BürgerkriegKauder will mehr syrische Flüchtlinge aufnehmen

Die Union ist sich uneins in ihrer Flüchtlingspolitik. Fraktionschef Kauder fordert die bisher zugesagte Aufnahme auszuweiten, Innenminister Friedrich ist dagegen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) will mehr syrische Flüchtlinge in Deutschland aufnehmen. Ebenso wie der niedersächsische SPD-Innenminister Boris Pistorius machte Kauder sich dafür stark, die bisher zugesagte Aufnahme von 5.000 Menschen auszuweiten.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wies die Forderungen jedoch zurück: "Wir brauchen eine europäische Flüchtlingskonferenz, um eine Antwort auf das Problem zu finden."

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In der kommenden Woche landen in Hannover die ersten syrischen Flüchtlinge. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte sich im Frühjahr bereit erklärt, 5.000 Flüchtlinge aus Syrien gezielt ins Land zu holen. Dazu zählen nicht die Menschen, die aus eigener Initiative aus Syrien fliehen.

Friedrich warnte angesichts eines drohenden Militärschlags in Syrien vor einer Zunahme der Flüchtlinge. "Jede kriegerische Aktivität kann die Flüchtlingszahl weiter erhöhen", sagte er dem Berliner Tagesspiegel. Die Zahl der Asylbewerber aus dem Krisenland lag im August knapp über 1.000. Nach Serben und Russen war dies die drittgrößte Gruppe von Asylsuchenden in Deutschland.

"Deutschland kann Schutz bieten"

Kauder trat dagegen für eine stärkere Aufnahme ein. "Angesichts der dramatischen Situation in Syrien bin ich der Meinung, dass alle Bundesländer aufgefordert sind, weitere syrische Flüchtlinge aufzunehmen", sagte er dem Focus. "Diese Menschen haben schlimme, traumatische Erfahrungen machen müssen. Deutschland kann ihnen Schutz bieten."

Zustimmung kam von der politischen Konkurrenz. Der niedersächsische SPD-Innenminister Pistorius sagte der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: "Wir erleben hier die größte humanitäre Katastrophe des noch jungen Jahrhunderts. Von daher sind 5.000 Menschen, die in Sicherheit gebracht werden – davon 500 in Niedersachsen – natürlich zu wenig."

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Leserkommentare
  1. Deutschland sollte besser die Nachbarländer Syriens unterstützen, damit die Menschen dort bleiben können. Dort finden Sie ein bekanntes kulturelles und wirtschaftliches Umfeld vor, in dem Sie sich einfach einleben können.

    In Deutschland wäre es für die Menschen deutlich schwerer sich kulturel und wirtschaftlich einzuleben.

    Sollte ich mal aus Deutschland flüchten müssen, würde ich mich in den Nachbarländern wie z.B. Holland oder Dänemark auch besser aufgeheoben fühlen als z.B. in Japan oder Australien.

    8 Leserempfehlungen
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    • Pereos
    • 07. September 2013 21:28 Uhr

    "Deutschland sollte besser die Nachbarländer Syriens unterstützen, damit die Menschen dort bleiben können. Dort finden Sie ein bekanntes kulturelles und wirtschaftliches Umfeld vor, in dem Sie sich einfach einleben können."

    Stimmt.
    Im Libanon oder im Irak, wo sich die Gegner und Unterstützer von Assad sich gegenseitig in die Luft sprengen, finden die Menschen ein sehr vertrautes Umfeld vor.

    Die EU sollte min. 100 000 Menschen aufnehmen, wenn sie nicht möchte, dass in den Flüchtlingslagern aus einer verlorenen Generation, eine teilweise radikalisierte Generation entsteht bzw. die Staaten in einer schwierigen Situation Libanon, Irak, Jordanien nicht endgültig kollabieren.

    Es wird mittlerweile (seit 2011) von ca. 6.000.000 Flüchtlingen gesprochen.
    Speziell die Religiös verfolgten (also Christen, Juden, Atheisten) werden in den Nachbarländern keine akzeptablen Bedingungen vorfinden.

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ff

    http://de.wikipedia.org/w...
    war es sicher lieber, von 1939 bis 1947 überlebt zu haben als wie viele - und nicht nur so berühmte wie Walter Benjamin - in den "Nachbarländern" hand an sich legen zu müssen, um der deportation zu entgehen.

  2. "Diese Menschen haben schlimme, traumatische Erfahrungen machen müssen. Deutschland kann ihnen Schutz bieten."

    Ja, daß kann Deutschland, aber nicht in Deutschland. Zumindest nur einen so kleinen Teil der weltweit Verfolgten, daß der Weg der Flüchtlingsaufnahme sich schnell als substanzlose Beruhigungspille, ja als zynische Augenwischerei entlarvt.

    Deutschland konnte und kann dagegen auch substanzielles unternehmen. Als erstes würde die geregelte Versorgung der Flüchtlingslager deutlichst mehr Menschen erreichen.

    Des weiteren kann Deutschland politisch noch viel mehr erreichen. Eine Politik zu unterstützen, welche den Islamisten in die Hände spielt und zu noch mehr ethnischen Säuberungen und Massakern führt wird die Flüchtlingsströme wohl kaum verkleinern.

    Und genau dies erfüllt mich mit Ekel. Auf der einen Seite sind die Flüchtlinge zumindest politisch mitverschuldet. Auf der anderen heuchelt man deren Unterstützung. Einfach widerlich.

    5 Leserempfehlungen
    • Georg34
    • 07. September 2013 21:20 Uhr

    "Ebenso wie der niedersächsische SPD-Innenminister
    Boris Pistorius machte Kauder sich dafür stark, die bisher
    zugesagte Aufnahme von 5.000 Menschen auszuweiten."

    Das ist auch dringend nötig: Laut einem "Focus"-Bericht, ermorden
    Islamisten mit deutscher Staatsbürgerschaft arabische Christen in Syrien,

    6 Leserempfehlungen
    • Pereos
    • 07. September 2013 21:28 Uhr

    "Deutschland sollte besser die Nachbarländer Syriens unterstützen, damit die Menschen dort bleiben können. Dort finden Sie ein bekanntes kulturelles und wirtschaftliches Umfeld vor, in dem Sie sich einfach einleben können."

    Stimmt.
    Im Libanon oder im Irak, wo sich die Gegner und Unterstützer von Assad sich gegenseitig in die Luft sprengen, finden die Menschen ein sehr vertrautes Umfeld vor.

    Die EU sollte min. 100 000 Menschen aufnehmen, wenn sie nicht möchte, dass in den Flüchtlingslagern aus einer verlorenen Generation, eine teilweise radikalisierte Generation entsteht bzw. die Staaten in einer schwierigen Situation Libanon, Irak, Jordanien nicht endgültig kollabieren.

    2 Leserempfehlungen
  3. 5. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/ff

    2 Leserempfehlungen
    • doch40
    • 07. September 2013 22:06 Uhr

    Es ist eine Errungenschaft der deutschen Zivilgesellschaft, dass sie nicht hurrarbrüllend einem kalten amerikanischen Krieger hinterherläuft. Die humanitäre und auch mahnende Rolle steht Deutschland ganz gut. Ist es möglich, doch aus der Geschichte zu lernen?
    Deutschland ist eines der reichesten Länder der Welt. Was hindert es, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen? Flüchtlinge suchen Schutz, suchen Hilfe. Sie brauchen keinen Asylverfahren, sie wollen ja mehrheitlich gar kein Asyl, Sie wollen dann zurück in ihre Heimat, wenn ein Überleben möglich ist. In vielen Länder ist Gastfreudschaft mit das Wichtigste, was Menschen anbieten können. In vielen Länder gibt es darüber keinerlei Diskussion - und bei uns?

    2 Leserempfehlungen
    • tds
    • 07. September 2013 22:17 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und differenziert. Die Redaktion/ls

    7 Leserempfehlungen
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    Na hoffentlich sind Sie nicht mein Nachbar (kann man ja nicht wissen, da gibt's ein paar, die ich nicht kenne).
    Und falls doch: lernen Sie doch bitte eine Fremdsprache und wandern aus. Das geht für Deutsche - Sie sind ja kein Flüchtling. Nach Österreich könnten Sie auch ohne Fremdsprache (und würden Gleichgesinnte treffen), mit der Schweiz ist's trotz vorhandener Sprache schon schwieriger (da gibt's zwar auch Gleichgesinnte, aber da braucht's schon viel Geld, um als Gleichgesinnter angesehen zu werden).
    Dieses Land ist auch MEIN offenes Land und ich würde Sie wirklich nicht vermissen.

    "Als MdB können Sie es sich locker leisten, einen Wohnungsblock zu bauen"
    -----------------
    wovon träumen Sie sonst so?

    • antinwo
    • 08. September 2013 16:57 Uhr

    was mutet man den den Bürgern unseres Landes zu wenn man Kriegs vertriebene bei sich aufnimmt gefährdet das die Rassenreinheit ?
    ich dachte Gastfreundschaft ist eines der Höchsten Güter wie wir als Gesellschaft leisten können
    ihr Subversiver Sarrazinismus, davon auszugehen das Flüchtlinge aus anderen Kulturkreisen gleich "hausen" lässt tief blicken

  4. Es wird mittlerweile (seit 2011) von ca. 6.000.000 Flüchtlingen gesprochen.
    Speziell die Religiös verfolgten (also Christen, Juden, Atheisten) werden in den Nachbarländern keine akzeptablen Bedingungen vorfinden.

    2 Leserempfehlungen
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    saudi arabien, oman katar, iran, tuerkei, aegypten,israel,kuweit....
    es gibt eine vielzahl von laendern in der region, die wirtschaftlich stark sind, in denen sich sicher leben laesst und die einfach die fluechtlingr aufnehm koennten.

    die fluechlingennach d zu holen ist sicherlich schoen fuer unser gewissen, hilft aber gewiss nich den mensche die ihre heimat verlassen mussten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, wif
  • Schlagworte Volker Kauder | Bürgerkrieg | Bundesregierung | CDU | CSU | Flüchtling
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