PiratenMeine Generation hat keine Lobby

Politik und Märkte regeln gerade alles Mögliche, nur nicht die Zukunft der nächsten Generation, schreibt die Piraten-Politikerin Katharina Nocun in einem Gastbeitrag. von Katharina Nocun

Katharina Nocun

Katharina Nocun  |  © cc-by-sa Miriam Juschkat

Meine Generation, so scheint es auf den ersten Blick, ist mit Glück gesegnet. Wir wachsen in Frieden auf, in einem der reichsten Länder der Welt. Doch in Wahrheit steht es schlecht um uns. Das verraten schon die Embleme, die man mir und meinen Altersgenossen aufklebt: Generation Praktikum. Generation Burnout. Generation Politikverdrossenheit. Generation Altersarmut. Das klingt nicht nach Glückskindern, das klingt nach Zukunftsangst. Leider stimmt es bei vielen.

Als wir zur Schule gingen, sagten uns die Lehrer, uns stünde die Welt offen. An der Universität rechneten uns dann unsere Professoren, die noch umsonst studiert und promoviert hatten, die Vorzüge von Bildungsgebühren vor. Wir nahmen Kredite auf. Wir gingen auf die Jagd nach Bildungsscheinchen. Soft Skills probten wir im Ehrenamt. Und dann noch Auslandssemester und Sprachkurse, Zusatzqualifikationen. Der Arbeitsmarkt sieht das gerne. Die Psyche weniger. Die Wartezeiten bei psychologischen Beratungsdiensten wurden länger und länger. Haben wir unseren Abschluss, wetteifern wir in der globalisierten, deregulierten Wirtschaft um begehrte Arbeitsplätze. 

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Wir sind Getriebene. Auf der Realschule sagte man uns: Bei der Sparkasse stellen sie nur noch mit Abitur ein. Bei der Hauptschule hieß es: Beim Handwerk erwarten sie eigentlich Realschulabschluss. Schon im ersten Semester wussten wir, nach dem Bachelor-Studium gibt es nicht genügend Master-Plätze. Eine ständige Entwertung unserer Zukunftschancen ist das, eine Inflation. Dem hecheln wir hinterher.  

Der Ideal-Arbeitnehmer ist ein optimiertes Produkt

Die Zeit gerader Erwerbsbiographien ist nicht nur für meine Generation vorbei. Doch wir spüren das bereits in unserer Ausbildung. Der neue Ideal-Arbeitnehmer ist ein durch und durch optimiertes Produkt, das ständig neue Features braucht, um nicht zu veralten. Das verursacht Stress, Unsicherheit und auch Zukunftsangst.

Katharina Nocun
Katharina Nocun

Katharina Nocun ist seit Mai 2012 politische Geschäftsführerin der Piratenpartei. Die 26-Jährige studiert Politik, Wirtschaft, Philosophie und Wirtschaftsinformatik und kandidiert auch für den Bundestag. Seit 2007 engagiert sie sich ehrenamtlich in der digitalen Bürgerrechtsbewegung.

Unbezahlte Praktika sind in vielen Berufsfeldern längst normal. Unnormal aber ist es, diesen Praktikanten dann im Anschluss einen Arbeitsvertrag zu geben, gar einen unbefristeten. Trotz geringer Arbeitslosigkeit hangeln sich viele gut ausgebildete junge Leute von einem Zeitvertrag und Honorarjob zum nächsten. Statt einer Festanstellung machen viele langfristige Bekanntschaften mit Zeitarbeitsfirmen. Es fehlt schlicht der politische Wille diese Entwicklung zu stoppen. In Italien nennt man meine Generation die 1.000-Euro Generation. In Griechenland heißt sie die 700-Euro Generation.

Wir sind mit menschengemachten Naturkatastrophen aufgewachsen. Als Tschernobyl explodierte, war meine Mutter mit mir schwanger. Alle paar Jahre beobachten wir scheiternde Klimakonferenzen. Echte Resultate erwartet sowieso niemand mehr. Aus Fukushima wird jeden Monat routiniert der radioaktiv verseuchte Wasserstand gemeldet. Was viele nicht begreifen: Das Wort Endlager hat aus der Perspektive eines 20-jährigen Menschen einfach eine andere Bedeutung. Unser ökologisches Erbe, unsere ökologische Last ist Folge der politischen Entscheidungen unserer Eltern. Das ist bitter. 

Leserkommentare
  1. Ihre Generation ist den anstrengungslosen Wohlstand gewöhnt und glaubt das sie als Facharbeiter mehr als 1300€ Brutto verdienen.

    Die Entbehrungen welche die Vorgängergenerationen hatten um Europa zum Schlaraffenland zu machen sehen sie leider nicht.

    Überkonsum wird als Selbstverständlichkeit erachtet und bitte irgendwas mit BWL hauptsache richtige keine körperliche harte Arbeit.

    17 Leserempfehlungen
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    "Die Entbehrungen welche die Vorgängergenerationen hatten um Europa zum Schlaraffenland zu machen sehen sie leider nicht."

    Leider sehen Sie nicht, welche Entbehrungen auf unsere Generation zukommen, bzw. was wir heute schon entbehren müssen. Um mal einen sehr wahren Twitter Spruch zu zitieren: "Was darf man von einer Gesellschaft erwarten, in der man einen Fernseher für eine Null-Prozent-Finanzierung bekommt, aber Studiendarlehen verzinst?!"

    Wir zahlen für unser Studium, wir zahlen für die Rentner von heute und sollen für unsere eigenen Renten am besten auch gleich selbst bezahlen. Wir sollen Banken, Ozeane, die Luft, das Klima, die Renten und was weiß ich nicht was alles retten, aber wie das sagt uns niemand. Wir sollen uns bitte sehr den Ar... aufreißen, aber den Mund geschlossen halten...

    Ehrlich ich packe es nicht. Es ging keiner Generation so gut, wie der meiner Eltern. Die Renten waren sicher, die Gehälter hoch, es gab meistens unbefristete Verträge, eine sichere Zukunft und sauberer Strom?? Bitte warum sollte man sich mit solchen Kleinigkeiten aufhalten...

    Ich würde mir ein bißchen weniger Arroganz wünschen und ein bißchen mehr Verständnis, für eine Generation die vieles regeln, für das wir leider nichts können....

    dann unterstelle ich mal, das Sie eben der Generation angehören, die wenn das tatsächlich so sein sollte, aber deren Grundstein dafür gelegt haben.
    Denn Kinder haben in de Regel Eltern.

    • oh.stv
    • 09. Mai 2013 12:28 Uhr

    Berichten sie bitte mal, von den ach so großen Entbehrungen ...

    zum Text:

    Das ist genau der Grund wieso ich immernoch die Piraten wählen werde.
    Gerade wenn man von den idiotischen Plänen der Telekom und der ohne Aufsehens durchgewunkenen Bestandsdatenauskunft liest.
    https://www.youtube.com/w...

    "Ihre Generation ist den anstrengungslosen Wohlstand gewöhnt"

    "Überkonsum wird als Selbstverständlichkeit erachtet und bitte irgendwas mit BWL hauptsache richtige keine körperliche harte Arbeit"

    Ihre unreflektierten Angiftungen sind leider eine typische Reaktion auf die begrüßenswerten Vorschläge intelligenter und vernünftiger Menschen.

    Anstatt diese Vorschläge einmal ernsthaft zu durchdenken, begegnen Sie der Kommentatorin mit Ignoranz und Missgunst. Ihre Vorgehensweise ist die in Wahrheit anstrengungslose.

    Zum Thema:

    Es ist kaum zu glauben, dass man auf ZEIT mal wieder die Piraten zu Wort kommen lässt.

    Wenn die ZEIT-Journalisten mit der selben Inbrunst, wie sie das Piraten-Bashing betrieben haben, objektiv über deren politische Ansichten und das große Potential ihrer Vorschläge (Flüssige Demokratie, BGE, etc.) unsere Gesellschaft auf eine neue Stufe zu heben, aufgeklärt hätten, dann lägen die Piraten heute sicher bei über 5%.
    "Rot"-Grün (vorallem Grün) fehlten dann aber wahrscheinlich ein paar wichtige Prozente, was wohl ein Grund für die Attacken ist.

    Es ist schon tragisch, dass die Medien es in den letzten Monaten geschafft haben die Präsenz der Piraten ausgerechnet in deren vertrauten Element so klein zu hacken.

    Grüne, Piraten und Linke zusammen - das wär mal was! Diese Parteien sind die einzigen größeren Parteien, bei denen ich etwas wie einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit entdecken kann.

    Zu schön um wahr zu sein. :)

    Was meinst du mit anstrengungslosem Wohlstand? Ich habe unglücklicherweise noch nie Wohnimmobilien vermietet und besitze leider nicht genug Kapital, um Finanzmarktgeschäfte lukrativ werden zu lassen.
    So muss ich leider tatsächlich der Erwerbsarbeit nachgehen und ich finde es auch traurig, dass ich das in einem Großraumbüro machen muss. Lieber würde ich natürlich, wie in der guten alten Zeit, meinen Reichtum ehrlich in einer Kohlemine erarbeiten und nach getaner, ehrlicher Arbeit, im Garten meines Bergbauarbeitervorortsreihenhauses Cocktails trinkend an den Banknoten meines ehrlich verdienten Vermögens riechen. Aber diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei. Ja, schade; in der Tat.

    Ich kann die Gedanken von Frau Nocun gut nachvollziehen, Ihre hingegen nicht. Ein Studium kostet Geld, nach dem Studium haben viele Akademiker Ausbildungsschulden. Totale Genügsamkeit ist in diesem Fall kein Heilmittel.
    Sie mögen körperlich hart gearbeitet haben und zudem der Generation angehören, denen die einfachsten Dinge in jungen Jahren fehlten, doch Sie gehörten offenbar nicht zu jenen, denen die Perspektive fehlte. Wie sonst kommen Sie dazu, die Zukunftsängste der jüngeren Generation nicht ernst zu nehmen? Mit Verlaub: meines Erachtens poltern Sie im Western-Stil und gehen nicht auf Inhalte ein, JohnDoe!

    • Burts
    • 09. Mai 2013 15:52 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben sie beim konkreten Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/jk

    • deDude
    • 09. Mai 2013 16:23 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben sie beim konkreten Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/jk

    • SdV
    • 09. Mai 2013 18:14 Uhr

    Larmoyanz und Arroganz waren noch nie die richtigen Antworten auf die Herausforderungen, die das Leben nun mal so bietet - und da bekommt eben jede Generation ihr eigenes Päckchen serviert.

    Auch wenn es sich die Generation X oder Y (oder am Ende gar: Wehleidig?) nicht vorstellen kann: Ja, es gab Zeiten ganz ohne Bafög. Ja, es gab Zeiten, da mussten junge Männer Lebenszeit verschwenden und zum Wehr- oder Zivildienst, weil ein Atomkrieg mitten in Europa als reale Gefahr betrachtet werden musste. Ja, es gab Zeiten, da gab es nur ein Auto pro Familie, da war ein Handy (alberner) Luxus für Yuppies. Freiheitsrechte, politische und militärische Sicherheit, die reiche Infrastruktur von Bildungseinrichtungen, ein verbreiteter Wohlstand, der eine großer Zahl junger Leute überhaupt erst den Anspruch auf berufliche Selbstverwirklichung ermöglicht: All das gab und gibt es nicht gratis. Das haben andere erst einmal erarbeiten und erkämpfen müssen, auch wenn das offenbar manche Jüngere in diesem Forum in ihrer Anmaßung nicht wahrhaben wollen.

    Ach ja, etwas hat sich freilich nicht geändert in all den Jahren: Jobgarantien für das bloße Absolvieren eines Studiums gab es noch nie. Das werden auch die Piraten nicht hinkriegen. Die schaffen es ja noch nicht einmal, mit sich selber ins Reine zu kommen.

  2. Ja, ich glaube tatsächlich, dass wir als qualifizierte Arbeitskräfte einigermaßen bezahlt werden sollten.

    Ich glaube auch, dass ich nach 3 Jahren Oberstufe und 5 Jahren Studium mehr verdienen sollte als jemand, der nach der 10. Klasse von der Schule abgegangen ist, immerhin habe ich 8 Jahre meines Lebens zur besseren Qualifikation verwendet.

    Ich glaube drittens, dass es unakzeptabel ist, meine Arbeitskraft umsonst oder zu einem Hungerlohn über ein Praktikum in Anspruch zu nehmen.

    Ich habe durchaus schon körperlich gearbeitet, u.a. zur Finanzierung meines Studiums. Aber ja, Leute mit IQ 120+ und Top Ausbildung wollen typischerweise nicht primär körperlich arbeiten. Hat aber nix mit Faulheit zu tun, ich wäre geistig einfach völlig unterfordert.

    Das alles hat überhaupt nichts damit zu tun, dass mir nicht bewusst wäre, dass unsere Eltern und vor allem unsere Großeltern es schwerer hatten. Nur, warum sollte ich bereit sein, in weitgehender Armut zu leben, wenn dies nicht nötig ist, nur, damit ein paar reiche Prozent noch mehr Reichtum bekommen können?

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    sollten Sie mehr verdienen, nur weil Sie an einer Hochschule waren.

    Ist Ihre Qualifikation denn zwingend mehr Wert als die eines Facharbeiters?
    Welche Qualifikation erwirb man mit dem Abitur?

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare und achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Die Redaktion/au

    Sie schreiben zwar, dass Sie aufgrund Ihrer Ausbildung erwarten, mehr zu verdienen als andere. Sie erwähnen jedoch in keinem Satz, welche Leistungen Sie zu erbringen bereits sind, mit denen ein Arbeitgeber mehr Geld verdient als ohne Sie. Das ist nämlich a) das Prinzip der Eigenverantwortung und b) das Prinzip der Marktwirtschaft.

    Stattdessen beenden Sie Ihren Kommentar mit Argumenten aus dem Parteiprogramm der Linken und schimpfen pauschal auf "die Reichen". Ja was denn nun? Mehr Lohn für mehr Leistung oder nur mehr Gleichmacherei?

    Ja was haben wir denn so studiert?

    • sf2000
    • 09. Mai 2013 19:49 Uhr

    .... eine eigentümliche Tendenz, echte Armut nicht mehr als Problem zu sehen, dass man angehen muss, sondern als stetigen Beweis dafür, dass es doch schlimmer ginge und deswegen ja eigentlich alles in Ordnung ist.

    Die Kunst der Politik ist denn auch, einen Zustand zu schaffen, wo zumindest genug Leute das Gefühl haben, *mehr* zu besitzen als andere. Vielleicht sollte sich Frau Nocun damit auch in den Schlaf singen.

    Eigentlich sollte sie außerdem schon gelernt haben, dass alle Praktika, Ausbildung und Begabung mittlerweile absolut wertfrei sind. Dass, was sie durch Anstrengung und Leistung zu verdienen meint, gibt es nun mal leider nur zu erwerben, entweder durch Geld, oder durch Gefälligkeiten (schleimen, auf gut Deutsch gesagt). Kompetenz, da gibt es mittlerweile sogar schon Untersuchungen zu, schadet im Zweifelsfall nur.

    • Mafa75
    • 16. Mai 2013 21:50 Uhr

    ich finde es toll dass viele, die abitur gemacht u das ein oder andere jahr studiert haben der meinung sind hinterher automatisch deutlich mehr geld verdienen zu sollen als jmd, der nach haupt- oder realschule eine ausbildung gemacht hat und bis derjenige, der abitur und studiert hat, soweit ist schon einige jahre berufserfahrung mitbringt.
    jedes zusätzliche schuljahr und das anschließende studium kostet die summe der steuerzahler doch schon ausreichend geld - wenn nicht auf direktem wege dann doch zumindest insofern als dass jmd der, bis er 27 oder 28 jahre alt ist studiert, in dieser zeit eine ausbildung hätte machen und danach als arbeitnehmer steuern zahlen können... warum sollte ein teil der gesellschaft von anfang an nur zu lasten derer leben, die bereit sind zu arbeiten? erst wird ihnen die bessere bildung von der allgemeinheit finanziert und im anschluß zahlt genau diese allgemeinheit für dieselbe personenklasse, die aufgrund der gesponsorten bildung der meinung ist ein recht auf besserbezahlte jobs zu haben, erneut ...
    ich persönlich bin sowieso der meinung dass man das system grundlegend dahingehend ändern sollte dass ein studium nur noch dem ermöglicht wird der eine abgeschlossene berufsausbildung hat. ich kenne mittlerweile genügend leute, die auf 2. oder 3. wege später ihr studium erfolgreich abgeschlossen haben ... den punkt mit "geistig unterfordert" will ich nur kurz streifen u würde aufgrund der aussagen eher auf "nicht wirklich bereit zu arbeiten" tippen...

  3. Lösungen hat die Autorin aber auch keine anzubieten.

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    der sicher von der Autorin als Appell gemeint ist -
    Fragt sich: Bitte an wen genau gerichtet???
    Hoffentlich in erster Linie an die eigenen Reihen. Allen voran ihrem gewählten Vorstand, Bernd Schlömer, der nach seiner spektakulären Wahl auf Vermittlung vom Springer-Verlag mit Old Henry Kissinger ziemlich intransparent plaudern durfte. - Worüber eigentlich ? Über die Probleme von Katharinas Generation?

    Leider haben die Piraten es nicht verstanden, aus der überwältigenden Woge des Vorschuss-Vertrauens ( auch aus der Mitte ) der Wahlbevölkerung heraus bis in die Parlamente hinein, eine substanzhaltige Programmatik zu entwickeln, die realistisch umsetzbare Lösungsansätze enthält.

    Trotz Marina Weisbands persönlichem Bekenntnis zur "Liquid Democracy" ist diese Idee längst irgendwo im "Shit-Storm" hängengeblieben - und hat im Grunde genommen kaum noch was mit den überwiegend männlichen Internet-Junkis der Piraten-Partei was zu tun.

    • BP89
    • 09. Mai 2013 12:16 Uhr

    zählen Sie nicht zur Generation Y (zu der ich mich auch zähle) ?

    http://www.zeit.de/2013/1...

  4. Gefällt.

    Und an Kollegen wie John Doe; was ist aus der Prämisse geworden, seinen Kindern ein gutes, vielleicht besseres Leben zu ermöglichen, als man es selbst hatte?

    11 Leserempfehlungen
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    Wie wollen sie den Lebenstandard denn noch steigern?

    Die westliche Wertegemeinschaft ist da führend!

    Über Grundbedürfnisse muß man sich keinen Kopf mehr machen, Kulturbedürfnisse werden als selbstverständlich erachtet und sind es meist sogar und nun foprdert diese verwöhnte Genration das Luxusbedürfnisse nun auch noch selbstverständlich werden.

    Das ist dreist, unfair und fürchterlich egoistisch.
    Ich schäme mich für diese Generation.

    Gefällt? Gefällt wem? Seit wann gilt ein Artikel als Satz?

    diese Prämisse war schon immer etwas fraglich. Denn wieso eigentlich sollten es Kinder "besser" haben. Sie sollten es aber zumindest ganz gewiss nicht schlechter haben. Und dass die heute 40jährigen sich mehrheitlich so außerordentlich haben mühen müssen, um den aktuellen Reichtum der Gesellschaft (insgesamt) zu ermöglichen, wage ich mal zu bezweifeln. Sie hatten es aber wahrscheinlich nicht schwer, einen verlässlichen Arbeitsplatz zu bekommen und werden auch einmal von ihrer Rente leben können. Kleinigkeiten, von denen junge Menschen heute oft nicht mal zu träumen wagen. Frau Nocun hat es gut zusammengefasst. Interessiert aber wohl deshalb so wenige, weil die politische Macht in Händen derer liegt, die in 20 Jahren spätestens ihren Ruhestand genießen.

  5. 6. [...]

    Entfernt. Doppelposting. Danke, die Redaktion/jk

    Eine Leserempfehlung
  6. sollten Sie mehr verdienen, nur weil Sie an einer Hochschule waren.

    Ist Ihre Qualifikation denn zwingend mehr Wert als die eines Facharbeiters?
    Welche Qualifikation erwirb man mit dem Abitur?

    19 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Welche Wirrnis"
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    ... Realschüler fangt mit 16 an, Geld zu verdienen.

    ..:Akademiker mit 26.

    Das sind bei Arbeitszeit bis 65 etwa 20% weniger Einzahlungszeit. Die sollten evtl. kompensiert werden oder?

    • scg
    • 09. Mai 2013 12:46 Uhr

    Jemand der 13 Jahre zur Schule gegangen ist und dann noch 5 Jahre (oder 6 Jahre hängt vom Studium ab) startet mit 23 ins Berufsleben. Jemand der nach der 10. Klasse eine 3 Jährige Ausbildung gemacht hat, verdient dann bereits schon seit vier Jahren Geld, und jemand der nach dem Abi eine Ausbildung gemacht hat bereits seit zwei Jahren. Deswegen ist es doch nur logisch, dass Akademiker mehr verdienen. Oder sollen sie bestraft werden weil sie eine längere Ausbildungszeit hatten und dadurch erst später anfangen können?

    • Tom S.
    • 09. Mai 2013 14:15 Uhr

    ... was genau studiert wurde. Es gibt eine Menge Tätigkeiten die ein ausgeprägtes Studium notwendig machen, um z.B. mit Hilfe von Technik Tätigkeiten zu automatisieren -> weniger Leute produzieren mehr Produkte. Dass ein Ingenieur mehr verdient als bspw. ein Handwerker ist noch nachvollziehbar.

    Dabei tut sich aber das Problem auf, dass "einfache" Jobs zuerst wegrationalisiert werden. Um die wenigen Jobs müssen sich die Arbeiter dann streiten, was die Löhne weiter drückt (bis hin zu Aufstockern). Die Gewinne streichen dagegen nur Wenige (Führungskräfte, Aktionäre) ein.

    Hier müsste die Politik einschreiten um Gewinne teilweise ab zu schöpfen und alle an der Produktivitätssteigerung teilhaben zu lassen. Große Unternehmen (Global Players) zahlen jedoch so gut wie keine Steuern.

    Amazon hat seinen Sitz z.B. in Luxemburg weil dort wenig Steuern gezahlt werden müssen und trotzdem EU weit verkauft werden kann. Ein so kleines Land kann es sich leisten, da die Steuereinnahmen (auf die Anzahl Einwohner umgerechnet) dann immer noch reichen.

    Apple hat z.B. erst Kredite aufgenommen (iBonds) um die Aktionäre auszuzahlen. "Für Apple ist es günstiger Schulden zu machen ... Denn rund 102 Milliarden Dollar [...] sind außerhalb der USA geparkt. Bei der Überweisung in die USA würden hohe Steuern fällig."
    [http://www.dw.de/apple-ib...ür-die-aktionäre/a-16782634]

    Von dubiosen (aber legalen) Steuermodellen ("Double Irish With a Dutch Sandwich") ganz zu schweigen.

  7. könnten noch von meinem Vater sein.

    Wie dem auch sei: seit einigen Jahren scheint sich eine Mentalität breit zu machen, die etwas mit Gefüttert-Werden zu tun zu haben scheint. Alles soll jederzeit verfügbar sein und zwar in angenehmen (Wikipedia-)Häppchen. Die Klage lautet demnach auch: wir werden nicht richtig gefüttert. Die Antwort darauf müßte sein: fangt (endlich) an, selbst zu kochen und zu essen - dann müßtet Ihr auch nicht mehr darüber abkotzen, was serviert wird.

    Das ist aber nur die eine Seite. Die andere Seite, die mir ebenso Kopfschmerzen macht: unsere Generation hat mit der Fütterei angefangen - wahrscheinlich in der Verwirklichung des Wunschtraumes, selbst nur unzureichend diese Zuwendung erfahren zu haben ... . Was aber sicherlich auch dazu führte, daß man sich dem angebotenen Fraß damals eher verweigerte.

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    " fangt (endlich) an, selbst zu kochen und zu essen - dann müßtet Ihr auch nicht mehr darüber abkotzen, was serviert wird."

    Würde mich interessieren wie wir das anstellen sollen. Welchen Einfluss hat denn die jüngere Generation auf Politik, Wirtschaft und Medien? In den Schlüsselpositionen sitzen dich in der Mehrzahl, mit Verlaub, "alte Säcke". Das Wahlvolk ist auch mehrheitlich jenseits der 40, wie soll man da auf demokratischem Wege seine Interessen durchsetzen? Es ist leicht, zu sagen: "Dann macht es doch selbst.", wenn gleichzeitig die Gestaltungsmöglichkeiten arg eingeschränkt sind. Oder lassen Sie sich von ihrem unbezahlten Praktikanten was sagen?

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