Kolumne Wir AmisWarum niemand Deutschland ernst nimmt

Viel Kritik, wenig Einsatz: Die Weltöffentlichkeit weiß, dass sie von Deutschland wenig zu erwarten hat. Auch in der Syrienkrise duckt sich Berlin weg. von 

US-Präsident Barack Obama bei seinem Berlin-Besuch in Juni

US-Präsident Barack Obama bei seinem Berlin-Besuch in Juni  |  © Kevin Lamarque/Reuters

Nichts ist so vorhersehbar wie die Deutschen, wenn sie von Angesicht zu Angesicht mit einer echten internationalen Krise konfrontiert werden. Beispiel: Der Bürgerkrieg in Syrien oder der Militärputsch in Ägypten. Vor zwei Wochen noch empörte sich jeder über das Blutvergießen, Chaos und menschliche Leid und es hieß: "Wieso tut keiner was? Warum zögert Obama?"

Und das ohne jede Ironie wohlgemerkt. Einerseits reden alle davon, dass Amerika keine Supermacht mehr ist und seine Rolle als Führer der westlichen Welt verloren hat. Dann bricht irgendwo ein Krieg aus und es heißt nicht: "Warum unternimmt China nichts?", sondern: "Wie kann Amerika das zulassen?"

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Das ändert sich aber schlagartig, falls Amerika wirklich etwas unternimmt. Im Falle Syriens erwägt es in diesen Tagen tatsächlich, etwas zu tun. Zwar redet niemand in Amerika von einer Beteiligung am Bürgerkrieg in irgendeiner Form (obwohl das hierzulande so dargestellt wird), sondern ausschließlich von einem begrenzten Luftschlag, um Syrien zu zeigen, dass wir seinen vermuteten Einsatz von Giftgas nicht gutheißen. 

Für die erfolgreiche Wirtschaft werden die Deutschen bewundert

Doch ich ahne schon, wie das ankommen wird: Der Spruch "Warum tut Obama nichts?" wird sich über Nacht auf geheimnisvolle Weise in "Warum muss sich Amerika immer als Weltpolizei aufspielen?" verwandeln.

Eric T. Hansen

Eric T. Hansen ist Amerikaner, Buchautor (Planet Germany) und Satiriker, der sein halbes Leben in Deutschland lebte, heute in Berlin. Sein aktuelles Buch ist Die ängstliche Supermacht: Warum Deutschland endlich erwachsen werden muss. Auf ZEIT ONLINE erklärt er einmal in der Woche die Eigenheiten seiner Heimat – und der Deutschen.

Für die Deutschen ist jede Krise in der Welt eine willkommene Gelegenheit, sich über andere Länder aufzuregen. Das ist einer der Gründe dafür, dass Deutschland in der internationalen Gemeinschaft kaum ernst genommen wird. Naja, auf den Gebieten Wirtschaft und Soziales wird es schon ernst genommen. Für ihr Gesundheitssystem und ihre vorbildlich erfolgreiche Wirtschaft werden die Deutschen oft bewundert: Diese fleißigen Bienchen! Wie sie das immer hinkriegen!

Aber wenn es um Entscheidungen auf der internationalen Bühne geht, glänzt dieses Volk nicht gerade mit wegweisenden Entschlüssen. Das sah man auch diese Woche, als die Welt den vermuteten Giftgaseinsatz in Syrien diskutierte. Frankreich und England sind zwar im Vergleich zu Deutschland krisengeschüttelte Kleinstaaten und Deutschland hat auch eine stärkere Bindung zu Syrien als die meisten anderen Länder (das Handelsvolumen zwischen Syrien und Deutschland ist in einem normalen Jahr etwa doppelt so hoch wie das zwischen Amerika und Syrien), aber die internationale Diskussion spielte sich zwischen den USA, England und Frankreich ab. Niemand fragte die Deutschen um Rat.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich die deutsche Niederlage und Schande nämlich auf geniale Weise zu ihrem Vorteil gedreht und zu einer erstaunlich privilegierten Lage in der internationalen Gemeinschaft gewandelt. Deutschland hat die anderen Nationen klammheimlich daran gewöhnt, nichts von ihnen zu erwarten, damit sie sich unbehelligt weiterhin auf das konzentrieren können, was ihnen wirklich wichtig ist: Geld scheffeln.

Wenn es in den nächsten Tagen oder Wochen zu einer Abstimmung in der Nato oder gar der UN über einen Einsatz in Syrien kommen sollte, bin ich sicher, dass Deutschland alle Entscheidungen den anderen überlassen wird. Schon letzte Woche hat der Sprecher von Angela Merkel angekündigt, die Lösung könne nicht von außen kommen, sondern, eine "politische Lösung" müsse "in Syrien organisiert werden." Damit sind die Deutschen fein raus, denn die Lösung wird tatsächlich auch schon in Syrien organisiert, und zwar mit Hilfe von Giftgas.

Leserkommentare
  1. Das Obama-Foto stellt die weltpolitische Bedeutung(slosigkeit) Deutschlands präziser dar als es jeder noch so wortreiche und ausgefeilte Kommentar könnte.

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    Würde Deutschland mal so richtig auftrumpfen, wäre mit Sicherheit wieder der "Hässliche Deutsche" da. Vor allem dann, wenn's um die garantierte Einhaltung der Menschenrechte in anderen Ländern angeht. Und es ist mehr als richtig, sich nicht an Kriegen zu beteiligen, bei denen dann "Gefangene" und Zivilisten gefoltert und entführt werden. Und es ist mehr als richtig, sich nicht an Kriegen zu beteiligen, für die kein Mandat des UN-Sicherheitsrates vorliegt. Das ist nämlich nicht nur eine Straftat, sondern ein Verbrechen.

    Umfragewerten sind die meisten Amerikaner GEGEN einen Militaereinsatz. Deutschland ist ein Vorbild fuer die Welt. Sich heraushalten hat dem Land mehr gebracht als z.B. den USA. Spaetestens seit dem 11. September haben die das dann auch verstanden, dass sich deren Auslandspolitik irgendwann raechen wird. Zum Glueck.

    Frankreich, Grossbritannien und was Obama da plannt, grenzt an Neo-Kolonialismus. Dem nahen Osten wird immer gesagt, dass Souveraenitaet respektiert sei. Wenn dann aber doch eine Regierung and die Macht kommt, die sich nicht dem Westen unterwirft, greifen USA, Grossbritannien und Frankreich sofort an.

    • Rushler
    • 28. August 2013 11:07 Uhr

    .. lassen sie mich überlegen! Nein, daran habe ich eigentlich noch nie gedacht. Dann müsste ich ja auch ganz schnell vergessen, wie die Menschen außerhalb meiner Grenzen überhaupt leben und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben.
    Der US-Amerikaner sieht seine Weltherrschaft langsam wanken. Nachdem China bereits vorübergezogen ist, prophezeiht man ja schon das Verschwinden der achso wichtigen USA in der Bedeutungslosigkeit.
    Außer lautes Kanonenrohrgeklapper hat die USA ja nun wirklich leider nichtsmehr zu bieten. Achja doch, Umweltverschmutzung, Verletzung der Völkerrechte, 3m hohe Starkstromzäune usw.

    Ich bin froh darüber, dass wir es endlich gelernt haben, uns nicht bei jedem Schund einzumischen und sofort auf die Retter-Schiene zu begeben. Die Leute erwarten soviele Antworten auf innerpolitische Fragen, da finde ich es eine Farce den Syrien-Konflikt schonwieder als politischen Aufhänger zu nehmen um Wahlkampf zu betreiben .. es kommt mir so vor, als wäre einzig und allein Deutschland das Land, was DIE richtige Entscheidung treffen kann.

    • RGFG
    • 27. August 2013 20:01 Uhr
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    Ich wollte schon meinen etwas verärgerten Senf über den anmassenden Hansen-Artikel loswerden, aber dann sah ich, dass Sie lediglich mit einer Überschrift schon aufs Allervorzüglichste genau das ausgedrückt hatten, was ich auch mit vielen Worten nicht so prägnant hingekriegt hätte...

    Meine Anerkennung und meinen Dank dafür!

    Nach all den langen Jahren "es ist unser Historischer Aufgabe" ist es schön das die Welt merkt das wir ebend auch nur ein Land von vielen sind.

    Und erst recht das wir ein Land sind was an Militärschlägen kein interesse mehr hat und als Diplomatischer Ansprechpartner für alle offen steht, auch wenn sie Probleme mit andere Ländern haben.

    Villeicht ist das ja auch eine wesentliche bessere "Historische Aufgabe" als in Möglichst vilene einzätzen militärisch mitzuwirken.

    Deutschland hat sich noch nicht (leider ?) aus dem Besatzungsstatus befreien können. Deshalb ist auch nichts anderes zu erwarten.

  2. Sonst gehe ich ja mit Herrn Hansen selten konform, aber heute muss ich ihm leider beipflichten, das Deutschland kein wikliches Gewicht in der Welt hat. Kann von Vorteil sein, wenn man nicht alle 3 Minuten einen totalen Krieg ausruft, ist aber auch von Nachteil, weil jeder weiss, das man sich sowieso nix traut.

    Naja, man schaue sich das an, was wir da zusammenwählen, das sieht mehr wie eine Hinterhofmannschaft aus, aber "wir" Deutschen sind da eher genügsam, von starken "Führern" haben wir immer noch die Nase voll, da ist ein Hosenanzug, der keinem Weh tut in der Summe zwar mindestens genauso schlimm, aber der einzelne darf wenigstens noch leben und arbeiten.

    Schade, mit echten Politkern wären wir wohl gewichtig ( vor allem im positiven Sinne ) aber so .....

    Gute Nacht!

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    • Quas
    • 28. August 2013 8:12 Uhr

    seit 60 Jahren macht Ihr das Selbe.

    Der Strom kommt aus Atomkraftwerken, die Autos und das ganze Leben verbrauchen Unmengen an Öl und Interessen werden militärisch durchgesetzt. Euer Modell ist veraltet und die Weltöffentlichkeit schaut euch beim langsamen scheitern zu. Die Staatspleite wird in immer kürzeren Abständen durch neue Notverordnungen herausgezögert, ist aber unausweichlich. Euer System basiert auf alter Technik und endlichen Ressourcen, die Finanzstruktur offiziell gescheitert.

    Aus welchem Grund sollte man sich denn im Jahr 2013 an eure Seite heften?
    Das ganze amerikanische Modell ist zum scheitern verurteilt, weil es festgefahren ist und niemand bei euch die Eier in der Hose hat mit der Bevölkerung Klartext zu reden. Nein viel schlimmer, die erkennt die Lage, sieht den Zustand der Städte und Infrastruktur und möchte lieber weiterhin belogen werden und an die Zukunft glauben. Traurig bei diesem Prozess des Untergangs live dabei zu sein. Guckt euch an und ihr habt den Grund dafür, dass niemand mehr ohne Widerworte an eurer Seite ist. Was für eine Zukunftsvision bietet Ihr denn?

    Deutschland hat sich der echten Herausforderung angenommen und baut seinen Vorsprung aus. Fehler werden erkannt und ausgeräumt, wenigstens ein bisschen.

    Noch eine Frage zu Syrien.
    Der militärische Eingriff soll nicht den Sturz Assads zur Folge haben, sondern "ein Zeichen setzen". Mal eben. Eine kleine Bestrafungsaktion, bei der Zivilisten sterben.
    Wer da mitmacht ist wirklich wichtig..

    • scrut
    • 27. August 2013 20:03 Uhr

    internationaler Probleme und Krisen wirklich ernsthaft beteiligen würde, müsste es in vielen Dingen eine klare Position gegen die Politik der USA einnehmen müssen.

    Und dazu sind deutsche Regierungen weder bereit noch in der Lage. Leider.

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    Aber Deutschland müsste eine klare Position einnehmen - dies ist aktuell leider ein Ding der Unmöglichkeit für unsere Regierung.

    auf den Punkt gebracht!

    Wobei inzwischen viele, noch nicht die Mehrheit aber viele, deutsche Bürger durchaus diese klare Position gegen die USA beziehen. Aber deutsche Politiker trauen sich das nicht. Ausserdem würde, und da ist dann auch dem deutschen Michel das eigene Hemd näher, dies auch bedeuten sich wirtschaftlich zurück zu halten. In dem Punkt hat Herr Hansen leider recht. Der deutsche Klüngel aus Politik und Wirtschaft sieht zuerst mal nach dem eigenen Portemonnaie. Die Mehrheit der deutschen Bürger übrigens auch!

    weil die USA dagegen sind? Als unterstützen wir Nord-Korea, weil die USA das Land ausgrenzen? Und Angehörige von Al-Kaida bekommen zukünftig Asyl gewährt, um sie vor Verfolgung zu schützen.

    ...wir nach wie vor ein besetztes Land sind und schlecht gegen unsere Besatzer agieren können.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Es sind noch 56.680 US Soldaten und 18.602 UK soldaten in Deutschland stationiert. Aber natrülich sind das alles nur unsere "Freunde".

    Interessant auch, welches Besatzungsrecht heute noch gilt:
    http://www.dw.de/foschepo...

    • Running
    • 27. August 2013 22:08 Uhr

    in der Lage, weil es innenpolitisch einen Selbstmord gleich käme.
    Die Parteien in der Opposition würden gleich anfangen rumzuheulen, wie wir das ja jetzt dieser Tage auch schon wieder sehen können.

    Nein, Deutschland will lieber zusehen, um sich dann in allen Varianten zu allen möglichen als erster Kritiker aufzustellen.

    • kfmb
    • 28. August 2013 7:25 Uhr

    In Syrien sollte es wohl nicht in erster Linie um Assad gehen, sondern um die Verhinderung weiterer Giftgasanschläge. Deshalb muss geklärt werden, wer dafür verantwortlich ist, um diese Leute mit internationaler Hilfe einzudämmen. Man weiß es doch bisher noch gar nicht genau, wer es war.

    Aber man weiß schon, welche Gruppe durch wessen Waffen und Geldmittel hochgerüstet wird.

    Deutschland und die Kanzlerin haben Verantwortung und nicht eine zu Kleine!
    - es geht doch um geostrategische Interessen, egal ob dahinter die Banken der USA stecken oder sonst wer. Man möchte an die Ressourcen, wiedermal.
    - es geht um neue Öl/und Gas-Pipelines von Ost nach West durch Syrien und um Ressourcen vor der Küste und damit auch um Konkurrenz, und um Konflikte zw Israel und arabischen Ländern und
    - um warme Deutsche Einfamilienhäuser im Winter
    - um neue Audi- und Mercedes und BMW-Modelle, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum hierzulande usw
    - um das Aufrechterhalten alter Weltbilder nach alten Machtstrukturen
    ...und das wiedermal auf Kosten einer sehr gastfreundlichen Bevölkerung (bez. auf Syrien: Ich weiß dies aus Erzählungen) die nicht in erster Linie KRIEG mit dem Westen führen möchte, sich aber von inneren Machtstrukturen des Assad-Clans lösen möchte, dessen Vater dort zuvor 40 Jahre Diktator war. Und der Westen nutzt den inländischen Religions-Konflikt zw Sunniten (Großteil Bevölkerung) und Schiiten (Assad und Elite) wiedermal 'bauernschlau und geschickt' für seine eigenen Interessen aus, oder nicht?

    MFG

    Herr Hansen: ein Leserempfehlungsrekord ! Sowas ist in der Leser-Empfehlungs-Geschichte von ZO noch nie aufgetreten:

    159 Empfehlungen für einen Kommentar. In Worten: HUNDERNEUNUNDFÜNFZIG !

    P.S.: Die letzte Empfehlung stammt übrigens von mir.

  3. ......., daß Deutschland nicht eins werde; unsere guten Chausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das Ihrige thun. Vor allem aber sei es eins in Liebe untereinander, und immer sei es eins gegen den auswärtigen Feind; eins, daß der deutsche Thaler und Groschen im ganzen Reiche gleichen Werth habe; eins, daß mein Reisekoffer durch alle sechsunddreißig Staaten ungeöffnet passieren könne.“

    Goethe

    29 Leserempfehlungen
    • RGFG
    • 27. August 2013 20:04 Uhr

    Komisch, dass man nicht auf die Idee kommt, dass "Sich raushalten" vielleicht auch mal was wäre, was "Ernst genommen" werden könnte...

    119 Leserempfehlungen
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    • hairy
    • 27. August 2013 21:06 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf eine relativierende Wortwahl. Danke, die Redaktion/jp

    • hairy
    • 27. August 2013 21:44 Uhr

    Bei Einsatz von Chemiewaffen hörts bei mir aber auf mit dem Sich-Raushalten als Ernstgenommenwerden. Müssen es erst tausende Tote auf einen Schlag werden, eh in D jemand in die Gänge kommt?

    das syrische Assad Regime zu bestrafen,obwohl eindeutige Beweise fehlen? Werden wir nach der erfolgten -Bestrafung - erfahren ,daß auch dieses Abenteuer mal wieder eine Aktion -unter falscher Flagge- war ? Es wäre ja nicht die Erste von den ausführenden Akteuren. Giftgas- Einsätze sind auf Schärfste zu verurteilen und die Verantwortlichen müssen auf die Anklagebank,da darf es keine Ausnahmen geben,oder etwa doch ?Nun anscheinend hat der -Westen- mehr Nachsicht gezeigt ,als Saddam Hussein 1988 im Irak/Iran-Krieg gegen den Iran vom Westen geliefertes Giftgas zum Einsatz gebracht hat,was ihm anscheinend Vorteile verschaffte. Einen Aufschrei der westl.Wertegemeinschaft gab es damals nicht,im Gegenteil ,die USA damals noch Saddams engste Verbündete begleiteten diese Aktionen anscheinend noch wohlwollend ?

    ... gerade wegen der speziellen Vergangenheit Deutschlands wäre jetzt nach dem Ende des Kalten Krieges die Neutralität Deutschlands die beste Option. Die Entscheidungen Deutschlands bei einer Kriegsteilnahme sind ja sowieso auf irgend eine Art immer fremdgesteuert - also warum nicht gleich verzichten ?

    • welll
    • 27. August 2013 22:37 Uhr

    Aber auch zum Raushalten braucht es Politiker mit Foramt, Mut und Überzeugungen.

    Die haben wir nicht !

    Joschka Fischer, war zum Irak II. noch ein "Raushalter" der Ernst genommen wurde.

    Sich raushalten ist feige! Sich öffentlich echauffieren, dass der Giftgaseinsatz das Allerletzte sei - und Nichtstun, IST das Allerletzte.

    Es ist arrogant, überheblich. Es demonstriert, dass man gerne Willens ist, über andere zu urteilen, sich selbst aber nicht die Finger schmutzig machen will.

    Dabei geht es überhaupt nicht um die Beteiligung der Deutschen an einer militärischen Antwort! Es geht darum, ÜBERHAUPT eine klare Position zu beziehen! Konkrete Vorschläge zu machen und sich auch aktiv dafür einzusetzen!

    Deutschland hat international nicht nur aufgrund seiner wirtschaftlichen Stellung auch eine Verpflichtung. Nur nimmt Deutschland diese Verantwortung nicht wahr. Und genau deshalb wird Deutschland nicht ernst genommen. Völlig zu recht. Deshalb kann man es auch mit uns machen, deshalb werden wir wie die Deppen ausspioniert.

    Das ist wie bei einer U-Bahn-Schlägerei: Wenn ich die mitbekomme, kann ich weggucken, ich kann weggehen und mich eine Ecke weiter entrüstet mit anderen Passanten darüber aufregen, ich kann die Polizei rufen, ich kann alleine einschreiten, ich kann mir Verbündete suchen, mit denen ich gemeinsam einschreite. Was von den letzten drei Möglichkeiten sinnvoll ist, hängt sicher von der Einzelsituation ab, von meinen Möglichkeiten und davon, ob ich sicher sagen kann, wer der Böse ist. Was aber mit Sicherheit die falsche Lösung ist, sind die Varianten 1 und 2 - die Merkel-Westerwelle-Methode!

    heißt es: Nie wieder Krieg - ohne uns.

    • mumpes
    • 27. August 2013 20:05 Uhr

    Vielleicht ist es ja besser nicht ernst genommen, als von großen Teilen der Welt verachtet&gefürchtet zu werden, lieber Ami.

    Und ich bin sicher, dass unsere Haltung uns die Hochachtung von mind. Russland und China einbringt. Und das rechne man sich mal in Anteil Fläche und Weltbevölkerung aus. Da sind wir klar im Vorteil! :-)

    40 Leserempfehlungen
  4. sich selbst stilisierte Opferrolle auf den Iran.

    So spielt ein Geschichts-revisionistisches Ressentiment gegen die USA (und natürlich Israel) in der Gegenwart über Bande, um dann auch nach rückwärts ein Bild projizieren zu können, dass die USA immer schon alles falsch gemacht hätten.

    11 Leserempfehlungen
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    "Die USA hatten Dresden, Hiroshima, Vietnam, Irak....die sollen bloß den Mund halten." #2

    http://www.zeit.de/politi...

    mit der Geschichte der USA auseinandersetzen. Schließlich hat die CIA erst vor einigen Tagen zum ersten Mal offen zugegeben das sie im Iran den Shah durch einen Putsch an die Macht gebracht haben. Dann hat Rumsfeld einige Jahre später Saddam Hussein ordentlich Nervengas verkauft. Dieses Nervengas wurde dann später gegen den Iran eingesetzt. Da hat die Weltgemeinschaft zugeschaut, Saddam indirekt unterstützt und es sind Hundertausende Iraner abgeschlachtet worden.
    Sie sind der jenige der völlig manipuliert ist und keine Ahnung von geschichtlichen Realitäten hat. Ihr Beitrag ist eine absolute Frechheit. Vor allem im Licht der Entwicklungen seit dem Irak über Lybien hin zur NSA.

    Man kann heute alles einsehen. Jeden Putsch und so gut wie jedes Attentat. Jeden Aggressor Krieg. Jeden Verstoß gegen die Menschenrechte. False Flag Operationen. Die Brutkasten Lüge. Die zweite Irak Lüge vor der UNO. Die Morde und Manipulationen in so gut wie jedem südamerikanischen Staat. Guantanamo, Folter, Patriot Act, Abu Ghrai, Leichen bepinkeln, Hiroshima und Nagasaki, Schweinebucht, Überwachung, Bankenkrise usw.

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