Je näher die Bundestagswahl rückt, desto bedeutsamer werden die Sonntagsfragen der Umfrageinstitute: Für wen würden die Bürger stimmen, wenn schon nächsten Sonntag gewählt würde?

In der ZEIT-ONLINE-Wahlistik berechnen wir anhand der Werte von vier Umfrageinstituten ein neues statistisches Modell, das Aussagen über die rechnerische Wahrscheinlichkeit von Sitzmehrheiten nach der Bundestagswahl zulässt. Dieses Berechnungsmodell ist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Statistik der Universität München entstanden. Weitere Hintergründe dazu finden Sie hier.   

Die ZEIT-ONLINE-Wahlistik zeigt, wie groß die Wahrscheinlichkeit für eine schwarz-gelbe oder rot-grüne, aber auch eine rot-rot-grüne Mehrheit laut den neusten Umfragen ist. 

Es geht hier um rechnerische Mehrheiten, nicht darum, ob die jeweiligen Parteien tatsächlich bereit sind, zusammenzuarbeiten. In der Praxis hat sich allerdings schon oft gezeigt, dass die Parteien flexibel sind, wenn es am Wahlabend nicht für ihr Wunschbündnis reicht. Dann gehen die Verhandlungen los, ob man rechnerische Mehrheiten nicht doch auch zu einem inhaltlichen Regierungsbündnis schmieden könnte.

Ein Wahrscheinlichkeitswert von 100 Prozent in der ZEIT-ONLINE-Wahlistik bedeutet, dass diese Parteien nach den aktuellen Umfragen auf jeden Fall eine Mehrheit haben. Ein Wahrscheinlichkeitswert von 20 Prozent hingegen zeigt, dass die Möglichkeit einer Koalition derzeit eher gering ist. Ergibt die Wahlistik den Wert Null, ist in keiner aktuellen Umfrage eine Mehrheit für diese Parteien drin.  

Die Landtagswahl in Niedersachsen im Januar hat gezeigt, dass CDU-Wähler ihre Zweitstimme manchmal taktisch vergeben – an die FDP. Sie wollen damit eine Große Koalition abwenden und eine Mehrheit für Schwarz-Gelb sichern. Deshalb enthält unsere Wahlistik einen sogenannten Leihstimmen-Regler. Hier können Sie sehen, welche statistischen Auswirkungen die Anzahl der Leihstimmen auf die Wahrscheinlichkeit einer schwarz-gelben Mehrheit auch im Bund haben könnte.


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