ZEIT ONLINE: Glückwunsch, Herr Sonneborn. Sie dürfen mit der Partei Die PARTEI bei der Bundestagswahl antreten. Was ist Ihr erstes Projekt, wenn Sie Bundeskanzler werden?

Martin Sonneborn: Vielen Dank erst mal für die Glückwünsche. Wurde auch Zeit. Ich werde als allererstes Bundeswahlleiter Roderich Egeler befördern. Zu was auch immer. Er könnte zum Beispiel Herrn Gauck ersetzen. Oder Saaldiener werden.

ZEIT ONLINE: Als Dank dafür, dass er Ihre Partei endlich zugelassen hat?

Sonneborn: Nein, weil er dazugelernt hat in den letzten vier Jahren. Wobei, so richtig viel gelernt hat er nicht, das waren wieder seltsame Zustände bei der diesjährigen Entscheidung. Aber zumindest hat er gelernt – wenn auch mit zwei Juristen im Rücken, die ihm auf die Finger schauen –, dass er Parteien zulassen muss, die zur Wahl zugelassen werden dürfen, sollen, müssen.

ZEIT ONLINE: Was hat die Partei 2013, was sie 2009 nicht hatte?

Sonneborn: Wir erfüllen sämtliche formalen Voraussetzungen: Wir haben Landesverbände, Billiganzüge und gecastete Kanzlerkandidatinnen, wir veranstalten Bundesparteitage, treten elegant in der Öffentlichkeit auf und tragen zur Willensbildung des deutschen Volkes bei. Ob das Volk es will oder nicht. All das eben. Das taten wir 2009 aber auch schon. Nur sah Herr Egeler das anders.

ZEIT ONLINE: Mit welcher Begründung?

Sonneborn: Unter recht fadenscheinigen Begründungen. Der Bundeswahlleiter behauptete, er habe ein Fax von uns, in dem steht, dass wir nur noch einen Landesverband hätten  und demnach keine Organisationsstruktur. Das war aber kompletter Unsinn. Wir hatten neun Landesverbände, inzwischen sind es sogar zwölf und zwei in Gründung. Aber immerhin, er hat das jetzt ja auch eingesehen.

ZEIT ONLINE: Wie haben Sie ihn überzeugt?

Sonneborn: Mit unserem massiven Auftritt. Wir waren zu zwölft und in der Überzahl. Der Bundeswahlleiter hatte lediglich zehn Herren und Damen an seiner Seite. Das Duell haben wir klar gewonnen.