SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat den Vorstoß von Parteichef Sigmar Gabriel für ein Tempolimit auf Autobahnen als "nicht sinnvoll" zurückgewiesen. In diesem Punkt stehe er "im Widerspruch" zum SPD-Vorsitzenden, sagte Steinbrück.

Gabriel hatte zuvor die Einführung von Tempo 120 auf deutschen Autobahnen angeregt, "weil alle Unfallstatistiken zeigen, dass damit die Zahl der schweren Unfälle und der Todesfälle sinkt", sagte er der Rheinischen Post. "Der Rest der Welt macht es ja längst so."

Dagegen sagte Steinbrück, die Debatte zu dem Thema laufe nun schon seit rund 20 Jahren. "Ich sehe keine Veranlassung, sie zu aktivieren." Die SPD hatte sich auf ihrem Hamburger Parteitag im Jahr 2007 für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometer ausgesprochen. Im aktuellen Wahlprogramm aber taucht diese Forderung nicht auf. 

Gabriel sagte, dass aus heutiger Sicht der Klimaschutznutzen eines Tempolimits begrenzt sei, ihm gehe es vor allem um mehr Sicherheit im Verkehr. "Die Grünen wollen diese Geschwindigkeitsbegrenzungen, um den Klimaschutz voranzubringen. Ich glaube, dass die Wirkung dafür sehr, sehr begrenzt ist", sagte der SPD-Vorsitzende. Modernere Motoren und Elektromobilität seien viel wirksamer.

Der ADAC lehnte die Forderung Gabriels ebenfalls ab. "Wir halten gar nichts von einem generellen Tempolimit", sagte ein ADAC-Sprecher. Schon jetzt gelte auf 40 Prozent des Autobahnnetzes ein Tempolimit.

"Die Autobahnen sind die sichersten Straßen in Deutschland", sagte der Sprecher. Im Jahr 2011 seien 31 Prozent des Verkehrs über Autobahnen gerollt, aber nur 6 Prozent der Unfälle mit Verletzten seien dort geschehen.