Der Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, hat Asyl für Edward Snowden in der EU und damit auch in Deutschland gefordert. "Der sollte hier in Europa eine entsprechende sichere Unterkunft haben, denn er hat Europa einen Dienst erwiesen, indem er einen massiven Angriff auf den europäischen Bürger und Unternehmen offenbart hat", sagte Trittin im ARD-Morgenmagazin.

Es sei für die Demokratien peinlich, "dass so jemand, der sich um die Demokratie ja verdient gemacht hat, bei Despoten Unterschlupf finden muss".   

Snowden hält sich russischen Angaben zufolge weiter auf dem internationalen Flughafen in Moskau auf. In den USA soll dem 30-Jährigen, der umfangreiche Spionageaktionen amerikanischer und britischer Geheimdienste enthüllte, wegen Geheimnisverrats der Prozess gemacht werden.

Piraten fordern Verdienstorden

Außerdem sprach sich Trittin dafür aus, angesichts der Abhörskandale, die existierenden Abkommen mit den USA über den Austausch von Bankdaten sowie von Fluggastdaten seitens der Europäischen Union aufzukündigen. Auch über Freihandel werde man nur sprechen können, wenn klar sei, dass die Regeln eingehalten würden. So müsse das Betriebsgeheimnis gewahrt werden und dürfe nicht ausspioniert werden. "Die Amerikaner führen sich genauso auf, wie sie es den Chinesen vorwerfen", sagte Trittin.

Auch die Linke hatte bereits vergangene Woche Asyl für Snowden in Deutschland verlangt. Die Piraten-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag hat den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter sogar für den Verdienstorden der Bundesrepublik vorgeschlagen. Damit solle dessen "Opferbereitschaft und seine Verdienste für die Menschen" gewürdigt werden, sagte der Piraten-Landtagsfraktionschef Joachim Paul.