Die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat auf ihrem Gründungskongress in Berlin ihr Wahlprogramm beschlossen, ohne zuvor darüber diskutiert zu haben. Die Aussprache war erst für den weiteren Verlauf des Parteitags geplant. Die Teilnehmer sprachen sich zudem per Akklamation dafür aus, zur Bundestagswahl am 22. September anzutreten.

"Jetzt ist die Zeit reif", rief der Parteigründer Bernd Lucke vor etwa 1.500 Anhängern. Lucke bezeichnete die AfD als Partei neuen Typs, die weder links noch rechts sei und keinen ideologischen Wegweiser brauche. Sie hat derzeit etwa 7.500 Mitglieder. Auf dem Parteitag wollte sich die AfD von rechtsextremen und ausländerfeindlichen Positionen abgrenzen. Die NPD hatte eine Kundgebung am Rande des Kongresses angekündigt.

In ihrem Wahlprogramm tritt die neue Partei für eine "geordnete Auflösung des Euro-Währungsraumes" ein. "Deutschland braucht den Euro nicht", heißt es in dem dreiseitigen Papier, "anderen Ländern schadet er". Die EU dürfe keine Transferunion werden, Gesetzgebungskompetenzen müssten an die nationalen Parlamente zurückgegeben werden.

Lucke warf den Bundestagsabgeordneten vor, sie seien zu Erfüllungsgehilfen der Regierung geworden: "Wir wollen die eklatante Verletzung demokratischer, rechtsstaatlicher und ökonomischer Grundsätze stoppen." Die Euro-Rettung sei ein komplettes Desaster.

Er fügte hinzu: "Den Euro-Block-Parteien geht es darum, sich über den Wahltag zu retten. Danach kommt dann der Zahltag." Den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) kritisierte Lucke als institutionalisierten Rechtsbruch.