SPD-WahlkampfSteinbrück holt Lauterbach in sein Kompetenzteam

Karl Lauterbach ist der schärfste Kritiker von Gesundheitsminister Daniel Bahr. Nun will er ihm sein Amt streitig machen. Der SPD-Kanzlerkandidat hat sein Team erweitert.

Der Gesundheitsexperte des SPD-Kanzlerkandidaten: Karl Lauterbach

Der Gesundheitsexperte des SPD-Kanzlerkandidaten: Karl Lauterbach  |  © dpa/ Robert Schlesinger

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück holt Karl Lauterbach in sein Kompetenzteam. Der Bundestagsabgeordnete soll die Gesundheitspolitik übernehmen, teilte Steinbrück auf seiner Website mit. Für die Themen Energie und Umwelt berief Steinbrück den thüringischen Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Die Bremer Integrationsforscherin Yasemin Karakasoglu soll für Bildung und Wissenschaft zuständig sein.

Lauterbach erklärte auf der Website, er stehe "für ein Gesundheitssystem mit weniger Zwei-Klassen-Medizin, mehr Prävention, mehr Hausärzten und mehr Sicherheit für die Patienten". Der Professor für Gesundheitsökonomie sitzt für die SPD seit Oktober 2005 im Bundestag. Als gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist er einer der schärfsten Kritiker von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

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Matthias Machnig ist seit November 2009 Minister in Thüringen. Zuvor war er Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Als Koordinator der SPD-Wahlkampfzentrale "Kampa" war Machnig für die erfolgreichen Kampagnen zur Bundestagswahl 1998 und 2002 verantwortlich.

 Karakasoglu ist in Bremen Professorin für Erziehungswissenschaften. Die 48-jährige Deutsch-Türkin verfasste 2003 für das Bundesverfassungsgericht ein Gutachten zum Kopftuchtragen. Auf der Homepage Steinbrücks schrieb sie, in einer Wissens- und Informationsgesellschaft stelle Bildung das Bindeglied der Gesellschaft dar. "Bildung ist Grundlage von Wissenschaft und Technologie."

Bereits vorgestellt hat Steinbrück sechs Mitglieder seines Kompetenzteams: die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, den bayerischen SPD-Landeschef Florian Pronold, den Gewerkschafter Klaus Wiesehügel, die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern und SPD-Vize Manuela Schwesig, die Design-Professorin Gesche Joost und den SPD-Innenexperten Thomas Oppermann.

Kommende Woche will Steinbrück drei weitere Experten präsentieren und damit sein Wahlkampfteam komplettieren. Geplant ist, dass dem Schattenkabinett genauso viele Frauen wie Männer angehören.

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Leserkommentare
    • hladik
    • 05. Juni 2013 15:03 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf haltlose Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk

    4 Leserempfehlungen
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    Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke!

  1. Lauterbach und Machnig - dar reinste Gruselkabinett. Die Bürgerversicherung, für die Lauterbach steht, wird die Abgabenbelastung für die Mittelschicht noch mal erheblich steigern - zusätzlich zur geplanten steuerlichen Mehrbelastung.

    Machnig versteht ein Ministerium grundsätzlich als Instrument zur Bedienung von Parteizielen. Er hat sich in seinem Ministerium einen Personalbestand ohnegleichen aufgebaut. Opel Eisenach wollte er vor ein paar Jahren mit 50 Mio Euro aus dem Landesetat fördern, obwohl das Land dringend sparen muss. Opel hätte nur ja sagen brauchen und das Geld wäre zum Schaden der Steuerzahler geflossen; die Firma hat es dann aber anders geschafft.

    Möge ein gnädiges Schicksal dieses Land vor den Ministern Machnig und Lauterbach bewahren.

    17 Leserempfehlungen
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    Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion/mo.

    die Inkompetenz des "Bankenpeters", wie die FaZ schreibt, ist einfach krank.
    Am Schluss wird es Peer noch schaffe, wenn die AfDle alle stur AfD wählen ,um "mal ein Exempel " an der CDU zu statuieren.
    und dann bekommen sie mit RotGrün und Trittin im BfinM genau das Gegenteil ihrer Intentionen :D

    • Karl63
    • 05. Juni 2013 19:50 Uhr

    aber Karl Lauterbach sah sich auch schon bemüßigt in der ZEIT die Arbeitsmarktreformen der SPD zu verteidigen. Interessant dies (heute wieder) zu lesen denn die Fundamentalen Probleme, die uns diese Arbeitsmarktreformen beschert haben, harren bekanntermaßen bis heute einer befriedigenden Lösung http://www.zeit.de/2008/4...
    Die bedingungslose Expansion den Niedriglohnsektors vermochte das Problem Langzeitarbeitslosigkeit jedenfalls bislang nicht zu lösen und es mehren sich die Anzeichen, dass dies so auch nicht gelingen wird.

    Wird die Bürgerversicherung, sowie die Änderungen im Steuersystem, die "Mittelschicht" finanziell belasten?
    Dann kommen sie doch bitte mit ein paar belastbaren Zahlen.

    Wenn ich die offiziellen Zahlen richtig gelesen habe, wird DIE "Mittelschicht" nicht belastet. Ein Teil schon, ein Teil entlastet.
    Auch eine Bürgerversicherung ist an sich nichts schlechtes.
    Ich habe meine Familie bei einer seriösen PKV versichert, bei der die Beiträge schneller als mein Einkommen steigen. Als logische Konsequenze wird meine Frau irgendwann in die GKV (mit Zusatzversicherung) wechseln müssen... auf Kosten der Allgemeinheit.

    Zusatz: Es wird keine Bürgerversicherung geben.
    1. Rot/Grün (fehlende %) oder Rot/Rot/Grün (SPD vs. Linke) kommt nicht zustande.
    2. Unter Schröder/Fischer wurde sie auch schon nicht eingeführt, obwohl sie auch damals schon im Programm stand.

    sieht aus wie Daniel Düsentrieb vom lustigen Taschenbuch, 0% Bürger nähe. Darüber hinaus unbeliebt, zickt sich von einer TV Debatte zu anderen.

    Eines hat das "Kompetenzteam" schon jetzt mit Steinbrück gemeinsam sie sind mindesten genauso unbeliebt. Also wäre ich bei der Partei Basis würde Ich mir am Wahltag ein kräftigen Korn mitnehmen. Die Wahl Ergebnisse werden unterirdisch sein. Das ist schon mal sicher.

    • hladik
    • 05. Juni 2013 15:06 Uhr

    Wann und wo war Lauterbach eigentlich Kanzlermacher? Ich kenne ihn nur als Gesundheitspolitiker, und das Thema war ja wohl nie wahlentscheidend...

    Eine Leserempfehlung
  2. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke!

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    • hladik
    • 05. Juni 2013 16:32 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Privatfehden. Äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au

  3. << Lauterbach erklärte auf der Website, er stehe "für ein Gesundheitssystem mit weniger Zwei-Klassen-Medizin, mehr Prävention, mehr Hausärzten und mehr Sicherheit für die Patienten". <<

    Eine klassenfreie medizinische Versorgung ist schon garnicht mehr das Ziel.
    So wie die "soziale Gerechtigkeit" der SPD nicht mehr ist, wie die horrende Ungerechtigkeit ein bisschen zu limitieren. Aber nur, wenn es der Oberschicht auch zumutuen ist. Und zuzumuten ist da eigentlich garnix. Einkommen die das 5, 10, 20fache des Medianeinkommens betragen sind zu gering, es muss schon darüber hinaus gehen. Schließlich muss sich Leistung, und vorallem Eigentum, lohnen!
    Und das wissen die führenden Genossen auch.

    4 Leserempfehlungen
    • Berski
    • 05. Juni 2013 15:39 Uhr

    Lauterbach, Machnig, Pronold... mal ganz ehrlich: das ganze Team ist nicht nur bescheiden, es ist auch an der Grenze zum Peinlichen. Damit vertreibt man letztlich doch nur noch mehr Wähler. Ich denke mal über Herrn Machnig brauchen wir nun wirklich kein Wort mehr zu verlieren, da ist das Meiste gesagt. Herr Pronold gilt in Bayern gemeinhin als absoluter Suppenkasper und auch Lauterbach (der mit der schicken Fliege) ist ja nun wirklich ein ganz großer Unsympath, der vor allem durch penetrante Besserwisserei auffällt. Selbst das aktuelle Regierungskabinett besteht im Vergleich zu Steinbrücks "Team" aus absoluten Lichtgestalten - und das ist schon eine Kunst! Auch diese "für-jeden-etwas-dabei"-Nummer ist für mich jetzt schon grandios gescheitert. Die Menschen wollen doch wenigstens ungefähr wissen, was ihnen blüht. Aber man wollte es ja bei der SPD unbedingt so: einen vortragsreisenden Lobbyisten als Kanzlerkandidaten, ein linkes Programm und ein komplett gemischtes "Kompetenzteam". Wie will man so, vor allem in Verbindung mit den angekündigten Steuererhöhungen, eine Wahl gewinnen? Steinbrücks "Kompetenzteam" - zum Scheitern verurteilt...

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    Was haben Sie denn gegen Herrn Lauterbach?
    Mir ist ein promovierter Mediziner als Gesundheitsminister lieber als der Schwachkopf Bahr mit seinem Master in Krankenhausmanagement...

  4. Sapperlot was hat diese Partei für ein beeindruckendes personelles
    Vakuum! Seit Gerhard Schröder bar jeder Glaubwürdigkeit und einer
    nachvollziehbaren Richtung taumelt die einstige Volkspartei von einer
    Krise in die nächste. Ich denke der 160 Geburtstag der SPD dürfte in
    einem Seniorenheim im engsten Kreise (Müntefering, Schröder, Vogel,
    Sarrazin u. a.) stattfinden. Glückauf Genossen!

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    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/kvk

  5. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion/mo.

    Antwort auf "Gruselkabinett"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, mpi
  • Schlagworte Karl Lauterbach | Daniel Bahr | Matthias Machnig | Peer Steinbrück | SPD | Brigitte Zypries
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