Die FDP schneidet ihren Wahlwerbespot für die Bundestagswahl um. Der Grund: Im letzten Viertel des anderthalb-minütigen Films mit Spitzenkandidat Rainer Brüderle radelt in einer Szene eine Familie eine Allee entlang, die sich auch in einem Clip mit den NPD-Politikern Udo Pastörs und Holger Apfel findet.  

Brüderle will mit der Familie für ein "starkes Deutschland" werben, die NPD für ihre Vorstellungen guter Familienpolitik. Ursache der Panne ist, dass die Produzenten der Spots dasselbe Videomaterial nutzten.

Die beauftragten Werber wurden bei gettyimages fündig, ein Unternehmen, das neben Fotos aus aller Welt auch Bewegtbilder liefert. Die 15-Sekunden-Sequenz ist dort – in sendefähiger Qualität – für 245 Euro zu haben. Käufer können dabei aber nicht erkennen, wer das Material noch nutzen wird und wofür.  

Die Doppelung entdeckt hatte die Stuttgarter Werbeagentur wegmeister in einem Facebook-Posting vom Dienstagmittag. Sie verweist noch auf eine dritte Fundstelle: Die Familie ist auch in einem Werbeclip eines finnischen Quarkherstellers zu sehen, wie sich auf der Seite der Werbefirma zeigt.   

Die FDP reagierte prompt auf die Panne. "Die entsprechende Passage wird nun herausgenommen und durch eine andere Szene ersetzt", sagte ein Parteisprecher. Das braucht jedoch Zeit: Noch am Mittwoch soll der Brüderle-Spot – der insgesamt achtmal ausgestrahlt werden soll – noch in unveränderter Fassung im ZDF zu sehen sein.