Das Bundeskabinett hat sich mit der Entschädigung ehemaliger Heimkinder befasst. © Michael Gottschalk/CommonLens

Die Opfer der Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik und in der DDR haben bislang rund 30 Millionen Euro an Hilfen erhalten. An ehemalige Heimkinder im Westen wurden rund 25 Millionen Euro ausbezahlt, Betroffene im Osten erhielten rund 5 Millionen Euro. Das geht aus dem Zwischenbericht zur Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches zur Heimerziehung hervor, mit dem sich das Bundeskabinett befasst hat.

Zehntausende Kinder und Jugendliche wuchsen in der Nachkriegszeit in Erziehungsheimen auf. Häufig waren sie ihren ledigen, nicht volljährigen Müttern weggenommen und in Heime eingewiesen wurden. Oder es handelte sich um Jugendliche, die als schwer erziehbar eingeschätzt wurden, weil sie mit ihren Eltern in Konflikt geraten waren. In den Heimen mussten sie häufig schwer arbeiten, etwa in Großwäschereien kirchlicher Träger oder im Moor Torf stechen. Viele Kinder wurden geschlagen, drangsaliert und zum Teil sexuell misshandelt.

Viele ehemalige Heimkinder leiden noch heute unter psychischen Störungen. In der Bundesrepublik waren die Heime Mitte der 1970er Jahre aufgelöst worden – auch in Folge der Ende der 1960er Jahre in der Pädagogik eingeleiteten Reformen. Die DDR hielt bis 1989 am drakonischen Erziehungsstil fest.

In den Fonds Heimerziehung West haben der Bund, die westdeutschen Länder und die Kirchen laut Zwischenbericht knapp 43 Millionen Euro eingezahlt. Der Fonds für Opfer der DDR-Heimerziehung enthält 7,5 Millionen Euro. Der West-Opferfonds arbeitet seit Anfang 2012. Für Opfer der DDR-Heimerziehung gibt es den Fonds seit Juli 2012.

Die Fondsleistungen würden von den Opfern sehr gut angenommen, heißt es in dem Bericht des Bundesfamilienministeriums. Die Träger der Heime haben in der Regel keine Beiträge zur Rentenversicherung für die geleisteten Arbeiten der Jugendlichen eingezahlt.