CSU : Seehofer lehnt Zusammenarbeit mit AfD ab

Horst Seehofer hat seiner Partei geraten, die AfD ernst zu nehmen. Eine Zusammenarbeit schließt er aber aus. Gleichzeitig rügt er die FDP und die Opposition.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der euroskeptischen Alternative für Deutschland (AfD) ausgeschlossen. Seine Partei müsse die AfD ernst nehmen, sie sei aber keine Gefahr für die Union, sagte der bayerische Ministerpräsident in der Welt am Sonntag

Seehofer warnte vor einer Rückkehr Deutschlands zur D-Mark. Ein solcher Währungswechsel "würde den Wohlstand, die soziale Sicherheit und die gesellschaftliche Stabilität schwer gefährden", sagte Seehofer. Er sei sich sicher, dass dieses Thema keine große Zustimmung in der Bevölkerung finden werde.

In Bayern wird am 15. September ein neuer Landtag gewählt – eine Woche vor der Bundestagswahl. Derzeit regiert die CSU in einer Koalition mit den FDP.

Der SPD und den Grünen warf Seehofer vor, mit den von ihnen geplanten höheren Steuern die Schulden der Euro-Krisenländer bezahlen zu wollen. Seine Partei werde sich gegen solche Steuererhöhungen einsetzen, sagte Seehofer.

Soli bis 2019

Die Union wolle sich hingegen unter anderem für eine Abmilderung der sogenannten kalten Progression einsetzen, sagte Bayerns Ministerpräsident. Damit ist gemeint, dass Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, durch einen höheren Einkommenssteuersatz zunichte gemacht werden. Außerdem wolle die Partei eine Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags in ihr Wahlprogramm aufnehmen, wenn es die wirtschaftliche Lage erlaube, sagte Seehofer.

Die von der FDP angestrebte schrittweise Reduzierung des Solidaritätszuschlags bereits ab 2014 lehnte Seehofer ab. "Ich halte nichts davon, dass wir Solidaritätsverträge mit den neuen Bundesländern aufkündigen. Eine Abschaffung des Soli wäre in Bayern sicher sehr populär, aber wir werden bis 2019 daran festhalten."

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Kommentare

65 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Hä????

Das einzige was die AfD bringen wird, ist Rotgrün mit Finanzminister Trittin.
Dadurch, dass die AfD der FDP die Stimmen nimmt , um über die Hürde zu kommen, wird rotgrün relativ aufgewertet
(dank der medialen antikapitalismus-Kampagne hätte die FDP meiner Meinung nach ein derzeitiges POtential von 5 bis 8 Prozent).
Allerdings werden durch ein paar Empörte AfD Wechsler daraus 4 Prozent, sodass sich die "Linken" ins Fäustlein lachen.

Die AfD Wähler sollten wirklich überlegen, ob ihnen ihr Protest Rotgrün wert ist.

Statistiken zu fälschen soll gelernt sein

"Die AfD hat offiziell ein Potential von 3% bis 37%". Folglich hat die CDU ein Potential von 40 bis 70%, die SPD von 25 bis 55%.
Dass keine Partei von diesen 30% NICHTWÄHLERN ernsthaft mehr als 2% bis 3% abrufen wird, sollte inzwischen (spätestens seit den Piraten) allgemein bekannt sein. Dass die AfD also mehr als 7% holt, ist höchst unwahrscheinlich. Aber man kann sich in Gedanken ja mal austoben und wünschen, sie landeten knapp hinter der SPD.
"Sodass die Grünen auf normal gestutzt werden, nämlich unter 10%."
Ein selten dämlich arroganter Kommentar. Die Grünen holen bei den Landtagswahlen regelmäßig Werte um die 12 %, in den Umfragen sind sie bei 14 bis 15%. Wieso sollte dann nur alles unter 10% "normal" sein?
Sie sind wohl nochmal jemand, der Angst vor dem "linken Pack" hat, und deshalb mit noch so dummen Überlegungen gegen eben dieses schimpft.

Erklärung nötig

Auch gegen die Piraten gab es Diffamierungskampagnen, jedoch wurde von den Medien ein viel größerer Hype um sie veranstaltet.
Der Grad der Diffamierung ist vergleichbar, nur ist jetzt auch die CDU betroffen, die bei so etwas immer "interessant" reagiert.
Dass die Piraten in den Umfragen bei 13% lagen, lag daran, dass die Medien sehr ausführlich und auch teilweise jubelnd über die Piraten berichtet haben, was bei der AfD nicht der Fall ist.

Wieso sollte das wishful thinking "erkennbar" auf meiner Seite liegen? Das müssen sie mir erklären!