BundestagSteinmeier appelliert an Unionsfrauen für die Quote

Der SPD-Fraktionschef fordert die Koalition dazu auf, im Bundestag für die Frauenquote zu stimmen. Frauen sollen sich nicht vom Druck der CDU umstimmen lassen.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat die Mitglieder der Opposition dazu aufgerufen, im Bundestag für eine gesetzliche Frauenquote in Aufsichtsräten und Unternehmen zu stimmen. "Union und FDP sind in vielen Fragen aus der Zeit gefallen. Die Gleichstellung von Mann und Frau gehört dazu", sagte er der Leipziger Volkszeitung.

Die Zeit sei überreif für eine Frauenquote. Er wisse, dass es viele Frauen in der Union und in der FDP gebe, die gerne mit der Opposition stimmen würden. "Jetzt hänge das von deren Mut ab", sagte Steinmeier, "viele der Frauen haben sich öffentlich so festgelegt, dass ich nicht glaube, dass sie sich von den Daumenschrauben der Fraktionsführung noch umstimmen lassen  werden".

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Am Donnerstag wird der Bundestag über die Frauenquote entscheiden. Im Bundesrat war der Gesetzentwurf mit Unterstützung der CDU-geführten Länder Thüringen und Saarland beschlossen worden. Um das Gesetz im Bundestag zu verabschieden, müssten insgesamt 21 Abgeordnete aus dem schwarz-gelben Regierungslager mit der Opposition stimmen.

CDU und FDP haben sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Nun scheint die schwarz-gelbe Mehrheit aber ungewiss – Medienberichten zufolge wollen mehrere Abgeordnete dem Vorstoß von SPD, Grünen und Linken zustimmen. Die Unionsfraktion hat inzwischen ein Krisentreffen angesetzt. Dabei würden Fraktionschef Volker Kauder (CDU) und CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mit jenen Abgeordneten das Gespräch suchen, die mit der Parteilinie Schwierigkeiten hätten, hieß es aus der Fraktion.

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Leserkommentare
  1. Bringt die Frauenquote!

    Um so besser fällt das Wahlergebnis zugunsten der AfD aus.

    MfG
    FT

    6 Leserempfehlungen
    • loboc
    • 15. April 2013 8:43 Uhr

    Das Thema ist sowas von abgedroschen, es erzeugt noch nicht mal mehr haufenweise Kommentare.

    7 Leserempfehlungen
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    Um mehr geht es Steinmeier nicht. Reines Schattenboxen.

  2. 3. Ja ja,

    im Bundestag auf Frauenquote machen, aber selbst will der Möchtegern-Kanzler nach seiner Wahlniederlage der Hauptstadtstudio-Chef werden.

    2 Leserempfehlungen
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    • rfborc
    • 15. April 2013 14:59 Uhr

    Ist es denn soooooo schwer, Steinbruecksche Ironie zu verstehen?
    Offenbar ist er fuer Sie etwas zu schlagfertig - Bettina Schausten war da besser!
    Folgerung: Es kann gar nicht schaden, ein paar mehr Frauen in verantwortungsvolle Jobs zu bringen - sie machen sich da ganz gut !

    HER MIT DER QUOTE!

  3. Da wird eine in sich unsinnige Regelung gefordert, nur um einen Spaltpilz beim politischen Gegner zu pflanzen. Nicht viel anderes als die verzerrte Debatte ums Erziehungsgehalt. (War immerhin auch mal eine Forderung der Linken.)

    Ich denke, der Schuß wird nach hinten losgehen. Merkel kann nicht nur unliebsame Gegner abservieren, sie kann das auch mit Gegnerinnen; da bin ich mir sicher.

    5 Leserempfehlungen
  4. Die SPD scheint die Bundestagswahlen gar nicht gewinnen zu wollen.
    Wieso nur macht sich die SPD mit solchen unmöglichen Lobby-Forderungen immer wieder unwählbar...

    8 Leserempfehlungen
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    Nur weil einige Frauen trotz besser Qualifikation das Nachsehen haben und im gleichen Job und Qualifikation rund 8 % weniger bekommen haben wir doch kein Handlungszwang. Es ist auch nicht notwendig zu Handeln, nur weil eine EU-Richtlinie umgesetzt werden muss.

    Ich finde, es spricht nichts gegen eine Geschlechterquote, mind. X % Frauen und mind. X % Männer (alles andere würde bestimmt vom BVerfG kassiert werden). Für etwas Spielraum würde ich X zwischen 25 und 35 einordnen.

  5. Um mehr geht es Steinmeier nicht. Reines Schattenboxen.

    5 Leserempfehlungen
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    der sich an die Frauen richtet, denn dies ist die Zielgruppe um deren Stimmen noch gekämpft wird. Die meisten Männer haben sich ihr politisches Bild, ob richtig oder falsch längst gebildet.

    Die Wahlen werden durch das Stimmverhalten der Frauen entschieden.

  6. Wie ist diese Frauenquote eigentlich gemeint? Darüber liest man vergleichsweise wenig. Prinzipiell bin ich dafür. Sinn macht sie allerdings nur, wenn die Anzahl der potentiellen Anwärter für eine Stelle sich zum annähernd gleichen Teil aus Männern und Frauen zusammensetzt!

    Eine Leserempfehlung
  7. Nur weil einige Frauen trotz besser Qualifikation das Nachsehen haben und im gleichen Job und Qualifikation rund 8 % weniger bekommen haben wir doch kein Handlungszwang. Es ist auch nicht notwendig zu Handeln, nur weil eine EU-Richtlinie umgesetzt werden muss.

    Ich finde, es spricht nichts gegen eine Geschlechterquote, mind. X % Frauen und mind. X % Männer (alles andere würde bestimmt vom BVerfG kassiert werden). Für etwas Spielraum würde ich X zwischen 25 und 35 einordnen.

    Antwort auf "Ohne Sinn und Verstand"
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    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und pauschale Herabwürdigungen. Danke, die Redaktion/fk.

    Die Hässlichkeitsquote? Immerhin ist nachgewiesen, dass schönere Menschen bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden. Oder eine Ausländerquote, die sich an der Prozentzahl der jeweilig in Deutschland lebenden Bürger mit ausländischen Wurzeln misst? Oder eine Quote für Linkshänder? Oder eine Quote für nicht so redebegabte Bewerber, um die Ungerechtigkeit im Bewerbungsgespäch auszugleichen? Am besten wäre da, wir programmieren für alle Firmen ein Standardbewerbungstool. Eine Stelle wird darüber angeboten, alle Bewerber geben ihre Qualifikation in Masken ein, bei gleicher Qualifikation entscheidet der Zufallsgenerator. Das Gehalt ist nicht verhandelbar. Und schon haben wir die vollkommene Gerechtigkeit. Will man das?

    Sie soll den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen (Geschäftsführung) von DAX-Konzernen auf mindestens 40% bis 2023 quotieren.

    Wem nutzt das denn? Sicher nicht den Zehntausenden Frauen, die tagtäglich das Nachsehen haben, wenn im unteren und mittleren Management Positionen mal wieder an Männer vergeben werden, weil gleich eben gerne gleich (be-)fördert.

    Anonyme Bewerbungsverfahren, betriebsinterne Gehaltsstrukturanalysen und bewußt diskriminierungsfreie Beförderungsverfahren (zum Beispiel mit Zertifizierung) brächten m.M.n. mehr.

    Von dieser Quote profitiert jedoch nur eine minimale Minderheit (vermutlich der immer selbe Personenkreis). Und danach passiert dann in der Breite erst mal für lange Zeit wieder gar nichts.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Bundestag | Frank Walter Steinmeier | CDU | FDP | SPD | Grüne
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