Ein Soldat der deutschen Marine trägt ein T-Shirt des 21. Einsatzkontingentes des Militäreinsatzes Atalanta am Horn von Afrika. ©Axel Schmidt/dpa

Mehrere Dutzend Soldaten und Polizisten sollen für private Sicherheitsfirmen aus Deutschland in Kriegsgebieten gearbeitet haben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). In den vergangenen Jahren seien mehrere aktive Bundeswehrsoldaten für deutsche und ausländische Firmen im Einsatz gewesen – zum Beispiel in Afghanistan oder auf Handelsschiffen am Horn von Afrika. Damit hätten sie gegen das Soldaten- und Beamtengesetz verstoßen.

Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen berichteten der FAS, sie hätten wiederholt mit aktiven Soldaten und Polizisten zusammengearbeitet. Bestätigt hätten dies mehrere Soldaten, davon einer im aktiven Dienst.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, er könne diesen Verdacht derzeit nicht bestätigen. Dem Ministerium lägen keine Erkenntnisse dazu vor. Im Ausnahmefall dürften Soldaten Nebentätigkeiten durchführen; sie müssten aber vom Dienstherrn genehmigt worden sein. Sollten Soldaten ohne Genehmigung für private Sicherheitsunternehmen arbeiten, hätten sie "bereits durch die Nichtanzeige und ein unterlassenes Genehmigungsersuchen gegen ihre Dienstpflichten verstoßen".

"Nebentätigkeiten nicht dulden"

Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold forderte in der FAS dienstrechtliche Konsequenzen, sollten Soldaten und Polizisten tatsächlich illegal im Ausland arbeiten. Der Grünen-Obmann im Verteidigungsausschuss, Omid Nouripour, sagte: "Derartige Nebentätigkeiten aktiver Soldaten dürfen nicht geduldet werden."

Laut FAS heuern neben aktiven Soldaten auch ehemalige Soldaten in wachsender Zahl direkt nach ihrer Bundeswehrzeit bei Sicherheitsunternehmen an. In Deutschland seien seit 2003 mehr als ein Dutzend private Sicherheitsfirmen gegründet worden, die zumeist im Auftrag deutscher Reeder Handelsschiffe am Horn von Afrika schützten.