Gegendemonstration in Karlsruhe, Baden-Württemberg ©Uli Deck/dpa

Tausende Demonstranten verhinderten in Karlsruhe einen Nazi-Aufmarsch. Nach der Protestaktion, bei der laut Polizei etwa 2.500 Gegendemonstranten die Route blockierten, hat die zuständige Behörde "auf Grund der aktuellen Lage" den Demonstrationszug abgesagt, teilte die Polizei mit.

Den Polizeiangaben zufolge verlief die Gegenkundgebung zunächst friedlich. Aufgerufen dazu hatte das Antifaschistische Aktionsbündnis Karlsruhe (AAKA) mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe. Später habe allerdings eine Gruppe von Linksautonomen versucht, eine Gittersperre der Polizei in der Bahnhofstraße zu überwinden, welche die beiden Demonstrationen trennen sollte.

Bei den Angriffen der Neonazi-Gegner wurden mindestens sieben Polizisten verletzt. Es seien Flaschen, Farbbeutel und auch Feuerwerkskörper gegen Polizisten geworfen worden. Zudem setzten die Demonstranten Pfefferspray gegen die Beamten ein, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei wiederum nutzte Schlagstöcke und Pfefferspray, um gewalttätige Demonstranten zurückzudrängen.

Auf der Gegenseite hatten sich die Rechtsextremen am Bahnhofsvorplatzes versammelt. Bis zu 200 Rechtsradikale kamen zusammen. Dort schallte ihnen der Lärm aus Trillerpfeifen der Demo-Gegner entgegen. Nach etwa vier Stunden verließen die Neonazis wieder die Stadt.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hatte am Freitagabend dem Nazi-Aufmarsch zugestimmt. Die Stadt hatte zuvor die Demo wegen möglicher Ausschreitungen und der Gefahr der Volksverhetzung verbieten wollen.