WahlplakateSteinbrück, nicht wetterfest

Die SPD streitet mit einer Werbeagentur, weil sich deren Wahlplakate angeblich im Regen auflösen. Dabei ist das doch eine famose Idee. Ein Kommentar von 

Wahlplakate sind für die meisten Menschen ein Ärgernis. Wer will schon ständig die Gesichter von Spitzenpolitikern im Großformat ansehen? Oder gestellte Bilder glücklicher Familien, eifriger Werktätiger, vom Elend geplagter Rentner?

Manchmal verwirren die Plakate auch nur. Da wirbt die SPD mit einem Bild der Kanzlerin, die in ihrer Handtasche kramt. Hat die SPD etwa eingesehen, dass Angela Merkel sowieso weiterregieren wird, und versteckt sie daher ihren eigenen, tendenziell eher unbeliebten Spitzenkandidaten?

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Für solche Rätsel und Aufdringlichkeiten des Wahlkampfs hat eine Solinger Werbeagentur nun eine verblüffend einfache Lösung gefunden: Öko-Pappplakate, die sich selbst vernichten. Im feuchten Küstenland Niedersachsen wurden sie bereits erprobt. Als dort im Juli die große Flut ausbrach, perforierte Hagel zuverlässig die Bilder von Steinbrück. Den Rest erledigte der Regen.

Ludwig Greven
Ludwig Greven

ist Politik-Redakteur bei ZEIT ONLINE. Er schreibt unter anderem über Europapolitik. Seine Profilseite finden Sie hier.

Die von einer Genossin und Nichte des früheren Bundesfinanzministers Manfred Lahnstein erdachten Eco-Wave-Poster haben einen weiteren Vorteil: Mit den biologisch abbaubaren Werbeschildern demonstrieren die Genossen, dass sie an der Seite der Grünen stehen und nicht etwa heimlich an eine Große Koalition mit der unverrottbaren Kanzlerin und deren wetterwendischen CDU denken.

Das Problem nur: Die SPD will jetzt plötzlich von der Öko-Wunderwaffe nichts mehr wissen und daher die 400.000 Euro für die verflossenen Plakate nicht bezahlen. Dagegen beharrt Agenturchefin Silke Lahnstein darauf: Die Wahlhelfer haben die Pappen schlicht unfachgemäß aufgehängt.

Aber war von der SPD, deren gesamte Kampagne sich bislang verflüchtigt hat, etwas anderes zu erwarten? War das nicht viel eher ihr geheimer Plan: ein Pseudo-Wahlkampf, der spätestens mit den im September zu erwartenden Regengüssen im Gully landet? Und der sich alle Optionen offen hält? Immerhin: Noch mal Plakate mit Steinbrück wird die SPD nicht benötigen.

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Leserkommentare
    • dacapo
    • 28. August 2013 20:11 Uhr

    Nicht das Plakat ist nicht wetterfest, sondern Steinbrück. Langweiligkeit und Naivität ohne Ende bei Titel und Artikeln, die irgendetwas mit Steinbrück zu tun haben könnten, mag es noch so abstrus sein, geboten wird uns das von ausgebildeten Journalisten.

    4 Leserempfehlungen
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    Ja, denn was sind das alles für Artikel! "Pannenpeer" - mag ja wirklich zutreffen, aus welchen Gründen auch immer. Aber man könnte so viel mehr INHALTLICHES schreiben. Stattdessen dieses Gebashe, das von den kommenden Kommentaren sicher noch schön angeheizt wird. Und diese immer gleichen "superfrechen" Anspielungen dass die SPD angeblich auf eine Wahlniederlage aus ist.
    Luhmann schrieb: Alles was wir wissen, wissen wir aus den Massenmedien. Wenn die SPD so dasteht, die Grünen so ("ideologiegesteuert", "Beamtenpartei", "Die wollen alles verbieten!") oder die AfD so ("rechter Rand"), dann hat damit auch viel diese wirklich übermäßig unsinnige Berichterstattung der letzten Monate mit zu tun.

    Ich würde mir wirklich wünschen - gerade von diesen Redakteuren die hier immer mit ihrem Bild links an der Seite auftauchen - dass da einfach mehr kommt. Und sei's ein Kommentar, und sei er bewusst polemisierend und herausfordernd geschrieben: Diese halbe Seite mit bemüht sanfter Ironie hilft diesem ach-so lahmen Wahlkampf überhaupt nicht.

    Ach ja: Neulich sah ich Sigmar Gabriel auf einer Wahlkampfveranstaltung. Er hat zwar den selben Einstiegswitz ("Bier ausgeben!") gebracht wie anderswo auch, aber er hat wirklich einen guten Auftritt hingelegt, von denen hier leider ziemlich selten etwas steht.

  1. falls ja: dann sollte er doch gleich besser gleich resignieren.

    egal ob sich plakate auflösen

    egal ob ggf. sogar recht hat, wenn er glaubt 'kante zu zeigen'

    egal ob...

    => am ende wir eh das gemacht, was mutti sagt!

    der junge _alte junge_ kann einem glatt leidtun. widerspenstige jungs mag halt keiner wirklich gerne.

    er muss es nur noch begreifen, bevor's peinlich für ihn wird (schon ist?!)

  2. 3. […]

    Entfernt. Kein sachlicher Beitrag. Danke, die Redaktion/jp

  3. Ja, denn was sind das alles für Artikel! "Pannenpeer" - mag ja wirklich zutreffen, aus welchen Gründen auch immer. Aber man könnte so viel mehr INHALTLICHES schreiben. Stattdessen dieses Gebashe, das von den kommenden Kommentaren sicher noch schön angeheizt wird. Und diese immer gleichen "superfrechen" Anspielungen dass die SPD angeblich auf eine Wahlniederlage aus ist.
    Luhmann schrieb: Alles was wir wissen, wissen wir aus den Massenmedien. Wenn die SPD so dasteht, die Grünen so ("ideologiegesteuert", "Beamtenpartei", "Die wollen alles verbieten!") oder die AfD so ("rechter Rand"), dann hat damit auch viel diese wirklich übermäßig unsinnige Berichterstattung der letzten Monate mit zu tun.

    Ich würde mir wirklich wünschen - gerade von diesen Redakteuren die hier immer mit ihrem Bild links an der Seite auftauchen - dass da einfach mehr kommt. Und sei's ein Kommentar, und sei er bewusst polemisierend und herausfordernd geschrieben: Diese halbe Seite mit bemüht sanfter Ironie hilft diesem ach-so lahmen Wahlkampf überhaupt nicht.

    Ach ja: Neulich sah ich Sigmar Gabriel auf einer Wahlkampfveranstaltung. Er hat zwar den selben Einstiegswitz ("Bier ausgeben!") gebracht wie anderswo auch, aber er hat wirklich einen guten Auftritt hingelegt, von denen hier leider ziemlich selten etwas steht.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "selbstverständlich"
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    Entfernt. Kein sachlicher Beitrag. Danke, die Redaktion/jp

    Ich habe ihn auch schon mal gehört und es ist erstaunlich wie Selbstkritisch er ist und auch Fehler der Agenda 2010 zugibt.
    Wenn auch nur im kleinen Rahmen.

    Ein schönes Zitat war auch "Früher sagten die Arbeiter, ah da kommt ein Sozi, jetzt sagen sie, ah, da kommt ein Politiker!" Das gab ihm halt zu denken.
    Das er öfters von Gysi klaut ärgert mich ein bisschen, z.B. das er die Rente mit 67 mittlerweile für falsch hält und nicht will, dass ihn (bzw. scherzte er "besonders ihn") eine 67 jährige Krankenschwester nicht ins Bett hiefen sollte.

    Gabriel hält eigentlich genauso gute Reden wie Gysi und wird von jenem auch öfters gelobt (wenn auch mit der Frage warum er dann immer anders abstimmt), dass Problem hierbei ist nur, dass ich nur Gysi auch Glaube was er sagt.

  4. 5. […]

    Entfernt. Kein sachlicher Beitrag. Danke, die Redaktion/jp

  5. Ja der "Pannenpeer". Der vorher nicht immer alles besser weiß. Der auch mal falsche Entscheidungen mit trägt. Der mal sitzen geblieben ist. Der auch mal in einer Abstimmung unterlegen war. Der noch was dazu lernen muss.

    Moment mal, hat der Mann überhaupt einen Doktortitel? Der hat doch noch nicht mal einen Doktortitel.

    Aber wissen Sie was. Sie sind im Irrtum. Es gibt keine Helden.

    Medien und Bürger suchen Helden. Die gibt es nicht. Merkel hat im DDR System fleissig mit gemacht. Sie ist keine Heldin. Guttenberg hatte seine Doktorarbeit gefälscht. Warum die Aufregung? Weil er doch nicht der Held ist? Warum die Aufregung um die Bundespräsidenten? Wer soll den Helden spielen. Wulf war kein Held, er hat Geld gebraucht. Ist Gauk der edle Ritter? Weil er Pfarrer ist?

    Die Bürger wünschen sich Helden. Die gibt es nicht. Die Fettnäpchen sind normal und wer kein "Pannenpeer" ist, der versteckt sich nur geschickt.

    Man sollte akzeptieren, dass man selber auch kein Held ist, und keiner sein kann, und die Führer der Bewegung unterstützen.

    3 Leserempfehlungen
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    • sioux
    • 29. August 2013 8:07 Uhr

    ...aber Siegertypen: Brand, Schmidt, Schröder. Steinbrück hat noch keine nennenswerte Abstimmung gewonnen, aber NRW verloren. Gabriel hat noch keine nennenswerte Abstimmung gewonnen, aber Niedersachsen verloren. Die SPD hat dieses Mal mit lauter erprobten Verlierern keine Chance, beim nächsten Mal wird Merkel gegen Hannelore Kraft kein Land sehen.

    • wd
    • 28. August 2013 22:23 Uhr

    Das erinnert mich an Etiketten auf DIN A4 Bögen. Früher waren die nicht bio und hielten. Später war der Kleber bio und die Etiketten fielen von den Plastikklötzen ab wenn man das Fenster öffnete und etwas Wind war.
    Wenn die nun biologisch abbaubare Schilder bestellt haben und die Gefahren kannten, dann sollten sie sich an die eigene Nase fassen und nicht versuchen ein kleines Unternehmen zu ruinieren.
    Sie hätten die Plakate halt nur im Trockenen verwenden sollen.

  6. „Mit den biologisch abbaubaren Werbeschildern demonstrieren die Genossen, dass sie an der Seite der Grünen stehen und nicht etwa heimlich an eine Große Koalition mit der unverrottbaren Kanzlerin und deren wetterwendischen CDU denken.“

    Ich gratuliere Ihnen zu diesem gelungen Satz.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte SPD | Angela Merkel | CDU | Grüne | Bundesfinanzminister | Euro
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