Anti-Euro-Partei : CDU-Fraktionschefs verlangen neue AfD-Strategie von Merkel

Die AfD müsse ernst genommen werden, fordern die Fraktionschefs aus Hessen, Thüringen und Sachsen. Die eurofeindliche Partei könne der CDU den Wahlsieg kosten.

Die CDU-Fraktionschefs von Hessen, Sachsen und Thüringen haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer deutlicheren Abgrenzung von der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) aufgefordert. Die AfD müsse "ernst genommen werden", schreiben Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring in einem Papier, aus dem der Spiegel zitierte. "Die Gründung der AfD ist eine Herausforderung für die Union", heißt es darin.

Besonders gefährlich ist aus Sicht der Fraktionschefs, dass die AfD nicht nur Gegner der Euro-Rettung anziehe, sondern all jenen eine Heimat biete, die mit dem Modernisierungskurs von Parteichefin Merkel hadern. Die politische Kompetenz für konservative Themen liege zwar bei der CDU, schreiben die Verfasser. "Diese Kompetenz muss die Union allerdings selbstbewusster herausstellen."

Mohring, Flath und Wagner geben in dem Papier die Argumentationslinie vor, die aus ihrer Sicht die Parteiführung offensiv vertreten müsste: "Ein signifikanter Verlust von Stimmen an die AfD verhilft möglicherweise SPD und Grünen zur Regierung." Dies könnte Deutschland auf den "unheilvollen Weg in eine europäische Transferunion" führen.

Im aktuellen Sonntagstrend von Emnid für Bild am Sonntag kommt die AfD bundesweit auf zwei Prozent. Die Piratenpartei, die der Umfrage zufolge bei vier Prozent liegt, verabschiedete auf ihrem Parteitag in Neumarkt in der Oberpfalz eine Erklärung zur "Unvereinbarkeit" mit der AfD. 

AfD tritt nicht zur Bayern-Wahl an

Zur bayerischen Landtagswahl wird die neue Partei nicht antreten: Die Delegierten der bayerischen AfD stimmten auf ihrem Parteitag in Ingolstadt wegen mangelnder Erfolgsaussichten gegen eine Teilnahme. Gegen eine Kandidatur am 15. September hatte sich nach Parteiangaben auch der eigens angereiste Bundessprecher Bernd Lucke ausgesprochen. Ein Misserfolg wäre aus seiner Sicht ein schlechtes Signal für die nur eine Woche später stattfindende Bundestagswahl. Hauptthema der Partei solle außerdem der Euro sein – und das sei kein Bayern-Thema.

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Kommentare

104 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Kein Widerspruch, das ist Dialektik!

Ich geißele weder die AfD (noch die FDP), Peitschen fasse ich nicht an. Was Sie da spüren ist ein Phantomschmerz.

Aber natürlich ist die AfD eine Minderheit, die radikale Änderungen will. Und natürlich will ich, dass die großen Parteien die AfD in den Griff bekommen, indem sie demokratische Politik machen, die den Willen der Mehrheit umsetzt. Das wäre dann nämlich die Umsetzung Ihrer Ziele. Bis die AfD so wächst, dass sie das selbst beschließen kann, kann keiner warten wollen.

Und worüber soll ich mir jetzt eigentlich klar werden bzw. was regt Sie auf?