Peer Steinbrück und Sigmar Gabriel vor einer SPD-Vorstandssitzung (Archivbild) © Wolfgang Kumm/dpa

Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten Peer Steinbrück hat vom SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel mehr Loyalität eingefordert. Dem Nachrichtenmagazin Spiegel sagte Steinbrück: "Nur eine Bündelung aller Kräfte ermöglicht es der SPD, die Bundesregierung und Frau Merkel abzulösen." Weiter sagte Steinbrück: "Ich erwarte deshalb, dass sich alle – auch der Parteivorsitzende – in den nächsten 100 Tagen konstruktiv und loyal hinter den Spitzenkandidaten und die Kampagne stellen."

Dem Magazin zufolge zielt die Kritik Steinbrücks vor allem auf dessen Verhalten während einer Fraktionssitzung am vergangenen Dienstag. Steinbrück wird mit den Worten zitiert, "solche Situationen wie am vergangenen Dienstag in der Fraktion" dürften sich nicht wiederholen. Gabriel habe sich während der Sitzung kritisch über den Wahlkampf geäußert und sich nach Ansicht von Steinbrück bei einer Abstimmung zum Thema Bankenunion gegen ihn gestellt.

Dem Bericht zufolge waren auch andere Teilnehmer der Fraktionssitzung vom Auftritt Gabriels irritiert. Der Parteichef habe eine "hitzige Debatte" über den Wahlkampf losgetreten, an deren Ende auch über die Pläne der Bundesregierung für eine Bankenunion gestritten worden sei.