SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht auf einem SPD-Treffen in Hannover Ende 2012. © Adam Berry/AFP/GettyImages

Die SPD sollte nach dem Willen ihres Kanzlerkandidaten ein Bündnis mit der Union formell nicht ausschließen. Er halte nichts davon, "über formale Grundsatzbeschlüsse der eigenen Partei die Koalitionsfähigkeit abzusprechen", sagte Peer Steinbrück. Derartige Beschlüsse werde es nicht geben, "darüber ist sich die Parteiführung einig". Ein Bündnis mit der Linkspartei sei allerdings ausgeschlossen.

"Das ist bitte nicht so zu interpretieren, dass ich wieder ein Türchen offenlasse, fügte Steinbrück hinzu." Ziel sei eindeutig, diese Bundesregierung durch Rot-Grün abzulösen. "Die Neuauflage einer Großen Koalition will niemand in meiner Partei." Für ihn persönlich gelte weiter, dass er nicht noch einmal in eine Große Koalition eintreten werde. Ausgeschlossen sei für die Sozialdemokraten hingegen ein Bündnis mit der Linken. Das gilt sowohl für eine rot-rot-grüne Koalition als auch eine Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die Linkspartei.

Die Welt am Sonntag hatte zuvor berichtet, in der Partei gebe es Überlegungen, die eigenen Anhänger und Wahlkämpfer durch einen formalen Ausschluss einer Koalition mit der Union zu motivieren. An ihn sei ein solcher Wunsch nicht herangetragen worden, sagte Steinbrück. In Gesprächen sei ihm allerdings berichtet worden, dass eine breite Ablehnungsfront und "großes Unwohlgefühl" gegenüber einer Wiedereinführung bestehe. Die Sozialdemokraten erreichten 2009 nach vier Jahren Großer Koalition mit 23 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis.

Zweierbündnisse kaum möglich

In den Umfragen haben derzeit als Zweier-Konstellation nur eine Koalition aus Union und Grünen sowie ein Bündnis aus Union und SPD rechnerisch eine klare Mehrheit. SPD und Grüne sind von einer Mehrheit weit entfernt und liegen zusammengenommen hinter Schwarz-Gelb. Aber auch für Union und FDP ergeben die Umfragen keine Mehrheit.