Bundespräsident"Wer Steuern hinterzieht, verhält sich asozial"

Der Fall Hoeneß habe ihn erschreckt und geärgert, sagt Bundespräsident Gauck. Dennoch: Rechtlich und moralisch dürfe es nicht zweierlei Maß für Steuerbetrüger geben.

Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der Steueraffäre um Uli Hoeneß die Deutschen zu Steuerehrlichkeit aufgerufen. "Wer Steuern hinterzieht, verhält sich verantwortungslos oder gar asozial", sagte Gauck dem Magazin stern

Der Fall Hoeneß sei für ihn eine "Überraschung" gewesen, sagte Gauck. Er erschrecke jedes Mal, "wenn Sympathieträger stürzen, weil sie irgendwie verstrickt sind. Eigentlich ist es mehr als ein Schreck – ich ärgere mich". Leider sei es oft so "mit großen Persönlichkeiten im Sport, in der Wirtschaft, in der Politik – viele sind nur Vorbilder auf Zeit". 

Anzeige

"In unserem Land darf es in rechtlichen und moralischen Fragen nicht zweierlei Standards geben, einen für die Starken und einen für die Schwachen", mahnte Gauck. Niemand dürfe selbst entscheiden, ob er Steuern zahle oder nicht. Zugleich warnte er vor einer "kitschigen Vereinfachung" des Gesellschaftsbildes. "Wer sich unsere Gesellschaft so vorstellt, als stünden lauter moralische Normalverdiener lauter unmoralischen Reichen gegenüber, der irrt."  

Grundsätzlich halte er auch eine Strafverschärfung für Steuervergehen für überlegenswert. Es müsse darüber nachgedacht werden, "ob nicht auch strengere Gesetze nötig sind, die aus einer fragwürdigen Handlung einen Straftatbestand machen", sagte Gauck. Was sich keineswegs ausbreiten dürfe, sei das Gefühl, wer nicht trickse, sei selbst schuld. "Dieses Gefühl gefährdet unsere Demokratie."

Steueraffäre belastet Umfragewerte der Union

Hoeneß hatte kürzlich durch eine Selbstanzeige eingeräumt, jahrelang ein Konto in der Schweiz verheimlicht und die fälligen Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Der Fall hatte eine neue Debatte über eine Steuer-Strafverschärfung ausgelöst. Die CDU kündigte an, die Strafbefreiung bei Selbstanzeigen in Steuersachen zu überprüfen. Hoeness selbst äußerte sich in dieser Woche erstmals ausführlich in einem Interview mit der ZEIT. "Ich habe eine große Torheit begangen, einen Riesenfehler, den ich so gut wie möglich korrigieren will", sagte er.

Der wöchentlichen Umfrage des Instituts Forsa für stern und RTL zufolge haben die Unionsparteien durch die Steueraffäre an Zuspruch eingebüßt. Zum ersten Mal in diesem Jahr rutschten CDU und CSU in dieser Umfrage unter die Marke von 40 Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, die Steueraffäre um Hoeneß habe "vor allem wegen dessen Nähe zur CSU" der Union geschadet.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ich bin mit unserem Bundespräsidenten einer Meinung?

    Wie kommt's?

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • nistal
    • 01. Mai 2013 13:51 Uhr

    Schon längst versteht dieses Volk nicht mehr, wofür es Steuern und Abgaben zahlt. JEDER, jawohl jeder würde die Chance nutzen, Steuern zu hinterziehen, wenn er auch nur die Chance wittert, dass er nicht erwischt wird.
    JEDER, glauben Sie es mir.

    Wir sehen es nämlich nicht mehr ein, nur noch zum Melken da zu sein und wenn DU krank und alt bist (eben nur noch ein untauglicher Sklave) dann wirst Du nach Rumänien in's Pflegeheim abgeschoben auf dass die neuen Sklaven (deine Kinder) Deine Aufgaben übernehmen (solange sie gesund sind) und damit die Reichen (die Steueroptimierer in Nevis und Kitts) noch reicher macht.
    siehe Apple, Amazon, ebay, Google, IKEA, Deutsche Bank, Otto usw. usw.
    Wenn Bankerboni von deutschem Rettungsgeld gezahlt wird, während Sie die Schule Ihrer Kinder streichen und das Busticket für Kinder gerade um 18 % abgehoben wurde .. soll ich weiter machen?

    Nah, wollen Sie immer noch Steuern zahlen? Oder wollen SIe endlich wieder selbst entscheiden, was mit IHREM Geld geschickt. Aber vielleicht braucht ja Klein Kleckersdorf auch noch eine Philharmonie. Hamburg hätte eine abzugeben.

    manchmal ist es besser die Kirche im Dorf zu lassen . Wer hat noch nie Steuern hinterzogen ? mal ne Handwerkerrechnung bar ohne Beleg . mal ne Spesenquittung , irgend was , es gibt vieles . Sicher ist es nicht richtig Millionen zu hinterziehen . Aber ist es richtig Steuergelder zu verschwenden ? Millonen jedes Jahr . Ist es richtig wenn Städtische Firmen Parteienspenden machen ? Diäten mal so angepasst werden. Neben einem gutbezahlten Hauptjob Nebeneinnahmen in Millionenhöhe zu haben . Gefühlte Gerechtigkeit hat nicht immer was mit den Gesetzen zu tun . Gesetze werden ja angepasst !!! So wie es der Mehrheit der Parlamentarierer..nicht dem Volk gefällt . Wer bestraft die Steuergeldverschwender oder die die mal 100 € so zahlen oder die Putzfrau nicht anmelden ?

  2. ....in welche zusammengeschleppt wird, was in allen Landen geraubt und genommen worden, in deren Mitte jener unersättliche Kornwurm sitzt, der ungeheuere Haufen Frucht verschlingt, umgeben von zahlreichen Mitfressern, die uns zuerst das Blut ausgesogen, dann das Fleisch abgenagt haben, jetzt aber an das Mark gekommen sind, uns die innersten Gebeine zerbrechen und alles, was noch übrig ist, zermalmen. Werden da die Deutschen nicht zu den Waffen greifen, nicht mit Feuer und Schwert anstürmen? - Wann werden wir einmal klug werden und unsere Schande den gemeinen Schaden rächen? "

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • w.k.
    • 01. Mai 2013 14:17 Uhr

    Was hat der päpstliche Hofstaat damit zu tun?

    "Der päpstliche Hofstaat ist ein Pfuhl aller Verdorbenheit."
    Dann folgt Ihr Zitat

    http://books.google.de/bo...

    Fragen über Fragen!
    Zitiert nach
    Kirchengeschichte von der ältesten Zeit bis zum 19. Jahrhundert: in ..., Band 3
    von Karl Rudolf Hagenbach (1870 - Hirzel)

    • nistal
    • 01. Mai 2013 13:51 Uhr

    Schon längst versteht dieses Volk nicht mehr, wofür es Steuern und Abgaben zahlt. JEDER, jawohl jeder würde die Chance nutzen, Steuern zu hinterziehen, wenn er auch nur die Chance wittert, dass er nicht erwischt wird.
    JEDER, glauben Sie es mir.

    Wir sehen es nämlich nicht mehr ein, nur noch zum Melken da zu sein und wenn DU krank und alt bist (eben nur noch ein untauglicher Sklave) dann wirst Du nach Rumänien in's Pflegeheim abgeschoben auf dass die neuen Sklaven (deine Kinder) Deine Aufgaben übernehmen (solange sie gesund sind) und damit die Reichen (die Steueroptimierer in Nevis und Kitts) noch reicher macht.
    siehe Apple, Amazon, ebay, Google, IKEA, Deutsche Bank, Otto usw. usw.
    Wenn Bankerboni von deutschem Rettungsgeld gezahlt wird, während Sie die Schule Ihrer Kinder streichen und das Busticket für Kinder gerade um 18 % abgehoben wurde .. soll ich weiter machen?

    Nah, wollen Sie immer noch Steuern zahlen? Oder wollen SIe endlich wieder selbst entscheiden, was mit IHREM Geld geschickt. Aber vielleicht braucht ja Klein Kleckersdorf auch noch eine Philharmonie. Hamburg hätte eine abzugeben.

    22 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ja was denn"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • H.v.T.
    • 01. Mai 2013 14:23 Uhr

    Dennoch wird es weiter gehen, denn der Bürger wird es so wollen.
    (Den Beweis kann ich leider erst am Tag der kommenden Bundestagswahl führen, ab 18:00 Uhr.)

    Und wenn Sie sich es noch so sehr wünschen: Nein, nicht alle Menschen in unserem Land sind so habgierig und egoistisch wie Sie.

    Ich habe ein Kind und zahle meinen Beitrag (= Steuern) zum Erhalt und Ausbau Europas gern. Klar, die Politiker könnten besser mit unserem Geld umgehen - dafür gibt es Wahlen, man kann sich auch politisch einbringen.

    Wovon es jedenfalls nicht besser wird: Meckern und noch mehr Schmarotzer wie zum Beispiel Uli Hoeneß. Oder wie Sie.

    ich verstehe sehr wohl warum wir steuern zahlen. vielleicht hilft es ihnen einmal in einem anderem, steuerguenstigen ,land zu wohnen und dann zu merken das eben nichts da ist. keine schulen,kindergaerten,wasser,elektrizitaet usw.usw. was leute machen wie hoeness ist ASOZIAL.

    ...mal wieder das Interpolieren der eigenen egoistischen Denkweise auf alle anderen, damit man sich selbst nicht gar so schäbig fühlen muss.

    wählen Sie weise.

    Ich kriege auch nen dicken Hals, wenn ich sehe, was für Prestigeobjekte wie Elbphilharmonie oder S21 an Geld rausgeschaufelt wird. Aber der bei weitem überwiegende Anteil der Steuereinnahme geht auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene immer noch in die klassischen Ressorts wie Soziales, Bildung, Verkehr, Sicherheit und Ordnung etc. Die Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Infrastruktur ist nun einmal ohne entsprechende Mittel nicht möglich. Oder wollen Sie ihrem Kind wieder selber Lesen und Schreiben beibringen?

    Wow, Ihr Posting @3 ist genau die Rechtfertigung, die sich viele zurechtlegen, um sich über Gesetze hinwegzusetzen.

    Erst mal: Ich zahle Steuern, weil:
    - dieses Land mein Land ist
    - dieses Land mir eine gute Ausbildung ermöglicht hat
    - dieses Land mir und meiner Familie eine gute Infrastruktur bietet um zu leben
    - dieses Land für meine Sicherheit sorgt
    und:
    - dieses Land nur von denjenigen Steuern verlangt, die es sich leisten können!

    Klar werden auch Steuergelder verschwendet. Genauso wie ich mein privates Geld manchmal für Dinge ausgebe, die es nicht wert sind. Das passiert eben.

    Wer wie Sie Regeln nur einhält, wenn es ihm in den Kram passt, darf sich NIEMALS beschweren, wenn ihm vermeintlich Unrecht geschehen ist. Konsequent zu Ende gedacht würde er sich quasi selbst zum Geächteten (im mittelalterlichen Sinne) erklären.

    Wollen Sie das wirklich?

    • Otto2
    • 02. Mai 2013 12:37 Uhr

    "JEDER, jawohl jeder würde die Chance nutzen, Steuern zu hinterziehen, wenn er auch nur die Chance wittert, dass er nicht erwischt wird."
    Bleibt immer noch die Frage: Warum organisiert die Gesellschaft sich nicht so, dass alle entsprechend ihrer ökonomischen Potenz zur Kasse gebeten werden?
    Ich bin überzeugt, das ginge. Es bleibt noch eine Frage: Wer sind die Kräfte in der Gesellschaft, die wie der sprichwörtliche faule, dumme, unfähige oder unwillige Jäger zum Jagen getragen werden müssen?
    Erst an diesem Punkt beginnt politisches Handeln.

  3. "In unserem Land darf es in rechtlichen und moralischen Fragen nicht zweierlei Standards geben, einen für die Starken und einen für die Schwachen"

    Nachdem es in unserem Land ja keine unterschiedlichen Standards in der medizinischen Versorgung, im Zugang zur Bildung, in der Frage der Lohn- und Gehaltsgerechtigkeit, in der Frage der Vermögensverteilung und bei der Verfolgung von Hartz4 und Steuerdelikten gibt, nachdem das alles von unseren Politikern fair und im Sinne eines solidarischen Gemeinwesens in beste Ordnung gebracht wurde, freut es mich zu hören, was es alles sonst noch nicht geben darf. Das wird dann mit Sicherheit auch genauso perfekt umgesetzt.

    39 Leserempfehlungen
    • Chali
    • 01. Mai 2013 13:54 Uhr

    ... wenn sich irgend jemand in das Lben anderer einmischt.

    Herr H. hat einen Fehler begangen, dem hinterher zu süren, es aufzudecken zu beurteilen und endlich zu vollziehen, ist Aufgabe der Justiz.

    Aber nicht "unsere"!

    "Wir" sind allenfalls dann betroffen, weinn die ba
    yerische Justiz (oder Politik) ein paar Tipps gegeben hat - Im Sinne von "Nun mal fix".

    "Sympathieträger"? Selbsternannte "Elite"?
    Gibt es das in einem Staatswesen mit Artikel 3GG?

    Eine Leserempfehlung
  4. ... warum aber werden dann Steuerverschwender nicht mit gleichem Recht belangt?

    Auch hier wird dem Staat zu Unrecht Kapital entzogen. Betrachtet man das Schwarzbuch, dann erscheint dieser Bereich sogar lukrativer.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    .. den Steuerverschwendern aus der öffentlichen Hand möchte ich auch noch die Schwarzarbeiter sowohl deren Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer hinzufügen. Wie viel Steuer und Sozialaufkommen in dieser grauen Wirtschaft hinterzogen wird, läßt sich ja leider nur schätzen, aber mit dem hinterzogenen Geld könnten wir recht gut leben!

    Die Steuerverschwender der öffentlichen Hand verkriechen sich leider immer wieder hinter selbst gestalteten Vorschriften. Sind wir denn so unflexibel, dass wir die nicht ändern können?

  5. Ich denke nicht. Eher ist es asozial, dass man mitlerweile 60% des Jahres für den Staat arbeiten muss, der zwar Rekordeinnahmen macht, sich aber immer weiter verschuldet und das Geld zum Fenster hinausschießt. Der Politik ist jedes Maß an Realität abhanden gekommen und man sollte sich fragen, ob die allermeisten Menschen nicht besser dran wären, wenn sie für sich selbst vorsorgen könnten, anstatt es dem Staat in den Rachen zu schmeißen.

    20 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wie können sich die Menschen "selbst" versorgen?

    Indem sie

    - selbst ihre Kinder unterrichten?

    - selbst die Nahrung erzeugen?

    - sich selbst gegen Gewalt schützen?

    - sich selbst den Blinddarm herausnehmen?

    Erklären Sie es - bitte!

    • w.k.
    • 01. Mai 2013 14:17 Uhr

    Was hat der päpstliche Hofstaat damit zu tun?

    "Der päpstliche Hofstaat ist ein Pfuhl aller Verdorbenheit."
    Dann folgt Ihr Zitat

    http://books.google.de/bo...

    Fragen über Fragen!
    Zitiert nach
    Kirchengeschichte von der ältesten Zeit bis zum 19. Jahrhundert: in ..., Band 3
    von Karl Rudolf Hagenbach (1870 - Hirzel)

    4 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, ds
  • Schlagworte Joachim Gauck | Uli Hoeneß | Bundespräsident | CDU | CSU | Stern
Service