Die Union hat die Bundestagswahl gewonnen und die absolute Mehrheit nur knapp verpasst. Die FDP gehört dem Bundestag nicht mehr an, wie aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis nach Auszählung aller Wahlkreise hervorgeht. Schwarz-Gelb ist Geschichte; mit wem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) regieren wird, ist aber unklar.

CDU und CSU erreichten gemeinsam 41,5 Prozent und verfehlten eine absolute Mehrheit nur knapp. Die gab es zuletzt im Jahr 1957 unter Konrad Adenauer.

Die FDP landete bei 4,8 Prozent. Die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) verpasste mit 4,8 Prozent den Einzug in den Bundestag. Die Piratenpartei verfehlt klar den Sprung ins Parlament.  

Hauchdünne Mehrheit für Rot-Rot-Grün

Die SPD kann sich im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 leicht verbessern und kommt auf 25,7 Prozent. Drittstärkste Kraft wurde die Linkspartei mit 8,6 Prozent vor den Grünen, die auf 8,4 absackten. CDU und CSU kommen laut dem vorläufigen Endergebnis auf 311 Sitze im Bundestag.

Die SPD hat 192 Sitze. Die Linke bringt es auf 64 Sitze, die Grünen kommen auf 63 Sitze. SPD, Grüne und Linke haben somit eine hauchdünne Mehrheit. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und -Parteichef Sigmar Gabriel haben eine Zusammenarbeit mit der Linken jedoch stets ausgeschlossen. Kanzlerin Merkel könnte der SPD eine Große Koalition anbieten oder ein schwarz-grünes Bündnis bilden.

Erstmals seit 2002 haben wieder mehr Menschen gewählt. Nach der historisch niedrigen Wahlbeteiligung von 70,8 Prozent bei der Wahl 2009 stieg sie am Sonntag auf 71,5 Prozent. Nach vorläufigem Stand entschieden sich insgesamt 15,7 Prozent der Wähler für sonstige Parteien, die unter der Fünfprozenthürde bleiben. Wegen dieses Höchstwerts sank die benötigte Stimmzahl für die absolute Mehrheit auf rund 43 Prozent, weshalb die Alleinregierung für die Union überraschend nahe rückte.