Auf vielen Autobahnen ist die Geschwindigkeit schon jetzt begrenzt. Wie viele Strecken ohne Tempolimit gibt es überhaupt?

Grundsätzlich gilt auf deutschen Autobahnen immer die empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde, auch wenn kein Tempolimit vorgeschrieben ist. Deren Über- oder Unterschreitung kann im Fall eines Unfalls eine Teilschuld bedeuten. Diese Regelung betrifft etwa die Hälfte des circa 13.000 Kilometer umfassenden Autobahnnetzes. Für ein Drittel der Autobahnabschnitte gilt hingegen bereits eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung.

Auf den übrigen rund 2.000 Kilometern besteht ein sogenanntes situatives Tempolimit, das sich nach den jeweiligen Verkehrs- und Witterungsbedingungen richtet. Dort ist also beispielsweise bei Nacht oder bei Nässe eine Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben. Außerdem unterliegen jene Autobahnabschnitte einer Geschwindigkeitsbegrenzung, auf denen gerade gebaut wird: Im Durchschnitt befinden sich auf etwa 1.500 Kilometern des Autobahnnetzes Baustellen.

Macht ein Tempolimit die Autobahnen sicherer?

Insgesamt geht die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland zurück und hat vergangenes Jahr einen neuen Tiefststand erreicht. Schon jetzt gilt die Autobahn als die sicherste aller Straßenarten in Deutschland: Auf Autobahnen entfallen 30 Prozent der Kilometer, die jährlich auf deutschen Straßen gefahren werden, aber nur sechs Prozent der Unfälle mit Personenschaden und elf Prozent der Verkehrstoten.

Die Wahrscheinlichkeit, auf einer Autobahn in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt zu werden, ist siebenmal so niedrig wie auf anderen Straßen. Fachleute sehen eine deutlich größere Unfallgefahr auf Landstraßen.  

Eine Auswertung der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigt zudem, dass die meisten Autobahnunfälle auf wenigen Streckenabschnitten passieren, vor allem an Autobahnkreuzen und in der Nähe von Großstädten. Durch eine stärkere Regulierung dieser Abschnitte könnte also das Unfallrisiko gesenkt werden.