Wenige Tage vor der Bundestagswahl deutet sich ein denkbar knappes Ergebnis an. Nach dem neuen ZDF-"Politbarometer" kommen Union und FDP auf 45,5 Prozent, die Oppositionsparteien zusammen auf 44,5 Prozent. Damit erreicht Schwarz-Gelb eine knappe eigene Mehrheit. Der Vorsprung liegt aber auch nach dem Siegeszug von CSU-Chef Horst Seehofer bei der Bayern-Wahl innerhalb der Fehlermarge solcher Umfragen.

Im Politbarometer verharrt die Union bei 40 Prozent der Stimmen, die FDP kommt auf 5,5 Prozent (minus 0,5). Die SPD steigert sich um einen Punkt auf 27 Prozent, die Grünen verlieren zwei Punkte und landen bei 9 Prozent. Die Linken legen um einen halben Prozentpunkt auf 8,5 Prozent zu. 

Die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) bleibt demnach unverändert bei 4 Prozent und verpasst damit den Sprung in den Bundestag. Nach einer ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild kann die AfD dagegen auf den Einzug in den Bundestag hoffen. Insa hatte folgende Zahlen ermittelt: Union 38 Prozent, SPD 28 Prozent, Linke 9 Prozent, Grüne 8 Prozent, FDP 6 Prozent und die AfD 5 Prozent.


Das ZDF hatte erstmals seit Jahrzehnten entgegen bisheriger Absprachen mit der ARD noch in der Woche vor der Wahl eine Umfrage veröffentlicht. Das war insofern interessant, als die Ergebnisse nach der Bayern-Wahl und während der Pädophilie-Debatte bei den Grünen erhoben wurden. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte Mittwoch und Donnerstag repräsentativ 1.369 Bürger.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 18. bis 19. September 2013 bei zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent bis zu drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund zwei Prozentpunkte.