Rede des US-PräsidentenObama will deutlich weniger Atomsprengköpfe

In seiner Berliner Rede macht der US-Präsident einen weitreichenden Abrüstungsvorschlag: Atomwaffen sollten um ein Drittel reduziert werden. Russland reagiert verhalten.

US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede vor dem Brandenburger Tor

US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede vor dem Brandenburger Tor  |  © Christof Stache/AFP/GettyImages

US-Präsident Barack Obama hat in seiner Rede am Brandenburger Tor die Bereitschaft der USA verkündet, sich für eine weitere Abrüstung des Atomwaffenarsenals einzusetzen. Konkret gehe es um eine Verringerung der Anzahl strategischer Sprengköpfe um bis zu ein Drittel. "So lange es nukleare Waffen gibt, sind wir nicht wirklich sicher", sagte Obama auf dem Pariser Platz. Die Sicherheit der USA und der Alliierten könne auch mit deutlich weniger Kernwaffen garantiert werden. 

Er werde gemeinsam mit den Nato-Bündnispartnern Pläne zur Reduzierung taktischer Atomwaffen ausarbeiten. Für 2016 lud Obama zu einem Atomwaffengipfel ein. "Wir werden einen internationalen Rahmen schaffen für die friedliche Nutzung der Kernkraft und um die Ambitionen Nordkoreas und Irans bezüglich der Kernkraft in Grenzen zu halten", sagte Obama.

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Ein konkretes Gesprächsangebot ging an Russland, auf das Präsident Wladimir Putin verhalten reagierte. Russland könne nicht erlauben, dass "das Gleichgewicht des Systems der strategischen Abschreckung gestört oder die Effektivität unserer Atomstreitmacht geschwächt wird". Daher bleibe die Schaffung eines Luft- und Raumabwehrsystems eine Priorität der russischen Militärindustrie. Kreml-Berater Juri Uschakow verlangte, auch andere atomar bewaffnete Staaten in Abrüstungsgespräche einzubeziehen. Dies dürfte eine Einigung erheblich erschweren. Außerdem könnten die Republikaner in Washington mit ihrer Sperrminorität im Senat einen neuen Abrüstungsvertrag blockieren.

Die Rede war mit Spannung erwartet worden. Bereits vorher hatte ein enger Berater des Präsidenten gesagt, Obama werde in Berlin weitere Schritte zur atomaren Abrüstung vorschlagen.

Obama würdigt "ostdeutsche Helden"

Neben der weltweiten Abrüstung würdigte Obama in Berlin auch das Streben des deutschen Volkes nach Freiheit. Er erinnerte an die "ostdeutschen Helden" des Aufstands vor 60 Jahren. "Ich bin stolz, auf der Ostseite des Tores zu stehen." Er verwies auch auf den Mauerfall 1989. "Keine Mauer kann dem Drang nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit standhalten." 

Der Kampf um Freiheit und Sicherheit halte an, sagte er. Obama erinnerte in diesem Zusammenhang an die Kennedy-Rede vor 50 Jahren. Der frühere Präsident John F. Kennedy habe die Menschen auch aufgefordert, den Blick zu heben auf einen Frieden für alle. "Wir sind nicht nur Bürger Deutschlands oder Amerikas, sondern auch Weltbürger", rief der Präsident unter dem Applaus der Zuhörer. Er wandte sich gegen Diskriminierung und warb für eine weitgehende rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen. Deren Liebe müsse vor dem Gesetz gleichgestellt werden, sagte der US-Präsident.

Während seiner Rede stand Obama auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor hinter einer Wand aus Panzerglas. Zu Beginn zog er seine Jacke aus. "Ich fühle mich so wohl hier, dass ich mein Jackett ausziehen werde", sagte er. Unter Freunden könne man auch informell sein.  

Leserkommentare
  1. "Sein Ziel sei es, strategische Atomwaffen um ein Drittel zu verringern."

    Bevor oder nachdem er Guantanamo geschlossen hat?

    12 Leserempfehlungen
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    • KG
    • 19. Juni 2013 16:24 Uhr

    Wenn er das mit den Atomwaffen so ernst meint wie das mit Guantanamo, dann können wir uns wohl darauf einstellen, dass die USA ihr Atomwaffenarsenal demnächst um 33% vergrößern.

    lustig auch die ZUschauerschaft..neben ein paar Amerikanern..hauptsächlich Hispter und andere kulturelle Leitwölfe..,die denken sie wären es..
    politisch hauptsächlich bei den Grünen zuhause..denn die "wissen ja wies läuft".

    • BP89
    • 19. Juni 2013 16:23 Uhr

    Panzerglas.....einfach grotesk.........da sieht man mal wieder in was für einer Welt wir Leben....

    8 Leserempfehlungen
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    Nur, wo fangen Sie an? Ihre Todo-Liste wird mehr als 1 Million Punkte haben, und wenn Sie oben angelangt sind, werden Sie feststellen, dass 2 Millionen neue Punkte dazu gekommen sind.

    Kleiner Trost: Es war nie anders!

    vor handverlesenem Jubelvolk hinter Panzerglas steht der Präsident und redet von guten Freunden. Einfach lächerlich !
    Das Panzerglas ist gleichbedeutend für die riesige Kluft zwischen den Menschen und dieser politischen Parallelgesellschaft. Interessant, dass das Panzerglas auf dem Bild ihres Berichts nicht zu sehen ist. Macht sich wohl nicht so gut, hab ich recht?
    Ich habe einen Vorschlag, Fr. Merkel. Wie wär´s, wenn der nächste Besuch eines amerikanischen Präsidenten auf Helgoland stattfindet? Da kann man ein paar Zerstörer drum rum positionieren und spart sich eine deutsche Stadt mit viel Aufwand in einen Hochsicherheitstrakt zu verwandeln.
    Obama, stay at home.

    • KG
    • 19. Juni 2013 16:24 Uhr

    Wenn er das mit den Atomwaffen so ernst meint wie das mit Guantanamo, dann können wir uns wohl darauf einstellen, dass die USA ihr Atomwaffenarsenal demnächst um 33% vergrößern.

    4 Leserempfehlungen
    • riesve
    • 19. Juni 2013 16:26 Uhr

    "So lange es nukleare Waffen gibt, sind wir nicht wirklich sicher"

    Und wieso hat dann die USA noch letztes Jahr einen Atomtest durchgeführt?

    3 Leserempfehlungen
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    • Suryo
    • 19. Juni 2013 16:30 Uhr

    Wieso? Damit gibt's doch schon mal einen Sprengkopf weniger.

    • Afa81
    • 19. Juni 2013 16:36 Uhr

    ...die Liste zu aktualisieren, wenn das so stimmt:
    http://de.wikipedia.org/w...

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