Einen Monat nach Beginn des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz sind Eltern in Stuttgart und Frankfurt mit ihren Klagen vor Gericht gescheitert. Das Verwaltungsgericht Stuttgart lehnte den Eilantrag von Eltern eines zweijährigen Kindes gegen die Stadt ab. Die Eltern hatten einen Kita-Platz für acht Stunden täglich verlangt, teilte das Gericht mit. Es begründete seine Ablehnung damit, dass keine Dringlichkeit vorliege. Die Eltern hätten ihre Tochter bereits in einer privaten Einrichtung versorgt. Deshalb sei der Bedarf vorläufig gedeckt. Gründe für einen raschen Wechsel in eine städtische Einrichtung bestünden nicht.

In Frankfurt scheiterten Eltern damit, per Eilantrag einen wohnortnahen Kitaplatz für ihr 18 Monate altes Kind einzuklagen. Die Stadt müsse den geforderten ganztägigen Betreuungsplatz nicht bereitstellen, entschied das Verwaltungsgericht Frankfurt. Die Eltern hatten das Angebot für einen Kita-Platz abgelehnt, weil die Einrichtung zu Fuß nicht erreichbar sei, sie kein Auto besäßen und ihnen eine Fahrzeit von mehr als einer halben Stunde mit dem öffentlichen Personennahverkehr und ein damit verbundenes Umsteigen nicht zuzumuten sei.

In Nordrhein-Westfalen teilte das Familienministerium mit, nur wenige Eltern hätten bislang die Möglichkeit zu Klagen genutzt. In Köln habe es zwar zeitweise 80 Klagen gegeben. 40 davon wurden wieder zurückgezogen, da die Kinder entweder einen Platz bekommen hatten oder weil es um einen Platz in einer Wunsch-Kita ging. Bundesweit haben bislang nur wenige Eltern geklagt, erbrachte eine Länder-Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Der Städte- und Gemeindebund verlangte, es müssten noch mehr Kitas gebaut werden. Der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds Gerd Landsberg warnte davor, beim Kita-Bau nachzulassen: "Der Wunsch von Eltern, Kinder schon früh betreuen zu lassen, wird weiter zunehmen."

Eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums erklärte, es könnten weiter Plätze mit Bundesgeld gebaut werden. Dafür stünden noch über 117 Millionen Euro aus den zwei Programmen zur Verfügung.