Eckart von KlaedenStaatsminister wird Daimler-Lobbyist

Merkels CDU verliert einen wichtigen Mann an die Wirtschaft: Der Staatsminister im Bundeskanzleramt, Eckart von Klaeden, wechselt Ende des Jahres zur Daimler AG.

Staatsminister Eckart von Klaeden (CDU)

Staatsminister Eckart von Klaeden (CDU)  |  © Sean Gallup/GettyImages

Der Staatsminister im Bundeskanzleramt, Eckart von Klaeden, wechselt die Seiten und wird Leiter der Abteilung Politik und Außenbeziehungen beim Autohersteller Daimler. Der 47-Jährige soll den neuen Job zum Jahresende antreten. Das bestätigte das Stuttgarter Unternehmen auf seiner Internetseite.

 

Anzeige

Von Klaeden wird Nachfolger von Martin Jäger (48), der im September die Daimler AG verlässt und als Botschafter der Bundesrepublik nach Afghanistan geht.  Jäger war früher bereits als Sprecher im Auswärtigen Amt tätig –  jetzt kehrt er dorthin zurück.

Von Klaeden ist seit Oktober 2009 Staatsminister im Bundeskanzleramt und berät dort Merkel insbesondere beim Thema Bürokratieabbau. Er ist außerdem seit 1994 Abgeordneter des Bundestags und seit 2004 Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Nach der Wahl im September wird er aus dem Parlament ausscheiden.

Die Grünen reagierten mit Spott auf die Ankündigung. Die Politische Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke kommentierte den Wechsel auf Twitter mit dem Wort "Abwrackprämie".  

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin sieht in dem Wechsel gar das vorzeitige Eingeständnis einer CDU-Wahlniederlage bei der Bundestagswahl im September.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • grrzt
    • 28. Mai 2013 18:31 Uhr

    einen direkten Draht zur Frau M. Man möchte kotzen. Sollte man die Regierungsgeschäfte nicht direk den Konzernen und dem restlichen Gelichter überlassen. Demokratie und Transparenz ist doch sowas von gestern, Mauscheln im HInterzimmer ist angesagt, das ist das pol. Modell der Zunkunft.

    20 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn die Mehrheit nunmal will, dass die Regierung nach Lobbyinteressen handelt, dann will die Mehrheit das nunmal. Und in unserer Demokratie bringt sie das eben zum Ausdruck, indem sie die Parteien wählt, die den besten Draht zu Industrielobbyisten hat. Offenbar will die Mehrheit der Menschen eine abgehobene, elitäre Politik für die Wenigen.

    Im September wird sich das wohl wieder bestätigen. "Angie" kommt eben an, und mit ihr Kriegseinsätze, Schröpfung von Armen und Mittelschicht, Ignoranz gegenüber Umwelt und Natur, Fremdenfeindliche Politik und nicht zu vergessen die Überzeugung, dass Chancengleichheit von Gestern ist und wahre Bildung sowieso nur den Kids vom Guttenberg oder Jauch zusteht.

    Wenn die Deutschen das nunmal so wollen? Deswegen hier zu sagen, es gäbe keine Demokratie oder sie sei dadurch irgendwie dünner ist doch zu plump. Die Deutschen wählen elitär und merken nicht, dass sie sich damit selbst das Messer in den Rücken rammen. Bittesehr, ich hab längst aufgegeben Wählerverhalten ändern zu wollen. Schwarz-Gelb forever!

    • Chilly
    • 28. Mai 2013 18:32 Uhr

    Wechsel von Klaedens zu Daimler, ist der Vorgang um seinen Vorgänger, Martin Jäger. Wenn dieser Sprecher des AA war und nun Botschafter wird, dann müsste er Beamter und damit Staatsdiener sein. Wie sich diese Eigenschaft mit der eines Lobbyisten vereinbaren lässt, kann mir vermutlich nur die F.D.P. erklären.

    Die Funktion von Klaedens im Kanzleramt ist nicht sonderlich bekannt in der Öffentlichkeit. Die Nähe zur Kanzlerin gibt aber intern schon "Macht". Kann sein, dass die Kanzlerin, nachdem Niedersachsen an Rot-Grün verloren worden ist, auf den dortigen Landesverband weniger Rücksicht nehmen will bzw. muss und daher für die Zeit ab Herbst 2013 eine freie zu besetzende Position braucht, um einen treuen Diener/Dienerin "zu belohnen". Auch dies dürfte denkbar sein.

    CHILLY

    9 Leserempfehlungen
    • grrzt
    • 28. Mai 2013 18:34 Uhr

    Daimler stellt auch einen Botschafter im Tausch. Nun ja, Daimler gewinnt doppelt. Afghanistan ist ein schönes Land ;-)

    3 Leserempfehlungen
  1. >> Merkels CDU verliert einen wichtigen Mann an die Wirtschaft <<

    ... da "verlieren"? Ich bin mir sicher, dass im Falle eines Wahlsiegs der amtierenden Regierung weiterhin eine - insbesondere für Daimler - fruchtbare Zusammenarbeit angepeilt wird.

    Zetsche bettelte ja gerade erst um Subventionen für Elektroautos.

    17 Leserempfehlungen
  2. wenn es der Demokratie dient.

    Aber ich glaube, die wurde schon verkauft.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Oder anders ausgedrückt, er wechselt das Team.

    Im Sport heißt das ja: Ein linkes Götze-Ding.

    Die Demokratie wurde nicht verkauft, sie wurde verschachert und verschenkt!

  3. Da ist es wieder, unser grundlegendes Dilemma: Einerseits wollen wir keine lebensfernen Berufspolitiker, die von der Wiege bis zur Bahre nichts anderes gemacht haben als professionelle Politik - andererseits aber gibt es bei jedem personellen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft einen Aufschrei.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    >> andererseits aber gibt es bei jedem personellen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft einen Aufschrei. <<

    ... handelt es sich nicht um einen x-beliebigen personellen Austausch. EvK wechselt nicht in den Vertrieb, inss Marketing oder irgendwohin ins Management von Daimler.

    Er ist explizit als Lobbyist vorgesehen, und darin liegt im vorliegenden Fall die Ursache für den *berechtigten* Aufschrei.

    Politik und Außenbeziehungen NICHT lebensfern?Der kungelt doch da mit den selben Leuten wie vorher.
    Wenn diese Herrschaften mal in einem Krankenhaus, einer Schule, in einem Jobcenter, bei der Müllabfuhr oder der Polizei arbeiteten und zwar nicht in den obersten Etagen, dann bekämen sie vielleicht was mit von der Realität der BürgerInnen dieses Landes.
    Aber diesen Wechsel von Politik in die Wirtschaft oder eben in umgekehrter Richtung als Ausdruck und Beweis der Lebensnähe zu verkaufen, ist die übliche Schönfärberei einer Form der Korruption.

  4. 7. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/kvk

  5. Oder anders ausgedrückt, er wechselt das Team.

    Im Sport heißt das ja: Ein linkes Götze-Ding.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "naja, "

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, sdo
  • Schlagworte Eckart von Klaeden | CDU | Bundeskanzleramt | Grüne | Daimler AG | Jürgen Trittin
Service