Serie Wahlbeobachter"Steigende Energiekosten müssen wir akzeptieren"

Wahlbeobachter B. Kilic hat kein Problem damit, einen höheren Strompreis für seinen Kiosk zu bezahlen. Er wünscht sich aber Energiekosten-Hilfen für sozial Schwache.

© Andreas Prost

Die Strompreise steigen. Viele Deutsche empfinden das als sehr belastend. Auch ich zahle extrem viel. Schließlich betreibe ich einen Kiosk und eine Backstation. Aber ich bezahle meine Rechnungen gerne.
Umwelt ist für mich ein wichtiges Thema, das im Wahlkampf leider neben dem NSA-Datenskandal und der Euro-Krise untergeht. Wir müssen als Republik gemeinsam anpacken, damit die Energiewende gelingt. In gewisser Weise müssen wir die steigenden Energiekosten akzeptieren.

Wahlbeobachter

Sie leben in Deutschland, können aber nicht wählen. Weil sie zu jung sind oder keinen deutschen Pass haben. Trotzdem haben sie natürlich Vorstellungen davon, wie sich das Land, in dem sie leben, entwickeln soll. ZEIT ONLINE hat vier dieser Menschen ausgewählt: ein Kioskbesitzer aus Berlin-Neukölln, eine spanische Journalistin, eine Schülerin und ein Unternehmer mit Flüchtlingspass erzählen. Sie sind unsere "Wahlbeobachter". In loser Folge erzählen sie, wie sie den Wahlkampf wahrnehmen.

Es war gut, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung damals beschlossen hat, bis 2022 aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen. Schade, dass der Auslöser der Super-GAU in Fukushima im Jahr 2011 sein musste. Ein Super-GAU kann immer passieren und könnte uns auch blühen. Atomenergie ist unsicher. 

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Wenn man auf ressourcenschonende Energiequellen umsteigt, ist es klar, dass das nicht billig ist. Die Politik muss in neue Energiequellen investieren. Ich finde es gut, dass sich SPD und Grüne schon jahrelang sehr stark für dieses Thema einsetzen.

Bülent Kilic

ist 34 Jahre alt und betreibt einen Kiosk und eine Backstube in Berlin-Neukölln. Er kommt aus der Türkei und lebt seit acht Jahren in Deutschland.

Aber trotzdem fehlen ihnen meiner Meinung nach die Konzepte. Die Politik ist gefordert, welche zu finden, damit der Geldbeutel von sozial schwachen Menschen nicht noch weiter belastet wird. Man sollte beispielsweise die Hartz-IV-Sätze an die steigenden Strompreise anpassen.

Es soll endlich eine Strompreisbremse eingeführt werden, so wie sie von Umweltminister Peter Altmaier angedacht wurde. Die Verbraucher müssen besser geschützt werden. Es dürfen nicht nur wir die Lasten tragen.

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Leserkommentare
  1. Ach ja?
    In gewisser Weise müssen wir die steigenden Energiekosten akzeptieren.
    Hm?
    Es soll endlich eine Strompreisbremse eingeführt werden
    ?

    5 Leserempfehlungen
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    • GDH
    • 05. September 2013 16:55 Uhr

    Aus dem Artikel:

    "Man sollte beispielsweise die Hartz-IV-Sätze an die steigenden Strompreise anpassen."

    und dann weiter:

    "Es soll endlich eine Strompreisbremse eingeführt werden, so wie sie von Umweltminister Peter Altmaier angedacht wurde. Die Verbraucher müssen besser geschützt werden. Es dürfen nicht nur wir die Lasten tragen."

    Der erste Vorschlag ist gewiss richtig. Wenn die Lebenhaltungskosten nunmal steigen, müssen Leistungen und Freibeträge angepasst werden (bei meine Lieblingslösung müsste man nur an die Höhe des Grundeinkommens gehen).

    Ausgerechnet billige Energie zu fordern, erscheint mir dagegen nicht zielführend. Dann doch lieber die Energiepreise steigen lassen und das Geld direkt dem Bürger geben. Wenn der dann was anderes als Energie davon kauft, um so besser!

  2. denn sie sorgen für steigende Energiekosten und sie freuen sich auch; denn dann wird weniger verbraucht ....
    Die Grünen habens ja, anscheinend.
    Aber Menschen, die richtig arbeiten gehen müssen für ihr Geld, dass dann schon so nicht langt; die zur Arbeit fahren müssen, weil die Arbeitsstelle so weit entfernt liegt; die nicht jedesmal neu umziehen können, wenn eine Arbeitsstelle mal wieder verloren ging;
    die staunen nur ob der Tatsache, dass die Energieriesen auch zu den Finanzriesen gehören; die mit den Energiepreisen jonglieren, als wären es Würfelspiele mit immer nur höheren Zahlen draufgemalt - und immer neue Gewinnmaximierungen brechen; die mal schnell 10 Milliarden Dollar Strafe berappen nach globalen GAU's, sich schütteln und die nächste Gewinnmarke durchbrechen -
    da sagen die Grünen: Energiepreise müssen steigen.
    Ich las gerade, die Grünen fallen wieder in der Wählergunst.
    Wenn ich deren Auaagen auch nicht verstehe - verstehen tu ich aber, dass die fallen.
    Wer hier in Deutschland so fulminant aufsteigt, weil in Japan die Erde vorhersehbar extrem wackelt und eine Tsunami-Welle vorhersehbar auftritt, da Japan von Wasser umschlossen und auf und an aufeinandertrefffenden Kontinentalplatten positioniert ist (Dinge, die es in solchen Wuchtigkeiten in Deutschland vorhersehbar einfach nicht geben kann die nächsten Jahrhunderte) - wenn diese Dinge dazu führen, dass die Grünen als Retter der Menschheit sich aufschwingen - dann sagt das vieles über ihre Wähler!

    6 Leserempfehlungen
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    • snoek
    • 05. September 2013 11:07 Uhr

    „Dafür müsste man sie doch lieben, die Grünen, denn sie sorgen für steigende Energiekosten…“

    Hab ich was verpasst? Haben die Grünen die Energiewende beschlossen? Oder war‘ s doch die Regierung Merkel? Falls Sie da mehr wissen… bitte klären Sie mich auf!

    • Dr.Um
    • 05. September 2013 10:33 Uhr

    "Ich zahle gerne meine Rechnung"? Wenn Sie als Geschäftsmann einen Kiosk und einen Backshop betreiben, empfehle ich Ihnen einen Blick in Ihre Bilanz. Mit etwas Glück erraten Sie dann, wer Ihre Stromrechnung wirklich zahlt. Kleiner Hinweis: Den Strompreis verstecken Sie im Verkaufspreis für Ihre Backwaren.

    10 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Diskussion bei. Danke, die Redaktion/ff

    Kleiner Hinweis: Es ist nicht immer so leicht, Kostensteigerungen an die Verbraucher weiterzugeben.

    die bezahlt nämlich Ihr Arbeitgeber.

    Selten so gelacht!

  3. 4. [...]

    Entfernt. Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Diskussion bei. Danke, die Redaktion/ff

    Eine Leserempfehlung
  4. Kleiner Hinweis: Es ist nicht immer so leicht, Kostensteigerungen an die Verbraucher weiterzugeben.

    3 Leserempfehlungen
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    • Dr.Um
    • 05. September 2013 12:07 Uhr

    "Es ist nicht immer so leicht, Kostensteigerungen an die Verbraucher weiterzugeben"...wie bei Backwaren, wo man 30 g Mehl mit Wasser mischen kann, Scheibe Käse draufgelegt, backen und für 1,50 Euro verkaufen.

    Ich behaupte nicht, dass der hier vorgestellte Unternehmer mit seiner Ignoranz gegenüber seinen Kunden den Durchschnitt bildet und allen Gewerbetreibenden die Energiepreise egal sind.

    In der Regel wird es jedoch so sein, dass Energiepreise, egal an welcher Stelle der Wertschöpfung sie anfallen, Bestandteil des Endverkaufspreises sind. Sollte es Beispiele (wie von Ihnen angedeutet) geben, bei denen Produkte aufgrund der Energiepreisbestandteile nicht mehr marktgängig sind, so verschwinden sie. Bei Waren, die im Laden stehen, zahlt der Verbraucher auch den hohen Energiepreis, daran können Sie nicht rütteln.

    hört das "Ich zahle gern" aber sowas von fix auf. Wetten?

  5. Ich kann die Meinung dieses Mitbürgers nachvollziehen, der sagt, er ist bereit mehr zu zahlen.

    Zunächst: Ich wäre auch bereit mehr zu zahlen, wenn wir weniger CO2 ausstoßen würden. Tatsache ist aber, dass wir in beiden Kennzahlen Kosten für Energie und CO2-Emission besser da stehen würden, wenn wir einen langsameren Anstieg regenerativer Energie mit deutlich schwächerer staatlicher Subventionierung gehen würden.
    Einer breiten Öffentlichkeit ist immer noch weitgehend unbekannt, dass die fossilen Kraftwerke wesentliche Verbesserungen erzielt haben und dass wir aufgrund des übereilten Umstiegs auf erneuerbare Energie signifikante Verluste beim Wirkungsgrad konventioneller Kraftwerke (die wir ständig hoch- und herunterfahren) hinnehmen. Der schnelle Umstieg auf Regenerative erhöht leider in der Bilanz die CO2-Emission und Kosten gegenüber einer weniger ehrgeizigen Alternativen.
    Niemand denkt auch daran, dass wir in 15 Jahren die älteste und inefffizienteste regenerativen Kraftwerke der Welt haben werden. Wir werden dann quasi ein Museum für regenerative Kraftwerke sein.

    Fazit deshalb leider:
    Die Energiewende ist für die Umwelt und Wirtschaft schlecht.

    3 Leserempfehlungen
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    Also zuerst einmal, gibt es keine "staatlichen Subventionen" für die Erneuerbaren Energien oder ist es ihnen nicht aufgefallen, das der Verbraucher die EEG Umlage zu zahlen hat??

    Eigentlich ist sogar das genaue Gegenteil der Fall, denn mit Stromsteuer und Umsatzsteuer, wird die Umlage zusätzlich belastet.

    Und zweitens, was der breiten Öffentlichkeit wirklich unbekannt ist, ist das gerade die fossilen Energieträger massiv aus Steuermitteln subventioniert werden. http://www.lichtblickblog...

    Hier sollte man sich mal fragen, warum das so ist und warum hier solche Unterschiede gemacht werden.

  6. die bezahlt nämlich Ihr Arbeitgeber.

    Selten so gelacht!

    2 Leserempfehlungen
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    • Dr.Um
    • 05. September 2013 11:20 Uhr

    vereinbart habe, dass er meine Stromrechnung bezahlt. Das Dumme ist nur, dass er nun jedes halbe Jahr bei mir im Büro antanzt und verlangt, dass ich 15 % mehr arbeiten soll als zuvor.

    • snoek
    • 05. September 2013 11:07 Uhr
    8. ....?

    „Dafür müsste man sie doch lieben, die Grünen, denn sie sorgen für steigende Energiekosten…“

    Hab ich was verpasst? Haben die Grünen die Energiewende beschlossen? Oder war‘ s doch die Regierung Merkel? Falls Sie da mehr wissen… bitte klären Sie mich auf!

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    sie verstehen aber anscheinend nicht die Zusammenhänge in der Tagespolitik.

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  • Serie Die Wahlbeobachter
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bundesregierung | Grüne | SPD | Atomenergie | Energiekosten | Euro-Krise
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