäfte dieser Art bedürfen der Zustimmung des Bundessicherheitsrats, eines geheim tagenden Gremiums der Bundesregierung. Öffentlich werden die Geschäfte nur im Rüstungsexportbericht der Regierung oder wenn das Unternehmen sie selbst bekannt gibt.

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Kommentare

30 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

@1 eine Frage Herr Rüstungsexperte

was macht gerade einen schweren Kampfpanzer wie den Leopard 2 geradezu prädestiniert für den Einsatz in Städten gegen Menschen mit leichten Waffen wie Gewehre & MGs ?

letztlich ist jede Waffe in asymmetrischen Konflikte ein Problem, weil die Gegner meist einfache Zivilisten sind.

& im Fall des Falles werden natürlich alle Waffen dort genutzt, ob ein LKW/Toyota mit MG oder ein Panzer

@19 ja Räumschild & verkürztes Rohr

kommen nicht von ungeführ, jedoch ist vom Kosten/Nutzen Verhältnis ein gepanzertes Radfahrzeug immer noch besser, wenn es gilt Zivilisten zusammen zu schießen

anders sieht es aus, wenn man einen Konflikt wie in Afg hat mit erprobten Kämpfern, größerem Waffenspektrum & der Fähigkeit auch mal militär. Konvois mit der nötigen Truppenstärke anzugreifen.

sie geben mir ja in ihrem letzten Absatz auch recht ;)
& ob ich stattdessen nen alten Panzer aus den 50ern einsetze, ist dem Zivilisten ebenso schnuppe...