In den vergangen sieben Jahren hat es 210 Strafverfahren wegen Sexualdelikten gegen Angehörige der Bundeswehr gegeben. Das bestätigte das Verteidigungsministerium am heutigen Dienstag in einer Mitteilung. Es reagierte dabei auf einen Bericht der Bild-Zeitung, wonach es 520 Sexuadelikte in sieben Jahren im Umfeld der Bundeswehr gegeben habe. Das Ministerium stellte klar, dass es sich dabei um Verdachtsfälle gehandelt habe. Der Bericht hatte sich auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag bezogen.

Bei den 210 Strafverfahren kam es zu 169 Verurteilungen, 16 davon wegen Kindesmissbrauchs, heißt es in der Mitteilung. Die meisten Bundeswehrangehörigen wurden verurteilt wegen des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornografie (59), sexueller Nötigung und Vergewaltigung (31) sowie exhibitionistischer Handlungen (20).    

In dem Schreiben des Verteidigungsministeriums hieß es: "Nur wenn sich im Rahmen der weiteren Ermittlungen die Verdachtsmomente bestätigen, führt dies zu Disziplinarmaßnahmen oder strafgerichtlichen Anklagen."

Die Zahl der Disziplinarverfahren bezifferte das Ministerium auf 465. Als solche Verfahren werden Dienstvergehen im Zusammenhang mit sexuellen Fehlverhalten geahndet, "die nicht den Tatbestand einer Straftat erfüllen" und auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.