Die Mehrheit der Bürger nimmt die SPD nicht mehr als Sprachrohr der Arbeitnehmer wahr. 150 Jahre nach Begründung der Partei sind 59 Prozent sind der Meinung, dass die Partei nicht mehr die politischen Interessen der Arbeitnehmer vertritt. Nur 35 Prozent sehen das laut dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend anders. Von den SPD-Anhängern glauben allerdings noch zwei Drittel (66 Prozent) an die ursprüngliche Ausrichtung ihrer Partei. 

Am 23. Mai 1863 hatte Ferdinand Lassalle den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) gegründet. Das Datum gilt als Geburtstag der deutschen Sozialdemokratie. Die Partei feierte das Ereignis am Donnerstag mit einem Festakt in Leipzig. Mehrere Redner hoben hervor, die SPD stehe nach wie vor für Werte, die die Partei 150 Jahre lang begleitet haben.

Laut Deutschlandtrend verbessert sich die SPD bei der Sonntagsfrage um einen Punkt auf 27 Prozent der Wählerstimmen. Die CDU/CSU liegt wie in der Vorwoche bei 41 Prozent. Auch die Grünen mit 14 Prozent und die Linkspartei mit 6 Prozent halten sich stabil. Für die FDP würden sich weiterhin 4 Prozent entscheiden, damit bleibt ihr Wiedereinzug in den Bundestag gefährdet. Die Piraten und die Euro-skeptische Alternative für Deutschland verlieren jeweils einen Punkt auf nun 2 Prozent. Eine mögliche rot-grüne Koalition käme auf 41 Prozent der Wählerstimmen, hätte aber keine Mehrheit.

Das Institut Infratest dimap befragte am 21. und 22. Mai 1.008 Bundesbürger. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.