Oberlandesgericht München : Zschäpe wird im NSU-Prozess schweigen

Von Beate Zschäpes Aussage hatte sich die Öffentlichkeit Aufklärung erhofft. Doch die Hauptangeklagte im NSU-Prozess will laut ihrer Anwältin nicht aussagen.

Beate Zschäpe ist die einzige, die Hintergründe zu den Taten und Motiven des NSU liefern kann. Doch die Hauptangeklagte im Prozess um die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds wird vor dem Oberlandesgericht München nicht aussagen. Das teilte ihre Verteidigerin Anja Sturm am Montagabend in der ARD mit.

Die Anklage hat aus Sicht der Anwältin wenig Substanz und fuße auf Mutmaßungen: "Es ist eine Maximalanklage, die wirklich in weiten Teilen, insbesondere was die mittäterschaftlichen Tatvorwürfe betrifft, auf Vermutungen der Generalbundesanwaltschaft basiert", sagte Sturm. Ihr Ziel als Verteidigerin sei es, dass Zschäpe ein faires Verfahren bekomme – "in der Hoffnung, dass am Ende dann auch das richtige Urteil dabei herauskommt".

Sturm äußerte Verständnis für Angehörige der Opfer, die sich eine Aussage Zschäpes erhofft haben. "Natürlich verstehen wir das als Menschen", sagte Sturm. Jeder Strafprozess habe aber das Problem, dass er "nur ein Stück weit aufklären" könne und die Opfer nicht immer alles erfahren könnten, was sie gerne wissen wollten.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des Neonazi-Trios. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich im November 2011 umgebracht, nachdem ihnen die Polizei nach einem Banküberfall in Eisenach auf die Spur gekommen war. Der Gruppe werden zehn rassistisch motivierte Morde zur Last gelegt. Acht der zehn Opfer hatten türkische Wurzeln.

Der Prozess gegen Zschäpe und vier Mitangeklagte sollte eigentlich an diesem Mittwoch in München beginnen. Nach langem Streit über die Zulassung von Journalisten verschob das Oberlandesgericht München den Auftakt auf den 6. Mai. Die Plätze für Journalisten werden neu vergeben. Damit reagierte das Gericht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Die Karlsruher Richter hatten am Freitag entschieden, dass mindestens drei Plätze an ausländische Medien vergeben werden müssen.

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Kommentare

47 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Tja die Denkweise, ...

...ohne es zu verharmlosen, aber die Denkweise ist m.E. in jedem Menschen zu finden!

Man muss sich nur fragen, was in jeweiligen Leben am wichtigsten ist, ohne was der jeweilige nichl leben kann und will!
Dies ist der Anfang der Spirale, wenn dann noch entsprechende Ideologien (durch Medien mehr oder minder gefördet) hinzukommen, so dass man nur durch radikale Taten die Menschen dazu bekommt die eigene Ideologie zu unterstützen, dann ist der Cocktail der Denkweise fertig!

Das perverse an der Geschichte sind m.E. nicht die Taten der NSU sondern, die sind schlimm für die Angehörigen und so blöd es klingt dieses Verfahren und auch die Unterscuhungsausschüsse werden hier niemanden helfen!

Das Problem bleibt, dass die Menschen sich leicht beeinflussen lassen und die wenigsten die Taten hinterfragen!

Ich denke hier an die Eurokrise, Bankenkrise, Causa Wulff etc. alles sind Themen die die Menschen / Medien bewegt und hier braucht es nur das Zündholz, einen etwas radikaleren Zeitgenossen um das Thema eskaliern zu lassen.

Wenn in der Hochphase dieser Krisen ein Ackermann , Wulff, Oppositioneller von Griechenland ums Leben gekommen wäre, hätte man es zwar bedauert und einen Schuldigen gefunden und rasch verurteilt, aber weiter hätte die Tat nicht gestört!

Infos über die NSU wird es m. E. nicht geben!

Am Samstag, dem 26. Januar 1998 wurden von der Polizei in Jena Wohnungen und Garagen mutmaßlicher Rechtsextremisten durchsucht. Dabei hoben die Beamten in einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage eine Bombenwerkstatt aus. Am Anfang war Uwe Böhnhardt bei der Durchsuchung zwar anwesend, flüchtete aber später mit seinem Auto. (nach Wikipedia)

Doch bevor gegen die DREI ein Haftbefehl vorlag, tauchten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe ab.Dabei bleibt völlig unklar, ob die DREI einen Hinweis erhalten hatten und ob die zuständigen Behörden danach Hinweise auf den Aufenthaltsort der drei Personen hatten.

Laut Bericht der Mutter von Böhnhardt in einer TV-Dokumentation, wurden die DREI von OFFIZIELLER Seite gewarnt, dass gegen sie ein Haftbefehl vorliegt! Danach tauchten die DREI unter und waren bis 2011 nicht auffindbar. Wie die Mutter weiter berichte, habe sie und ihr Mann sich mehrfach mit den Abgetauchten getroffen. Außerdem haben sich die DREI wochenlang Urlaub auf einem Campingplatz auf Fehmarn gemacht und Videos und Filme nach Hause geschickt!

Da fragt man sich doch, was haben BfV, Polizei und andere Behörden in der Zwischenzeit von 1998 bis 2011 getan? Fragen über Fragen, aber bei dem Chaos zur sogenannten „NSU“, bei den unklaren Vorwürfen, Widersprüchen, Verschleierungen, Aktenvernichtungen der Behörden, muss es gestattet sein, dass man Zweifel an deren Darstellungen hat! Letztlich fragt man sich, von wem wurde die NSU initiiert?

Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Klar, dass das Bild wieder ausgesucht wurde!

Drei fraglos dynamische junge Anwälte mit hochgerecktem Kinn und dunkler, angenehm sonorer Kleidung. Im Hintergrund, an der Wand, gerahmte Bilder - vermutlich zeigen sie bedeutende Persönlichkeiten, Vorgänger, Vorbilder, Role-Models halt. Man ist schwer beeindruckt und muss zugleich darüber nachsinnen, in welcher RTL2 Serie man die schon mal gesehen hat.

@3 Anwaltsfoto

Das ist keine Kanzlei. Herr Stahl kommt aus Koblenz, Herr Heer aus Köln, Frau Sturm aus Berlin.

Ich habe gelesen (weiß leider nicht mehr wo), dass Tschäpe Herrn Stahl zunächst beauftragte, dann hätte sich Herr Heer als Unterstützung angeboten und zum Schluß sei Frau Sturm dazu gekommen.

Ich frage mich, wieso Tschäpe diese drei Anwälte hat und wer die bezahlt. Nicht, dass ich ihr das Recht auf einen Anwalt absprechen möchte. Nicht auf einen Pflichtanwalt. Aber sie hat wohl zumindest wissentlich Verbrechen, Diebstahl, Morde, nicht verhindert. Es gibt soviele Situationen, in denen ein Normalbürger nicht durch Gesetz und Recht vor Schaden geschützt werden kann. Da fühlt man sich irgendwie vera*** wenn jemandem, der so großen Schaden und so großes Leid mitzuverantworten hat, von Steuergeldern drei Anwälte bezahlt werden.