Verkehr : Wie sinnvoll ist ein Tempolimit?

SPD-Chef Gabriel hat sich für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ausgesprochen. Welche Auswirkungen hätte das auf Umwelt, Sicherheit und Verkehrsfluss?

Auf vielen Autobahnen ist die Geschwindigkeit schon jetzt begrenzt. Wie viele Strecken ohne Tempolimit gibt es überhaupt?

Grundsätzlich gilt auf deutschen Autobahnen immer die empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde, auch wenn kein Tempolimit vorgeschrieben ist. Deren Über- oder Unterschreitung kann im Fall eines Unfalls eine Teilschuld bedeuten. Diese Regelung betrifft etwa die Hälfte des circa 13.000 Kilometer umfassenden Autobahnnetzes. Für ein Drittel der Autobahnabschnitte gilt hingegen bereits eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung.

Auf den übrigen rund 2.000 Kilometern besteht ein sogenanntes situatives Tempolimit, das sich nach den jeweiligen Verkehrs- und Witterungsbedingungen richtet. Dort ist also beispielsweise bei Nacht oder bei Nässe eine Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben. Außerdem unterliegen jene Autobahnabschnitte einer Geschwindigkeitsbegrenzung, auf denen gerade gebaut wird: Im Durchschnitt befinden sich auf etwa 1.500 Kilometern des Autobahnnetzes Baustellen.

Macht ein Tempolimit die Autobahnen sicherer?

Insgesamt geht die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland zurück und hat vergangenes Jahr einen neuen Tiefststand erreicht. Schon jetzt gilt die Autobahn als die sicherste aller Straßenarten in Deutschland: Auf Autobahnen entfallen 30 Prozent der Kilometer, die jährlich auf deutschen Straßen gefahren werden, aber nur sechs Prozent der Unfälle mit Personenschaden und elf Prozent der Verkehrstoten.

Die Wahrscheinlichkeit, auf einer Autobahn in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt zu werden, ist siebenmal so niedrig wie auf anderen Straßen. Fachleute sehen eine deutlich größere Unfallgefahr auf Landstraßen.  

Eine Auswertung der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigt zudem, dass die meisten Autobahnunfälle auf wenigen Streckenabschnitten passieren, vor allem an Autobahnkreuzen und in der Nähe von Großstädten. Durch eine stärkere Regulierung dieser Abschnitte könnte also das Unfallrisiko gesenkt werden.


Kommentare

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Vom Mythos Autobahn...

Sie verwechseln Marketing mit Wirklichkeit. Eine Marke wie BWM lebt auch von der Kultivierung von Mythen, wovon allerdings die "freie Autobahn" nur ein Teil ist und ein hübsches Märchen.

Das Autos deutscher Autokonzerne wegen dem Mythos Autobahn gekauft werden, ist selbst ein Mythos. Niemand wird einen solchen Wagen kaufen, weil ich in Deutschland damit schneller als in meinem Heimatland fahren kann. Außerdem ist der Tag in München und in der von den angesprochenen Firmen geschaffenen Erlebniswelten spannender als die anschließende anstrengende und risikobehaftete Fahrt. Das Publikum hierfür ist sowieso eher eingrenzbar.

Dazu müssen für diese Fahrzeuge entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzer eingebaut werden, damit sie Alltagstauglich werden.

Die entscheidung für ein Fahrzeug aus der globalisierten Produktion deutscher Autokonzerne unterliegt längst anderen Entscheidungskriterien, wovon einige wie Qualität oder Status garnicht so neu sind.

Und der Mythos Sportlichkeit kommt nie von der Autobahn, sondern seit es Autos gibt vom Engagement im Motorsport.

"bekomme ich bei 120/kmh einen Geschwindigkeitsrausch !"

...was u.U. auch am Auto liegen kann @gotcha123 ;)

Aber im Ernst. gerade auf wenig befahrenen Strecken wie die A93 Hof <-> Regensburg oder die A38 Leipzig <-> Göttingen ist es in meinen Augen überhaupt kein Problem die Geschwindigkeitsfreigabe auszunutzen.

Ich denke es gäbe viel sinnvollere und effektivere Lösungen die Unfallrate zu reduzieren:
-> 0-Promille Grenze bei motorisierten Fahrzeugen
-> Leistungsbegrenzung von PKW´s für Fahranfänger wie es schon seit Jahren bei Motorrädern gehandhabt wird
-> generelle Geschwindigkeitslimits bei Regen/ Schnee/ Nebel ohne neue Beschilderungen einführen zu müssen
(meinetwegen dann auch nur mit 100km/h auf Autobahnen und 70km/h auf Landstraßen)
Solche Dinge wären vernünftig und würden wirklich unverhältnismäßig mehr Menschenleben retten als das was Gabriel hier verlange!

Verbote und ihr Sinn

"...Ich denke es gäbe viel sinnvollere und effektivere Lösungen die Unfallrate zu reduzieren:.."
"...-> 0-Promille Grenze bei motorisierten Fahrzeugen..."
wieviel bringt das? Wieviele Unfälle gibt es weil der Fahrer 0,3 Promille hatte und wären nicht passier mit 0? -Klar es gibt viele weil einer total blau war, nur das ist eh verboten und ein weiteres Verbot ändert nichts faran das es Menschen gibt die sich nicht daran halten.

"...-> Leistungsbegrenzung von PKW´s für Fahranfänger wie es schon seit Jahren bei Motorrädern gehandhabt wird
-> generelle Geschwindigkeitslimits bei Regen/ Schnee/ Nebel ohne neue Beschilderungen einführen zu müssen..."

Generell gilt, dass Sie keinen Unfall verursachen dürfen, bei Regen/Schnee etc. gibt es zwar kein Tempolimit aber eine Verantwortung, wenn Sie bei Schnee mit 200 km/h einen Unfall verursachen bekommen Sie die Schuld daran wegen unangemessener Geschwindikeit (da gibt es also ein Limit)

Bitte bitte nicht immer nach neuen Verboten rufen wo die eigenlich garnichts bewirken.

0 Promille ändert nichts daran das ein Quarttalssäufer mit 2 Promille von der Weihnachtsfeier kommt und Tempo 120 bei Schnee auchnichts daran, dass es verantwortungslose Drauftretspinner gibt.

"...-> 0-Promille Grenze bei motorisierten Fahrzeugen..."

"wieviel bringt das? Wieviele Unfälle gibt es weil der Fahrer 0,3 Promille hatte und wären nicht passier mit 0?"

sicher wird das biologisch keinen relevanten unterschied machen, es geht aber vielmehr um den psyschichen Aspekt. Heute gehört es einfach dazu das man beim Essen ein Bier bestellt. Ist die Runde etwas größer und die Zeit des zusammensitzens wird länger wird es sicher den ein oder anderen geben der auch ein zweites Bier bestellt, in dem Bewusstsein "es wird schon nichts passieren".

Ich bin arbeite momentan in Ungarn an einem Projekt, hier gilt stricktes Alkoholverbot und zwar ein sehr strenges. Wird man erwischt und sei es nur mit 0,1 Promille bekommt man umgehend den Führerschein entzogen. Ich finde das richtig und ich sehe das sich die Menschen hier ganz anders damit organisieren als in Deutschland. Sei es in Lokalen oder seien es die jugentlichen in den Discotheken.

"...bei Regen/Schnee etc. gibt es zwar kein Tempolimit aber eine Verantwortung, wenn Sie bei Schnee mit 200 km/h einen Unfall verursachen ..."

Das bringt aber leider der toten Familie die durch einen >verantwortungslosen< Faher durch dessen 200km/h Abenteuer von der Strasse gefegt wurde herrzlich wenig!
Auch hier gibt es keine eindeutige Strafe sondern erst wenn es bereits zu spät ist. Sicher würde es nicht alle hindern aber ein Teil der Bevölkerung würde dann von Anfang an davon absehen ein Risiko einzugehen auch wenn der Fuß mal wieder juckt.

"anders arrangieren"

"Ich bin arbeite momentan in Ungarn an einem Projekt, hier gilt stricktes Alkoholverbot und zwar ein sehr strenges. Wird man erwischt und sei es nur mit 0,1 Promille bekommt man umgehend den Führerschein entzogen. Ich finde das richtig und ich sehe das sich die Menschen hier ganz anders damit organisieren als in Deutschland. Sei es in Lokalen oder seien es die jugentlichen in den Discotheken."
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Vielleicht könnte man auch über ein Projekt nachdenken, Menschen das Recht auf freie Meinungsäußerung zu entziehen wenn sie zu viel dummes Zeug reden.
Auch diese würden sich dann sicher "anders arrangieren".
Haben Sie doch Verständnis für diejenigen, die sich nicht mit Kindergärtnerjargon belehren lassen wollen und nicht in allem was sie tun eingeschränkt werden wollen.
Die deutsche Verbotsgeilheit wird mir nach vielen Jahren hier im Lande immer suspekter

Sie wollen eine Erklärung...

Es war ja nur eine Antwort auf einen vorherigern Kommentar aber gut auch hier gibt es eine Antwort.

Das Meinungsforschungsinstitut Dr. R. Atelmal und Prof. W.A. Smirpasst hat mit an Wahrscheinlichkeitgrenzender Sicherheit herausgefunden, dass eine Minderheit von 62.3 % auf jedem Auto ein Halbautomatisches Gewehr zur Strassevormirbefreihung verpflichtend einführen möchte, allerdings nur im Autobahnbereich des Deutsch-USA Grenzlandes.

Ich hoffe Ihnen damit ihre Frage geklärt zu haben.

150 und gut is !

Lassen wir die Übermüdungsdiskussion jetzt mal beiseite.
Ich finde den Vorschlag gut mehr als 150 muss nicht sein !

Auch wenn es nur weinige Unfälle in gibt, die auf noch höheren Geschwindigkeiten beruht, es gibt sie und sie kosten Menschenleben
und auch unserem Sozial- und Gesundheitswesen viel Geld.

Aber wie schon in dem Artikel gesagt:
Die scjlimmsten Unfälle passieren auf Landstraßen,
und man sollte besser mal darüber nachdenken, ob dort
vor allem Lieferwagen unbedingt 100 fahren müssen !

Überholmanöver

"(...) Bin zigmal von Autos überholt worden, die dann nach ein paar Stunden mich wieder überholen durften. Oft genug mehrere Male. (...)"

:-) Diese Kommentarstelle lässt mich gerade an die nicht wenigen Zeitgenossen denken, die unter dem Zwang zu stehen scheinen, innerorts einen, sagen wir mal 100 m vor der roten Ampel, noch zu überholen, um sich schneller und noch vor dem Überholten der Warteschlange anzuschließen ...

Sicherlich gibt es keinen vernünftigen Grund ...

180 km/h z oder mehr u fahren. Bei einem entsprechenden Tempolimit liefe man aber Gefahr, dass der Eindruck entstünde, 180 km/h sei völlig in Ordnung. Schon heute gilt 130 km/h als Richtgeschwindigkeit. Schnellfahrer haben kein Anrecht darauf, dass man auf Überholvorgänge verzichtet, damit sie auf der linken Spur auf dem Gaspedal bleiben dürfen. Ist die Autobahn entsprechend voll, müssen sie ihre Geschwindigkeit darauf einstellen, dass jemand möglichweise auf die linke Spur wechselt.

Bei freier Autobahn sehe ich aber keinen Grund den Leuten Tempolimits aufzuzwängen, die dann auch schnell bei 130 km/h oder 100 km/h landen würden. Es nervt, wenn man z.B. in Frankreich ewig braucht, um einen Überholvorgang abzuschließen, weil man sich wegen dem Tempolimit scheut, mal kurz Gas zu geben. Am wichtigsten ist, dass die Autofahrer auf die Straße schauen und nicht ständig auf Tacho und Verkehrsschilder. Genauso bescheuert ist die rot-grüne Diskussion um 30 km/h in der Stadt.

Die haben

erstens 'ne eigene(!) Rennstrecke und zweitens (als Fiat-Tochter) das Hochgeschwindigkeitsoval von Nardo. Dort testen übrigens auch die Deutschen, während so ziemlich jedes Auto, das in Europa angeboten wird, umfangreichen Fahrerprobungen auf der deutschen Autobahn unterzogen wird. Daß die Japaner alle Entwicklungszentren in Deutschland haben, ist kein Zufall - und seit sie die haben, bauen sie auch wirklich bessere Autos. Fällt dieses Entwicklungs- und Betätigungsfeld weg, ist es doch vollkommen klar, welche Entwicklung der deutsche und europäische Automobilbau nehmen wird. Dann werden wir bald so schlampige Kisten zusammennageln wie die Amerikaner, mit 'nem dicken Motor in einem Fahrwerk, das sich direkt auf die Wells-Fargo-Postkutschen zurückführen läßt. "Mehr braucht man dann ja auch nicht mehr", könnte man nun argumentieren, aber mit der weltweiten Vorreiterrolle der deutschen Automobilindustrie ist es dann auch vorbei - und die brauchen wir m.E. durchaus noch.
"Nichts klebt so auf der Straße, wie ein deutsches Auto!" hat ein kanadischer Kollege mal gemeint, als er von seiner ersten Dienstreise mit dem neuen Firmenwagen zurückkam. Das war so 'n Golf mit angehängten Kofferraum, hieß dort auch Golf, bei uns glaub' ich Jetta. Eine Karre, die hier keiner gekauft hat, weil sie sich mit beladenem Kofferraum nicht mehr fahren läßt.

Ich könnte statt Ferrari auch...

ach egal.

Die Amerikaner bauen diese grossmotorigen Kisten glaube ich ehr weil dort der Sprit immer viel billiger war und Effizienz irgendwie unsexy.

Die Japaner bauen jetzt bessere Autos? Was genau sind bessere Autos? Da hat glaube ich jeder seine eigene Vorstellung, fü mich z. B. ist die Motorisierung etc. drittrangig - ich will gerade und bequem sitzen (was dann ehr zum Design zählt und mit Tempolimit auf Autobahnen nichts zu tun hat)-aber ja da hat eben jeder seine eigene Vorstellung was ja auch ok ist.

Die Weltweite Vorreiterrolle der dt. Automobilindustrie ist es so eine Sache. Technisch villeicht aber beim Verkauf da sind die Japaner v. a. Toyota vorn, denken Sie an Afrika und Asien, da sind die deutschen einfach zu teuer und auch nicht so brauchbar weil eben irgenwie Autobahnautos zum schnell fahren was in Afrika eh nicht so gut geht und dort werden die dt. sowieso verlieren, denn da kommen bald die Koreaner Tatra (oder wie dieses indische Auto heisst) und dann die Chinesen.

"aber bei Steigungen spielt das Gewicht eine extrem große Rolle.

Wenn Sie schon mal einen Berg hochgefahren sind, werden Sie festgestellt haben, daß es auf der anderen Seite wieder runter geht. ;-)

Ernsthaft: Durch die Bergfahrt summieren Sie Lageenergie auf, die Sie bei der Talfahrt wieder zurückerhalten. Eine der wundersamen Eigenschaften des Ottomotors ist, daß er für einen guten Wirkungsgrad eine gewisse Last (Zylinderfüllung) braucht - und einer seiner größten Nachteile, daß er bei Teillast eben keinen guten Wirkungsgrad mehr hat. Daraus resultieren z.B. die Spritspareffekte von Zylinderabschaltung oder Overdrive. Zwei Zylinder, ordentlich belastet, sind effizienter, als vier, die mit ungenügender Füllung dahindümpeln, um die gleiche Leistung zu erzeugen. Vier Zylinder, bei niedriger Drehzahl und ordentlich Druck im Kessel, sind effizienter, als bei höherer Drehzahl und weniger Druck. Den günstigsten Verbrauch pro Strecke erzielt man auch nicht mit konstanter Geschwindigkeit, sondern mit ziemlich knackiger Beschleunigung bis zu einem gewissen Punkt und anschließendem Ausrollenlassen. Dies ist in der Praxis natürlich nicht durchführbar.
Wenn Sie jedoch einen Berg einigermaßen vernünftig (nämlich im Bereich des besten Betriebspunktes) hinauf und auf der anderen Seite ohne allzu viel bremsen wieder runter fahren, verbrauchen Sie insgesamt weniger Sprit, als auf der gleichen Strecke in der Ebene. Klingt vielleicht überraschend, aber ist so.

Nachdenken über Masse

[Das Gewicht] eines Autos spielt im Stadtverkehr eine Rolle, wo diese Masse permanent beschleunigt und wieder abgebremst werden muß. (In dem Zusammenhang sollte man übrigens auch mal über die Sinnhaftigkeit von Batterien nachdenken.)

Denken kann nie schaden.
Schon gar nicht einem so tollen E-Auto-Experten wie Ihnen, der aufgrund seiner bestimmt jahrelangen Erfahrung im Alltagsgebrauch von E-Autos wissen müßte, dass diese im Stadtverkehr sogar noch weniger Energie verbrauchen als ohnehin schon.

Rekuperation und Energieeffizienz heißen die an den Stammtischen unbekannte Zauberwörter.

Sogar mein alter Elektroller mit 130kg Lebendgewicht (davon 60kg Bleiakkus) verbraucht nur 5kWh/100km ab Steckdose, was ziemlich genau 0,5l Benzin entspricht. Dabei hat er noch nicht mal Reku!

Im Übrigen bin ich für ein generelles Tempolimit von 130km/h auf deutschen Autobahnen.