Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ausgeschlossen, dass die EU die Schuldenkrise weiter mit staatlich finanzierten Wachstumsprogrammen bekämpft. "Diese Möglichkeit ist uns ein wenig verwehrt", sagte Merkel auf einer Veranstaltung der Frauenzeitschrift Brigitte unter Bezug auf die in den Euro-Staaten aufgelaufenen Staatsschulden.

Die Kreditaufnahme war als Folge der Konjunkturprogramme in fast allen Ländern stark gewachsen. "Das führt jetzt dazu, dass wir nicht einfach dasselbe machen können, was wir 2008 und 2009 schon einmal gemacht haben", sagte Merkel.

Der Euro sei jedoch in guter Verfassung, sagte die Kanzlerin. In der Krise habe sich gezeigt, dass es ein Grundvertrauen in die Politik gebe. "Und das müssen wir uns jeden Tag neu erarbeiten."

Auch sie bekenne sich zu einer Wachstumspolitik, sagte Merkel mit Blick auf die in der EU geführte Debatte, die Sparpolitik gefährde das Wirtschaftswachstum. Sie erinnerte auch an die Notwendigkeit, die in den Krisenstaaten – insbesondere in Spanien – hohe Jugendarbeitslosigkeit abzubauen.

Der Euro sei stabiler geworden, weil außereuropäische Investoren mittlerweile verstanden hätten, dass die Euro-Staaten auch politisch hinter der Gemeinschaftswährung stünden, sagte Merkel. "Aber wir haben noch einen großen Teil der Arbeit vor uns." Zudem gebe es wegen des weltweiten Wettbewerbs nicht unbegrenzt viel Zeit für die Reformen.