Kurz vor dem SPD-Parteitag in Augsburg fällt die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück in Meinungsumfragen in der Wählergunst weiter zurück. Gut fünf Monate vor der Wahl bauen CDU und CSU ihren Vorsprung vor dem linken Lager aus und kommen nun in einer Erhebung des Emnid-Instituts auf 41 Prozent der Stimmen. Die SPD verharrt dagegen bei 26 Prozent – und muss damit die angestrebte Regierungskoalition mit den Grünen (14 Prozent) abschreiben.

Auch Steinbrück bleibt unter Druck. Kurz vor dem Parteitag schwindet der Rückhalt für den Kanzlerkandidaten auch in den eigenen Reihen. Laut Emnid denken 48 Prozent der SPD-Anhänger, dass die Partei mit einem anderen Spitzenkandidaten besser dastünde, 44 sehen das nicht so.

Noch weniger Rückhalt hat der frühere Finanzminister bei der Gesamtwählerschaft: Hier glauben 53 Prozent, dass es die SPD mit einem anderen Kandidaten besser getroffen hätte, und 57 Prozent der Bürger trauen Steinbrück nicht zu, Deutschland zu regieren. Bei den SPD-Wählern spricht ihm jeder Vierte (28 Prozent) die Kanzlerfähigkeit ab.  

Bereits in den vergangenen Wochen wurden Steinbrück und seine Partei mit schlechten Umfragewerten konfrontiert. Im direkten Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel hatte deren Herausforderer zuletzt deutlich verloren. Selbst beim SPD-Kernthema soziale Gerechtigkeit halten die Wähler die Amtsinhaberin laut ZDF-Politbarometer für glaubwürdiger.

Vom Parteitag in Augsburg, auf dem an diesem Sonntag das Wahlprogramm beschlossen werden soll, erhoffen sich die Delegierten ein Aufbruchsignal. Von Steinbrück erwarten sie eine kämpferische Rede. 


Das Wahlprogramm firmiert unter dem Motto Deutschland besser und gerechter regieren: Für ein neues soziales Gleichgewicht in unserem Land. Darin fordert die SPD einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro, einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent und eine sogenannte Solidarrente von monatlich 850 Euro. Zudem will die SPD eine Mietenbremse und ein Milliardenprogramm für Bildung.  

Vom Parteitag twittert live unser Reporter Lenz Jacobsen. Folgen Sie ihm hier.