ZensusHamburg muss mehr zahlen, Rheinland-Pfalz profitiert

Die neuen Zahlen des Zensus haben Auswirkungen auf die Kassen der Bundesländer: Weil Hamburg nun weniger Einwohner hat, muss es mehr Geld an ärmere Länder abgeben.

Die Skyline von Hamburg (Archiv)

Die Skyline von Hamburg (Archiv)  |  © Odd Andersen/AFP/Getty Images

Anhand der neuen Bevölkerungszahlen des Zensus muss der Länderfinanzausgleich neu berechnet werden. Davon profitiert etwa Rheinland-Pfalz: "Wir rechnen mit zusätzlichen Einnahmen von 150 bis 180 Millionen Euro im Jahr", sagte Landesfinanzminister Carsten Kühl der Süddeutschen Zeitung.

Hamburg dagegen muss mehr Geld zahlen: "Die Zahlungen Hamburgs in den Länderfinanzausgleich betragen nach ersten Berechnungen der Finanzbehörde für das Jahr 2013 rund 73 Millionen Euro mehr", sagte Finanzsenator Peter Tschentscher der SZ.

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Die Volkszählung war zu dem Ergebnis gekommen, dass Deutschland 80,2 Millionen Einwohner hat und damit rund 1,5 Millionen weniger als bisher angenommen.  

Die Umschichtungen beim Finanzausgleich werden nun nötig, weil nicht jedes Bundesland gleichermaßen von den Korrekturen betroffen ist: Hamburg hat laut Zensus 4,6 Prozent weniger Einwohner als angenommen, die Bevölkerungszahl von Rheinland-Pfalz dagegen wurde lediglich um 0,2 Prozent nach unten korrigiert.

Der Länderfinanzausgleich hängt von der Bevölkerungszahl ab: Ein Bundesland, das pro Kopf mehr Steuern einnimmt als der Bundesdurchschnitt, muss zahlen. Ein Bundesland, das bezogen auf die Einwohner weniger Einnahmen als der Durchschnitt hat, empfängt Geld.

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Leserkommentare
  1. Bei all unserer Bürokratie sind wir noch nicht einmal in der Lage unsere Bevölkerungszahl genau anzugeben. Wo ist eigentlich das Problem, man müsste bei Umzug doch nur eine Abmeldebescheinigung von der alten Adresse, bei der Neuanmeldung von der neuen Adresse vorlegen und das Problem wäre gelöst.

    Aber da man für falsche Daten wohl eine Menge Geld kassieren kann, kümmert das wohl kaum jemand.

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    Es gint keine Abmeldung mehr. Bei Umzug meldet man sich am neuen Wohnort an, der idann die Meldestelle des ehemaligen Wohnorts.
    Bei Umzug ins Ausland findet in der Regel keine solche Benachrichtigung statt -> Karteileiche.

    Ganz so einfach ist es nicht, wenn Rentner nach Mallorca auswandern, Studenten ihre Doktorarbeit in Schottland schreiben und dableiben, Deutschtürken ihren Lebensabend in Antalya verbringen und sich nicht abmelden, bekommt dies kein Einwohnermeldeamt mit - und irgendwann gibt es einen 195-jährigen Duisburger, der eigentlich vor 110 Jahren in Izmir verstorben ist - so ähnlich erging es den Japanern, deren Lebenserwartung scheinbar im Schnitt bei fast 100 Jahren lag, weil niemand das Verscheiden der Rentner bemerkte.
    Bei Überschreiten der 100 mag vielleicht noch der persönliche Besuch des Oberbürgermeisters den Wegzug feststellen, aber sonst, wer kann dies kontrollieren?

    sollte uns eigentlich Anlass zur Freude sein, denn es besagt, dass der Staat eben nicht weiss, wo wir uns gerade aufhalten. So soll es sein.

  2. Es gint keine Abmeldung mehr. Bei Umzug meldet man sich am neuen Wohnort an, der idann die Meldestelle des ehemaligen Wohnorts.
    Bei Umzug ins Ausland findet in der Regel keine solche Benachrichtigung statt -> Karteileiche.

    4 Leserempfehlungen
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    sorry, nicht mehr drüber geschaut...
    gint -> gibt
    idann -> benachrichtigt dann

  3. Ich brachte es auch einmal durch einen Umzug ins Ausland unbemerkt dahin, als Berliner Karteileiche eine 4 jährige Coexistenz zu führen. Meine Wenigkeit hat das Zensus 2011 Ergebnis jedoch nicht beeinflusst. Zu diesem Zeitpunkt war mein Verbleib eine amtlich korrekte Angelegenheit ;-)

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  4. 4. Typos

    sorry, nicht mehr drüber geschaut...
    gint -> gibt
    idann -> benachrichtigt dann

    Antwort auf "Abmeldung"
  5. Ganz so einfach ist es nicht, wenn Rentner nach Mallorca auswandern, Studenten ihre Doktorarbeit in Schottland schreiben und dableiben, Deutschtürken ihren Lebensabend in Antalya verbringen und sich nicht abmelden, bekommt dies kein Einwohnermeldeamt mit - und irgendwann gibt es einen 195-jährigen Duisburger, der eigentlich vor 110 Jahren in Izmir verstorben ist - so ähnlich erging es den Japanern, deren Lebenserwartung scheinbar im Schnitt bei fast 100 Jahren lag, weil niemand das Verscheiden der Rentner bemerkte.
    Bei Überschreiten der 100 mag vielleicht noch der persönliche Besuch des Oberbürgermeisters den Wegzug feststellen, aber sonst, wer kann dies kontrollieren?

    3 Leserempfehlungen
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    Wir haben genug Behörden, die diese Dinge feststellen. Und wenn sie das nicht tun, dann brauchen wir sie auch nicht mehr.

  6. Irgendwie faszinierend, wie sich 1,5 Millionen registrierte Staatsbürger in Luft auflösen können: Ich dachte immer, das ginge nur mit Sparbuchzinsen, Immobilienblasen und NSU-V-Leute-Akten... Und angeblich verschwinden 10.000 Menschen jedes Jahr spurlos in diesem kleinen Land. Sind das jetzt alles Schläfer - oder war vielleicht der ganze Census gefälscht, weil die Bürger sich selbst verleugnet haben könnten? Die einzige Konsequenz: NOCHMAL ZÄHLEN!!

  7. und was sie nicht mitbekommen wollen, ist eine Überlegung wert..

    Die Abweichungen in Hamburg und (vor allem) Berlin, bei denen sich die offiziell vorgegeben Zahlen und die jetzt gemessenen Zahlen besonders deutlich unterscheiden, lassen schon den Verdacht gezielter Schlamperei zugunsten dieser Stadtstaaten aufkommen. Mit einem Großstadtfaktor ist es nicht erklärbar, da in München oder Frankfurt sonst ähnlich hohe Abweichungen vorliegen müßten.

    Nimmt man den Betrag von ca. 500 Mio. Euro pro Jahr, die allein Berlin für die letzten 2 Jahre an Länderfinanzausgleichszahlungen zurückerstatten muß, so läßt sich erhahnen, daß allein Berlin auf diese Weise die Geberländer in im vergangenen Jahrzehnt um 4-5 Milliarden Euro betrogen hat.

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    dass München und Frankfurt nicht auf den Plätzen sagen wir 5 und 6 oder so liegen und nur deshalb keine Erwähnung finden?

    In Großstädten gibt es nunmal besonders viele Ausländer und Bürger mit Migrationshintergrund - quotentechnisch. Da diese Gruppe besonders betroffen ist, liegt es nahe, dass hier die größten Abweichungen entstehen

    So ist das mit der selektiven Wahrnehmung, wenn man eigene Vorurteile bestätigt bekommen will. Sachlicher Umgang mit Fakten? Iwo!

    Berlin und Hamburg die großen Betrüger? Mal wieder? Unfähig, die eigene Bevölkerung gescheit wieder zu geben? Und die Bayern und Hessen die einzigen, die es gebacken bekommen?

    Soll man mit Menschen wie Ihnen eigentlich Mitleid haben, dass sie so realitätsfern leben?

    Mal die Fakten (auch in Hinblick auf Ihre Aussage, dass die Großstadtproblematik keine Rolle spiele):

    Anteil der Bevölkerung in Millionenstädten

    Berlin: 100 %
    Hamburg: 100 %
    Bayern: 11%
    BW: 0 %

    Gesamtbayern hat sich um 1,2 % "verhauen"
    BW immerhin auch um über 2,5 %
    Das größte prozentuale Minus hat dort Konstanz mit 8,2 % (80.000 EW)
    Aber auch einige Bayrische Städte sind - huch - mit gut 4 % am Start! Amberg, die Stadt der "Betrüger", in der man bei läppischen 40.000 EW (und einem Ausländeranteil von 7 % (Berlin 13, Hamburg 14)), wo man fast jeden EW persönlich kennen müsste, das Zählen nicht auf die Reihe bekommt Gezielte Schlamperei in der Oberpfalz - mitnichten! Auf den beiden Augen sind mia ja blind, im Süden - gell?

    Und Hessen? Hätte man die Ergebnisse des jetzigen Zensus gewusst, gäbe es für schwarz-gelb im Bundesrat die Mehrheit schon früher verloren - wenn das kein Wahlbetrug ist!

    Was mit bei solchen Kommentaren dann auch immer so durch den Kopf geht: Waren es nicht die Bayern, die so gerne von sich behaupten, besonders helle zu sein? Fragen über Fragen.

    Das ist recht einfach zu erklären und Ihre Verschwörungstheorie löst sich in Luft auf. Hamburg hat den höchsten Ausländeranteil. Ausländer, die zurück in die Heimat gehen, melden sich selten ab, weil sie sich die Option offen halten wollen, im Zweifel wieder zurück zu kehren. Und schon wird aus Ihrer Theorie eine Luftnummer.

    Ansonsten kann ich nur sagen, mich wundert es trotzdem, dass es derartige Abweichungen gibt. Wir sammeln uns datenmäßig zu Tode und sind nicht mal in der Lage, innerhalb Europas ein System zu entwickeln, was auch die Nichtabmeldung im jeweiligen Land berücksichtigt? Vielleicht sollte sich der Staat mal ein Beispiel an Google, Facebook und Co. nehmen. Die sind dazu wohl in der Lage.

  8. Da werden dann einfach die Grundsteuern erhöht, dann hat der Hamburger Senat wieder seine Arbeit gemacht .... uff, schwerer Job !!
    Ooooh, dann steigen ja auch die Mieten und das in einer Stadt, in der eigentlich kaum noch einer es sich leisten kann zu wohnen, was jetzt ?
    Die Gewerbesteuer ! Ach nee, dann hauen die letzten Firmen auch noch ab, das geht ja gar nicht ! Knöllchen teurer machen ? Da kommt bald keiner mehr in die Innenstadt, das taucht nicht ! Kindergartenplätze verteuern ? Geht auch nicht, die gehen dann alle zu den Privaten !
    Lass uns noch einmal über die Grundsteuer reden.........

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  • Quelle ZEIT ONLINE, rav
  • Schlagworte Euro | Geld | Länderfinanzausgleich | Steuer | Volkszählung | Zeitung
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