Forsa-UmfrageSPD erholt sich, Grüne unter zehn Prozent

Obwohl die SPD zwei Punkte gewinnt, liegt Schwarz-Gelb knapp vor den Oppositionsparteien. Denn die Grünen kommen erstmals seit Mai 2009 nur auf einen einstelligen Wert.

Die SPD macht im Wahlkampfendspurt Boden gut, die Grünen verlieren weiter an Zustimmung: Laut einer Forsa-Umfrage gewannen die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte und liegen nun bei 25 Prozent. Die Grünen gaben zwei Punkte ab und erreichen neun Prozent. Zum ersten Mal seit Mai 2009 rutscht die Partei in der Umfrage unter zehn Prozent. 

Union und FDP haben nach der Umfrage anderthalb Wochen vor der Bundestagswahl einen hauchdünnen Vorsprung vor den Oppositionsparteien. Die Union kommt auf auf 39 Prozent (minus einen Punkt) und die FDP auf sechs Prozent (plus einen Punkt). Schwarz-Gelb erreicht damit 45 Prozent. Die Linke verbessert sich um einen Punkt auf 10 Prozent. Rot-Rot-Grün kommt damit auf 44 Prozent.

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Die großen Meinungsforschungsinstitute hatten die Grünen noch im Juli bei bis zu 15 Prozent gesehen. 2011 wurde die Partei angesichts der Fukushima-Katastrophe und der Debatte um die Atomkraft in der Wählergunst noch höher eingeschätzt.

Der Abwärtstrend der Grünen in den Umfragen zur Bundestagswahl ist seit Wochen erkennbar. Forsa-Chef Manfred Güllner nannte strategische Fehler im Bundestagswahlkampf als Grund für das Abrutschen. So passe das Thema soziale Gerechtigkeit nicht zu der Partei. Zudem mache ihr die Debatte über Pädophilie, den Vegetarier-Tag und die geplanten Steuererhöhungen zu schaffen. Sie sei nun auf ihre Kernwählerschaft zurückgefallen.   

Al-Wazir spricht von kommunikativem Problem der Grünen

Der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir sieht Probleme bei der Vermittlung der Steuerpolitik seiner Partei. Zu den grünen Plänen, die Einkommensteuer für Spitzenverdiener zu erhöhen und eine Vermögenssteuer einzuführen, sagte er der Frankfurter Rundschau: "Viele Menschen denken, sie seien betroffen, die es gar nicht sind. Das ist sicher ein kommunikatives Problem." Wenn ein Drittel der Leute glaube, "dass sie zu den oberen sieben Prozent gehören, dann stimmt irgendetwas nicht".

Al-Wazir zeigte sich zuversichtlich, dass es den Grünen gelinge klarzumachen: "Wir machen das nicht, um Leute zu quälen." Die Grünen wollten ehrliche Antworten auf die Frage geben, woher das Geld kommen soll, um Schulden zurückzuzahlen, um Infrastruktur zu finanzieren und zukünftige Aufgaben anzugehen, etwa bessere Bildungspolitik. In Hessen wird am Tag der Bundestagswahl, dem 22. September, ein neuer Landtag gewählt.

Ergebnis der AfD schwer einzuschätzen

Die Euro-kritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) fällt um einen Punkt auf drei Prozent. Güllner sagte dem Stern, es sei schwer einzuschätzen, ob die AfD den Sprung ins Parlament schafft – "auch weil viele ihrer Anhänger jegliche Auskunft verweigern". Doch es spreche viel dafür, dass die AfD unter fünf Prozent bleibe. Drei Prozent erreicht der Umfrage zufolge auch die Piraten-Partei.

Das Forsa-Institut befragte im Auftrag der Zeitschrift Stern und des Senders RTL zwischen dem 3. und 9. September 2.500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus 2,5 Prozentpunkte. 28 Prozent der Bürger wollen laut Forsa nicht an der Wahl teilnehmen oder sind noch unentschlossen.


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Leserkommentare
  1. und das ist auch gut so. Merkwürdige Erklärungsversuche von Tarek Al-Wazir.

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    aber schlüssig und hat auch viel mit gezielter Desinformation, vorallem der Konkurenzparteien z tun, aber auch der Medien.

    Jeder der mit dem Gedanken spielt CDU CSU oder FDP zu wählen stelle sich bitte nur ganz kurz weitere 4 jahre (2017!!) diesen Reigen aus Deregulierung, machtgerangel und gestreite von alt-herren-Egos vor.... egal wie man frau merkel finden mag, die anderen wählt man mit.

    Aber haben Sie denn auch gesehn WO die Stimmen hingehen? Zur Linken. Also praktisch aendert sich nicht sehr viel.

    Die Gruenen sind die SPD mit mehr Oekologie
    Die Linke sind die Gruenen mit mehr Sozialzeug
    Die SPD is wie eine sehr schwache Linke/Gruene Partei

    Der Steuerplan der Linken ist noch aggressiver als jeder andere. Zumindest sind die Gruenen vernuenftig und erfahren.

  2. ...SED-Epigonen kategorisch ausgeschlossen, wenn man sie nun immer zusammenrechnet, um eine Kopf-an Kopf-Rennen zu suggerieren, tut man sich gar keinen Gefallen, denn genau diese Kombination ist in allen Umfragen die unbeliebteste unter den Bundesbürgern, und Wahlbetrüger möchte auch keiner wählen.

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    • NGC1672
    • 11. September 2013 8:33 Uhr

    Genau wie in Brandenburg ineressiert es niemandnen, wie pseudo"unbeliebt" ein Koalition ist. Solange die Koalition gute Arbeit leistet, was anderes tut in Brandenburg Rot-Rot nicht, ist das Kaffesatz.
    Also erzählen sie weiter Ihre Märchen der Unbeliebtheit.

    Ich kann es nicht mehr hören bzw. lesen...
    Dann erklären Sie aber bitte auch, wer diese so genannten "SED-Epigonen" sein sollen und was diese bei der Linken zu sagen haben?
    Etwa Gysi, der von der Stasi als "muß beobachtet werden" eingestuft wurde, oder die 35jährige Kipping?
    Ich habe das Wahlprogamm komplett gelesen und kann nichts finden, was mit der SED zu tun hat.

    Wenn sich etwas nie verändert hat, dann die Politik der CDU. Die ist immer nocht die gleiche Klientelpolitik wie unter Kohl..., naja, nicht ganz fair, denn Kohl hatte zumindestens vernünftige Steuergesetze.

    Also viel Spass mit Schwarz / Gelb und Brüderle als Viezekanzler, meine Regierung ist das nicht.
    Da nehme ich lieber das Risiko, als den Stillstand und Alternativlosigkeit.

    Die LINKE ist die einzige der ehemaligen DDR-Blockparteien, die sich nachhaltig und offen vom SED-Unrecht distanziert hat. CDU und FDP haben immer noch reichlich Altkader in ihren eigenen Reihen. Was Ost-CDU, LDPD und NDPD und Bauernpartei und deren Kader vor dem Mauerfall zu getrieben haben, das will man nicht aufarbeiten - und man mag es in CDU und FDP auch überhaupt nicht, darauf angesprochen zu werden.

    Und ist es nicht bemerkenswert? Wenn wieder einmal eine Kampagne wegen Gysi's angeblicher Stasi-Tätigkeit hochgekocht wird, taucht augenblicklich die Frage in der Öffentlichkeit auf, was denn Frau Merkel in der Zeit vor 1989 so getrieben hat - vor allem in Sachen Bespitzelung von Robert Havemann. Und dann bricht sofort in der UNION Hektik aus und man rudert ganz ganz schnell zurück und lässt sämtliche Vorwürfe fallen.

    Nein - es sind UNION und FDP, die ihre DDR-Geschichte nicht aufgearbeitet haben und so tun, als wäre da damals nichts gewesen.

  3. Das spricht sehr für diese Menschen. Den System-Umfrageinstituten der großen Partein die Auskunft zu verweigern, ist ein guter Schritt. Man sollte sich von den Zahlen nicht irreführen lassen und die AfD trotzdem wählen. Die kommen locker in den Bundestag. Die Zahlen für die AfD sind doch ohnehin manipuliert.

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    • calmon
    • 11. September 2013 10:18 Uhr

    Ich verstehe ehrlich gesagt den Satz "AfD-Anhänger verweigern jegliche Auskunft" nicht.

    Was für eine Auskunft denn? Die Auskunft "Ich wähle die AfD" gab es ja wohl. Was genau wird vermisst?

    • Ullli
    • 11. September 2013 10:44 Uhr

    Die Institute FORSA, infas, Forschungsgruppe Wahlen, TNS Emnid, infratest dimap u.a. werden sich nach meiner Einschätzung z.B. bei der 3 % Vorhersage für die AfD gewaltig blamieren und dürfen sich nicht wundern, wenn sie nach der Bundestagswahl verhöhnt werden.

    aus WIKIPEDIA:
    "Insbesondere bei der Bundestagswahl in Deutschland im Herbst 2005 hat sich gezeigt, dass die Demoskopen deutlich falsche Vorhersagen mit Fehlern von 5 % und mehr machen. Im konkreten Fall ist noch unklar, wo genau die Ursache lag, es wird jedoch angenommen, dass die traditionell sehr hohe Parteibindung in der Bundesrepublik Deutschland allmählich auf die Werte absinkt, wie sie in den USA schon länger beobachtet werden, und dass daher die Korrekturfaktoren, mit denen die Primärdaten gewichtet werden, ihre Gültigkeit allmählich verlieren und an die veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung angepasst werden müssen."

    Diesen Satz habe ich bisher bei der WELT, bei N24 und hier gelesen. Ein Schelm, wer denkt., das sei von ungefähr - wieder ein Versuch, die AfD zu diskreditieren. Egal, ich wähle sie troztdem!

    Und hier noch ein Link zur Wiwo mit einem sehr guten Bericht von Frau Röhl über die Grünen:

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-der-gruene-s...

    • GDH
    • 11. September 2013 12:36 Uhr

    Haben Sie sich die Forderungen der AfD eigentlich mal angeguckt? Irgendwie ist da ausser Geld- und Finanzpolitik garnichts. Wenn man sich die Leute im Vorstand (und ihre Vergangenheit) so anguckt, scheint es sich aber eher um eine Rechts-Konservative Gruppierung zu handeln.

    Dass man nicht taktisch wählen sollte (wegen der selbsterfüllenden Prophezeiung, dass eine Partei die 5% nicht schaffen würde) sehe ich freilich genauso.

    • Hatikva
    • 11. September 2013 15:14 Uhr

    wer dieAnhänger der AfD sind und berücksichtig ihre zu erwartende Wahlentscheidung nicht bei den Vorhersagen. Nach der Wahl wird er einigen Erklärungsbedarf haben. Und viiieeel Glaubwürdigkeit eingebüßt haben.

    • Pangea
    • 11. September 2013 18:15 Uhr

    "Das spricht sehr für diese Menschen. Den System-Umfrageinstituten der großen Partein die Auskunft zu verweigern, ist ein guter Schritt. Man sollte sich von den Zahlen nicht irreführen lassen und die AfD trotzdem wählen. Die kommen locker in den Bundestag. Die Zahlen für die AfD sind doch ohnehin manipuliert."

    Ja, genau. Und überhaupt.

    Das böse, böse System, dass die schweigende, aber mit Sicherheit absolute Mehrheit der Wähler, die die AfD zu aller Überraschung wählen werden, unterdrückt und kaschiert. Das glauben Sie doch nicht etwa selbst? An anderer Stelle stand einmal ein Kommentar, "die Überraschung kommt dann am 22. September". Um ehrlich zu sein, ich glaube die Überraschung wird die gebrechlichen AfDler überkommen, wenn Sie feststellen, nicht zur eingebildeten, vernünftigen und schweigenden Mehrheit zu gehören. Die AfD hängt ihre Plakate so hoch auch wie REP, NPD und alle Kleinstpartei-Konsorten. Nomen est omen?

    Nebenbei frage ich mich, warum die Redaktion des Ressorts Politik fast wöchentlich immer wieder auf Forsa zurückgreift. Es wurde im Kommentarbereich schon unendlich oft darauf hingewiesen, dass dieses Institut schlicht eines ist: schlecht und unprofessionell. Darüber hinaus bewegen sich alle prognostizierten Skandalentwicklungen STETS im Toleranzbereich 2,5%. Man denke einmal drüber nach. "Ich schwöööre, dass es so kommt, lege dafür aber nicht meine Hand ins Feuer."

  4. aber schlüssig und hat auch viel mit gezielter Desinformation, vorallem der Konkurenzparteien z tun, aber auch der Medien.

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    Aha, die Grünen verlieren also, weil die Wähler nicht schlau genug sind um die "Desinformation" der Konkurrenz als solche zu erkennen?
    Schon man darüber nachgedacht, dass die Grünen womöglich eine schlechte Politik machen und der Wähler schlau genug ist, dies zu verstehen?
    Nachdenken hilft manchmal.

    Vielleicht haben auch einfach die Leute erkannt, dass Trittin ein unsympathischer und überheblicher Oberlehrer ist mit einem absolut unterirdisch miesen Programm?

    Ich kann die ganzen Halb- und Unwahrheiten auch nicht mehr hören.

    Stichwort Dosenpfand -> Es stammt von einem CDU-Minister

    Stichwort Veggie Day -> Die Absicht fleichloses Essen in Kantinen zu fördern wird verdreht zur der (nicht existenten) Absicht, etwas per Verordnung oder Verbot durchzusetzen.

    Im Zentrum dieser Nebelkerzenstrategie mit ihren ganzen Strohmanndiskussionen steht die Erzählung der Grünen als Spassverderberpartei, die alles verbieten wolle und den Menschen die Freiheit nähme. Da wird dann gern ein Rauchverbot als Beweis angeführt, was es gar nicht gibt, während der Nichtraucherschutz überparteilicher Konsens ist und eine breite gesellschaftliche Mehrheit dahinter steht.
    Der Freiheitsbegriff der diesem Narrativ zugrunde liegt, ist zutiefst vulgär und bedeutet letztlich nichts anderes als Macht: Die Macht seine eigenen Interessen rücksichtslos auf Kosten der Freiheit anderer durchzusetzen.
    In vielen Bereichen (Suchtpolitik, Netzpolitik, Innenpolitik, Bildungspolitik, Familienpolitik) haben die Grünen viel liberalere Vorstellungen als etwa die Unionsparteien.

    Weder spricht es für die eigenen Inhalte, noch für einen guten politischen Stil, wenn man dem politischen Gegner einzig durch Tatsachenverdrehungen und Legendenbildung beikommen kann und offenbar nicht in der Lage ist, eine ehrliche Diskussion über die konkreten Inhalte der Wahlprogramme zu führen. Das schadet der politischen Kultur in diesem Land und damit letztlich auch der Demokratie.

    Naja, wenn das kommt:

    "Deshalb fordert die GRÜNE JUGEND die Abschaffung der Sicherheitsagentur Frontex, die Einführung von Eurobonds, eine europaweite Vermögensabgabe und eine europäische Arbeitslosenversicherung. Wir streiten für ein Europa und eine Welt ohne Grenzen!"

    Quelle (letzter Satz im Dokument): http://www.gruene-jugend.de//node/17470#gothere

    Dann müssen die Grünen die Einkommenssteuer in Deutschland auf irgendwo zwischen 220% und 550 % anheben.

    • NGC1672
    • 11. September 2013 8:33 Uhr

    Genau wie in Brandenburg ineressiert es niemandnen, wie pseudo"unbeliebt" ein Koalition ist. Solange die Koalition gute Arbeit leistet, was anderes tut in Brandenburg Rot-Rot nicht, ist das Kaffesatz.
    Also erzählen sie weiter Ihre Märchen der Unbeliebtheit.

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    ..werter Mitforist, schauen Sie sich mal die Archive und aktuellen Werte an, beim Politbarometer und Deutschlandtrend etwa, Rot-Rot-Grün ist maximal unbeliebt und dümpelt regelmäßig bei 10 bis 11 Prozentpunkten, wenn man nach der Präferenz von Koalitionen fragt, ob es ihnen gefällt, oder auch nicht, es ist Fakt.

    • sioux
    • 11. September 2013 8:49 Uhr

    In Brandenburg haben wir es mit Linken zu tun, die sich für inhaltiche Fragen und deren Realisierbarkeit interessieren. Im Bund dagegen definieren sich sehr viele Linke allein über ihre fundamentale Feindschaft zur SPD, haben kein Interesse an der Umsetzbarkeit irgend welcher Forderungen und glauben daher, fordern zu können, was die Träume so hergeben.
    Und unterstützen damit Merkel.

    • mores
    • 12. September 2013 17:30 Uhr

    Dass es noch schlimmer als mit CDU/FDP geht bzw. NICHT geht, zeigt das Polit-Theater um Rot/Grün in Hannover. Wie lange MP Weil noch weilt, ist fraglich u. KEIN pos. Signal für einen Rot-Grün-Wechsel in Berlin!

  5. ..der Grünen, dass man Angst hat vor ihren Steuerplänen, es ist ein echtes, viele der geplanten Steuern treffen zwar nicht direkt den "kleinen Mann", nach Meinung vieler Wissenschaftler aber indirekt, da durch höhere Unternehmens- und Substanzbesteuerung die Investitionstätigkeit zurück geht, und das auf dem Arbeitsmarkt dann voll auf den "kleinen Mann oder die kleine Frau" durchschlägt,

    unter anderem deswegen ist gestern Herr Trittin beim ausführlichen Steuer-Fakten-Check mit Pauken und Trompeten durchgefallen, fein säuberlich nachlesbar auf der dreiseitigen Analyse hier
    "Trittin in der Faktenfalle"

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahl-2013/wahl...

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    • bayert
    • 11. September 2013 9:06 Uhr

    die Grünen erwecken den Eindruck, dass sie den Euro um jeden Preis retten wollen. Dafür soll der deutsche Mittelstand enteignet werden (Vermögensabgabe). Dass in selbst GR die Reichen (vor allem die Reeder) sich nicht an der "Rettung" beteiligen, kommt nicht gut an.

    Ein weiterer Grund könnte in der Bildungspolitik und der Ehe liegen. Splitting nein, wenn es um die Einkommenssteuer geht (alle Paare mit ungleichem Einkommen verlieren)
    Splitting ja, wenn es um Beiträge zur Bürgerversicherung geht (damit verheiratete Menschen mehr Versicherungsbeiträge bezahlen). Ein Beispiel: Verdient einer 99.000, der andere 33.000 müssen beide den Höchstbeitrag (Beitragsbemessungsgrenze 66.000) bezahlen.

    • Mike M.
    • 11. September 2013 10:45 Uhr

    ... wenn nicht heute, wäre man sehr bald von den grünen Steuerplänen betroffen, ohne real einen Cent mehr zu verdienen. Familien wären schon heute hart getroffen.

    Die sinkenden Umfragezahlen liegen m.E. daran, dass die Leute so langsam kapieren, was die grünen Pläne für sie bedeuten würden. Im Prinzip ein "Erfolg" von Kommunkation. Dabei zahlen schon jetzt 50% der Einwohner 95% der Einkommenssteuer (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/steuerbelastung...).

    • lxththf
    • 11. September 2013 11:30 Uhr

    Es sind genau solche Artikel, die Stimmungsmache sind, wie der von Ihnen verlinkte:

    "Dort wollten C&A und das Autohaus Südhannover die Umlage nicht mehr voll zahlen, behauptete Trittin.

    Doch der Grünen-Politiker lieferte nur die halbe Wahrheit. Denn tatsächlich zahlt das Autohaus Südhannover, der große VW-Händler in der Universitätsstadt, die Umlage in voller Höhe. „Wir hatten mal einen Antrag gestellt, der ist aber vor zwei bis drei Monaten abgelehnt worden. Das war auch kein Antrag auf Befreiung von dem Netzentgelt, sondern nur ein Antrag auf eine Reduzierung“"

    Was soll da also die halbe Wahrheit sein? Die Aussage von Trittin passt 1zu1 auf die Aussage des Autohauses und trotzdem wird er der Halblüge bezichtigt. Warum?

    in der marktkonformen Demokratie braucht man eigentlich keinen Bundestag und keine Parteien mehr, sondern nur ein paar Wirtschaftswissenschaftler - natürlich solche der alten Schule. Politik ist doch eh bloß noch Standortpolitik zur Hofierung des Kapitals. Wie Sie schon schrieben: "[...]man Angst hat vor ihren Steuerplänen, es ist ein echtes, viele der geplanten Steuern treffen zwar nicht direkt den "kleinen Mann", nach Meinung vieler Wissenschaftler aber indirekt, da durch höhere Unternehmens- und Substanzbesteuerung die Investitionstätigkeit zurück geht, und das auf dem Arbeitsmarkt dann voll auf den "kleinen Mann oder die kleine Frau" durchschlägt,"

    Wozu brauchen wir also noch Politiker?

    • dacapo
    • 12. September 2013 22:20 Uhr

    Mit diesem Satz kann jeder etwas anderes darstellen. Also, nochmal mit Ihren Erkenntnissen und Erfahrungen, was geschehe, wenn man die Steuerpläne der Grünen in Angriff nehmen würde. Die Argumente der Wissenschaftler Ihres Wunsches sind überaltet und werden immerfort nachgeplappert. Unsere Zukunft braucht neue Ideen, nicht abgenuddelte Phrasen.

  6. ..werter Mitforist, schauen Sie sich mal die Archive und aktuellen Werte an, beim Politbarometer und Deutschlandtrend etwa, Rot-Rot-Grün ist maximal unbeliebt und dümpelt regelmäßig bei 10 bis 11 Prozentpunkten, wenn man nach der Präferenz von Koalitionen fragt, ob es ihnen gefällt, oder auch nicht, es ist Fakt.

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    Antwort auf "Redundant..."
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    • NGC1672
    • 11. September 2013 8:51 Uhr

    der Realität entlehnte Beispiel Brandenburg, widerlegt diesen "Präferenz-Fragen-Unsinn" vollständig.

  7. "Wir machen das nicht, um Leute zu quälen."
    Vielleicht wäre statt dem Ruf nach der Steuerschraube, mal sparen an der richtigen Stelle angesagt.
    Zwar sollen nach diesen Ankündigungen immer die anderen zahlen, dumm dann, dass es dann nach der Wahl ganz anders kommt.
    Das ist weniger eine Frage der richtigen Kommunikation, als vielmehr leidvolle Erfahrung.

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    Tja....es wird doch gespart. Nur am falschen Ende.
    Unsere Schulen und Universitäten verrotten, die Infrastruktur wird abgesägt,
    Städte und Gemeinden verschulden sich und müssen Schwimmbäder, Bibliotheken und Krankenhäuser schliessen...

    Und wo nicht gespart wird:
    Der Verteidigungshaushalt ist der drittgrößte Posten im Bundeshaushalt und er ist dreimal so groß wie der für Forschung und Bildung.
    Der Krieg in Afghanistan kostet den Steuerzahlern bisher ca. 30 Milliarden Euro.
    Der Staat lässt den sog. "Leistungsträgern" Steuerhinterziehung von jährlich 100 Milliarden Euro durchgehen. Er schenkt der Wirtschaft seit der Unternehmensteuerreform knapp 300 Milliarden Euro.

    Hier könnte der Staat am richtigen Ende viel Geld sparen.
    Und auch auf der Einnahmenseite könnte durch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes, der Wiedereinsetzung der Vermögenssteuer und der Einführung einer effektiven Finanztransaktionssteuer Mehreinnahmen von gut 50 Milliarden Euro erzielt werden.

    Deutschland könnte innerhalb weniger Jahre sogar schuldenfrei sein, man muss es nur wollen...

    Sparen ist vielleicht die einfachste Maßnahme, reicht allein aber nicht aus.

    Es gibt mehrere fiskalpolitische Maßnahmen, und die Politik sollte sie nutzen!

    Aber wenn wir schon von Sparen reden. Einsparen könnte man
    - das Betreuungsgeld
    - die Bezuschussung von niedrigen Löhnen, indem man die Arbeitgeber per Gesetzt dazu bringt, selber angemessene Löhne zu zahlen.

    natürlich reicht sparen alleine immer..

    zBsp könnte die Ungerechtigkeit in der Besserstellung der Beamten in der grünen Steuerkonzepten thematisiert werden.
    Bzw. die unweigerliche Belastung von Betrieben ,die definitv auf die Beschäftigung durchschlägt.
    Man muss schon sehr konjunkturunabhängig beschäftigt sein, um das nicht zu verstehen bzw. ,dass es einem egal ist.
    Die grüne Weltsicht lässt einfach kein Sparen zu ,sondern zielt auf eine Überfinanzierung des STaates, welche Effizienzdenken im öffentlichen Dienst undenkbar macht.
    Das Klientel der Grünen, das ironischerweise häufig verbeamtet ist, stört sich daran sicherlich nicht.
    Insofern greift die grüne Weltsicht an den Konflikt zwischen Finanziern des Gemeinwesens und den Profiteuren dieses Steuergeldes, den Transferleistungsempfängern aller Sorten, inkl. Beamten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, mpi
  • Schlagworte Grüne | SPD | FDP | Manfred Güllner | Bildungspolitik | RTL
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