Hellersdorfer AsylbewerberEingekesselt zwischen Fremdenhass und Begrüßungsplakaten

Neonazis haben erneut gegen ein Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf protestiert und trafen auf ihre Gegner. Die Stadt will dort weitere Flüchtlinge unterbringen. von 

Durch den Hintereingang hatten sie ihr neues Zuhause am Vortag betreten müssen. Nun stehen einige der ersten Bewohner der neuen Asyl-Unterkunft in Berlin-Hellersdorf an ihren Fenstern, und lugen, halb verborgen, hinter zurückgeschobenen Vorhängen hervor. Die Fenster öffnet keiner von ihnen. Draußen bahnt sich eine zumeist schwarz gekleidete Menge aus Gegnern der rechtsextremen NPD die Straße entlang den Weg zum U-Bahnhof Hellersdorf – vorbei an eintönigen DDR-Plattenbauten und brachliegenden Wiesen. An den Straßenecken stehen einige Anwohner in Freizeit-Kleidung und schauen dem Zug mit regungsloser Mimik nach.


Marzahn-Hellersdorf – ein Problembezirk im Osten der Hauptstadt, wird künftig etwa 200, auf längere Sicht sogar 400 Flüchtlingen in einem neuen Asylheim vorübergehenden Unterschlupf bieten. Die ersten waren dort gestern unter Protesten von Anwohnern und Rechten eingezogen. Aus Angst vor Übergriffen waren diese 42 Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan, darunter sieben Kinder, gezwungen, durch die Hintertür einzuziehen.

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Von Anfang an Ziel rechter Stimmungsmache

Seit klar ist, wofür das ehemalige Schulgebäude in der Carola-Neher-Straße zukünftig genutzt werden soll, regt sich unter Nachbarn und Anhängern rechter Vereinigungen Widerstand. Die rechtsextreme NPD hatte Mitte Juli bei einer Informationsveranstaltung gegen die neue Notunterkunft gehetzt. Die auf Facebook anonym agierende "Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf", die auch von Rechten unterstützt wird, diffamiert seitdem im Internet die Flüchtlingsunterkunft.

Erst Anfang August war es im Zuge eines Aufmarsches der "Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf" zu zwölf Festnahmen gekommen. Einer der Teilnehmer hatte dabei den verbotenen Hitler-Gruß gezeigt.

Dennoch hat die NPD auch für heute legal mehre Veranstaltungen anmelden können. Etwa 40 Anhänger der Partei haben sich an diesem Dienstagabend für eine Kundgebung gegen die Notunterkunft auf dem Alice-Salomon-Platz versammelt, direkt beim U-Bahnhof Hellersdorf. Etwa 600 Gegendemonstranten halten ihnen Transparente entgegen und skandieren gegen die Fremdenfeindlichkeit der NPD.

Polizei verspricht verstärkten Schutz

Der sichtbare Teil der NPD-Veranstaltung besteht aus drei bis fünf Männern und Frauen, die ein Transparent mit der Aufschrift "Heute sind wir tolerant, morgen fremd im eigenen Land" in die Höhe halten. Dahinter stehen unter jungen, welken Kastanienbäumen ein paar weitere Anhänger herum, flankiert von 250 Polizisten. Ein Straßenschild verweist auf die nur gute zwei Kilometer entfernten "Gärten der Welt" – ein Erholungsgebiet aus DDR-Zeiten, das internationale Gartenkunst präsentieren und damit auch zur Völkerverständigung beitragen soll.

Von Völkerverständigung aber halten die NPD-Anhänger wenig. Als von einer Laterne NPD-Plakate abgerissen werden, springt eine der NPD-Veranstalterinnen stolz lächelnd auf einige Polizeibeamte zu. Sie wolle Anzeige erstatten, sagt sie.

Viel mehr wird sie an diesem Abend nicht tun können. Ihre Rede, bestehend aus ins Mikro gebrüllter Empörung über das Asylantenheim, wird von der lauten Menge der Gegendemonstranten verschluckt. Schließlich gibt sie auf.

Sieben Gegendemonstranten werden von der Polizei im Laufe der Abends festgenommen, unter anderem wegen Landfriedensbruchs. Die Stimmung sei "emotional geprägt", sagt Polizeisprecher Stefan Redlich. Dennoch verteidigt er die Veranstaltung als legal: "Die Polizei schützt das Versammlungsrecht, nicht das Thema der Versammlung." Die Asylbewerber in der Unterkunft würden derweil "verstärkt geschützt". Was das genau bedeute, dürfe er aus Sicherheitsgründen nicht sagen.

Auch am Mittwoch soll es Demonstrationen von Rechten und Linken in Hellersdorf geben. Die Bürgerbewegung pro Deutschland sowie die SPD und die Linke wollen auf die Straßen gehen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB plant dort eine Protestaktion. Knapp 22.000 Menschen (Stand 20. August, 23 Uhr) haben eine Onlinepetition gegen rechte Stimmungsmache unterzeichnet und sich zu der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Hellersdorf bekannt. Die Facebook-Seite "Hellersdorf hilft Asylbewerbern"  setzt sich ebenfalls für die Flüchtlinge ein.

Das Heim gerät zum Wahlkampfthema

So gerät das Heim mit jedem Tag mehr zum Politikum, was teilweise willkommenen ist – sowohl den rechten als auch den linken Gruppen. "Das geht niemals gut mit dem Heim in dieser Gegend", sagt einer der Gegendemonstranten. Es sei tragisch, dass das Thema gerade so gut in den Wahlkampf passe und auf dem Rücken der Asylbewerber ausgetragen werde.

Die Unterkunft zu räumen, plant der Bezirk aber trotz des Risikos für ihre Bewohner nicht. Alle bestehenden 30 Unterkünfte seien restlos überfüllt, hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales Ende Juli mitgeteilt. Darum brauche die Stadt das Gebäude in Hellersdorf dringend.

"Wir belegen diese Einrichtung weiter", hatte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) kürzlich bekräftigt. Es seien weniger die Anwohner als Rechtsextremisten, die gegen die Flüchtlinge Stimmung machten. Berlin dürfe sich "nicht von rechtsextremen Rattenfängern instrumentalisieren lassen".

Die Bewohner der Unterkunft beruhigt das offenbar nicht. Nachdem am Montagabend fünf der 47 gerade erst eingezogenen Bewohner das Heim verlassen haben, soll sich am Dienstag eine Familie mit dem Wunsch nach Verlegung gemeldet haben.

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Leserkommentare
  1. Das Problem ist allerdings auch, daß der Alltagsrassismus der "Mitte", der überhaupt erst der Nährboden für solche Entwicklungen ist, weiterhin konsequent ignoriert wird.

    Es ist immernoch von "rechten Rattenfängern" die Rede, denen brave Bürger nicht erliegen sollten. Aber es sind die "braven Bürger" dort selbst, die rassistische Klischees schon so mit der Muttermilch aufgenommen haben, daß die Nazis dort leichtes Spiel haben. Die meisten Anwohner müssen von den Nazis dort nichtmal mehr mühsam überzeugt werden. BILD und Berliner Boulevardpresse liefern den Nazis die Argumente, das hat sich in den letzten 60 Jahren nicht geändert. Daß das weiterhin so gut wie nirgends thematisiert wird, von politischer und medialer Seite, ist der eigentliche Skandal dieser Tage.

    Wer kann denn glaubwürdig vor "rechten Rattenfängern" warnen, wenn er gleichzeitig Brüderschaft trinkt mit jenen Krawattennazis, die den Leuten überhaupt erst ihre Fremdenfeindlichkeit einimpfen, damit die Auflage stimmt.

    Es kommt nicht nur darauf an, vor den Nazis dort zu warnen und auf die Urteilskraft der "normalen Leute" zu bauen, nein: Auch den "normalen Leuten" dort gehört, salopp ausgedrückt, mal gehörig die Uhr gestellt.

    26 Leserempfehlungen
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    sprachs und legte genau die ignoranz an den tag, die ich so sehr an unseren rot-grünen oberlehrer mitbürgern "schätze"

    ich kann durchaus nachvollziehen wenn die bürger in diesem stadtteil sehr skeptisch sind, ja sogar angst haben. - das einfach mit "es sind elende nazis - die muss man noch umerziehen" abzutun find ich grenzwertig. man muss auf die sorgen der menschen eingehen. die politik jedoch ignorierte schon zu oft die sorgen und ängste der bürger, da brauch man sich über solche reaktionen nicht zu wundern.

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema und verzichten Sie auf verharmlosende Äußerungen. Danke, die Redaktion/sam

    • Sven77
    • 21. August 2013 8:04 Uhr

    "Auch den "normalen Leuten" dort gehört, salopp ausgedrückt, mal gehörig die Uhr gestellt."

    Jaja die linken Umerziehungsfanasien....
    Ist Ihnen schon mal in den Sinn gekommen, dass sich die Realität nicht an die linke Idiologie hält und bisweilen zutiefst politisch unkorrekt ist?
    Dass es vielleicht wirklich zu Belastungen der Anwohner in der Nähe des Flüchtlingsheims kommen?

    Politische Inkorrektheit ist meist das Codewort für "Achtung - ich sage nun etwas rassistisches, sexistisches, o. ä."
    Ähnliches Nazisprech wäre dann "Gutmensch" oder "Einreisefreund".

    Dass sich nun Nazis als Bürger und Bürgerinnen tarnen ändert nichts an der Sache und ich finde es durchaus bedenklich, dass sich gerade hier Kommentare von "WELT"-Niveau ansammeln. Dennoch sehe auch ich das Problem in Hellersdorf vor allem im Rassismus der Mitte - es sind dort eben hauptsächlich die Anwohner und Anwohnerinnen, die rassistische Vorurteile reproduzieren.

    und damit die breite Bevölkerungsmehrheit des Rassismus bezichtigten, und sich selbst als liberale Elite gegenüberstellen, beweisen damit nur wie ihr eigenes Gedankengut extremistisch ist.

    Sie beweisen mit dieser Sicht auch, dass sie offenbar diesen Staat nicht für eine Demokratie halten, und das auch noch für gut befinden, dass sie also Antidemokraten.
    Denn wie kann es sein, dass angeblich die Mitte der Bevölkerung "rassistisch" sein soll, aber sich keine --nach deren Definition-- rassistische Partei in der Mitte des Bundesparlaments sein. Wenn das ganze oder das halbe Volk schon uns Rassisten besteht, wie die "Rassismus der Mitte"-Theoretiker behaupten dann sollten diese in einer repräsentativen Demokratie auch in den Parlamenten entsprechend vertreten sein.

  2. sprachs und legte genau die ignoranz an den tag, die ich so sehr an unseren rot-grünen oberlehrer mitbürgern "schätze"

    ich kann durchaus nachvollziehen wenn die bürger in diesem stadtteil sehr skeptisch sind, ja sogar angst haben. - das einfach mit "es sind elende nazis - die muss man noch umerziehen" abzutun find ich grenzwertig. man muss auf die sorgen der menschen eingehen. die politik jedoch ignorierte schon zu oft die sorgen und ängste der bürger, da brauch man sich über solche reaktionen nicht zu wundern.

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema und verzichten Sie auf verharmlosende Äußerungen. Danke, die Redaktion/sam

    25 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Kausalitäten"
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    Tja, man weiß eben, womit man Ihresgleichen hinter dem Ofen hervorlockt.

    Schade nur, daß sie nicht einmal im Stande waren, den Kern meiner Ausführungen zu erkennen. Ich habe ja gerade nicht gefordert, die "bösen Nazis" allein umzuerziehen, nein, sondern die "normalen Leute" von Hellersdorf gleich mit! Soviel Zeit muss sein.

    O tempora, o moriones.

    • ptk
    • 21. August 2013 2:51 Uhr

    Dieser Vorwurf, dass Linke Deutschland und alles deutsche hassen, wird leider von Rechten immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt. Dadurch wird er aber auch nicht wahrer.

    Linke (und auch durchaus die meisten Menschen in der politischen Mitte) schätzen an unserem Land jedoch grundlegend anderes als die Ausländerfeinde und Rechten. Während der Rechte beispielsweise Kirchtürme Minaretten vorzieht schätzt ein Linker, dass in Deutschland eben sowohl Christen als auch Muslime frei ihre Religion ausüben können. Während Linke Deutschland aufgrund der liberalen Freiheitsrechte schätzen, geht es bei Rechten um negative Abgrenzung nach außen, gegen alles Fremde und Unbekannte. Nur weil die Rechten nicht verstehen, was Linke an Deutschland schätzen, wird immer wieder dieser abstruse Vorwurf des Deutschlandhasses erhoben. Dabei zerstören gerade Rechte was unser Land ausmacht: Gleichberechtigung, Toleranz und Offenheit.

    • Pangea
    • 21. August 2013 1:29 Uhr

    "sprachs und legte genau die ignoranz an den tag, die ich so sehr an unseren rot-grünen oberlehrer mitbürgern "schätze""

    Nicht schwierig zu erraten, wessen Geistes Kind Sie sind. Ignoranz, Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit sind übrigens keine Meinungen, schon gar nichts, das einen Schutz verdient. Legen Sie Ihre "die Oberlehrer"-Scheuklappe einmal ab und lassen Sie die Kritik auf sich wirken. Manchmal hilft das, eigene Fehler zu erkennen.

    10 Leserempfehlungen
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    • dj09111
    • 21. August 2013 10:05 Uhr

    das ich den kern ihrer aussage verstanden habe

    "Die meisten Anwohner müssen von den Nazis dort nichtmal mehr mühsam überzeugt werden" - also sind sie schon rechts bzw rechts angehaucht

    "Auch den "normalen Leuten" dort gehört, salopp ausgedrückt, mal gehörig die Uhr gestellt." - man muss ihnen also ihre meinung austreiben (wo bleibt die meinungsfreiheit?)

    (die geschichte das sie den medien eine mitschuld geben sei mal außen vor gelassen. - da ich auch der meinung bin das medien heutzutage eher meinungsmache betreiben, und zwar in beide(!) richtungen.)

    für mich hört sich das so an, wie bereits in meinen kommentar ausgeführt.

    warum sie jetzt ein lateinisches zitat bringen mußten (wird gerne hier im forum getan - altersmarotte?) erschließt sich mir jetzt nicht. ich hatte kein latein in der schule und im studium hatte ich keine zeit für solche spielerein. kompetenter, lol oder gar überlegener, kommen sie dadurch auch nicht rüber.

    was wieder sehr geil ist, ist die tatsache das man mich anscheinend gleich wieder dem rechten lager zuordnet. ich habe lange zeit im ausland zugebracht und kein problem mit ausländern. ich bin eher liberal eingestellt, nehme jedoch die ängste und sorgen der bürger, im gegensatz zu vielen linken und grünen mitmenschen (so scheint es sehr oft), ernst. ignorieren und als rechts/ ungebildet/ indoktriniert abstempeln ist keine lösung, wird meiner meinung aber sehr gern in deutschland betrieben.

  3. Tja, man weiß eben, womit man Ihresgleichen hinter dem Ofen hervorlockt.

    Schade nur, daß sie nicht einmal im Stande waren, den Kern meiner Ausführungen zu erkennen. Ich habe ja gerade nicht gefordert, die "bösen Nazis" allein umzuerziehen, nein, sondern die "normalen Leute" von Hellersdorf gleich mit! Soviel Zeit muss sein.

    O tempora, o moriones.

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf ".... .."
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    nicht nur treffen Ihre Kommentare den Kern der Sache und lösen die üblichen Reaktionen aus, Ihr "o tempora o moriones" hat mir noch einen herzhaften Lacher am frühen Morgen entlockt.

    Schönen Dank dafür!

    • gojko
    • 21. August 2013 2:50 Uhr

    "Die rechtsextreme NPD hatte Mitte Juli bei einer Informationsveranstaltung gegen die neue Notunterkunft gehetzt."

    => Warum wird eigentlich immer von Seiten der NPD "gehetzt", aber von Seiten der linken Parteien "argumentiert"?

    =>Und eine " zumeist schwarz gekleidete Menge" - war das nicht mal der "schwarze Block" der Linksradikalen?

    => Daß mancherorten Bürgeriintiativen gegründet werden, weil man keine Autobahn in der Nähe haben will, ist legitim, aber eine "Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf" ist böse, weil das ein paar Rechte gut finden? Ist das Gefühlsleben der Rechten also ein Kriterium?
    Obwohl, wenn "EINER der Teilnehmer ..den verbotenen Hitler-Gruß gezeigt." hat, dann ist ja wohll alles klar. [...]

    "Dennoch hat die NPD auch für heute legal mehre Veranstaltungen anmelden können."
    Alle Achtung! Eine Partei, die soweit ich weiß zur Bundestagswahl antritt, darf SOGAR eine Veranstaltung anmelden. Ich bin gerührt! Haben wir hier eine Demokratie [...] ?

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/sam

    22 Leserempfehlungen
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    [...] Was der deutsche Wutmob mit Hilfe der Faschisten erreichen kann hat sich einmal in Lichtenhagen gezeigt. Ich will keine Wiederholung!

    Gekürzt. Der Kommentarabschnitt, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

    Zitat: "=> Warum wird eigentlich immer von Seiten der NPD "gehetzt", aber von Seiten der linken Parteien "argumentiert"?"

    Keine Ahnung - fragen Sie doch mal bei der NPD nach, warum diejenigen so häufig gegen Andere "hetzen" - ich vermute mal, das mag daran liegen, dass diese im Gegensatz zu "linken" oder "liberalen" Vertretern keine überzeugenden Argumente haben - da bleibt ja nur noch "Hetze"...

    MfG

    • Mortain
    • 24. August 2013 11:23 Uhr

    mag das was Sie schreiben ja zutreffen, und ich gebe Ihnen auch recht, daß linke Gewalt oft verharmlost wird, aber die NPD und ihre direktes Umfeld hetzt. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und was auf vielen Seiten der Partei und ihrer Unterstützer und außer Hetzen gibt es nichts anderes dort, was mit dazu einfällt. Außer man nimmt die Videoklipps mit Ostperußen, NS und Wehrmachtsromantik: Ansonsten ist es Haß und Hetze.

    • ptk
    • 21. August 2013 2:51 Uhr

    Dieser Vorwurf, dass Linke Deutschland und alles deutsche hassen, wird leider von Rechten immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt. Dadurch wird er aber auch nicht wahrer.

    Linke (und auch durchaus die meisten Menschen in der politischen Mitte) schätzen an unserem Land jedoch grundlegend anderes als die Ausländerfeinde und Rechten. Während der Rechte beispielsweise Kirchtürme Minaretten vorzieht schätzt ein Linker, dass in Deutschland eben sowohl Christen als auch Muslime frei ihre Religion ausüben können. Während Linke Deutschland aufgrund der liberalen Freiheitsrechte schätzen, geht es bei Rechten um negative Abgrenzung nach außen, gegen alles Fremde und Unbekannte. Nur weil die Rechten nicht verstehen, was Linke an Deutschland schätzen, wird immer wieder dieser abstruse Vorwurf des Deutschlandhasses erhoben. Dabei zerstören gerade Rechte was unser Land ausmacht: Gleichberechtigung, Toleranz und Offenheit.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf ".... .."
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf relativierende Vergleiche. Danke, die Redaktion/sam

    linken Spektrum, jedenfalls bei "bestimmten Schattierungen", sich seiner Geschichte und Herkunft zu schämen.

    Das geht dann soweit, das man alles vor 1933 als Hinstrebung auf 1933 wertet und alles nach 1945 als Wiederkehr der Zeit 1933 - 1945.

    Wenn es dann in die Aregumentation geht wird dann gerne mit den Art. 16a und 26 GG hantiert.

    da befinden Sie sich aber auf dem Holzweg. Es gibt genügend Zitate Grünlinker Politiker und Sympathiesanten, die eben genau das propagieren. Die es am liebsten sehen würden, Deutschland abzuschaffen. Kleiner Tip, einfach mal googeln. Übrigens gab ein Cem Özdemir doch tatsächlich folgendes zum Besten: "Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen!" Und damit steht für mich fest, wohin die Reise gehen soll.

    • gojko
    • 21. August 2013 3:14 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Wir wünschen uns eine differenzierte Diskussion. Danke, die Redaktion/jk

    14 Leserempfehlungen
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    • ptk
    • 21. August 2013 3:36 Uhr

    Ich habe dennoch definitiv etwas gegen Leute, die sich vor ein Flüchtlingsheim stellen, das gerade erst bezogen wird, und den Hitlergruß zeigen und ihren Hass gegen Ausländer artikulieren. Die Asylsuchenden sind Opfer. Laut Tagesthemen kommen die meisten der Bewohner des Heims in Hellersdorf aus Syrien, sind als direkt aus einem Kriegsgebiet. Selbst wenn man etwas gegen unsere Asylpolitik hat, sollte man das nicht an diesen armen Menschen auslassen. Versetzen Sie sich einmal in deren Lage. Die kommen aus dem Krieg und müssen hier aus Angst vor Übergriffen durch die Hintertür einziehen. Ekelhaft!

    und zwar hinsichtlich Ihrer Aussage, daß Asylanten häufiger volle Windeln aus Fenstern werfen, als Einheimische.

    Und ja, Ihre implizite Annahme, daß Asylanten in irgendeiner Weise dreckig oder unhygiensich seien, genau dies ist Rassismus und entspricht für gewöhnlich nicht den Tatsachen, sondern vielmehr stark selektiver Wahrnehmung. Und das ist nicht "böse" oder "schlecht", wie Sie fragen, sondern schlicht undifferenziert und vorurteilsbelastet. Immerhin scheren Sie alle Menschen all der vielen Länder, aus denen Asylanten zu uns kommen, über einen Kamm.

    Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: da fliehen Menschen aus Bürgerkrieg, Verfolgung und/oder Armut, verlieren alles, was sie hatten, kommen mit Mühe und Not lebendig in Europa an (wenn überhaupt), durchlaufen staatliche Gängelung und Bürokratie, werden in einer Industrienation nicht würdigen Unterkunft zusammengepfercht und dürfen sich dann noch von Wohlstandsbürgern als unzivilisiert beschimpfen lassen.

    Mir ist zwar bewußt, daß Mitgefühl und Empathie heutzutage eher "out" sind und kategorisch als Naivität abgetan werden, aber um ein gewisses Minimum sollte man sich doch mal bemühen, oder?

    Kleiner Tip: einfach mal bei der nächsten Gelegenheit (momentan gibt's ja genug Demonstrationen von Asylanten) mit den Leuten reden.

    • Suryo
    • 21. August 2013 10:42 Uhr

    ...ist das denn in Marzahn-Hellersdorf passiert?

    Na?

    • Hatikva
    • 21. August 2013 14:04 Uhr

    Der Kommentar, den Sie zitieren, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

  4. Immer wieder das selbe, weder die NPDler, noch der Großteil der Linken Demonstranten müssen da wohnen, dennoch meinen sie für irgentjemand sprechen zu müssen.
    Nur jene, die direkt davon betroffen sind, sollten sich dazu äußern, und den Demonstranten, die anscheinend viel zu viel Freizeit haben, den Wind aus den Segeln nehmen.

    Meinetwegen sollen die Demonstranten die Flüchtlinge Wilkommen heißen, aber aus der Ferne ist ja leicht reden, aber sie sollen sich nicht zu einer moralischen Instanz erheben, Personen aus einem vollkommen anderen Ende der Stadt oder gar Deutschlands, haben nicht das Recht für diese Bewohner des Stadtteils zu sprechen,, und die Bewohner sind ja wohl kaum, durch die Bank weg, NPD-Anhänger.

    Die NPD nutzt das lediglich für ihre eigene Sache, und wer kann es ihnen verdenken, es ist Wahlkampf, da kocht jede Partei ihr eigenes Süppchen auf dem Rücken anderer Menschen.
    In Bayern oder Rheinland-Pfalz würde es sicher auch gut ankommen wenn man sagt, wenn ihr uns wählt schicken wir unsere Asylanten nach Brandenburg und Fracking finden wir auch gut, solange es nur in Mecklenburg oder Holstein gemacht wird, überall nur nicht hier.
    Die NIMBY-Denkweise zieht nunmal, dumm zu denken, das die NPD-Berlin das nicht auch weiß.

    15 Leserempfehlungen
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    doch seit Wackersdorf, vom Atonlager in Bayern will keiner was wissen.
    Das soll doch bitte ins Wendtland.

    Was verstehen Sie eigentlich unter Humanismus?

    "das Landesamt für Gesundheit und Soziales Ende" (..) Juli.

    missverständlich formuliert oder ein freudscher Ausdruck?

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte NPD | CDU | SPD | Die Linke | Bürgerinitiative | Flüchtling
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